Pädagogische Psychologie (Subject) / Problemlösen (Lesson)

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Schlussfolgern: Deduktion + Induktion Syllogismen Problemlösen: Problemlösezyklus, Problemtypen, Problemlösestrategien, Problem: Heuristiken

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  • Was ist deduktives und induktives Schlussfolgern? Welches ist bottom-up? Welches ist top-down? Deduktives Schlussfolgern = spezifische, logische Schlussfolgerungen aus etwas allgemein Gültigem ziehen- Abgeleitete Schlüsse folgen mit Sicherheit aus den Prämissen- Es wird nichts darüber ausgesagt, ob Prämissen wahr sind- top-down Induktives Schlussfolgern= allgemeine Schlussfolgerungen aus spezifischen Fakten oder Beobachtungen ziehen- Abgeleitete Schlüsse folgen nur mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit aus den Prämissen- Im Alltag häufiger als deduktive Schlüsse- bottom-up
  • Was ist ein Syllogismus? Welche 3 Arten von Syllogismen gibt es? Zwingendes deduktives Argument, bei dem aus 2 Prämissen eine Konklusion folgt.Ein Term kommt dabei in beiden Prämissen vor.Bsp: Alle Menschen sind sterblich Aristoteles ist ein Mensch --> Aristoteles ist sterblich Unterschiedliche Arten von Syllogismen - linear - kategorial - konditional
  • Was ist ein linearer Syllogismus? Linear: Birgit ist größer als Markus. Torsten ist größer als Birgit --> Torsten ist größer als Markus Funktioniert nur bei transitiven Beziehungen (A>B>C)! - Kinder unter 8 Jahren haben Schwierigkeiten mit diesem Typ des Schlussfolgerns (vermuteter Grund: Infos bleiben nicht im Arbeitsgedächtnis)
  • Was ist ein kategorialer Syllogismus? Mitglieder einer Kategorie sind ebenso Mitglieder/Nichtmitglieder einer andern Kategorie z.B: Alle Amseln sind Vögel alle Vögel sind Tiere -> Alle Amseln sind Tiere z.B. Alle Hamburger sind Norddeutsche Kein Norddeutscher ist Bayer -> Kein Hamburger ist Bayer
  • Was ist ein konditionaler Syllogismus? Konditional = Ist eine Aussage wahr, wenn bestimmte Bedingungen (Konditionen) vorgegeben sind? z.B.: “Wenn ein Tier eine Amsel ist, dann ist es ein Vogel” -> Dieses Tier ist eine Amsel. Ist es ein Vogel? z.B.: “Wenn es geregnet hat, ist die Straße nass.” -> Es hat geregnet. Ist die Straße nass?
  • Was ist die „Affirming the Consequent“ Annahme als Fehler beim Schlussfolgern? (Falsche) Annahme, dass auch der Umkehrschluss wahr sein muss,z.B.:Wenn ein Tier eine Amsel ist, dann ist es ein Vogel Wenn ein Tier ein Vogel ist, dann ist es eine Amsel Wenn es geregnet hat, ist die Straße nassWenn die Straße nass ist, hat es geregnet
  • „Denying the Antecedent“ Annahme als Fehler beim Schlussfolgern. (Falsche) Annahme, dass auch die Negation des Schlusses wahr sein muss.z.B.:Wenn ein Tier eine Amsel ist, dann ist es ein Vogel -> Wenn ein Tier keine Amsel ist, dann ist es auch kein Vogel Wenn es geregnet hat, ist die Straße nass-> Wenn es nicht geregnet hat, ist die Straße auch nicht nass
  • Definition von einem Problem (beim Problemlösen) “There exists an obstacle between a present state and a goal, and it is not immediately obvious how to get around the obstacle” (Lovett, 2002).
  • Was sind die 7 Bestandteile des Problemlösezyklus (nach Sternberg % Grigorenko, 2001)? Welche Funktionen haben die einzelnen Schritte? 1. Identifizieren des Problems: Erkennen, dass ein Problem besteht 2. Definieren des Problems: Herausfinden, worin das Problem besteht 3. Repräsentation und Organisation von notwendigen Infos: Was weiß ich, welche Infos habe ich zum Problem und meinen Lösungsmöglichkeiten? 4. Auswählen einer Problemlöse-Strategie: Auswählen und Anwenden von Strategien fördert effektives Problemlösen; Gute Problemlöser planen länger 5. Zuweisen von Ressourcen: Was brauche ich an Zeit, Aufwand, Geld, ...? 6. Beobachten des Problemlösens: Monitoring, Schwierigkeiten erkennen 7. Evaluieren der Lösung: Hat alles geklappt? Was nicht?
