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Klinische Interventionen (Subject) / V7: GT und Weiterentwicklungen (Lesson)

Gesprächspsychotherapie und Interpersonelle Psychotherapie

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  • Beschreibe das Menschenbild Carl Rogers. Aktualisierungstendenz: innewohnende Tendenz zur Entfaltung der eigenen Kräfte und Ausschöpfung der eigenen Entwicklungsmöglichkeiten. Selbstaktualisierung: Bedürfnis, das Selbst und den eigenen Selbstwert stetig weiterzuentwickeln und zu erhöhen. Dazu zählt, dass neue Erfahrungen in das Selbstkonzept intergriert (symbolisiert) werden können. Streben nach unbedingter Wertschätzung: Bei an Bedingungen geknüpfter Wertschätzung werden bestimmte Erfahrungen nicht integriert.
  • Beschreibe das Störungskonzept Carl Rogers. Inkongruenz: Diskrepanz zwischen dem, wie man sich selbst erlebt (Selbstkonzept) und den, wie man sich sehen will (Ideal-Selbst). Psychische Störungen entstehen als Ausdruck er chronischen Inkongruenz. Nicht in das Selbstbild integrierbare Erfahrungsaspekte werden verzerrt, verdrängt der verleugnet.
  • Nenne Aspekte einer "fully functioning Person". Offen gegenüber Erfahrungen; neue Erfahrungen lösen keine Angst aus. Genaue Integration (Symbolisierung) von Erfahrungen (= Keine Verzerrungen) Erkennen des Selbst-Bezugs Bedingungslose positive Einschätzung des Selbst Kann Fehlentscheidungen leicht korriegieren Ungehindertes Annehmen und Vergeben positiver Wertschätzung Befriedigende soziale Interaktionen
  • Nenne Aspekte des therapeutischen Vorgehens zur jeweiligen Grundhaltung: Bedingungsfreie Anerkennung Interesse zeigen (z.B. persönliche Anteilnahme deutlich machen) Bestätigen (z.B. Entscheidungen, Einstellungen, etc. bekräftigen) Solidarisieren (z.B. Übereinstimmung äußern)
  • Nenne Aspekte des therapeutischen Vorgehens zur jeweiligen Grundhaltung: Kongruenz Konfrontieren (z.B. auf widerspruch zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung des Patienten aufmerksam machen). Beziehungsklärung (z.B. sich aus den Augen des Patienten sehen) Selbsteinbringen (z.B. eigene Gefühle zeigen)
  • Nenne Aspekte des therapeutischen Vorgehens zur jeweiligen Grundhaltung: Empathie Verbalisierung emotionaler Erlebnisinhalte (z.B. Wiederholen des Gesagten unter Einbezug der Emotionen des Patienten) Konkretisierendes Verstehen (z.B. Nachfragen und Mitdenken) Herausarbeiten der persönlichen Bedeutung einer Erfahrung (z.B. im lebensgeschichtlichen Kontext).
  • Zur Gesprächspsychotherapie gab es eine Vielzahl kontrollierter Wirksamkeitsstudien mit mittleren bis hohen prä-post Effekten, die in Katamnesen stabil blieben. Was ist an den Studien zu kritisieren? häufig Analog-Klienten mit Problemschwerpunkten Selbstwertprobleme und Lebensprobleme wenig Studien zu Patientengruppen mit klar definierten Achse-I-Störungen Wenig Studien aus dem stationären Setting
  • Was ist die Grundannahme des Focusing nach E. Gendling? Philosophie des Impliziten, nach der vor jeglicher klarer Wahrnehmung immer erst eine körperliche Resonanz steht.
  • Nenne die 6 Schritte des Focusing Inneren Freiraum schaffen: Entspannung, Empfindungen erfahrungsoffen begegnen. Problem, das bearbeitet werden soll, vorstellen. Felt Sense entstehen lassen (Aufmerksamkeit auf Körperreaktionen richten und eine körperliche Empfindung entstehen lassen.) Felt Sense mit einem Wort, Symbol oder Bild beschreiben ("Einen Griff finden"). Die Stimmigkeit zwischen dem "Felt Sense" und dem Begriff/Symbol/Bild überprüfen. Fragen stellen: Warum löst das Problem diesen Felt Sense aus? Was braucht der Felt Sense, um sich besser anzufühlen? Kann das, was der Felt Sense braucht, um sich besser zu fühlen, auch zur Lösung des Problems beitragen? Den heilenden Prozess annehmen und schützen.
  • Was sind die Störungsannahmen der Klärungsorientierten Psychotherapie nach Rainer Sachse? Dysfunktionale orgnisierte Strukturen und Annahmen können zu problematischem Erleben führen mangelden Zugang zu eigenen Motiven, Zielen und Werten führen.
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  • Was unterscheidet Klärungsorientierte Psychotherapie von GT nach Rogers? Stärkere Berücksichtigung von Zielen und Handlungsebene Rogers Grundvariablen (Bedingungsfreie Anerkennung, Kongruenz, Empathie) werden nicht als hinreichend angesehen --> Voraussetzung für adäquaten Beziehungsaufbau und für die Stabilisierung nach konfrontativeren Methoden. Ergänzender Einsatz von klärungsorientierten therapeutischen Strategien (z.B. Ein-Personen Rollenspiel, gezielte Fragen nach der persönlichen Bedeutung eines Ereignisses)
  • Ist GT ein wissenschaftliches fundiertes Verfahren? Aktuellere Analysen zeigen ES von 0.91 bis 1.03 für den Vergleich von Prä-Post-Interventionseffekten WBP 1999: Ja, aber für zu wenig verschiedene Störungsbilder (3 von 12), um als eigenständige Therapieform zu gelten. WBP 2002: Bei 4 von 12 Bereichen werden Mindestkriterien für wissenschaftliche Fundierung erfüllt. Schwerpunktverfahren kein Richtlinienverfahren. G-BA 2006: Nur eine Studie spricht wirklich für GT, wird daher vorerst nicht zugelassen zur Versorgung WBP: Spieltherapie bei Kindern nicht wissenschaftlich fundiert.
  • Fazit zur GT (mitlesen) Gesprächstherapie bislang nicht als Hauptverfahren in der Krankenversorgung zugelassen; wird jedoch als zusätzliche Therapievariante von Verhaltenstherapeuten und psychodynamisch arbeitenden Therapeuten angewandt. War eine der großen Alternativen in den 60-90er Jahren. Hat als eigenständiges Verfahren stark an Popularität eingebüßt, aber eigenständge Weiterentwicklung in Form von Emotionsfokussierter Therapie weiterhin "beliebt" und weitererforscht. Viele Techniken als sog. "Basiskompetenz" in KVT und andere Ansätze integriert.