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Wirtschaftsethik (Subject) / 2. Grundlagen ethischen Argumentierens (Lesson)
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- Ethische Reflexionen finden ihren Ausdruck in vier Bereichen der deskriptiven Ethik, der normativen Ethik, der Metaethik der Methodenlehre.
- Deskriptive Ethik Die deskriptive oder empirische Ethik beschreibt und analysiert die vielfältigen Ausprägungenherrschender Moral und Sitten von Individuen, Institutionen und Völkern.Im Mittelpunkt stehen• empirisch untersuchte Wertsysteme und Moralkodizes bestimmter Gemeinschaften oderGruppen,• Einflüsse von Faktoren wie Klima, geografische Lage, Kultur, Religion oder Wirtschaftauf die Moral einer Gruppe oder Gesellschaft,• verschiedene moralische Systeme hinsichtlich ihrer Geltungsansprüche.Ob dieser Fokussierung wird teilweise vermerkt, dass die deskriptive Ethik im Grunde mehrEthnologie oder gar Geschichtswissenschaft sei, da sie nur beschreibend feststellt, was in unterschiedlichenKulturen und Gesellschaften als moralisch gilt.Gleichwohl vermögen solche Einsichten gerade im interkulturellen Bereich zu wichtigen„Bewusstseinserhellungsprozessen“ führen.
- Metaethik Die Metaethik hat sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelt. Ziel dieser Disziplin ist es,die ethischen Methoden als solche kritisch zu überprüfen und weiterzuentwickeln. Dabeimacht sie keine inhaltlichen Aussagen über das sittlich Gute einzelner Handlungen, sondernlegt besonderen Wert auf die sprachliche Bedeutung sittlicher Zuschreibungen wie „gut“,„richtig“, „sollen“, „gerecht“, etc. Die Metaethik wird daher auch als „sprachanalytische Ethik“bezeichnet.Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang die Unterscheidung zwischen den „Kognitivisten“und den „Non-Kognitivisten“.Erstgenannte unterstellen eine prinzipielle Erkennbarkeit des Sittlichen, wohingegen der„Nonkognitivismus“ diese Möglichkeit nach wissenschaftlichen Maßstäben verneint.
- Methodenlehre Die Methodenlehre steht demnach für das Implementierungsproblem der Ethik. Hier erscheinenvor allem zwei Lösungswege erfolgversprechend:• Zum einen die Gesinnung des Individuums, die es durch Erziehung entsprechend herauszubildengilt.• Zum anderen das Setzen von Anreizen, die selbst originär unmoralischen MenschenAnlass geben würden, sittlich bzw. gut zu handeln.
- Normative Ethik Die normative Ethik prüft die herrschende Moral kritisch und formuliert Normen, an denensich das Handeln orientieren soll.Zur Beantwortung der Frage „Was ist das Gute?“ greift die normative Ethik auf unterschiedlichsteethische Theorien und Denkansätze zurück.Die nachfolgende Abbildung zeigt die diesbezüglich einschlägigen Klassifikationen im Überblick.
- Infiniter Regress: Prinzipiell ist es immer möglich nach der Begründung einer Begründung zu fragen. DieserVerweis auf die Begründungspflicht ist prinzipiell infiniter Natur. Daher lässt sich keinEndpunkt erreichen.
- Logischer Zirkel: Bei der Begründung wird auf Argumente verwiesen, die ihrerseits bereits im Vorfeld alsbegründungspflichtig ausgewiesen wurden. Ergo ist eine letztgültige Begründung vonWahrheit so nicht möglich.
- Verfahrensabbruch: Die Begründung wird aus systematischen Gründen abgebrochen. Tatsächlich erweisensich aber auch diese Abbruchkriterien als begründungspflichtig. Der Abbruch mündetdaher ebenfalls in der Unmöglichkeit einer Letztbegründung.
- Die normative Ethik wird also dadurch charakterisiert,... wie ethische Entscheidungen fundiertwerden.
- Die materiale Ethik ist durch.... inhaltliche Konkretisierungen des „Guten“ geprägt. TypischeBeispiele hierfür sind Ge- und Verbote oder ethische Leitsätze, durch die bestimmte Handlungsweisenvorgegeben werden.
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- Die formale Ethik hingegen beruht nicht auf.... einzelnen Handlungen, sondern stellt grundlegendePrinzipien des Handelns in den Mittelpunkt ihrer Betrachtung. In diesem Sinne verfolgtsie das Ziel, die Regeln zu identifizieren, nach denen etwas (beispielsweise eine Entscheidung)unter moralischen Gesichtspunkten betrachtet werden kann. Auf der Basis solcher„formalen Moralprinzipien“ müssen die Menschen die inhaltliche Konkretisierung dessen, wasdabei als „gut“ gilt, selbst finden.
- Bei der monologischen Ethik haben diese Regeln ihren Ursprung in... Reflexionsprozessen desEinzelnen. Dieser ist aufgefordert, in Gedankenexperimenten den jeweiligen moralischenStandpunkt einzunehmen und auf dieser Grundlage zu entscheiden, welche Handlungen bzw.Handlungsregeln gut sind.
