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Datenerhebung (Subject) / VL 9/10 (Lesson)

VL 9/10

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  • Arten von Störvariablen 1, Versuchspersonenmerkmale •  Alter •  Geschlecht •  Intelligenz •  Ausbildung •  ... 2, Situationsmerkmale •  Tageszeit •  Untersuchungsmaterial •  Ort 3, Versuchsleitermerkmale •  Alter •  Geschlecht •  Zuwendung
  • Kontrolle der Störvariablen: Mit Hilfe von experimentellen Techniken können wir potenzielle Störvariablen kontrollieren. 1) Elimination (= Einfluss der Variablen wird auf Null gesetzt) 2) Konstanthalten der Störvariablen zw. d. Bedingungen (= Standardisierung) 3) Einbezug als UV in das Experiment (zusätzlicher Faktor) 4) Randomisierung (Zufällige Zuteilung der VPs zu den experimentellen Bedingungen) 5) Parallelisierung (matching)
  • Elimination 1) Elimination (= Einfluss der Variablen wird auf Null gesetzt) •  Kontrolle der Versuchsleiter- und Situationsmerkmale Bei manchen Situationsmerkmalen gut anwendbar (z.B. Schallisolierung gegen Lärm), aber nicht bei allen Merkmalen (z.B. Geschlecht, Intelligenz; Beleuchtung)
  • Konstanthalten der Störvariablen: Konstanthalten der Störvariablen zw. d. Bedingungen (= Standardisierung) •  Kontrolle der Versuchsleiter- und Situationsmerkmale Bei manchen Variablen gut durchführbar (z.B. gleichmäßige Beleuchtung; gleiche(r) Ort/Zeit); aber: Einschränkung der Generalisierung (Bsp. Fokus auf ein Geschlecht)
  • Einbezug als UV in das Experiment (zusätzlicher Faktor) 3) Einbezug als UV in das Experiment (zusätzlicher Faktor) •  auch Kontrolle der Versuchspersonenmerkmale Vorteil: Erlangt Wissen um den Effekt der Störvariable Nachteil: muss Variable kennen; Messbarkeit; hoher Aufwand, nur bei wenigen möglich
  • Einbezug als UV in das Experiment (zusätzlicher Faktor) 4) Randomisierung (Zufällige Zuteilung der VPs zu den experimentellen Bedingungen) •  vornehmlich Kontrolle der Versuchspersonenmerkmale à bewirkt im Idealfall die statistische Äquivalenz hinsichtlich aller denkbaren Störvariablen à   Vorteil: Muss mögl. Störvariablen nicht kennen; Kontrolle beliebig vieler Störvariablen --->  Von vielen als definierendes Merkmal des Experiments angesehen Jedoch: setzt genügend große Stichprobe voraus (à Gesetz der großen Zahl)
  • ) Parallelisierung (matching)  Parallelisierung (matching) Variable wird vorab gemessen: systematische Zuteilung zu Gruppen, so dass sich Gruppen hinsichtlich dieser Variablen nicht voneinander unterscheiden •  vornehmlich Kontrolle der Versuchspersonenmerkmale Hauptproblem: hoher Aufwand; Störvariable muss bekannt und messbar sein
  • Besondere Störvariablen Durch Messwiederholung: within-subjects-design Warum Messwiederholung? Anwendung mehrerer exp. Bedingungen bei einer Versuchsperson -  Perfekte Parallelisierung von Versuchspersonenmerkmalen -  Ökonomisches Vorgehen -  Vorher-Nachher-Vergleich -  Longitudinale Forschung
  • Besondere Störvariablen Durch Messwiederholung: within-subjects-design Probleme und Kontrolle Probleme: „Sequenzeffekte“ •  Positionseffekte (Ermüdung; Übung; Sensibilisierung ...) •  Übertragungseffekte (carry-over Effekte) Kontrolle (v.a. der Positionseffekte) •  Vollständige Ausbalancierung (bei 3 Bedingungen X Y Z: 3! = 6 Reihenfolgen) •  Unvollständiges Ausbalancieren -  Spiegelbildmethode: X Y Z Z Y X -  Lateinisches Quadrat: Anzahl der Reihenfolgen = Anzahl der Bedingungen nicht alle möglichen Reihenfolgen werden realisiert, aber systematische Variation der Position
  • Durch die soziale Situation des Experiments Besondere Störvariablen Auf Seiten der Versuchsperson Auf Seiten der Versuchsperson •  Erwartungen der Versuchsperson, u.a. Placebo-Effekte, soziale Erwünschtheit •  Motive der Versuchsperson: u.a. Bewertungsangst, Bedürfnis nach sozialer Anerkennung  allgemein: Reaktivität menschlicher Versuchspersonen (<-> Physik) Kontrollmöglichkeiten •  Aufklärung der Versuchsperson •  Oder: Täuschung der Versuchsperson (à Ethik der Forschung) •  Gutes Verhältnis zum Versuchsleiter (bei „heiklen“ Themen)
