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Mediensysteme (Subject) / Pressegeschichte bis 1933 (Lesson)

Pressegeschichte bis 1933

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  • Wann und durch wen wurde die Drucktechnik erfunden? 1452, Johannes Gutenberg
  • Was ist die klassische Druckform? -Hochdruck -daneben entwickelte sich ebenfalls im 15. Jh. auf Basis des Kupferstichs der Tiefdruck
  • Was waren die kulturtechnischen Folgen der Erfindung der Drucktechnik? • erstmalig massenhafte Ausbreitung von Schriftkultur • Vereinheitlichung/Standardisierung von Schreibweisen(Schriftsprache);Etablierung von Schreibregeln • Etablierung von Schrifttypen (z.B. Antiqua, Fraktur) • Etablierung von Berufen wie Drucker, Verleger, Buchhändler
  • Was waren die publizistischen Folgen der Erfindung der Drucktechnik? • Enorme Steigerung der Reichweite • Etablierung von Öffentlichkeit jenseits von kirchlichen und politischen Eliten/Machtzirkeln (aber auch Etablierung von umfangreichen Zensurmaßnahmen) • kürzere Produktionszeiten => annähernd zeitgleiche Verbreitung und Rezeption von Inhalten => Voraussetzung für periodische Presse • geringere Produktionskosten => Preisverfall für Bücher => höhere Reichweiten und Popularität • Verminderung des Risikos, dass Ideen der Nachwelt verloren gingen
  • Was waren die Vorläufer der Presse? - Flugblätter - Flugzeitungen - Brief-Zeitungen; handschriftliche Korrespondenzen -Meßrelationen
  • Wie und wann entwickelte sich der Vorläufer der Post? • 1595: Kaiser Rudolf II. stattete das Unternehmen Taxis (später: Thurn und Taxis) mit dem Reichshoheitsrecht zur Beförderung von Nachrichten und Briefen sowie Personen und Gütern aus • es entstand ein regelmäßiges und geordnetes Botenwesen, aus dem sich in der 2. Hälfte des 19. Jh. die Post entwickeln sollte
  • Wie hießen die ersten Wochenzeitungen? - Straßburg: Relation (1605); 4 Seiten -Wolfsbüttel: Aviso (1609); 8 Seiten -Themen: aktuelles Politik und militärisches Geschehen -erschienen 1x pro Woche (wird hier trotzdem als erste Zeitung gesehen)
  • Wie hieß die erste Tageszeitung? - «Einkommende Zeitung» (Leipzig) erschein 1635 viermal, 1636 fünfmal und 1650 sechsmal pro Woche
  • Nenne mindestens sechs der 1500-1800 eingeführten Zensurmaßnahmen. • Vorzensur und Nachzensur • Verzeichnisse verbotener Bücher • Zensurkommissionen • Impressumspflicht • Bindung der Herausgabe von Zeitungen und Zeitschriften an Konzessionen und Privilegien, die auch wieder entzogen werden konnten • Kautionszwang, d.h. Verpflichtung, Geld bei der Zensurbehörde zu hinterlegen • Zeitungssteuer (sog. Stempelsteuer) • Berufsverbote, Entzug von Druckkonzessionen • Geldbußen, Kerkerstrafen, Landesverweis • Einziehen und Verbot von Zeitungen und Zeitschriften • Beförderungs- und Verkaufsverbot von Druckwerken • Erwerbs- und Leseverbot indizierter Druckwerke
  • Wann und in welcher Zeitung wurde die erste Zeitungsanzeige geschalten? erste Zeitungsanzeige: 1622 in der «Relation» (bezeichnenderweise für ein Traktat bzw. ein Buch)
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  • Ab wann erschienen reine Anzeigenblätter in Deutschland? 1670er Jahre
  • Nenne die drei frühen Zeitschriftentypen. - Gelehrtenzeitschrift (erster Zeitschriften typ) - Unterhaltungszeitschriften - Literarische Zeitschriften
  • Was waren typische Themen der Gelehrtenzeitschriften? – monatliche universalwiss. Periodika mit wiss. Abhandlungen und Buchrezensionen
  • Die frühen Unterhaltungszeitschriften (der Patriot, erbauliche Ruh-Stunden, der Vernünftler) können besonders gut einer literarischen Richtung zugewiesen werden. Welche ist das? Biedermeier
  • Um die Wende vom 18. zum 19. Jh. kam zu Literatur noch ein weiteres großes Themengebiet hinzu. Welches? Politik; Mittel der politischen Meinungsbildung/Diskussion, da Zeitschriften (im Gegensatz zu Zeitungen) nicht der strengen Pressezensur unterlagen
  • In der 2ten Hälfte des 19 Jhd wurde die Presse modernisiert. Welche rechtlichen Veränderungen gab es? Aufhebung der Zensur 1848, Aufhebung des Intelligenzzwangs 1850, Reichspressegesetz 1874
  • In der 2ten Hälfte des 19 Jhd wurde die Presse modernisiert. Welche kulturellen Veränderungen gab es? -wachsende Bildung und Alphabetisierung -wachsendes Interesse an Informationen -rasant anwachsender Anstieg von Informationen und Wissen -Professionalisierung und Spezialisierung des Journalistenberufs -Ausdifferenzierung redaktioneller Bereiche => Entwicklung der Zeitungsressorts im letzten Drittel des 19. Jh.
