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Klinische Interventionen (Subject) / VL12: Schematherapie (Lesson)

Weiterentwicklungen bestehender Ansätze: Schematherapie, Achtsamkeit und CBASP

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  • Welche Ansätze werden in der Schematherapie nach Young integriert? Wo liegt der Behandlungsfokus? Was ist zentrale Annahme? Inegrativer Ansatz: kognitiv, verhaltenstherapeutisch, Bindungstheorie, Objektbeziehungstheorie, erfahrungsorientiert/emotionsfokussiert Zur Behandlung verschiedenster lang anhaltender emotionaler Schwierigkeiten Mit der Annahme von wichtigen Entstehungsbedingungen in Kindheit und Adoleszenz.
  • Was sind Schemata nach Young? Wann ist es entstanden? Ein Schema ist ein weitgestecktes umfassendes Thema oder Muster aus Erinnerungen, Emotionen, Kognitionen und Körperempfindungen, die sich auf den Betroffenen und seine/ihre Kontakte zu anderen Menschen beziehen. Das Muster ist in der Kindheit und Adoleszenz entstanden und wurde im Laufe des Lebens stärker ausgeprägt. 
  • Was ist ein maladaptives Schema? Wie entsteht es? Ein maladaptives Schema ist ein Schema, das stark dysfunktional ist. Es entspringt der Nichterfüllung zentraler emotionaler Bedürfnisse (Stabilität, Liebe, etc.), Traumatisierung, Viktimisierung, übertriebene Beschützung, selektive Internalisierung oder Identifizierung mit Bezugspersonen.
  • Was versteht man unter emotionalem Temperament und wie hängen diese mit der Entwicklung emotionaler Schemata zusammen? Emotionales Temperament: angeboren und wenig veränderbar, z.B. labil-nichtreaktiv, dysthym-optimistisch, ängstlich-ruhig, zwanghaft-ablenkbar, passiv-aggressiv, reizbar-heiter, schüchtern-gesellig. Temperamente rufen verschiedene Reaktionen der Umwelt hervor, mit denen wir vertraut sind --> Schemataentwicklung
  • Welche fünf Schemadomainen werden nach Young unterschieden? Abgetrenntheit und Ablehnung Beeinträchtigung von Autonomie und Leistung Beeinträchtigung im Umgang mit Begrenzung Fremdbezogenheit Übertriebene Wachsamkeit und Gehemmtheit Anmerkung: Unterscheidung erfolgt anhand emotionaler Grundbedürfnisse. Insgesamt 18 Schemata.
  • Was sind Schemamodi? Zu jedem Zeitpunkt sind bestimmte Schemata inaktiv und andere aktiv und beherrschend für unseren Stimmungszustand und Verhalten, wobei bestimmte Cluster von Schemata oft zusammen aktiviert werden. Als Schemamodi werden jene adaptiven wie maladaptiven Schemata bezeichnet, die bei einem Menschen in einem bestimmten Augenblick aktiv sind. Personen springen zwischen verschiednen Schemamodi, wobei gesunde Menschen in der Lage sind, mehrere Modi gleichzeitig zu erleben oder zu verbinden.
  • Was versteht man unter einem dysfunktionalen Schemamodus? Ein dysfunktionaler Schemamodus ist ein Teil des Selbst, der von anderen Aspekten des Selbst abgeschnitten oder schlecht integriert ist. In extremen Fällen wissen Betroffene in einem bestimmten Modus nicht einmal, dass ein anderer exisitiert (dissoziierte Zustände).
  • Welche Implikationen ergeben sich für die Schematherapie? Entwicklung von psychischem Gewahrsein: Schemata identifizieren und sich mit den damit verbundenen Kindheitserinnerungen, Emotionen, Kognitionen, Körperempfindungen und Bewältigungsstile bewusst werden. Bewusste Kontrolle über Schemata stärken und die mit ihnen verbundenen Erinnerungen etc. schwächen. Schwerpunkt auf emotionale Aspekte legen.
  • Was versteht man unter Schemaheilung? Verringerung der Intensität der mit dem Schema verknüpften Erinnerungen, der emotionalen Intensität des Schemas, die Stärke der mit dem Schema verbundenen Körperreaktionen und die dysfunktionalen Kognitionen. Patient muss außerdem lernen, maladaptive Bewältigungsstile durch adaptive Vehaltensmuster zu ersetzen. Die Heilung führt dazu, dass das Schema immer seltener aktiviert wird und /oder dass es bei Aktivierung weniger überwältigend wirkt.
  • Wie ist die Wirksamkeit von Schematherapie nach Giesen-Bloo et al. (2006) zu bewerten? RCT zu Schematherapie bei Borderline  Vergleich Schematherapie vs. Transference focused therapy (Übertragungsfokussierte Kurzzeitpsychoanalyse); 3 Jahre, 2 Sitzungen/Woche; Ergebniskriterien: Remission, BPS-Schweregrad, Psychopathologie, Funktionsniveau, Drop-outs Ergebnisse: Drop-out: 25% vs. 50%; Remission: 46% vs. 24%; Reliable Change: 66% vs. 43% --> Verbesserung in allen weiteren psychopathologischen und behandlungsspezifischen Maßen --> Schematherapie signifikant überlegen
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