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Landespflege (Subject) / Landnutzung I (Lesson)
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- Moor (Definition) a) Bildung v. langfristig wassergesättigtem organischem Material üb. mineralischem Grund (Faktoren: glaziale Überprägung, Relief, Niederschlag) → Entwicklung von Moorenb) Lebensräume mit Torf bildender Vegetation in gehölzarmen / -freien Offenlandschaften von Überschuss an Regen- bzw. Mineralbodenwasser abhängig, geprägt durch moosreiche Seggen- u. Wollgrasriede oder moosarme Großröhrichte u. GroßseggenriedeMoore sind Stoffsenken: sie entziehen den entsprechenden Kreisläufen Kohlenstoff- und Nährstoffverbindungen, die langfristig als Torf angelegt werdenwichtige Refugien für verdrängte Arten der Heiden, Brüche, Feuchtwiesen, Gewässer und Wälder
- spezialisierte Moorrand-Baumarten Erle, Moorbirke, Berg- und Waldkiefer
- Moor-Grundtypen Hoch- oder Regenmoore: erhalten Wasser und Nährstoffe nur aus der AtmosphäreNieder- oder Grundwassermoore: werden zusätzlich auch von Grund- und Oberflächenwasser gespeistHochmoore wachsen grundsätzlich auf Niedermooren auf (Sattelmoor exklusive)
- Torf organische, sedimentäre Ablagerung aus humifiziertem Pflanzenmaterial, meist nicht vollständig abgebaut, Struktur teilweise noch erkennbar Torfmoose (Sphagnum): speichern Wasser und wirken durch Polyuronsäuren dem Abbau entgegen
- Akrotelm Vegetationsschicht und Moorboden (Fotosynthese nur oberhalb des Wassers)
- Katotelm wassergesättigter Bereich mit geringer biologischer Aktivität (Verdichtungszone)
- Hydrologische Moortypen Unterscheidung nach Relief, Niederschlag, Temperatur, Wasserhaushalt Regen- (23 %), Verlandungs- (15 %; See mit Vegetationseintrag, Verlandung, dann Wasserdichtende Schicht), Sattel-, Versumpfungs- (30 %; dauerhafter Grundwasserspiegelanstieg), Überflutungs- (regelmäßige Überflutung ohne Abfluss), Quell-, Kessel- (von Eiszeit geprägt, Toteisloch speist Moor), Hang-, Kondensations- (auf Blockhalden, inneres Eis verdunstet) und Durchströmungsmoore (20 %, ständiger Durchfluss von Wasser)
- Torfnutzung a) historisch: Brennmaterial, Raseneisenerz- und Wiesenkalkabbau, Streu und Material zur Bodenverbesserung, Melioration und landwirtschaftliche Nutzung, Malariabekämpfungb) heutzutage: Frästorf für Gartenerde (95 %!) und Badetorf
- Gefahren für Moore: Entwässerung - Torfmineralisation, Schrumpfung, Moorsackung- unumkehrbare Veränderung durch Absenkung des Wasserspiegels- langfristig festgelegte C- und N-Verbindungen werden mobilisiert- Veränderung der Artenzusammensetzung- Verlust von Wasserfilter und -rückhalt, Belastung von Grund- und Oberflächenwasser- klimarelevante Spurengase: CO2-Austausch, CH4 und N2O-Emissionen Klimarelevanz: hoher C-Gehalt, potenzielle Emission bei Mineralisation 1,5-4,5 fache der jährlichen Gesamtemission an CO2, anthropogene THG-Emissionen in D: 2 – 4,5 %
- Gefahren für Moore: Wiedervernässung Hochmoorregenerierung: Moorarten als Relikte vorhanden, Grundwasserspiegel nahe Geländeoberkante, Abfluss durch viele Dämme, Kappung von Drainagen, Boden schonende Arbeitsverfahren, Fauna als „Entwicklungshelfer“
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- natürliches und künstliches Dauergrünland a) Dauergrünland: mind. 5 J. alte geschlossene Grasnarbe (nicht Brach- oder Futtergrünland)b) natürlich: bei das Baumwachstum einschränkenden oder verhindernden BedingungenSalzgehalt → Salzmarsch, SalzwiesenNässe → Auenwiesen, Moorrand, Röhrichte, Großseggenriedetrockener Standort, Klimaextreme → primäre Trockenrasen, Steppenvegetation Höhenlage / Dauer der Vegetationsperiode → alpine Mattenc) Herkunft: natürliche Offenlandstandorte, lichte Wälder, Flussauen, Pioniergesellschaften
