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Allgemeine Psychologie I (Subject) / Gedächtnis VL 12 Enkodierung (Lesson)

VL 12

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  • Drei Phasen des Gedächtnisses: Enkodierung: Aufnahme und Verarbeitung von Information Konsolidierung und Retention: Festigung und Speicherung von Information Abruf: Erinnerung und Nutzung gspeicherter Information 
  • Vom KZG zum LZG Annahme: Durch Wiederholung (Reheaersal) wird Information aus dem KZG in das LZG übertragen.  Weitere Untersuchungen haben gezeigt, dass reines Wiederholen oder Aufrechterhalten von Informationen im KZG das langzeitige Behalten weder garantiert, noch verbessert. Reproduktionswahrscheinlichkeit hängt nicht allein von der Verweildauer der Information im KZG ab.  Rehearsal ist nicht hinreichend, im Information vom KZG ins LZG zu transferieren.
  • Vom KZG zum LZG Fazit: Rolle des Rehearsals Welche Unterscheidung von Rehearsals gibt es?  Reine Wiederholung von Information scheint weder notwendig noch hinreichend zu sein, um neue Information in das LZG zu  übertragen. Alternativer theoretischer Ansatz: Ebenen der der Verarbeitung („levels of processing“)Annahme: Behaltensleistung hängt davon ab, wie tief bzw. elaboriert Information verarbeitet wird.  Unterscheidung zwischen reinem Wiederholen (maintenancereearsal) und elaborativem Wiederholen (elaborative rehearsal)
  • Annahme: Speicherung neuer Informationen ins Langzeitgedächtnis hängt von den Verarbeitungsprozessen beim Enkodieren ab = Ansatz der Verarbeitungstiefe Was ist "Tiefe"? „Tiefe“ (= semantische) Verarbeitung produziert dauerhaftere und leichter abrufbare Gedächtnisspuren als „flache“ (= nicht-semantische) Verarbeitung. “Trace persistence is a function of depth of analysis, with deeper levels ofanalysis associated with more elaborate, longer lasting, and stronger traces” (pp. 675)
  • Maintenance rehearsal: reine Wiederholung des Lernmaterials
  • Elaborative rehearsal bedeutungshaltige Verarbeitung und Verknüpfung des Materials mit anderen Gedächtnisinhalten
  • Ansatz der Verarbeitungstiefe Kritik: - Schwammige Definition von Verarbeitungstiefe- Gefahr eines Zirkelschlusses, solange kein von den Ergebnissen unabhängiges Kriterium für „Tiefe“ spezifiziert wird! • bessere Gedächtnisleistung als Hinweis auf „tiefe“ Verarbeitung • „Tiefe“ Verarbeitung als Erklärung für bessere Gedächtnisleistung Unterbinden oberflächliche“ Orientierungsaufgaben tatsächlich die semantische Verarbeitung des Lernmaterials? Auch reines Wiederholen kann mitunter LZG verbessern Gedächtnisleistung hängt nicht allein von Enkodierprozessen ab, sondern von Interaktion zwischen Enkodier- und Abrufprozessen --> „transfer-adäquate (angemessene) Verarbeitung“
  • Transferangemessene Verarbeitung - Entscheidend ist nicht die Verarbeitungstiefe im Sinne einer Hierarchie der Enkodierung (d.h. strukturell, phonetisch, lexikalisch, semantische)- Entscheidend ist vielmehr die Elaboration in Bezug auf den für die Abrufsituation relevanten “Code“- Reines Wiederholen von Information (Maintenance Rehearsal) ist wenig, zweckmäßig, um sich Inhalten einzuprägen aber durchaus zweckmäßig um sich den genauen Wortlaut zu merken (z.B. Gedicht)- Weitere Enkodierungsprozesse beim Übergang vom KZG ins LZG: Generierung, Elaboration und Organisation
  • Effekt der Generierung Selbst-generiertes Lernmaterial wird besser behalten als nur passiv aufgenommenes! Experiment von Slamecke & Graf (1978):Ergebnisse im überraschenden Gedächtnistest: Selbst-generierte Wörter werden durchweg häufiger korrekt wiedererkannt als die rein gelesenen Wörter.
  • Effekt der Elaboration z.B. Experiment von Anderson und Bower (1972):Lernphase: Lernen von Sätzen (z.B. „Der Arzt  hasste den Rechtsanwalt“)Bedingung 1: keine weitere InstruktionBedingung 2: Generiere zu jedem Satz zusätzliche Information („z.B. weil er ihn wg. eines Kunstfehlers anzeigte“)Cued-Recall Test: Vpn sahen Satzanfang („Der Arzt hasste…“) und sollten das Objekt ergänzen („Rechtsanwalt“) Anreichern von Lernmaterial mit zusätzlicher Information, Verknüpfung mit vorhandenem Wissen führt zu besserer Behaltensleistung!Ergebnis: Bessere Wiedergabeleistung unter Bedingung mit Elaboration. Aber! Nicht Elaboration per se, sondern effektive Elaboration (d.h. inhaltlich sinnvoll) ist für das Behalten entscheidend. z.B. Stein, Morris, & Bransford (1978):Gruppe 1: „Der große Mann strich die Decke.“Gruppe 2: Der reiche Mann strich die Decke.“Gedächtnistest: Adjektiv vor „Mann“Ergebnis: Adjektiv „groß“ wird häufiger korrekt erinnert als Adjektiv „reich“ „Groß“ steht in einem sinnvollen Handlungszusammenhang (Körpergröße und Streichen einer Decke)
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  • Effekt der Organisation Organisiertes Lernmaterial wird besser behalten als unorganisiertes! Experiment von Bower et al. (1969):- Vpn lesen Wörter aus vier Kategorien (Tiere, Kleidung, Transportmittel, Mineralien- Darbietung in Form von Baumdiagrammen unter zwei Bedingungen:1. Nach inhaltlichen Kategorien organisiert2. Wörter aus allen Kategorien zufällig gemischt. Organisiertes Lernmaterial wird besser behalten als unorganisiertes!Ergebnis: Deutlich bessere Wiedergabeleistung, wenn die Ausgangsliste der Wörter in sinnvollen Kategorien vorgegeben war. Semantische Organisation und Einbettung in Schemata
  • Anwendungsaspekte: Lernstrategien für komplexes Textmaterial: PQ4R-Methode Preview (Vorprüfung)Inhalte überfliegen; Text vorstrukturieren; Abschnitte bestimmenQuestion (Fragen)Fragen zu jedem Abschnitt formulieren Read (Lesen) Lesen + Fragen beantwortenReflect (Nachdenken)Beispiele finden; Bezüge zu Vorwissen oder anderen Texten herstellenRecite (Wiedergeben) Erinnern des Inhalts; Fragen beantworten Review (Rückblick)wichtigste Punkte rekapitulieren