Biologische Psychologie (Subject) / Kreuzmodale Wahrnehmung & Synästhesie (Lesson)

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  • Wozu dient die Interaktion zwischen den Sinnen? Verstärken, Reduzieren oder Verändern von durch eine andere Modalität vermittleter Wahrnehmung 
  • Phänomene der Interaktion(4 Stück) 1) Gleichgewichts- und Sehsinn 2) Sehen und Riechen 3) McGurk-Effekt 4) Sehen und Hören 
  • Was machen Bauchredner? Sie projizieren ihre eigene Stimme auf die Marionette, sodass die Stimme nicht als aus seinem Mund kommend wahrgenommen wird, sondern als von der Marionette kommend 
  • Was macht der Zuschauer/Zuhörer, wenn der Bauchredner seine eigene Stimme projiziert? - Assoziation zwischen ... und ... . Er vollzieht die Projektion nach  - Assoziation zwischen Gesehenem und Gehörtem 
  • - Welche Branche nutzt die Bauchredner-Methode oft? Film- speziell beim Synchronisieren
  • Worauf beruht der McGurk-Effekt? Interferenz zwischen gesehener Mundbewegung und gehörter Silbe (Ba+Ga=Da)
  • Gleichgewichts- und Sehsinn: Was passiert mit dem Einstellen einer horizontalen Linie im dunklen Raum, wenn der Sitzplatz der einstellenden Person gedreht wird? Wieso? Die ihm horizontal erscheinende Linie ist eigentlich chräg eingestellt, da die Drehung die Raumkoordinaten beeinflusst. Sehen kann diesen Einfluss nicht ausgleichen!
  • Was passiert, wenn 54 Weinkenner Wein sehen und den Geruch beschreiben müssen? Sie lassen sich bei der Beschreibung von der Farbe des Weins beeinflussen und nutzen die für Rotwein üblichen Attribute auch für geruchlos rotgefärbten Weißwein 
  • Was ist die Gewichts-Größen-Illusion? Der kleinere von 2 Gegenständen wird beim gleichen Gewicht als schwerer empfunden. 
  • Welche Modalität dominiert in der Regel über die andere? Die visuelle ist meistens dominant 
  • Bei welchem Tier wurde belegt, welche Modalität über welcher dominant ist? Bei Schmetterlingen wurde die Dominanz des Sehens über das Riechen experimentell belegt. 
  • Was ist die visuelle Analogskala bzw. wie geht man vor und was nutzt sie? VPn geben auf visueller Skala die Stärke einer nicht-visuellen Empfindung an (z.B. Schmerz). ==> Visuelle Analogskala nutzt die Übertragbarkeit von Empfindungen einer Sinnesmodalität auf die andere. 
  • Wie wurden Einflüsse zwischen Sehen und Hören gefunden? Lokalisation von Licht- und Schallreizen
  • Wenn bei der Lokalisation von Licht-/Schallreizen auf hohe bzw. tiege Töne auch hoch oder tief erscheinende Sehreize reagiert werden soll, passiert was genau? Beides hoch oder tief --> Bahnung, gegenläufig --> Interferenz  (Wörter (oben/ unten) mit Tönen paaren -> Selber Effekt)
  • Woher bekommen an inter- oder multimodaler Wahrnehmung beteiligte Strukturen ihre Eingangssignale? Aus mehreren Sinnessystemen gleichzeitig a) Multimodal höhere Hirnrindengebiete (Assoziationscortices), die ihre Signale wiederum von primären und sekundären sensorischen Rindengebieten und zusätzlich von subcortikalen Kernen bekommen.  b) Inselcortex (Insula/Insel), der wiederum Abbildungen aller Sinnessysteme besitzt.
  • Wovon ist der Inselcortex (Insular/Insel) überdeckelt? Frontal-, Temporal- und Parietalcortex medial des Sulcus lateralis (Sylvische Fissur)
  • Was ist besonders an sekundären Arealen? Beispiel auf Objekte reagierendes Areal (nenne zusätzlich Namen) LOC im lateralen Okzipitalcortex (reagiert speziell auf Objekte)  reagiert nicht nur auf visuell dargebotene Reize, obwohl es im visuellen Cortex liegt, sondern auch auf ertastete Objekte (Amedi et. al.)
  • Klassische sensorische Systeme sind nicht unimodal sondern multimodal, denn Primäre Areale.. haben direkte Projektionen untereinander. Beispielsweise zwischen Hör- und somatosensorischer Rinde und der primären Sehrinde weisen neue anatomische Daten dies nach. 