  • Um die Jahrhundertwende (19-20Jhd): wie sieht die Auflagenverteilung aus? nur 11% haben eine Auflage von mind. 5000 Stück, 42% haben max. 1000 Stück Auflage («Kleinstzeitungen»)
  • Welche drei Typen von Zeitungen werden zu dieser Zeit unterschieden? a) Gesinnungs-/Parteipresse b) Generalanzeiger c) überregionale (großstädtische)Qualitätszeitungen
  • Welche dieser Zeitungen (19/20 Jhd, a) Gesinnungs-/Parteipresse b) Generalanzeiger c) überregionale (großstädtische)Qualitätszeitungen hat die höchsten Auflagen? – Typ b); Generalanzeiger
  • Wann wurden die Zeitschriften modernisiert? Im Gegensatz zu den Zeitungen kam es bei den Zeitschriften teilweise schon im ersten Drittel des 19.Jh. zu Modernisierungen
  • In welche vier Zeitschriftarten differenzierten sich die Zeitschriften nach der Modernisierung aus? • Kulturpolitische Revuen: Bsp.: «Deutsches Museum» (1851), • Rundschauzeitschriften: kleineres Format, textlastig, Politik-, Wissenschafts- und Kulturberichterstattung, • Satirezeitschriften: Berliner «Kladeradatsch», «Münchener Punsch», • Kirchlich-konfessionelle Zeitschriften: allein zwischen 1815 und 1847 gründeten sich 92 neue Titel, 1892: allein 238 evang. Zeitschriften
  • Wie viele Zeitschriften haben das NS-Regime überlebt? • 1932: 7.650 Zeitschriften • 1944: nur 458 Zeitschriften hatten das NS-Regime überlebt
  • Was wurde 1624 dokumentiert?  ab 1624 sind zweimal wöchentl. erscheinende Zeitungen in Nürnberg und Augsburg dokumentiert
  • Wo breiteten sich die Zeitungen am schnellten aus?  rasches Ausbreiten von Wochenzeitungen in Metropolen/Handels- und Informationszentren in Deutschland (sowie in Basel, Antwerpen, Danzig, London, Wien, Zürich, Königsberg, Paris)
  • Wann wurden Metropolen mit mehr als einer Zeitung verzeichnet? 1650
  • Erkläre die Struktur der frühen Zeitung. • Struktur: noch keine Redaktionen; der Verleger war Drucker und Nachrichtensammler in einer Person; nebenberufliches Korrespondentennetz durch Diplomaten und Kaufleute • Zunächst: Inhalte häufig in der Reihenfolge ihres Eintreffens ohne Überschriften oder Hervorhebungen hintereinander gesetzt
  • 1670  erste Zeitungen mit eigenem Redakteur, der Inhalte strukturiert, grafisch gestaltet und selbst schreibt
  • Wie viele Zeitungen gab es um 1700?  60-70 deutschsprachige Zeitungen mit 300-400 Stück Durchschnittsauflage – eine größere Vielfalt als im gesamten restlichen Europa zusammen genommen
  • 1848  wurde Ruf nach Pressefreiheit immer lauter. Zeitungen enthielten sich bis dahin zumeist jeder politischen Einmischung und unterrichteten ihre Leser obrigkeitsgefällig
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  • Merkmale der Zeitungen im 18 Jhd • Zeitungen im 18. Jh. unterschieden sich in Erscheinungsbild, Umfang und Inhalten nicht wesentlich von jenen des 17. Jh. (1731: Aufkommen des sog. «Gelehrtenartikel» als Vorform des Feuilletons)
  • Nenne ein Beispiel für den frühen Meinungsjournalismus. • Bsp. für frühen Meinungsjournalismus: «Rheinische Zeitung», 1842 unter der Leitung von Karl Marx; Ursprung des Leitartikels; Zeitung nach nur 10 Monaten verboten
