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Landespflege (Subject) / Waldränder (Lesson)
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- Aufbau Waldaußenrand geprägt durch angrenzendes Offenland (→ andere Nutzung)Waldinnenrand geprägt durch Einbettung in den Wald (an Waldwegen, Forststraßen)
- Waldsaum, Waldmantel ODER Böschung, Traufwald, Wald mehrstufig geschlossen heute nicht mehr so oft anzutreffen, eher abrupter Übergang von Waldbestand zu Offenland, bei südlich exponierter, sehr trockener Lage kein Waldmantel
- Ausprägungen von Waldrändern einstufig – mehrstufig, (halb-)offen – geschlossen, untersonnteinstufig geschlossen (wenig Licht, wenig Wind), einstufig halboffen (häufig Übergang Weide-Wald), einstufig offen-untersonnt (hohe, aufgeastete Bäume mit Kahlschlag), mehrstufig geschlossen (meist sehr alte Waldgrenzen mit Lesesteinen)
- Windeinwirkung, Stauzonenbildung an Waldrändern Aufastung verhindert zwar Windwurf, verringert aber Feuchte und Nährstoffgehalt
- natürliche Waldränder (primär)Baumgrenze teilweise unterschiedlich hoch durch lokale Abänderungen, Waldgrenze: Linie entlang der oberen Grenze eines geschlossenen Waldes, Baumgrenze: klimatisch bedingte Höhengrenze für das Baumwachstum permanent: klimatisch oder edaphisch bedingt → Baumwachstum einschränkend1. natürliche und anthropogene Wald- und Baumgrenze2. klimatisch: alpine Stufen, Arktis3. edaphisch: Wasserhaushalt, Nährstoffhaushalt, bewegtes Substrat, Trophie, Säuregrad, Toxizität, Salinität temporär: durch Wetterextremereignisse → einmalige Schädigung4. Feuer, Sturm, Hochwasser mit Eis und Geröll, Lawinen- und Geröllabgänge, Erdrutsche, Biberwiesen, Insektenkalamitäten
- künstliche Waldränder sekundär, kulturbedingt
- Ursachen für Entstehung und Erhaltung von künstlichen Waldrändern 1. früher: Rodung, landwirtschaftliche Nutzung, Wechselwirtschaft, Waldweide, Laubstreugewinnung, Nutzung von Stockausschlag, Wildobst, Zeidelweide; 2. heute: Brachfallen angrenzender Kulturflächen, forstliche Eingriffe, Erstaufforstung, Straßenbau, Freileitungstrassen, Pflegemaßnahmen (Vordringen des Waldes in das Kulturland mehrstufig) 3. Aufastung an scharfer Übergangszone → Wind und Erosion → strukturreiche Waldränder schützen vor Sturmbruch, Rindenbrand und Verhagerung
- landschaftsökologische Bedeutung von Waldrändern: ´Ökoton, Vielfalt an Standortgradienten, Vegetation, Randeffekt, Funktionsvielfalt, Pufferfunktion, Landschaftsästhetik
- Ökoton Waldrand Übergangszone zwischen Waldbestand und Offenland
- Vielfalt an Standortgradienten am Waldrand je nach Exposition und Hangneigung Unterschiede in Lichtgenuss, Temperatur, Wind, Luftfeuchte, Wasser- und Nährstoffhaushalt 1. strukturreich, viele räumliche Nischen, hohes Lebensraumangebot2. in einzelnen Entwicklungsstadien verschiedene Lebensräume benötigende Arten
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- Vegetation am Waldrand Sträucher, Pionierbaumarten, Kletterpflanzen, Saumarten (z. B. Dost)Vielfalt der Fauna abhängig vom Grad der Offenheit (Deckung), Vegetationsstruktur und Nahrungsangebot
- Randeffekte am Waldrand Artenreichtum an Randzonen auf Grund vielfältiger Habitatstrukturen
- Funktionsvielfalt am Waldrand allgemeine Habitatsfunktion, Rückzugsraum, Verbundelement, Nahrungsgrundlage, Orientierungshilfe → hoher Stellenwert im Naturschutz
- Pufferfunktion für den Wald stoffliche Ein- und Austräge, Windwurf, Sonneneinstrahlung, Temperatur, Luftfeuchte → negative Randeffekte durch scharfe Übergangszonen und Waldfragmentierung, Zunahme von Allerweltsarten
- Landschaftsästhetik Waldrand Wohlfahrtsfunktion, Erholungswert, Arten- und Blütenreichtum, Farben, Gerüche, Geräusche, Laubfärbung, Blüte und Frucht
- Gefährdung von Waldrändern a) Erstaufforstungen, Stoffeinträge, Nichtpflege, Aufgabe von Landwirtschaft am Waldrandb) Schutz durch Landeswaldgesetz Ba-Wü (1995)Erhalt durch Unterschutzstellung aber nicht ausreichend, da Waldränder überwiegend anthropogen geprägte Landschaftselemente sind und der natürlichen Sukzession unterliegen
- Pflege von Waldrändern a) naturschutzfachliches Gutachten zur Planung von Pflegemaßnahmen Datenerhebung: Exposition, Hangneigung, Breite, Länge, Besitzverhältnisse, Alter, Offenbodenanteil, Totholz, Artenerhebung, Wuchsformerfassung, Strukturkartierung Bewertungskriterien: Artenanzahl, Diversität, Artendichte, Natürlichkeit, Eigenart, Gefährdung, Entwicklungspotenzial, Ästhetik