23
Datenerhebung (Subject) / VL 9/10 (Lesson)
Advertisement
- Arten von Störvariablen 1, Versuchspersonenmerkmale • Alter • Geschlecht • Intelligenz • Ausbildung • ... 2, Situationsmerkmale • Tageszeit • Untersuchungsmaterial • Ort 3, Versuchsleitermerkmale • Alter • Geschlecht • Zuwendung
- Kontrolle der Störvariablen: Mit Hilfe von experimentellen Techniken können wir potenzielle Störvariablen kontrollieren. 1) Elimination (= Einfluss der Variablen wird auf Null gesetzt) 2) Konstanthalten der Störvariablen zw. d. Bedingungen (= Standardisierung) 3) Einbezug als UV in das Experiment (zusätzlicher Faktor) 4) Randomisierung (Zufällige Zuteilung der VPs zu den experimentellen Bedingungen) 5) Parallelisierung (matching)
- Elimination 1) Elimination (= Einfluss der Variablen wird auf Null gesetzt) • Kontrolle der Versuchsleiter- und Situationsmerkmale Bei manchen Situationsmerkmalen gut anwendbar (z.B. Schallisolierung gegen Lärm), aber nicht bei allen Merkmalen (z.B. Geschlecht, Intelligenz; Beleuchtung)
- Konstanthalten der Störvariablen: Konstanthalten der Störvariablen zw. d. Bedingungen (= Standardisierung) • Kontrolle der Versuchsleiter- und Situationsmerkmale Bei manchen Variablen gut durchführbar (z.B. gleichmäßige Beleuchtung; gleiche(r) Ort/Zeit); aber: Einschränkung der Generalisierung (Bsp. Fokus auf ein Geschlecht)
- Einbezug als UV in das Experiment (zusätzlicher Faktor) 3) Einbezug als UV in das Experiment (zusätzlicher Faktor) • auch Kontrolle der Versuchspersonenmerkmale Vorteil: Erlangt Wissen um den Effekt der Störvariable Nachteil: muss Variable kennen; Messbarkeit; hoher Aufwand, nur bei wenigen möglich
- Einbezug als UV in das Experiment (zusätzlicher Faktor) 4) Randomisierung (Zufällige Zuteilung der VPs zu den experimentellen Bedingungen) • vornehmlich Kontrolle der Versuchspersonenmerkmale à bewirkt im Idealfall die statistische Äquivalenz hinsichtlich aller denkbaren Störvariablen à Vorteil: Muss mögl. Störvariablen nicht kennen; Kontrolle beliebig vieler Störvariablen ---> Von vielen als definierendes Merkmal des Experiments angesehen Jedoch: setzt genügend große Stichprobe voraus (à Gesetz der großen Zahl)
- ) Parallelisierung (matching) Parallelisierung (matching) Variable wird vorab gemessen: systematische Zuteilung zu Gruppen, so dass sich Gruppen hinsichtlich dieser Variablen nicht voneinander unterscheiden • vornehmlich Kontrolle der Versuchspersonenmerkmale Hauptproblem: hoher Aufwand; Störvariable muss bekannt und messbar sein
- Besondere Störvariablen Durch Messwiederholung: within-subjects-design Warum Messwiederholung? Anwendung mehrerer exp. Bedingungen bei einer Versuchsperson - Perfekte Parallelisierung von Versuchspersonenmerkmalen - Ökonomisches Vorgehen - Vorher-Nachher-Vergleich - Longitudinale Forschung
- Besondere Störvariablen Durch Messwiederholung: within-subjects-design Probleme und Kontrolle Probleme: „Sequenzeffekte“ • Positionseffekte (Ermüdung; Übung; Sensibilisierung ...) • Übertragungseffekte (carry-over Effekte) Kontrolle (v.a. der Positionseffekte) • Vollständige Ausbalancierung (bei 3 Bedingungen X Y Z: 3! = 6 Reihenfolgen) • Unvollständiges Ausbalancieren - Spiegelbildmethode: X Y Z Z Y X - Lateinisches Quadrat: Anzahl der Reihenfolgen = Anzahl der Bedingungen nicht alle möglichen Reihenfolgen werden realisiert, aber systematische Variation der Position
- Durch die soziale Situation des Experiments Besondere Störvariablen Auf Seiten der Versuchsperson Auf Seiten der Versuchsperson • Erwartungen der Versuchsperson, u.a. Placebo-Effekte, soziale Erwünschtheit • Motive der Versuchsperson: u.a. Bewertungsangst, Bedürfnis nach sozialer Anerkennung allgemein: Reaktivität menschlicher Versuchspersonen (<-> Physik) Kontrollmöglichkeiten • Aufklärung der Versuchsperson • Oder: Täuschung der Versuchsperson (à Ethik der Forschung) • Gutes Verhältnis zum Versuchsleiter (bei „heiklen“ Themen)
- Advertisement
