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Phonologie (Subject) / 2. Teilgebiete der Phonetik (Lesson)

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This lesson was created by Timo87.

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  • Sprechen vs. Schreiben Sprechen =   Produktion mündlicher Äußerungen Schreiben =   Produktion schriftlicher Äußerungen Mündliche Äußerungen =  Schallereignisse, mit denen sprachliche Eigenschaften hörbar gemacht werden Schriftliche Äußerungen =  Grafische Objekte oder Ereignisse, mit denen sprachliche Eigenschaften sichtbar gemacht werden Mündliche und schriftliche Äußerungen sind ‚sprachliche Äußerungen‘.
  • Sprachliche Äußerungen ≠  Sätze =   Objekte oder Ereignisse, mit denen sprachliche Einheiten wie Sätze realisiert, d.h. ‚wahrnehmbar‘ gemacht werden.
  • Phonetische Eigenschaften von Äußerungen =   Eigenschaften mündlicher Äußerungen, die ihre Hervorbringung, ihre akustische Gestalt oder ihre auditive Wahrnehmung betreffen
  • Graphetische Eigenschaften von Äußerungen =   Eigenschaften schriftlicher Äußerungen, die ihre Hervorbringung, ihre grafische Form oder ihre visuelle Wahrnehmung betreffen
  • Lautlicher Eigenschaften sprachlicher Äußerungen =   Eigenschaften, die sich den kleinsten Abschnitten sprachlicher Äußerungen zuordnen lassen. Vortheoretische Auffassung: Äußerungen bestehen aus ‚Lautketten Segmentierungsproblem: Faktisch überlappen sich Äußerungsabschnitte, die für uns Laute realisieren. 1. Beispiel: Plosivlaute: Plosivlaute lassen sich nicht aufgrund ihrer Verschlussphase unterscheiden, sondern nur aufgrund unterschiedlicher Auswirkung des Verschlusses an der jeweiligen Artikulationsstelle (labial, alveolar, velar) auf benachbarte Laute, insbesondere Vokale. 2. Beispiel: Aussprache von [ʃ] :Vgl. die Aussprache von [ʃ] in schiebe und Schübe => Koartikulation
  • prosodische Eigenschaften sprachlicher Äußerungen (a) lautbasierte Eigenschaften, die sich Abschnitten von Äußerungen zuordnen lassen, die mehr als einen Laut umfassen (lautbasiert, suprasegmental) (b) tonbasierte Eigenschaften, die sich Abschnitten von Äußerungen zuordnen lassen, die einen Ton oder Tonsequenzen umfassen (tonbasiert, segmental und suprasegmental)
  • Teilgebiete der Phonetik 1. Artikulatorische Phonetik 2. Akustische Phonetik 3. Auditive Phonetik
  • Artikulatorische Phonetik (Womit befasst sie sich?) Wie werden sprachliche Äußerungen hervorgebracht? Wie lassen sich Laute unter Bezug auf Artikulationsvorgänge beschreiben?
  • Akustische Phonetik (Womit befasst sie sich?) akustischen Eigenschaften sprachlicher Äußerungen d.h. Schall eigenschaften (Schall = Druck- oder Dichteschwankungen z.B. i.d. Luft) -Segmentdauer-Grundfrequenz-Spektrale Eigenschaften -Schallintensität
  • Auditive Phonetik (Womit befasst sie sich?) Wie nehmen wir sprachliche Äußerungen wahr?   - Physiologie und Psychologie des Hörens   - Neuronale/kognitive Verarbeitung akustischer Signale
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  • Am Sprechvorgang beteiligte anatomisch-physiologische Systeme (Artikulatorische Phonetik) 1. Respiratorisches System: Zwerchfell, Lunge, Luftröhre. 2. Laryngales System: Kehlkopf mit der Stimmritze 3.  Artikulatorisches System: I) Vokaltrakt (Ansatzrohr), d.h.: Rachenhöhle, Mundhöhle, NasenhöhleII) Artikulationsorgane
  • Laryngal (artikulatorisches System) Supralaryngal (oberhalb): Nasennebenhöhlen, Nasenkanal, Nase, Rachen, Mundhöhle Laryngal: Kehlkopf Subralaryngal: Luftröhre, Lunge, Zwerchfell
  • Glottal (artikulatorisches System) Supraglottal: Nasennebenhöhlen, Nasenkanal, Nase, Mundhöhle, Rachen(höhle) Glottal: Kehlkopf (Stimmritze) Subglottal: Luftröhre, Lunge, Zwerchfell
  • Artikulatorisches System (Funktionen) Primäre Funktion: Zerkleinerung und Transport der Nahrung Sekundäre Funktion: Artikulation, ‚Formung‘ des Rohschalls zum Sprechschall
  • Laryngales System (Funktionen): Primäre Funktion: Sphinkterfunktion, Ventilfunktion Sekundär Funktion: Phonation, Stimmerzeugung, Erzeugung des Rohschalls
  • Respiratorisches System (Funktionen) Primäre Funktion: Respiration (Atmung) Sekundäre Funktion: Aufbau des für die Phonation erforderlichen subglottalen Drucks
  • Formen der Atmung Zwerchfellatmung: Ausdehnung des Brustraumes nach unten Rippenatmung, Flankenatmung: horizontale Ausdehnung des Brustraumes Schulteratmung: Ausdehnung des Brustraumes nach oben (unterstützt Rippenatmung)
  • Aufbau Kehlkopf Siehe Folie 14...