  • Nenne subcortikalen Kern, der akustische und optische Information integriert Colliculus (Vierhügelplatte, Mittelhirn)
  • Wo befinden sich multimodale Neurone? und wie reagieren sie auf Eingangssignale des Sehens und des Hörens? Multimodale Neurone sind z.B. im Colliculus und im Temporallappen und reagieren supraadditiv auf coinzidente Eingänge der beiden Systeme (Seh und Hörsystem).
  • Wie lassen sich Einflüsse auf Eingänge von Systemen prüfen? Mittels EKPs (Ereigniskorrelierte Potenziale) 
  • Definition von Synästhesie ursprünglich gleichzeitiges Wahrnehmen verschiedener sensorischer Modalitäten, heute unwillkürliche Anregung einer zusätzlichen, anderen als durch den Reiz stimulierten (Sub-) Modalität zugehörenden Empfindung 
  • Häufigste Form der Synästhesie: Was passiert? Ist der Test reliabel? Graphem-Farb-Synästhesie - Verbinden von Buchstaben, Zahlen, Silben oder Wörtern, die gesehen oder gehört und gesehen werden, mit einer spezifischen Farbe  zwar idiosynkratisch aber hochreliabel reproduzierbar (nach möglichst langer Zeit wiederholte Abfrage der Assoziation zeigt Erfolge) 
  • Synästhetiker nutzen also für bestimmte Zeichen bestimmte Farben. Somit ist über längere Zeit .. die Farbwahl für bestimmte Zahlenmuster immer dieselbe. 
  • Um zu sehen ob es bei der Synästhesie um festgelegte Assoziationen oder um Wahrnehmungen geht, werden .... genutzt. Wahrnehmungseffekte
  • Erkläre Navon-Figuren-Wahrnehmungseffekt Navon-Figuren: eine Zahl wird aus ganz vielen kleinen Elementen einer anderen Zahl gebildet (Globale Figur durch lokale Elemente bilden) 
  • Erkläre 2. genannten Wahrnehmungseffekt Duch Texturunterschied definierte Zahl sticht für Synästheten farblich hervor.
  • Nenne den dritten genannten Wahrnehmungseffekt Für Normalsichtige nur durch Helligkeitskontrast definierte Zahl wird vom Synästhetiker farbig wahrgenommen. 
  • Sensorische Kopplungen können in derselben Modalität auftreten, es gibt aber auch Intermodale Assoziationen 
  • Die häufigste intermodale Assoziation verbindet ..., wo sich eine ...-Synästhesie ebenso wie eine ... ...-Synästhesiewieder auf Sprachlaute/Wörter bezieht. (...-...-Synästhesie) Die häufigste intermodale Assoziation verbindet Sehen und Hören, wo sich eine Phonem-Synästhesie ebenso wie eine lexikalische Farb-Synästhesie wieder auf Sprachlaute/Wörter bezieht. (Graphem-Farb-Synästhesie)
  • Eine häufige "Dreifach"-Synästhesie Musik-Geräusch-Farb-Synästhesie
  • The man who Tasted Shapes beschreibt.. Wahrnehmung von Formen beim Schmecken
  • Jeder Sinn kann mit Jedem gekoppelt werden, am häufigsten werden Synästhesien aber induziert durch Zahlen, Wörter, Buchstaben
  • Was ist die häufigste Begleiterscheinung? Farbe 
  • Häufigste Ursache der Synästhesie Vererbung (Entwicklungssynästhesie)
  • Bei wem tritt Entwicklungssynästhesie am häufigsten auf? Linkshänder und Frauen, doch diese wissen meistens nichts davon
  • Theorie über Entstehung der Synästhesie im Kontext der Entwicklung + 3 Weitere Ursachen 1. Synästhesie normales Entwicklungsstadium, das alle Kinder durchlaufen 2. Verbindung wird im Normalfall eliminiert, bei Synästheten aber nicht, sodass sie reicheres sensorisches Erleben vermitteln  3 Weitere: --> Synästhesie kann gelernt werden  --> Induktion durch Drogen  --> Deprivation (Schlafentzug)
  • Einteilungskriterien: Beteiligte Sinnesmodalitäten und Ursprung 
  • weitere Einteilungskriterien (Projektor-/Assoziative Synästhesien): Projektoren: Nehmen Zusatzempfindung im Aussenraum oft nah beim Reiz wahr Assoziative haben sie im Kopf, auf innerr Leinwand 
  • Vorteile von Projektor- und assoziativen Synthäsien Bessere Gedächtnisleistung Kreativere Eigenschaften 
  • Nachteile von Projektor- und assoziativen Synästhesien Größere Empfindlichkeit (Reizüberflutung) 
  • Zwar sind neuronale Grundlagen von Synästhesie nicht vollständig aufgeklärt, welche Areale sind jedoch höchstwahrscheinlich beteiligt? Multimodaler Posteriorer Parietaler Cortex (PPC) und Farbcortex