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Mediensysteme (Subject) / Presse im Nationalsozialismus (Lesson)

Presse im Nationalsozialismus

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  • Der Nationalsozialismus war eine von mehreren politisch extremistischen Erscheinungen – es galt, sich gegen die anderen Erscheinungen durchzusetzen und alle Bereiche des gesellschaftlichen und politischen Lebens in die «Bewegung» zu integrieren. Welche Möglichkeiten gab es, besonders viele Menschen zu erreichen? mit Medien ->zentrale Rolle Presse als Propagandamittel: Bevölkerung soll im Sinne der Ideologie erzogen werden
  • Was waren die Voraussetzungen, um die Presse als Propagandamittel missbrauchen zu können? Ausschaltung und Gleichschaltung der Presse; lückenlose Presselenkung
  • Nenne die vier Ebenen der Presselenkung. institutionell rechtlich ökonomisch inhaltlich
  • Institutionelle Presselenkung Nenne die drei Reichsleiter, die Hitler 1933 ernannte. Otto Dietrich Max Amann Joseph Goebbes
  • Was war Otto Dietrich? Was war seine Aufgabe? Reichspressechef der NSDAP Leitung der Pressestelle und der Korrespondenz der NSDAP
  • Wer war Otto Dietrich untergeordnet? 45 Gaubezirke mit eigenen Gaupresseämtern
  • Zu was wurde Otto Dietrich 1937 ernannt? Was war seine Aufgabe? zum Leiter der Presseabteilung der Reichsregierung Hauptaufgabe: die Unterrichtung und Lenkung der deutschen Tageszeitungen
  • Was war Max Amann? Was war seine Aufgabe? Reichsleiter für die Presse Leitung und Koordination der NS-Parteipresse und des Zentral-Partei-Verlages
  • Wer war Max Amann untergeordnet? Gauverlage
  • Was war Joseph Goebbels? Was war seine Aufgabe? Reichspropagandaleiter Leitung des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda Leitung der Reichskulturkammer
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  • Wer war Joseph Goebbels untergeordnet? Gaupropaganda-Ämter
  • Aus was bestand die Reichskulturkammer? 7 Einzelkammern (berufsständische Zwangsorganisationen): Presse, Rundfunk, Film, Theater, Musik, Bildende Künste, Schrifttum
  • Wer war der Präsident der Reichspressekammer? Max Amann
  • Was machte die Vorzensur überflüssig? Die personelle Kontrolle der Journalisten
  • Welche Pressefachverbände wurden von der Reichspressekammer übernommen? der Verein Deutscher Zeitungsverleger der Reichsverband der Deutschen Presse (Standesorganisation der Presse-Journalisten)
  • Wer war der 1. Vorsitzende des Reichsverband der Deutschen Zeitungsverleger? Max Amann
  • In was wurde der Verein Deutscher Zeitungsverleger umbenannt? Reichsverband der Deutschen Zeitungsverleger
  • Wer war der Präsident der Reichsverbandes der Deutschen Presse? Otto Dietrich
  • Rechtliche Presselenkung: Was besagt der Art. 48 der Weimarer Verfassung erlassene Pressenotverordnung, auf den die Nazis zurückgriffen? Welche weitere Verfügung wurde erlassen? Zeitungen, deren Inhalte die öffentl. Ordnung und Sicherheit gefährden, konnten bis zu 8 Wochen (Zeitschriften sogar bis zu einem halben Jahr) verboten werden Verfügung, wonach Behörden eine Richtigstellung angeblich falscher Darstellungen – ohne Entgegnung oder redaktionelle Anmerkung – verlangen konnten
  • Was war am 04.02.1933? Was waren die rechtlichen Folgen? 4.2.1933: «Verordnung zum Schutz des deutschen Volkes» Eingriffe in die Presse- und Versammlungsfreiheit   Beschlagnahmung und Verbot von Druckschriften
  • Was war am 28.02.1933? Was waren die rechtlichen Folgen?  «Verordnung zum Schutz von Volk und Staat», umgangssprachl. auch «Reichstagsbrandverordnung»  diente angeblich "zur Abwehr kommunistischer staatsgefährdender Gewaltakte“  setzte freie Meinungsäußerung, Presse-, Vereinsund Versammlungsfreiheit sowie das Brief-, Postund Fernsprechgeheimnis außer Kraft Strafmaßnahmen wurden verschärft
  • Wann wurde das Schriftleitergesetz erlassen? 1934
  • Was war das Ziel der Schriftleitergesetzes? Gleichschaltung der Pressejournalisten
  • Was waren nach dem Schriftleitergesetz die öffentlichen Aufgaben des Journalisten, seine Verpflichtungen und Aufgaben? der Journalistenberuf als öffentlicher Dienst der Journalist ist dem Staat, nicht dem Verleger verpflichtet Implizierte Berufsverbot, wenn öffentliche Aufgabe im Sinne der NSDAP nicht erfüllt wurde
  • Was waren die persönlichen und politischen Voraussetzungen der Journalisten nach dem Schriftleitergesetz? Verpflichtendes Redaktionsvolontariat Deutsche Reichsangehörigkeit Arische Abstammung nicht mit Person nicht-arischer Abstammung verheiratet Fähigkeit, die Aufgabe der geistigen Einwirkung auf die Öffentlichkeit zu erfüllen => damit wurden alle Personen jüdischer Herkunft vom Journalismus ausgeschlossen
  • Was waren die Zulassungsbestimmungen zur Berufsausübung bei Journalisten? Zulassung nur auf Antrag und durch Eintragung in die Berufsliste der Schriftleiter durch die Leiter der Presse-Landesverbände seit 1938 erst nach Zustimmung durch den NSGauleiter
  • Was war die Aufgabe der Verleger nach der Gleichschaltung der Presse? Verleger hatten nur noch finanzielle und technische Kompetenzen, keine inhaltliche Weisungskompetenz mehr
  • Welche Inhalte wurden aus Zeitungen ferngehalten? Aus den Zeitungen fernhalten, was geeignet sei, «die Kraft des deutschen Reichs nach außen oder im Innern, den Gemeinschaftswillen des deutschen Volkes, die deutsche Wehrhaftigkeit, Kultur oder Wirtschaft zu schwächen».