  • 3 Phasen des Sprechvorgangs: 1.  Initiationsphase   Anregung des Luftstroms zur Schallerzeugung Für die Laute des Deutschen: pulmonal; möglich auch: glottal oder oral verantwortlich: Respiratorisches System egressive Laute: mithilfe herausströmender Luft produziert ingressive Laute: mithilfe hereinströmender Luft produziert 2.  Phonationsphase Ausatmungsphase mit Stimmerzeugung Verantwortlich: Laryngales System 3.  Artikulationsphase Modulation des glottalen Schalls im Rachen- und Mundraum Verantwortlich: Artikulatorisches System
  • Phonation (Stimmerzeugung, Erzeugung des Rohschalls > (Siehe Folie 17) Die Stimmlippen werden durch aus der Lunge strömende Luft auseinanderbewegt Die durchströmende Luft erzeugt einen Unterdruck, der zusammen mit den elastischen Rückstellkräften der Stimmlippen dazu führt, dass sich die Stimmritze wieder schließt.Dieser Prozess wiederholt sich innerhalb von Bruchteilen einer Sekunde. = myoelastisch-aerodynamischer Vorgang (der aerodynamische Effekt wird auch Bernoulli-Effekt genannt) -> passiver Mechanismus
  • Phonationsarten (Siehe Folie 18) Brustregister (chest/modal register): Die Stimmlippen schwingen mit ihrer ganzen Masse. Kopfregister/Falsettstimme (falsetto): Nur die äußeren Gewebeteile (die Ränder) der Stimmlippen geraten in Schwingung. Flüstern: Die Stimmlippen sind geschlossen; die Luft entweicht mit Friktionsgeräusch durch das sog. ‚Flüsterdreieck‘.
  • Rolle der Glottis (Stimmlippen) für die Lautbildung Bei stimmhaften Lauten werden die Stimmlippen angespannt und adduziert (einander angenähert) Bei stimmlosen Lauten bleiben die Stimmlippen abduziert und entspannt
  • Artikulation (Beteiligte Artikulationsorgane) Zunge Lippen Unterkiefer Gaumensegel Zäpfchen Rachen Stimmlippen (bei glottalen Verschlusslauten) Kehlkopf (bei Hebung und Senkung) • Funktion: Umformung des Rohschalls in den Sprechschall
  • Quelle-Filter Modell I) Phonation: Der Kehlkopf fungiert als Schallquelle .--> Es resultiert der Rohschall II) Artikulation: Rachen-, Mund- und Nasenhöhle, die zusammen das Ansatzrohr bilden, fungieren als Filter für den Rohschall; sie 'formen' den Schall. Es resultiert der Sprechschall.   
  • Akustische Phonetik untersucht akustische Eigenschaften sprachlicher Äußerungen, d.h. Schalleigenschaften
  • Schall (akustische Phonetik) Druck- oder Dichteschwankungen in der Luft oder in anderen elastischen Medien (Gase, Flüssigkeiten, Festkörper)
  • Schallarten (siehe auch Folie 27) Ton (Sinusschwingung) Reine Schwingung (durch einzelne Sinusschwingung darstellbar)  Klang (Seismograph) • Schall, der sich aus mehreren Tönen zusammensetzt• Die Töne eines Klanges heißen Teiltöne oder Partialtöne.  Geräusch • Schall, der aus nicht-periodischen Schwingungen besteht    •Rauschen: kontinuierliches Geräusch (Dichtes, kontinuierliches auf und ab)    •Knall: nicht-kontinuierliches Geräusch (Kurzes auf und ab)
  • Akustik vs. Musik Akustik: Sinuston, Ton/ Klang/ Klanggemisch, Mehrfachklang Musik: Teilton, Ton/ Ton/ Klang, Akkord 
  • Harmonischer Klang • die Frequenzen der Teiltöne stehen zueinander in einem ganzzahligen VerhältnisStimmhafte Abschnitte des Sprechschalls sind Klänge folgender Art • Sie sind quasiperiodische Schallsignale, d.h. sie weisen annähernde Periodizität auf• Sie enthalten fast immer auch Geräuschanteile• Sie weisen annähernde Harmonizität auf
  • Aufbau sprachlicher Klänge •Grundfrequenz (f0) (= 1. Teilton)  -> Grundton •höhere Teiltöne, die Vielfache der Grundfrequenz bilden)  -> Obertöne
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  • Quelle Filter Modell aus akustischer Sicht (Folie 31) Formanten: die Frequenzbereiche, in denen die Teiltöne eines Sprechsignals die stärkste Intensität aufweisen (hier durch blaue Rechtecke angedeutet)
  • Artikulation: Beteiligte anatomisch-physiologische Systeme 1. Respiratorisches System: Zwerchfell, Lunge, Luftröhre 2. Laryngales System: Kohlkopf mit Stimmritze 3. Artikulatorisches System: Vokaltrakt/Ansatzrohr (Rachenhöhle, Mundhöhle, Nasenhöhle), Artikulationsorgane
  • respiratorisches System (Lage, Bestandteile) Lage: sublaryngal (Unterhalbdes kehlkopfes), akustische P. = subglottal Zwerchfell Lunge Luftröhre
  • laryngales System (Lage, Bestandteile) Lage: lyrangal (Umfasst den Kehlkopf), bzw. glottal (akustische Phonetik) Kehlkopf (Larynx) --> enthält --> Stimmritze (Glottis)
  • artikulatorisches System (Lage, Bestandteile) Lage: supralaryngal (Oberhalb des Kehlkopfes), bzw. supraglottal (akustische Phonetik) Vokaltrakt Artikulationsorgane