- Wiesen a) Einflussgrößen: Mahdrhythmus (Häufigkeit, Zeitpunkt), Nährstoffhaushalt, Wasserhaushalt, Höhendifferenzierung b) Ausprägungen, Nährstoffgehalt, Produktivitätarm, trocken: Magerwiesen, Halbtrockenrasenmediär: Glatthaferwiesen (mit ein- oder zweischüriger Mahd)reich, frisch: mehrschürige Fettwiesen1. höchster Ertrag bei frischen bis mäßig feuchten Wiesen und bei nassen Wiesen2. an trockenen Standorten kompensiert Düngung teilweise Wassermangel c) MahdrhythmikWiesenpflanzen passen sich an Mahdrhythmus anHemikrypto- und Geophyten bei häufiger Mahd im Konkurrenzvorteil
- Einflussgrößen auf Weiden Beweidungsdichte / -art 1. ungeregelte Weidenutzung: Hutung, Triftweide, Standweide (wenige Koppeln)2. geregelte Weidenutzung (Dauer u. Raum): Koppel-, Umtriebs- u. Portionsweide Nährstoffhaushalt, Wasserhaushalt1. arm, trocken: Magerweiden, Halbtrockenrasen2. weniger arm, trocken: Borstengrasrasen, Flügelginsterweiden3. weniger reich, frisch: großflächige Standweiden (mit Säuberungsschnitt)4. reich, frisch: Umtriebs- (2 – 3 T) und Portionsweiden (1 T) Beweidungsintensität:1. selektive Unterbeweidung: Grünlandbestand bietet mehr Futter als Vieh benötigt2. selektive Überbeweidung: durch zu hohe Besatzdichte oder zu lange Fresszeiten3. Hut- und Triftweide: Unterbeweidung; Nährstoffumlagerung → Strukturreichtum4. Standweide: anfangs Unterbeweidung, später Überbeweidung; Geilstellen5. Umtriebsweide: weder Unter- noch Überbeweidung; Wechsel von Weide und Mahd
- Einflüsse auf Weiden durch Nutztiere Einfluss der Nutztierart auf den Pflegestandort, Unterschiede in Trittwirkung, selektives Fressverhalten, Futteraufnahmespektrum, Verbiss, Wirkung auf Artenvielfalt; Diasporentransport über Wanderschäfer
- Anpassungen von Grünlandpflanzen - regenerationsfreudig- Sprosssystem unterhalb Verbiss- oder Schnittpunkt- an den Bewirtschaftungsrhythmus angepasste Entwicklung- in irgendeiner Form bewehrt (Stacheln, Dornen, Haare)- mit nicht-schmackhaften oder giftigen Inhaltsstoffen
- Einfluss von Nutzung auf Weiden Verbiss: selektive Über- und UnterbeweidungTritt: direkte und indirekte AuswirkungenNährstoffeintrag: Verteilung, Geilstellen, HochstaudenflurenHäufigkeit und Zeitpunkt der Schnitte oder der Beweidung und der Düngung
- Einfluss von Standort auf Weiden Wasserhaushalt, Höhenlage, Exposition
- extensive Nutzungsintensität von Grünland nicht gedüngt, ertragsschwach, einschürig (Sommer)1. Heuwiesen, oft Halbtrockenrasen, Streuwiesen, Hutung von Schafen, Ziegen und Rindern (Magerrasen), großflächige Standweiden (magere Kammgrasweiden)
- Sonderformen von Weidenutzung Feldgraswirtschaft, Trift- / Schaf- / Wacholderweiden, Zwergstrauchheiden, Mähder, Wässer-, Holz-, und Streuobstwiesen
- Streuwiese späte Mahd (strohiges Material), Gewinnung von Stalleinstreu, keine Futtergewinnung, Nährstoffarmut, Artenreichtum
- Gefährdung von Weideland durch Intensivierung, Umwandlung, Artenverarmung, Nutzungsaufgabe, Aufforstungbei ausbleibender Nutzung → Sukzession (Verbuschung, Wiederbewaldung), Ausbreiten herpochorer (kriechender) Pflanzen, Nährstoffverarmung (falls vorher gedüngt wurde) → komplette Veränderung des Artengefüges und Lebensraums
- Schutzmöglichkeiten für Weideland Vertragsnaturschutz, Honorierung ökologischer Leistungen; Weidegenossenschaften, Offenhaltungs- und Regionalentwicklungsprogramme
- Kulturobst Apfel, Birne, Quitte, Süßkirsche, Sauerkirsche, Pflaume, Zwetschge, Mandel; Schalenobst: Walnuss, Haselnuss, Edelkastanie
- Wildobst Speierling, Mispel, Kornelkirsche, Holunder, Sanddorn, Vogel-, Els- und Maulbeere
