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Landespflege (Subject) / Agrarforstwirtschaft (Lesson)

Agrarforstwirtschaft & Extensive Beweidung

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  • 1. Definition a) Landnutzungsform, bei der mehrjährige Holzpflanzen willentlich auf der gleichen Fläche angepflanzt werden, auf der auch landwirtschaftliche Nutzpflanzen angebaut oder Tiere gehalten werden. intensive Nutzungsart in den Tropen: Nutzung mehrerer Etagen und verschiedener zeitlicher Abläufe, Pflanzen profitieren voneinander, vielfältige Produkte auf einer Fläche historische Agroforstsysteme: Bäume als zusätzliche Nutzungsetage (Laubheu) und auf Restflächen, Obstbäume auf Wiesen u. Äckern → mehrfache Nutzung der Fläche
  • 2. Tendenzen und deren Folgen Rückgang von Anzahl der Betriebe, v. a. im Haupterwerb, ViehbeständeZunahme von: Betriebsgröße, Anteil der Pachtflächen, Tiere pro Halter, saisonaler Fremdarbeitskräfte a) Aktuell große Nachfrage nach energiereichen Ackerfrüchten (Mais, Getreide, Raps), Anbauversuche spezieller Energiepflanzen, höhere Preise für landwirtschaftliche Produkte und Produktionsmittel b) Nutzungsdruck auf Gunstflächen wächst, Intensivierung der Produktion → höhere Umweltbelastung unattraktive Flächen werden für Produktion wieder interessant, Brache oder Naturschutzmaßnahmen kaum noch interessant → neu entstehende Landschaftsbilder
  • Agrarforstsysteme a) Silvopastoral: Bäume mit Grünland; Silvoarabel: Bäume mit Ackerlandb) einzelne Wertholzbäume oder Bäume im Kurzumtrieb in Streifen gemäß Arbeitsbreite (Verwendung als Energie- oder Industrieholz)
  • Vorteile a) Abmilderung von negativen Auswirkungen auf die UmweltVerminderung von Wind- und Wassererosion und unerwünschten Stoffausträgen b) Diversifizierung des Einkommens, Risikominderung, Kapitalaufbau c) positive Wechselwirkungen zwischen forstlicher und landwirtschaftlicher Komponente möglichMinimieren kleiner Beschädigungen an Kulturpflanzen durch Wind → Ertragssteigerungauf guten Standorten insgesamt höhere Produktionsleistung möglich d) bessere Anpassung an veränderte Bedingungen (Abmilderung von Wetterextremen) e) landschaftsästhetische Aufwertung
  • 5. Bedenken a) keine großen Maschinen verwendbar, Nutzungskonkurrenz auf Gunststandortenb) lange Produktionszeit der Bäume, keine Vertrautheit und Fachwissen über Baumpflege erfordert ökonomisches Denken in langen Zeitraumc) Wechselwirkungen nicht im Detail bekannt, unsichere rechtliche Situation
  • Extensive Beweidung Entwicklungen Steigerung von Produktion und Preisen auf Agrarmärkten sowie von Kosten für Arbeitskräfte und Produktionsmittel, sinkende Attraktivität der landwirtschaftlichen Berufe, demographische Entwicklung, Binnenmigration
  • Weidenutzung Ursprung zahlreicher mitteleuropäischer LandschaftenErhalt von Wald-OffenlandverteilungFraß, Tritt und Dung fördern strukturreiche LandschaftsformenNutzungsform für Grenzertragsstandorte, wertvolle Habitate für Flora und Fauna
  • Extensive Weidenutzung aufwandschwach: an Arbeit, Kapital und anderen Gütern, sparende Wirtschaftsweisenicht traditionell; ausgedehnt, hoher Flächenbedarf bei geringer Produktivitätgeringe Besatzstärke, keine Düngung od. Melioration, robuste Viehrassen, keine Zufütterung, Freilandhaltung, großflächige Stand- od. Triftweide, keine od. geringe Weidepflege
  • Ausgangssituationen für extensive Weidenutzung traditionelle Weidegebiete, brachfallendes Ackerland, aufgegebene Grünlandwirtschaft, sukzessierende und renaturierte Flächen, Sondernutzungen
  • Zielsetzungen extensiver Weidenutzung Landschaftsschutz: Offenhaltung, Förderung halboffener LandschaftenBiotopschutz: Wiederherstellung bestimmter Funktionen und Lebensräume, Förderung von Habitaten und BiodiversitätArtenschutz: Erhalt seltener und gefährdeter ArtenProzessschutz: Entwicklung dynamischer Prozesse
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  • Schwierigkeiten extensiver Weidenutzung - Großflächigkeit, Langfristigkeit und Eigentumsverhältnisse, rechtliche Hürden (Tierschutz, Waldweide)- hohe anfängliche Investitionskosten, selten rentabel ohne Prämien, Akzeptanzproblem, Markt mit einheitlicher Kennzeichnung vs. regionale Vermarktung- zentrale Fleischverarbeitung gegen dezentrale Produktion
  • Chancen extensiver Weidenutzung - Erhalt seltener Offenlandarten, Initiierung dynamischer Prozesse, Förderung von Pionierbiotopen, Aufhebung der scharfen Grenze zwischen Offenland und Wald- ausgewogene Nährstoffbilanzen, Erlebniswert, produktive Landnutzung und Naturschutz, Regionalvermarktung und Tourismus (Perspektiven für „periphere“ Räume)