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Klinische Interventionen (Subject) / VL10 Konfrontationsverfahren (Lesson)
Konfrontationsverfahren
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- Was ist Exposition? Nenne Synonym und Definition. Synonym: Reizkonfrontationsverfahren Definition: Übungen zur Aufhebung von Vermeidungsverhalten mit Abbau der negativen kognitiv-emotionalen Reaktionen auf bestimmte Situationen, Objekte, Problemfelder oder Personen.
- Was ist das Ziel von Expositionsverfahren? Die Reduktion der emotionalen Reaktionen durch wiederholte Auseinandersetzung mit dem Reiz
- Bei welchen Störungen ist Exposition das Verfahren erster Wahl? Agoraphobie, Spezifische Phobien, Zwangsstörungen und Panikstörung
- Bei welchen Störungen ist Exposition erwiesenermaßen wirksam? Erwieseme Wirksamkeit bei: Posstraumatischer Belastungsstörung, Soziale Phobien, Generalisierter Angststörung
- Bei welchen Störungen gibt es Hinweise auf die Wirksamkeit von Exposition? Schmerzen (bzw. Angst vor Bewegung), Esstörungen, Hypochondrie, Sucht, Körperdysmorphe Störung
- Wie werden Expositionsverfahren formal eingeteilt? Systematische Desensibilisierungin sensu, graduiert Implosionin sensu, massiert Habituationstraining/gestufte Expositionin vivo, graduiert Floodingin vivo, massiert
- Nenne fünf Arten der Exposition mit der dazugehörigen Zielemotion und dem Expositionsprinzip (inhaltliche Einteilung). Exposition in vivo - Angst vor Situationen - Aufsuchen gefürchteter Situationen Interozeptive Exposition - Angst vor Körpersymptomen - Auslösung gefürchteter Körpersymptome Cue Exposure - Angst, Verlangen/Craving nicht aushalten zu können - Auslösung des Cravings Figur/-Spiegelexposition - Unbehagen beim Betrachten des eigenen Körpers - Detailiierte Betrachtung von Körperteilen oder des Körpers Sorgenexposition - Angst durch aufdringliche Sorgen - Zu Ende denken, sich dem schlimmsten Ausgang stellen
- Welche drei Phasen werden bei der Durchführung von Konfrontationsverfahren durchlaufen? Diagnostische Phase: funktionale Bedingungsanalyse mit Herausarbeitung aufrecht erhaltender Bedingungen des Problemverhaltens; Abklärung medizinischer Kontraindikationen. Kognitive Vorbereitung: Psychoedukation über die vorliegende Störung, Vermittlung eines individuellen Modells der entstehung, Aufrechterhaltung, Funktion und Abläufen unter Angst; Ableitung des Therapierationals (Reizkonfrontation). Intensivphase der Reizkonfrontation Anmerkung: Ohne Ausreichende Aufklärung des Patienten und ohne dessen ausdrückliches Einverständnis dürfen Expositionsverfahren nicht eingesetzt werden!
- Nenne die vier Implikationen für die Durchführung der Exposition. Worum geht es bei Exposition (nicht)? Ausreichend lange dem Gefühl aussetzten, bis dieses von allein nachlässt Währenddessen nichts tun, um das Gefühl zu beeinflussen oder zu reduzieren Ausreichend oft dem Gefühl aussetzten Nach Möglichkeit sich dem Gefühl in verschiedenen Kontexten aussetzten Es geht NICHT um das Konfrontieren mit einem bestimmte Reiz, SONDERN um das Konfrontieren mit der damit verknüpften Emotion.
- Was bedeutet graduierte Exposition? Bei welchen Patienten und Störungsbildern wird die gestufte/graduierte Exposition bevorzugt eingesetzt? Graduierte Exposition ist die schrittweise Annäherung an den am meisten gefürchteten Reiz auf Basis einer Angsthierarchie (in vivo). Typischerweise bei spezifischen Phobien und bei Kindern.
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- Was ist Exposition mit Reaktionsverhinderung? Bei welcher Störung besonders wichtig? Handlungsimpuls, die aufgrund der Angst auftreten, werden aktiv unterbundenBeispiel: Flucht, subtiles Sicherheitverhalten, Neutralisation Es soll gelernt werden anders mit der Angst umzugehen. Besonders im Bereich der Zwangsstörungen das Mittel der Wahl!