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  • Durch die soziale Situation des Experiments Besondere Störvariablen Auf Seiten des Versuchsleiters Auf Seiten des Versuchsleiters •  Unbeabsichtigte Versuchsleiter-Erwartungseffekte (Rosenthal-Effekt; self-fulfilling prophecy) •  „Kluger-Hans-Effekt“ Kontrollmöglichkeiten •  Standardisierung (z.B. Festlegung des Wortlauts der Instruktion o. von Video) •  Ausschalten des Versuchsleiters (durch Computer) •  Training des Versuchsleiters •  (Doppel-)Blindversuch
  • Konfundierung Konfundierung: Störvariable variiert systematisch mit UV Effekt der AV kann nicht eindeutig auf UV zurückgeführt werden, da Wirkung der UV nicht von Störvariable getrennt werden kann •  Ausschluss von möglichen Konfundierungen -  Bereits in Planungsphase (à Literaturrecherche, Diskussion mit Kollegen...) -  Durch experimentelle Techniken•  Falls nicht vermeidbar, kein Experiment andere Versuchspläne: Quasi-Experiment, Korrelationsforschung •  Nachträgliche Feststellung einer Konfundierung -  Schwächt Aussagekraft des Experimentes bis hin zur Unbrauchbarkeit -  Diskussion: ist Variable relevant? -  Langfristig: Ist Teil des Forschungsprozesses: neues Wissen à Entdeckung neuer Variablen
  • Interne Validität Können Veränderungen in der AV ausschließlich auf die Variation der UV zurückgeführt werden? --> Kontrolle der Störvariablen
  • Konstruktvalidität Güte der Operationalisierung von UV und AV?
  • Externe Validität Kann das Ergebnis verallgemeinert werden? --> Beurteilung der Repräsentativität •  Auf die gesamte Population (oder nur eine Subgruppe): Populationsvalidität •  Auf andere Formen der Operationalisierung: Variablenvalidität •  Auf andere Situationen: Situationsvalidität - -> ökologische Validität: Verallgemeinerbar auf Menschen in natürl. Umwelt?
  • Statistische Validität Güte der Auswahl und Anwendung statistischer Verfahren, Interpretation der Ergebnisse
  • Stärken und Schwächen des Experiments 1, Möglichkeit der kausalen Interpretation (Ursache-Wirkungs-Beziehung) à Erklärung des menschlichen Erlebens und Verhaltens 2, Kritik der Künstlichkeit der Untersuchungssituation à Hohe interne Validität, geringere externe Validität •  Ja, teilweise berechtigt. Ist systemimmanent, bedingt durch die Kontrolle aller anderen Faktoren. •  Aber: Replikationsstudien, in anderen Settings, Feldexperiment etc. --> Eine Fragestellung ist nie mit nur einer Untersuchung beantwortet 3, Einwand des großen Aufwands •  Viele Versuchspersonen, Einzeltestung, experimentelle Kontrolle à Ja, hängt aber von Zielsetzung ab: U.U. ist Fragestellung auch anders zu beantworten.
  • Laborexperiment + Operationalisierbarkeit & Herstellbarkeit der Phänomene (mehr Möglichkeiten im Labor, z.B. RT-Messung, EEG, fMRT) + Experimentelle Kontrolle
  • Feldexperment: + ökologische Validität (aber auch hier die Frage nach der Repräsentativität) + verminderte Reaktivität der Messung (wenn VP sich d. Versuchs nicht bewusst)
  • Labor- vs Feldexperiment? Entscheidung des Forschers: Gewichtung der Kriterien •  Ist ökologische Validität entscheidend: Feldexperiment •  Ist interne Validität entscheidend: Laborexperiment à Oft in Forschungsprogrammen: erst interne Validität zentral (Laborexperimente), dann ökologische Validität (Feldexperimente)
  • Versuchspläne mit mehr als zwei Gruppen Oftmals haben wir es aber mit mehreren Gruppen zu tun Einfaktorielle Versuchspläne •  Die UV besitzt mehrere Ausprägungen (=Stufen) •  Klassischer Zweigruppenvergleich (Bsp. EG – KG) als einfachste Form Testung auf Unterschiede zwischen Gruppen, Rangreihe der Wirksamkeit von UV-Stufen
  • Versuchspläne mit mehr als zwei Gruppen Mehrfaktorielle Versuchspläne (Mehrere UVs sind vorhanden) Erlaubt Testung von •  Haupteffekten: allgemeine Wirkung einer UV •  Interaktionseffekten: Wirkung einer UV ist abhängig von Wirkung einer anderen UV
  • Versuchspläne mit mehr als zwei Gruppen Testung ohne / mit Messwiederholung Testungen ohne / mit Messwiederholung (between-subjects / within-subjects) •  Mit Messwiederholung: dieselbe VP wird in mehreren Bedingungen untersucht