- Durch die soziale Situation des Experiments Besondere Störvariablen Auf Seiten des Versuchsleiters Auf Seiten des Versuchsleiters • Unbeabsichtigte Versuchsleiter-Erwartungseffekte (Rosenthal-Effekt; self-fulfilling prophecy) • „Kluger-Hans-Effekt“ Kontrollmöglichkeiten • Standardisierung (z.B. Festlegung des Wortlauts der Instruktion o. von Video) • Ausschalten des Versuchsleiters (durch Computer) • Training des Versuchsleiters • (Doppel-)Blindversuch
- Konfundierung Konfundierung: Störvariable variiert systematisch mit UV Effekt der AV kann nicht eindeutig auf UV zurückgeführt werden, da Wirkung der UV nicht von Störvariable getrennt werden kann • Ausschluss von möglichen Konfundierungen - Bereits in Planungsphase (à Literaturrecherche, Diskussion mit Kollegen...) - Durch experimentelle Techniken• Falls nicht vermeidbar, kein Experiment andere Versuchspläne: Quasi-Experiment, Korrelationsforschung • Nachträgliche Feststellung einer Konfundierung - Schwächt Aussagekraft des Experimentes bis hin zur Unbrauchbarkeit - Diskussion: ist Variable relevant? - Langfristig: Ist Teil des Forschungsprozesses: neues Wissen à Entdeckung neuer Variablen
- Interne Validität Können Veränderungen in der AV ausschließlich auf die Variation der UV zurückgeführt werden? --> Kontrolle der Störvariablen
- Konstruktvalidität Güte der Operationalisierung von UV und AV?
- Externe Validität Kann das Ergebnis verallgemeinert werden? --> Beurteilung der Repräsentativität • Auf die gesamte Population (oder nur eine Subgruppe): Populationsvalidität • Auf andere Formen der Operationalisierung: Variablenvalidität • Auf andere Situationen: Situationsvalidität - -> ökologische Validität: Verallgemeinerbar auf Menschen in natürl. Umwelt?
- Statistische Validität Güte der Auswahl und Anwendung statistischer Verfahren, Interpretation der Ergebnisse
- Stärken und Schwächen des Experiments 1, Möglichkeit der kausalen Interpretation (Ursache-Wirkungs-Beziehung) à Erklärung des menschlichen Erlebens und Verhaltens 2, Kritik der Künstlichkeit der Untersuchungssituation à Hohe interne Validität, geringere externe Validität • Ja, teilweise berechtigt. Ist systemimmanent, bedingt durch die Kontrolle aller anderen Faktoren. • Aber: Replikationsstudien, in anderen Settings, Feldexperiment etc. --> Eine Fragestellung ist nie mit nur einer Untersuchung beantwortet 3, Einwand des großen Aufwands • Viele Versuchspersonen, Einzeltestung, experimentelle Kontrolle à Ja, hängt aber von Zielsetzung ab: U.U. ist Fragestellung auch anders zu beantworten.
- Laborexperiment + Operationalisierbarkeit & Herstellbarkeit der Phänomene (mehr Möglichkeiten im Labor, z.B. RT-Messung, EEG, fMRT) + Experimentelle Kontrolle
- Feldexperment: + ökologische Validität (aber auch hier die Frage nach der Repräsentativität) + verminderte Reaktivität der Messung (wenn VP sich d. Versuchs nicht bewusst)
- Labor- vs Feldexperiment? Entscheidung des Forschers: Gewichtung der Kriterien • Ist ökologische Validität entscheidend: Feldexperiment • Ist interne Validität entscheidend: Laborexperiment à Oft in Forschungsprogrammen: erst interne Validität zentral (Laborexperimente), dann ökologische Validität (Feldexperimente)
- Versuchspläne mit mehr als zwei Gruppen Oftmals haben wir es aber mit mehreren Gruppen zu tun Einfaktorielle Versuchspläne • Die UV besitzt mehrere Ausprägungen (=Stufen) • Klassischer Zweigruppenvergleich (Bsp. EG – KG) als einfachste Form Testung auf Unterschiede zwischen Gruppen, Rangreihe der Wirksamkeit von UV-Stufen
- Versuchspläne mit mehr als zwei Gruppen Mehrfaktorielle Versuchspläne (Mehrere UVs sind vorhanden) Erlaubt Testung von • Haupteffekten: allgemeine Wirkung einer UV • Interaktionseffekten: Wirkung einer UV ist abhängig von Wirkung einer anderen UV
- Versuchspläne mit mehr als zwei Gruppen Testung ohne / mit Messwiederholung Testungen ohne / mit Messwiederholung (between-subjects / within-subjects) • Mit Messwiederholung: dieselbe VP wird in mehreren Bedingungen untersucht