- Welche Annahmen zur Wirkweise von Exposition existieren? Lerntheoretische Erklärung: LöschungWegfall der aufrecht erhaltenden Bedingung (C-gestrichen, z.B. Flucht) führt zur Löschung der gelernten Reaktion Psysiologische Erklärung: Habituationbiologischer Prozess des Nachlassens der Reaktionsantwort Kognitive Erklärung: NeuattributionAusbleiben der gefürchteten Konsequenz führt zu einer Neubewertung de Situation Neuere Annahmen: Restrukturierung des Furchtgedächtnisses"Emotional Processing Theory"
- Was ist die zentrale Annahme der Emotional Processing Theory nach Foa und Kozak, 1986. Angststörungen beruhen auf einer Fehlorganisation des Gedächtnisses --> Furchtstruktur
- Was enthält die Furchtsruktur (Emotional Processing Theory)? Informationenen über die gefürchtete Situation bzw. den gefürchteten Reiz Informationen über verbale, physiologische und motorische Reaktionen auf den Reiz Interpretationen hinsichtlich der Bedeutung des Angststimulus
- Unter welchen drei Bedingungen ist die Modifikation der affektiven Gedächtnisstruktur (Furchtstruktur) möglich (Foa & Kozak, 1986)? Aktivierung der Furchtstruktur: Patient muss Angst erleben. Verfügbarkeit von korrigierenden Erfahrungen: Patient muss erleben, dass Angst nicht zur Katastrophe führt und von allein nachlässt. Diese korrigierenden Erfahrungen werden durch das Erleben des Nachlassens der Angstreaktionen in und zwischen den Situationen möglich ("within-session habituation" und "between-session habituation") Emotionale Verarbeitung der korrigierenden Erfahrung: Der Patient darf die gemachten Erfahrungen nicht auf andere Faktoren, die mit der Furchtstruktur kompatibel sind, zurückführen.
- Begründe, warum Sicherheitsverhalten während der Exposition kontraproduktiv ist. Sicherheitsverhalten verhindert den Angstanstieg und damit die erforderliche Aktivierung. Es verhindert die adäquate Verarbeitung der korrigierenden Informationen. (WIRKUNG) Angenommene Mechanismen: Fehlattribution des Erlebten Fehlende kognitive Kapazität zur Verarbeitung korrigierender Informationen (Aufmerksamkeitsproblem).
- Beschreibe die Studie von Powers et al. (2004) zur Fehlattribution. Klaustrophobische Probanden in fünf Bedingungen (Wartekontrollgruppe, Psychologisches Placebo, Exposition ohne SV, Exposition mit SV, Exposition mit Möglichkeit SV einzusetzen). SV = Möglichkeit kleines Fenster zu öffnen, mit dem VL zu sprechen, Luft von einem Ventilator zu bekommen Ergebnis: Alle Expositionsbedingngen waren Placebobedingung überlegen. Gruppen mit Nutzung und Verfügbarkeit von SV zeigten keine Unterschiede --> Bereits die Möglichkeit auf SV zurückzugreifen führte zu schlechteren Ergebnissen Exposition ohne SV deutlich überlegen!
- Was sind zentrale Ergebnisse der Studie von Kamphuis und Telch (2000) zu Exposition und Aufmerksamkeit? Konzentration auf die gefürchtete Situation brachte bessere Ergebnisse als keine Instruktion, Aufmerksamkeit auf eine Aufgabe oder auf Situation und Augfabe. Bei Ablenkung gab es höhere Raten an Return of Fear Effekt geht auf geringes Ausmaß an between-trial habituation zurück. Angst geht in der Situation zurück, aber kein Lerneffekt, da Informationen nicht adäquat verarbeitet werden können.
- Does habituation matter? Emotional Processing Theory and Exposure Therapyy for Acrophobia. Initiale Angstaktivierung und within-session Habituation nicht prädiktiv für Outcome. Einzig between-session Habituation wies Zusammenhänge zum Behandlungsergebnis auf.
- Gesamtbewertung Emotion Processing Theory Trotz hoher Effektivität sind die tatsächlichen Wirkmechanismen der Exposition noch unklar. Emotional Processing Theory bietet einen guten konzeptuellen Rahmen. Entsprechende empirische Belege sind jedoch gemischt bzw. stützen die Theorie meist nur indirekt. Eine praktische Ausrichtung an den Prinzipien der EPT scheint die Effektivität von Exposition jedoch zu erhöhen.