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Klinische Interventionen (Subject) / V5: PPT Theorien, Konzepte und Modelle (Lesson)

Psychodynamische Psychotherapie

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  • Wovon wird nach der Psychoanalyse das Denken, Handeln und Erleben des Menschen bestimmt? Von unbewussten, dynamischen seelischen Kräften
  • Nenne die vier klassischen Psychologien der Psychoanalyse. Triebtheorie Ich-Psychologie Objektbeziehungstheorie Selbstpsychologie
  • Was sind übergreifende psychodynamische Konzepte? Das dynamisch Unbewusste Strukturmodell Konflikt Narzissmus Widerstand und Abwehr Übertragung/Gegenübertragung
  • Was sind zentrale Annahmen der psychoanalytischen Krankheitslehre (psychogenetische Axiom)? Psychische Störungen haben eine Bedeutung und stehen in Verbindung zu Kindheitserfahrungen und den Schicksalen des Entwicklungsprozesses. Die Pathologie rekapituliert die Ontogenese Kognitive, emotionale, behaviorale Aspekte der Pathologie haben psychische Ursachen und gehen aus vergangenen Ereignissen hervor Entwicklungspsychologie als unverzichtbare Theorie
  • Welche vier Neurosenmodelle prägen therapeutische Arbeitsmodelle? Woraus resultiert die psychische Störung im jeweiligen Modell? Konfliktmodell (Konfliktpathologie: "das Ich hat den Konflikt so oder so gelöst") --> innerseelische Konflikte Defizitmodell (Strukturpathologie: "dem Ich wurde etwas angetan") --> gravierende Entbehrungen und Traumatisierungen in der Kindheit Lernmodell (reaktive Pathologie) --> dysfunktionale Lernprozesse Traumamodell (Traumapathologie) --> frühere Ereignisse und Ereignisketten, die die Verarbeitungsfähigkeiten massiv überforderten.
  • Beschreibe die Ätiopathogenese laut Konfliktmodell. Auslösende Situation --> aktueller Konflikt --> Angst --> Regression --> Reaktualisierung von infantilen Konflikten --> Verstärkung der Konfliktspannung (Angst) --> Abwehr --> Misslingen der Verdrängung --> "Kompromissbildung" zwischen den einzelnen Konfliktanteilen --> Symptombildung
  • Was versteht man unter Ein-Personen-Psychologie und Zwei-Personen-Psychologie? Bei der Ein-Personen-Psychologie steht das geschlossene intrapsychische System (Es, Ich, Über-Ich) im Fokus. Das Interesse richtet sich auf die psychosexuelle Entwicklung des Kindes (oral, anal, ödipal, genital) und dessen innerseelischen Konflikten. Dabei ist der Ödipuskonflikt Kernkonflikt aller Neurosen.  Bei der zwei-Personen-Psychologie richtet sich das Interesse auf die präverbalen zwischenmenschlichen Erfahrungen des Kleinkindes in der dyadischen Interaktion mit der primären Bezugsperson. Die Verinnerlichungen von Beziehungserfahrungen (Kernberg, 1981) ist Basis der persönlichen Entwicklung, von Selbst und Objekt.
  • Nenne psychoanalytische Entwicklungspsychologien. Entwicklungslinie der Objektbeziehungen Entwicklungslinie des Ichs Entwicklungslinie der Triebe  Entwicklungslinie der narzisstischen Regulation
  • Nenne die fünf Motivationssysteme nach Lichtenberg (1998). Die Notwendigkeit, physiologische Bedürfnisse zu befriedigen Das Bedürfnis nach Bindung Das Bedürfnis nach Selbstbehauptung und Exploration Das Bedürfnis nach Widerspruch und Rückzug Das Bedürfnis nach sinnlichem Vergnügen oder sexueller Erregung
  • Nenne strukturelle Fähigkeiten auf kognitiver Ebene (Rudolf, 2005) Selbst- und Objektwahrnehmung Das Selbst wahrnehmen: Selbstbild reflektieren und ausdifferenzieren, eigene Affekte differenzieren, eigene Identität entwerfen und weiterentwickeln Die Objekte realistisch wahrnehmen: Andere ganzheitlich wahrnehmen, Reaktionen anderer antizipieren, andere in ihren berechtigten Interessen berücksichtigen.
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  • Nenne strukturelle Fähigkeiten auf regulativer Ebene. Steuerung und Abwehr, Selbstregulierung und Regulierung des Objektbezugs. Das Selbst steuern: Sich von Impulsen distanzieren, Impulse steuern und integrieren, sich von Affekten distanzieren und Affekte regulieren, sich von Kränkungen distanzieren und Selbstwert regulieren. Den Bezug zum Objekt steuern: Selbst-Objektdifferenzieren (eigene Gedanken, Impulse, Bedürfnisse von denen anderer unterscheiden), in Beziehungen die eigenen Interessen aufrechterhalten können, sich aus Beziehungen lösen und Abschied nehmen.
  • Nenne strukturelle Fähigkeiten auf emotionaler Ebene. Fähigkeit zur Kommunikation nach innen und außen. Das Selbst emotional erleben: Eigene Affekte generieren und erleben, eigene Phantasien entwerfen, die eigene Körperwahrnehmung bzw. das Körperselbst emotional beleben.  Die Beziehung zu anderen beleben: Emotionale Kontaktaufnahme, Gefühle anderen gegenüber zulassen, Besetzung wagen, eigene Affekte zum Ausdruck bringen, sich von den Affekten anderer erreichen lassen, Empathie erleben.
  • Nenne strukturelle Fähigkeiten auf der Beziehungsebene. Bindung an innere und äußere Objekte Gute innere Objekte haben: Internalisierung (emotional positive Selbst- und Objektbesetzungen aufbauen und erhalten können, positive Introjekte (für sich sorgen, sich beruhigen, trösten, helfen, schützen, für sich eintreten), variable und trianguläre Bindungen (unterschiedliche innere Objektqualitäten, Zuwendung zum einen ist nicht Abwendung vom anderen). Die anderen als gute Objekte nutzen: Objektbezogene Affekte (innere Objekte emotional besetzen --> Dankbarkeit, Fürsorge, Schuld, Trauer), Beziehungsfähigkeit (sich an andere binden können, Verantwortung für die Erhaltung der Beziehung übernehmen), Hilfe annehmen (Unterstützung, Versorgung, Sorge, Anleitung, Entschuldigung von anderen annehmen können).
  • Was sind nach Kernberg (OBT) Motivatoren des Handelns? Verinnerlichte Interaktionsrepräsentanzen, die mit einer bestimmten affektiven Erfahrung einhergehen.
  • Grenze die Objektbeziehungstheorie (OBT) von der Triebtheorie ab. In der OBT determiniert nicht die Libido die Objektbeziehung, sondern die Objektbeziehung stellt die Triebe erst her.
  • Was ist zentraler Gedanke der OBT? Das Objekt hat eine strukturstiftende Wirkung. Objekte werden verinnerlicht --> zentrales Bild für das Seelische wird die Bühne der verinnerlichten Objektbeziehungen (Kernberg, 1981)