  • Erkläre die Bestimmungen zur Berufsgerichtsbarkeit. Reichsverband der Deutschen Presse musste eigenes Berufsgericht unterhalten, deren Mitglieder von Goebbels ernannt wurden Abmahnung (1. Stufe), Ordnungsstrafen bis zur Höhe des Einkommens (2. Stufe), Ausschluss aus der Berufsliste = de-facto-Berufsverbot (3. Stufe)  Journalistentätigkeit ohne Eintragung in die Berufsliste: Gefängnis bis 1 Jahr; Beschäftigung eines Journalisten, der nicht in der Berufsliste eingetragen war: Gefängnis bis 3 Monate
  • Was waren die Folgen des Schriftleitergesetzes? Komplette Kontrolle vom Berufseinstieg bis zur Berufsausübung Unmittelbar nach Inkrafttreten erhielten 1.300 Journalisten Berufsverbot Insgesamt wurden ca. 2.000 Journalisten ins Exil getrieben, von denen viele nach 1945 nicht mehr zurückkehrten Viele Journalisten und Verleger wurden inhaftiert und/oder kamen in Konzentrationslager Austrocknung der damaligen geistigen Elite 7 Erheblicher Mehraufwand; Pflichtvolontariat musste organisiert und gelenkt werden, damit Jungjournalisten in der gewünschten Weise ideologisch geprägt werden konnten
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  • Was war das Ziel der wirtschaftlichen Presselenkung?  lückenlose Kontrolle, Zerschlagung oder Inbesitznahme aller Presseverlage
  • Wer organisierte die wirtschaftliche Presselenkung? Max Amann
  • Wie hießen die Grundlageverordnungen für die wirtschaftliche Presselenkung? Notverodrnung Amann-Anordnungen
  • Was besagten die Notverordnung und die Amann-Anordnung (1935) Verlage in Trägerschaft von Aktiengesellschaften, GmbHs, Genossenschaften, Stiftungen wurden in den Verlegerverband nicht aufgenommen (= Verbot) Verlage durften nicht in jüdischem Besitz sein Verlage durften nur noch eine Zeitung herausgeben Skandalpresse wurde verboten (= Boulevardzeitungen) Presse für Zielgruppen, die konfessionell, beruflich oder interessensmäßig definiert waren, wurden verboten (bedeutete für 400 Zeitungen das Ende) Verlage konnten zwecks «Beseitigung ungesunder Wettbewerbsverhältnisse» geschlossen werden
  • Wie konnten kurz vor dem Ruin stehende Verlage der nationalsozialistischen Gaupresse wirtschaftlich gerettet werden?  Durch Schließung von Konkurrenzverlagen
  • Was geschah mit dem Eigentum der zwangsgeschlossenen Verlage? Eigentum der zwangsgeschlossenen Verlage wurde zu Spottpreisen an die Gaupresse verkauft; bisweilen wurden Grundstücke, Druckereien und Redaktionsräume einfach übernommen Bei Verkäufen: verdeckter Kauf über Holding- und Finanzierungsgesellschaften, die in Besitz der NSDAP waren 
  • Was geschah mit den übrig gebliebenen großen und wirtschaftlich starken Zeitungsverlagen? Bei den übrig gebliebenen großen und wirtschaftlich starken Zeitungsverlagen erwarb der NSDAP-Zentralverlag – unter Androhung der Verlagsschliessung – 51% der Firmenanteile
  • Was waren drei weitere Folgen der wirtschaftlichen Presselenkung nach dem Ankauf der Firmenanteile? Ab 1937: Papierkontingentierung Ab 1941: Verbot der Auflagensteigerung Ab 1944: Beschränkung der Zeitungsumfänge
  • Inhaltliche Presselenkung Was geschah während der täglichen Pressekonferenzen der Reichsregierung? Für ausgewählte Journalisten mit bis ins Detail gehende Weisungen und Verbote mit genauen Sprachregelungen, in welcher Tendenz Ereignisse dargestellt werden sollen mit Vorgaben zu Umfang und Platzierung der Artikel sowie zur Größe der Überschriften mit Mitteilungen zur wortwörtlichen Verwendung mit Anweisungen, zu welchen Ereignissen keine Eigenrecherche erlaubt war und welche Themen vollständig zu unterdrücken waren