  • Erkläre genaueres zum Intelligenzwesen • vor allem in Preußen entsteht ein staatliches «Intelligenzwesen» mit der Herausgabe von «Intelligenzblättern» (lat. intellegere: einsehen in, Einsicht nehmen in); Monopol der Erstveröffentlichung von Anzeigen (wird erst 1850 abgeschafft!) • Vorteile für den Staat: gezielte Wirtschaftsförderung/lenkung durch Reglementieren der Inhalte, Einnahmen durch Anzeigenpreise, gezielter Absatz der Blätter (Zwangsverpflichtungen für öffentliche Amtspersonen)
  • Was war publizistische relevanter bei den reglementierten Intelligenzblättern? – Inhaltliche Gestaltung, Nutzen für den Leser stand im Mittelpunkt – neben Anzeigen auch belehrende Artikel, Erzählungen/Fabeln, Alltagsratschläge und Beiträge zu Gesundheit/Ackerbau/Bildung, Lokalberichterstattung – Zielgruppe: die von den Zeitungen vernachlässigte Landbevölkerung – viele dieser Intelligenzblätter entwickelten sich zu regulären Zeitungen (und führten den Begriff «Anzeiger» weiter im Titel)
  • Ab wann entwickelten sich die Zeitschriften? Ausgehendes 17 Jhd
  • Ab wann wurde der Begriff Zeitschrift benutzt? • Verwendung des Begriffs «Zeitschrift» ab Mitte des 18. Jh., im Titel erstmalig 1788 • frühe Bezeichnungen: «Journal», «Magazin», «Monatsschrift», «Sammlung(en)», …
  • Unterhaltungszeitschriften: Erkläre das Konzept. «Erbauliche Ruh-Stunden» (1676); Wochenschrift; in Form des fiktiven Dialogs wurde über Tugenden, Torheiten, Nützliches und Lehrreiches reflektiert; Autoren blieben in der Regel anonym
  • Ab wann wurden die Unterhaltungszeitschriften als Moralische Wochenschriften bezeichnet? ab 1710
  • Was war das Ziel der Moralischen Wochenschriften?  Ziel: sittlich-moralische Belehrung und Unterhaltung eines gebildeten, erstmals auch jüngeren und weiblichen Publikums
  • Nenne bekannte Titel der Moralischen Wochenschriften. Titel: «Der Vernünftler» (1713), «Der Patriot» (1724), «Der Biedermann» (1727), «Der Jüngling», «Der Weltbürger», «Der Gesellige», «Geschmack und Sitten», «Der Glückselige», «Der Rechtschaffende»
  • Ab wann gab es illustrierte Zeitschriften? 1725
  • Was entwickelte sich ab den letzten Drittel des 18 Jhd aus den moralischen Wochenschriften?  Frauenzeitschriften, Modejournale, humoristische Zeitschriften
  • Ab wann entstanden die literarischen Zeitschriften? ab 1730, ging mit der vorklassischen und klassischen Dichtung und der anwachsenden literarischen Produktion in Deutschland einher 
  • Welche Funktionen hatten die Literarische Zeitschriften?  Orientierungs- und Selektionsfunktion (Rezensionen)
  • Wie viele Zeitschriften gab es 60 Jahre nach dem Aufkommen? -300
  • Wer funktionierte als Herausgeber und Mitarbeiter bei den Literarischen Zeitschriften? Als Herausgeber und Mitarbeiter fungierten berühmte Dichter und Schriftsteller: Lessing, Schiller, Goethe, Hölderlin, Kleist, Klopstock
  • Welche Zeitschriften kamen vom 18 zum 19 Jhd hinzu? literarisch-politische Zeitschriften kommen hinzu; probates Mittel der politischen Meinungsbildung/Diskussion, da Zeitschriften (im Gegensatz zu Zeitungen) nicht der strengen Pressezensur unterlagen
  • Wie sah die Auflagenentwicklung der Literarischen Zeitschriften aus? Im 18. Jh.: ca. 3.500 Titel mit nur 500-1000 Stück Auflage, weniger als die Hälfte existierte mehr als 3 Jahre!
  • Wann differenzierten sich die Zeitungen aus? 2 Hälfte des 19 Jhd
  • Aufgrund welcher Faktoren differenzierten sich die Zeitungen aus? rechtlich politisch ökonomisch technisch kulturell