  • Welche 3 grundlegenden Arten von Problemtypen gibt es? Wodurch sind diese gekenntzeichnet? 1. Gut strukturierte ProblemeEs gibt eine klar definierte Lösung und eine Handlungsvorschrift (Algorithmus) zur Lösungz.B. Multiplikationsaufgaben, IKEA Schrank zusammenbauen, Kochen nach Rezept, Computerprogramme 2. Schlecht strukturierte ProblemeEs gibt mehrer mögliche Lösungen und keine klaren Handlungsvorschriften zur LösungZ.B.: Essay für den Deutschunterricht schreibenWissenschaftFreunde/Partner finden, beliebt sein 3. Einsichtsprobleme Erfordern Denken auf neue Art und WeiseGefordert sind neuartige Gedankengänge, die durch das Problem selber nicht aufgezeigt werdenAha-Erlebnis (Metcalfe & Wiebe, 1987)
  • 2 grundlegende Ansätze beim Problemlösestrategien: Welche? Algorithmen = fixes Set von Schritten, die eine richtige Lösung garantieren (z.B. eine Multiplikationsaufgabe lösen) Heuristiken = informelle, intuitive, oft spekulative Strategien, die helfen können, ein Problem zu lösen, dies aber nicht tun müssen (z.B. einen Freund finden)
  • Häufig vorkommende domänen-generelle Problemlösestrategien: Was ist jeweils der Kern der Strategie? - Means-ends Analysis - Working Forward - Working Backward - Generate and Test - Means-ends Analysis = Aufteilen des Problems in Teilschritte (z.B. eine komplexe Hausarbeit schreiben; Arbeit in Teilziele unterteilen) - Working Forward = Analyse des aktuellen Zustands -> Schritte bis zur Lösung - Working Backward = Gegenteils von Working Forward, man geht von Ziel aus rückwärts - Generate and Test =Versuch und Irrtum -> meist ineffektiv, aber besser als gar nichts… (z.B. einfach mal mit der Einleitung anfangen)
  • Welche 3 Lösungsstrategien gibt es zur Lösung von Einsichtsproblemen? Worin bestehen diese? (Davidson, 2005) - Selektives Enkodieren: relevante von irrelevanter Information unterscheiden - Selektives Kombinieren: Kombinieren von Informationen, die auf den ersten Blick nicht zusammengehören - Selektive Vergleiche: neue Information mit bereits bekannter abgleichen, Analogiebildung
  • Problem-Isomorphe: Was ist das? Probleme, die die gleiche formale Struktur haben, die aber unterschiedlich dargestellt sind - Isomorphie: „Gleichförmigkeit, Formgleichheit, Strukturgleichheit“ Beispiel: Mönchproblem, je nachdem, ob der gleiche Mönch wieder nach unten läuft, oder ob 2 Möche gleichzeitig starten und sich dann (einfach erkennbar) irgendwo zwangsläufig treffen.
  • Inkubation als Problemlösestrategie: Was heißt das? Zeitweise ein Problem komplett „zur Seite legen“- Hilft am besten, wenn man das Problem vorher gründlich durchdacht hat- Schlafen kann bei Lösung von Einsichtproblemen helfen- Unconscious thought: Ablenkung bei bestimmten Problemen hilft
  • Trugschlüsse durch Heuristiken - Was ist jeweils Kern von: -Verfügbarkeits-Heuristik -Repräsentivitäts-Heuristik Verfügbarkeits-Heuristik- „Was mir am leichtesten in den Sinn kommt, ist wahr.“- z.B. Gibt es mehr Worte, die mit R anfangen oder mit R an dritter Stelle? (Kahneman & Tversky, 1974)- Lernstrategien … Auswendiglernen als Strategie, die Lehrern am ehesten einfällt Repräsentativitäts-Heuristik- „Je ähnlicher sich Dinge sind, desto eher gehören sie zur selben Kategorie.“Alltagsbeispiele: - Krankheiten in der Geschichte: Viren vs. böse Geister, radioaktive Strahlung, - Ist ein Delphin ein Fisch oder ein Säugetier?
  • Trugschlüsse durch Heuristiken: Was ist -Über- und Unterzuversicht? Überzuversichtlichkeit: „Meine Antwort ist richtig.“ - Baruch, Fischhoff, Slovic, & Lichtenstein, 1977: Absinth = Schnaps oder Edelstein? 100%-ig sichere VPs haben nur 80% richtige Lösungen- Verhindert das Prüfen von Antworten, Arbeiten etc.; kann durch „Beweise“ vermindert werden Unterzuversichtlichkeit: „Ich kann‘s sowieso nicht.“- Bei Mädchen häufiger als bei Jungen- Verhindert das Angehen von Herausforderungen- Verhindert eventuell auch das Fragen bei bestehenden Problemen
  • Trugschlüsse durch Heuristiken - Was ist jeweils Kern von: Gambler's fallacy/Sunk cost fallacy Mental Set/ Functional fixedness? Mental Set = Die Tendenz eine familiäre Strategie zur Lösung eines Problems zu verwenden ohne die besonderen Erfordernisse des Problems zu berücksichtigen.  - Prädisposition auf eine bestimmte Art zu denken - z.B. Vor einigen Jahren beinhaltete die Lehrerausbildung das Auswendiglernen als wesentlichen Bestandteil des Lernens in der Schule Functional Fixedness- wenn man Schwierigkeiten dabei hat, einen neuen Verwendungszweck für etwas zu finden, weil man den konventionellen Verwendungszweck gewöhnt ist (z.B. Auch mit einer Kreditkarte kann man eine Tür öffnen)- z.B. Duncker (1945)'s candle problem: Kerze an der Wand befestigen..
  • Was ist deduktives und induktives Schlussfolgern? Welches ist bottom-up? Welches ist top-down? Deduktives Schlussfolgern = spezifische, logische Schlussfolgerungen aus etwas allgemein Gültigem ziehen - Abgeleitete Schlüsse folgen mit Sicherheit aus den Prämissen - Es wird nichts darüber ausgesagt, ob Prämissen wahr sind - top-down Induktives Schlussfolgern = allgemeine Schlussfolgerungen aus spezifischen Fakten oder Beobachtungen ziehen - Abgeleitete Schlüsse folgen nur mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit aus den Prämissen - Im Alltag häufiger als deduktive Schlüsse - bottom-up