  • Was geschah mit den Weisungen? alle Weisungen mussten in den Redaktionen unter Verschluss gehalten werden und zum Monatsende protokolliert vernichtet werden
  • Wie viele Weisungen gingen zw 1933 und 1945 an die Presse? 80.000-100.000
  • Inhaltliche Presselenkung Wem wurde das deutsche Nachrichtenbüro 1933 unterstellt? Wozu wurde es genutzt? der Pressestelle der Reichsregierung und damit Goebbels um sog. Auflagenmeldungen zu lancieren
  • Inhaltliche Presselenkung Was geschah ab 1940? Ausgabe von Tages- und Wochenparolen Rügen (oft unter Androhung von Strafmaßnahmen) an einzelne Zeitungen, die sich nicht an die tags zuvor erteilten Richtlinien gehalten haben
  • Wie zeigte sich die inhaltliche Presselenkung im Krieg?  Wehrmacht hat Monopol für militärische Berichterstattung, Aufbau und Einsatz spezieller Militäreinheiten (sog. «Propagandakompanien»)
  • Nenne und erkläre die drei Phasen der Aus- und Gleichschaltung. Erste Welle (1933): • Anfang 1933: kommunistische und sozialdemokratische Presse wird enteignet (ca. 200 Zeitungen) • Mitte 1933: übrige Parteizeitungen werden gleichgeschaltet • Dezember 1933: Gründung neuer Zeitungen wird verboten Zweite Welle (1935-1939): • Konfessionelle Presse wird enteignet • General-Anzeiger (60% der damaligen Gesamtauflage) werden einverleibt oder geschlossen • 1939: Papierentzug Dritte Welle (1941-1944): • Stilllegung wurde meist mit kriegswirtschaftlicher Notlage begründet • 1941: vor allem Lokalzeitungen mit geringer Auflage • 1943: etwa 950 private Zeitungen, darunter renommierte Titel wie die «Frankfurter Zeitung» • Herbst 1944: letzte Stilllegungsaktion, so dass nur noch NS-Zeitungen (mit 24 Seiten Umfang; Anmutung von Flugblättern mit Heeresberichten, Bekanntmachungen und Anordnungen) verblieben
  • 1932. Wie viele Zeitungen gab es insgesamt, wie viele davon gehörten der NSDAP? Wie sah die Auflagenverteilung aus? Zeitungen: 4703 davon NSDAP: 94 Auflage in Millionen gesamt: 26,0 davon NSDAP: 1,0
  • 1939. Wie viele Zeitungen gab es insgesamt, wie viele davon gehörten der NSDAP? Wie sah die Auflagenverteilung aus? 2288 Zeitungen, davon 200 der NSDAP Auflage gesamt: 16Mio, davon NSDAP 6,1
  • 1944. Wie viele Zeitungen gab es insgesamt, wie viele davon gehörten der NSDAP? Wie sah die Auflagenverteilung aus? Zeitungen: 977, davon NSDAP: 352 Auflage: gesamt 25,1, davon NSDAP: 20,7
  • Nenne eine Zeitung der NSDAP Völkischer Beobachter
  • Nenne die Hindernisse der NS-Pressepolitik Organisatorische und personelle Konflikte bei der Implementierung der Lenkungs-und Kontrollmaßnahmen Versuch, nach außen den Eindruck einer Vielfalt der Presse aufrecht zu erhalten => unterschiedliches Maß im Vorgehen gegen Zeitungen => Freiheitsgrade gerade für die großen, international beachteten Zeitungen Unterschiedliche Propagandastrategien der Führungsriege (Hitler war Anhänger der direkten Propaganda, Goebbels Anhänger der indirekten Propaganda) Glaubwürdigkeitsverlust und Eintönigkeit der Presse => sinkendes Publikumsinteresse, Lektüreverweigerung, Zeitungsabbestellungen Presse-Propaganda war nur so lange erfolgreich, wie die Bevölkerung an den Erfolg Hitlers glaubte (bis 1941) Im Gegensatz zum Film versteckte sich die Propaganda nicht hinter bzw. im Umfeld unpolitischer Unterhaltung