- Im Unterschied dazu stellt die Diskursethik vor die Entstehung formaler Moralprinzipien das„moralische Argumentieren“. Das heißt, dass die von einer Regel und/oder einer HandlungBetroffenen eine Debatte führen sollen, deren Ergebnis von allen zwanglos akzeptiert werdenkönnte
- Philosophen Jürgen Habermas und Karl-Otto Apel Im Mittelpunkt dieser Theorie stehen zunächst zwei Varianten sozialen Handelns:• das „strategische Handeln“ mit einer strikt eigennützigen und erfolgsorientierten Ausrichtung• das „kommunikative Handeln“ mit einer verständigungsorientierten Ausrichtung
- Individualethik Die Individualethik wendet sich an den einzelnen Menschen mit seinen Werten und Normenund rückt diesen als moralisches Subjekt in den Vordergrund. Dabei spielen Appelle an seinGewissen und/oder seine Selbstverantwortung eine entscheidende Rolle. Die hier zum Einsatzkommende Bewertung kann je nach Ethikmodell verschiedene Akzente setzen, beispielsweisenach den Folgen vs. den Motiven einer Handlung.
- Institutionenethik Die Institutionenethik stellt hingegen auf institutionelles bzw. überindividuelles Handeln ab.Das Individuum ist mit den unterschiedlichsten Institutionen konfrontiert und hat die Wahl,welcher es sich anschließen möchte. Bevorzugt werden dabei all jene Institutionen, die denBedürfnissen des Individuums am nächsten kommen. Die Institutionen auf der anderen Seiteversuchen sich den Bedürfnissen der Mehrheit anzupassen. Sie werden somit zu Trägern vonIdeen und liefern organisatorische Strukturen für gesellschaftliche Gruppen, die sich wiederumdiesen Leitideen verpflichten. Durch (vor-)definierte Handlungs- und Verantwortungsspielräumekönnen Institutionen eine entlastende Funktion ausüben.
- Systemethik Im Mittelpunkt der Systemethik steht schließlich das Bemühen um eine Theorie der menschlichenLebensführung, die sich auf das Verhalten sowie die Handlungen und Unterlassungenin überindividuellen und zugleich institutionenübergreifenden Beziehungsgeflechten bezieht
- Teleologische Ethik • Konsequenzen des Handelns• Situationsabhängig Handlungsmaxime:Verfolge mit deinem Handeln dasgrößte Glück der größten Zahl(Gemeinwohl) • Prinzip der Wohltätigkeit
- Deontologische Ethik • Implizite Grundsätze des Handelnsstehen im Mittelpunkt• Situationsunabhängig Handlungsmaxime:„Was wäre, wenn dies jeder täte“ • Prinzip der Gerechtigkeit
- Die Deontologischen Ethiken (abgeleitet aus dem griechischen „to déon“ – die Pflicht oder das Schickliche).Die Richtigkeit einer Handlung wird danach beurteilt, ob das ihr zugrunde liegende Prinzipbzw. die Einstellung richtig ist. Es zählt also der gute Wille, nicht das Werk als solches.
- Die Teleologischen Ethiken (abgeleitet aus dem griechischen „to télos“ – Ziel oder Zweck).Die Richtigkeit einer Handlung wird danach anhand des durch die Handlung eingetretenenErgebnisses beurteilt. Was zählt ist also das Werk, nicht der dieses Werk begründende Wille.
- Handlungsdeontologische Theorien: Nach diesen Theorien sind ethische Urteile reine Einzelurteile, die vorgeben, wie in einerbestimmten Situation gehandelt werden soll. Regeln haben hier nur eine nachrangigeBedeutung. Demnach soll der Mensch bzw. das Individuum in jeder Situation ohneRückgriff auf allgemeine Regeln als Orientierungshilfe neu entscheiden, was richtig ist.
- Regeldeontologische Theorien: Hier werden allgemeine Regeln in unterschiedlichem Abstraktionsgrad vertreten. Siehaben jedem gegenüber unbedingte Gültigkeit und sind unabhängig von den Folgen,die mit der Einhaltung verbunden sind, zu beachten. Diese Regeln können im Imperativformuliert oder als abstrakte Prinzipien weitergegeben werden, mit deren Hilfe zu einemUrteil über richtiges Handeln gelangt werden kann.
- Der kategorische Imperativ „Handle so, dass die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einerallgemeinen Gesetzgebung gelten könnte.“
- Konsequenzialismus = Jeremy Bentham und John Stuart Mill Konsequenzprinzip Utilitätsprinzip Hedonismusprinzip, Sozialprinzip,
- Konsequenzprinzip Das Konsequenzprinzip, das im Grunde dem teleologischen Prinzip entspricht, Handlungenaufgrund ihrer Folgen zu beurteilen
- Utilitätsprinzip Das Utilitätsprinzip als Nutzenprinzip, nach dem die Folgen des in sich Guten, wieWahrheit und Erkenntnis gefördert werden sollen.
- Hedonismusprinzip Das Hedonismusprinzip, welches Glück durch die Befriedigung menschlicher Bedürfnisseermöglichen soll.
- Sozialprinzip Das Sozialprinzip, das der Erreichung des größtmöglichen Glücks für alle, die von einerHandlung betroffen sind, dient.