- Merkmale von Streuobstwiesen in weitem Abstand zerstreut stehende hochstämmige Bäume verschiedener Obstarten und -sorten (20 – 100 Bäume pro Hektar); Unternutzung: Wiese (Mahd) oder auch Weide; Artenreichtum größer als in strukturreichen Wäldern
- räumliche Diversität und Funktionen von Streuobstwiesen relativ geringe Nutzungsintensität des Grünlandes: Wasser- und Nährstoffkonkurrenz, hoher Blüten- und Farbenreichtum und der Baumschicht: kaum Pestizide, lange Schnittintervalle
- Wirkung von Streuobstwiesen auf Mikroklima und Boden 1. raue Oberfläche setzt Windgeschwindigkeit herab2. ausgeglichenerer Temperatur- und Luftfeuchtegang; Luftfilterung3. Erosionsschutz am Hang, kaum Verlagerung von Nährstoffen4. ästhetischer Aspekt: Farben im zeitlichen Wandel (Blüten)
- Bedeutung von Streuobstwiesen für Naturschutz 1. extensive Landnutzung: Bäume hinderlich für landwirtschaftliche Maschinen2. differenziertes Kleinklima (Licht und Wärme, Wasserhaushalt, Windgeschwindigkeit)3. geringe Schnittfrequenz, geringe Düngungsintensität, extensive Nutzung4. Nährstoff- und Wasserkonkurrenz zwischen Bäumen und Grünlandaufwuchs5. Erhalt seltener und alter Obstbaumarten (Genvielfalt → Standorttauglichkeit, Risikostreuung, Klimawandel)6. differenzierte Trophiestufen7. hohe Artenvielfalt, hohe Biodiversität, Vielfalt an Lebensräumen
- Ursachen für den Rückgang von Streuobstwiesen a) starker Rückgang um Siedlungen, auf guten Böden, in steileren Lagen, in klimatisch guten und ebenen Lagen, geringer Rückgang in flachen Hanglagen auf schwierigen Böden; hoher Arbeitsaufwand und teure Handarbeit nicht rentabelUmwandlung oder Beseitigung zugunsten von Intensivobst- u. -ackerbau durch EU gefördertAbkauf von Branntweinobst durch Staat zu Garantiepreis von EU abgeschafft, aber in Ba-Wü MEKA-Programm mit Bewirtschaftungsprämien und Nachpflanzungsförderung
- Produkte von Streuobstwiesen a) Saft, Tafelobst, Most, Obstessig, Obstbrände, Dörrobst, Marmelade, Honig, Holzb) Vermarktung durch „Aufpreisinitiativen“, Verpflichtungen für Erzeuger und Vermarkter
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- mediäre Nutzungsintensität von Grünland gedüngt, mit mittleren Erträgen, zwei- bis dreischürig1. mäßig trocken bis mäßig feucht: Glatthafer- und Goldhaferwiesen2. feucht: Kohldistel- und Sumpfdotterblumenwiesen,3. Umtriebsweiden (4 - 8 Koppeln) mit Düngung: fette Kammgrasweiden, magere Weidelgras-Weißklee-Weiden
- intensive Nutzungsintensität von Grünland stark gedüngt, 4 - 6 Mal Mahd pro Vegetationsperiode1. Mähweiden: Weidelgras-Weißklee-Weiden2. Umtriebsweiden mit 8 - 16 Koppeln und Portionsweiden
- Lebensraum Grünland räumliche Diversität durch Mosaikbildung der Vegetationsdecke: Unterschiede in Aushagerung, Bodenfeuchte, Düngung, Nährstoffauswaschung, Frosteinwirkung
- Lebensraum Baumschicht strukturelle Vielfalt: Borke, Moos- und Flechtenpolster, Baumhöhlen, Astgabeln, Krone, Totholz, Baumblüte eng gebunden: Fledermäuse, Garten- und Siebenschläfer, Steinkauz, Wiedehopf, Raubwürger, viele Insekten an Bäumen Nahrungangebot: Früchte und Samen der Bäume und Kräuter, Insekten, endogäische und epigäische (in Streuschicht) Fauna
- Bult & Schlenken erhöhte Kuppen aus Torf und Torfmoosen Schlenken: nasse Vertiefungen
- Ziele des Moorentwicklungskonzepts - Erhalt des Kohlenstoffvorrats, Wiederherstellung aus ökologischer Sicht- Ressourcen schonende Nutzung der Niedermoore- Erhaltung der Vielfalt, Eigenheit und Schönheit- großflächige Wiedervernässung kann sekundär entstandene Lebensgemeinschaften vernichten → Erhaltung, Schutz und Regeneration der Biodiversität
- Nutzungsalternativen für Moore Schilfnutzung und Erlenwertholzproduktion (Paludikultur)1. Reduktion der THG-Emissionen, Substitution fossiler Rohstoffe, keine Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion, Wasserfilter und -rückhalt