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Wirtschaftsethik (Subject) / 1. Wirtschaftsethik – Ursprünge und Merkmale (Lesson)
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- Ethik als wissenschaftliche Disziplin Aristoteles -
- Ethik als Teildisziplin der Philosophie widmet sich die Ethik als Tugendlehre den Fragen nach demWesen des „Guten“ bzw. wie man dieses Gute in der Alltagspraxis umsetzen kann. Von zentralerBedeutung in der antiken ethischen Diskussion ist dabei der Begriff bzw. das Konzept der„Tugend“, womit auf die menschliche Fähigkeit Bezug genommen wird, das umzusetzen, wasals „gut“ erkannt wurde.
- Tugend menschliche Fähigkeit das umzusetzen, wasals „gut“ erkannt wurde.
- Zur naheliegenden Frage, ob und inwieweit Geld, Reichtum oder andere typischen Derivate ökonomischen Handelns Ausdruck dieser Glückseligkeit sein können, bezieht Aristoteles deutlich Stellung: „Das Leben des Geldmenschen hat etwas Forciertes an sich, und der Reichtum ist gewiss nicht dasgesuchte oberste Gut. Er hat nur einen Nutzwert.“
- das Prinzip des Maßes. Nach diesem Prinzip sollen Tugenden in den relevanten Lebensbereichen Ökonomie, Politik und Ethik ihren Ausdruck niemals in Extremen oder in Einseitigkeit finden. Vielmehr gilt der sogenannte „mittlere“ Weg zwischen diesen Extremen als anzustrebendes Ideal.
- Ende der Einheit von Ökonomie und Ethik Adam Smith, der als Begründer der modernen ökonomischen Theorie gilt, warenökonomische und ethische Theorien (noch) untrennbar miteinander verbunden. Der Grund für diese ambivalente Wahrnehmung ist zweifellos die Tatsache, dass er mit seinemHauptwerk „Der Wohlstand der Nationen – Eine Untersuchung seiner Natur und Ursachen“ dieRelevanz der oben genannten Tugenden im ökonomischen Kontext erheblich relativiert.
- Bienenfabel - Adam Smith Bernard Mandeville - Die Bienenfabel oder Private Laster, öffentliche Vorteile“ nach Mandeville als Metapher für die in England zur damaligenZeit beobachtbaren Zustände gilt. Sie befasst sich mit dem angeblich naturhaft gegebenenCharakter des Menschen und den Normen und Werten, die seiner Ansicht nach dasgesellschaftliche Leben tatsächlich regeln Eröffnet wird die Fabel mit der Beschreibung des Sozialgefüges eines Bienenstocks, das voneiner florierenden und prosperierenden Wirtschaft mit reichlicher Produktvielfalt geprägt ist. Der Grund für diesen Wohlstand ist paradoxerweise die „Lasterhaftigkeit“ der Bienengesellschaft, die sich in einem grenzenlosen Habenwollen und in einer vom Geld geprägten Bedürfnisstruktur, die nach immer neuen Befriedigungen sucht, konkretisiert. Im Mittelpunkt dieser „Tugendlosigkeit“ steht nach Mandeville die Wendung von einerGebrauchswert- zu einer Tauschwert-Orientierung, von konkret-sinnlichen und deshalbbegrenzten zu abstrakt-unbegrenzten Bedürfnissen. Die Kehrseite dieser Entwicklung besteht jedoch in der Tatsache, dass jede einzelne Biene sichim Kampf aller gegen alle permanent betrogen und übervorteilt sieht. Diese Wahrnehmungkulminiert in letzter Konsequenz in der Forderung an die staatlichen Akteure, kraft ihrer Stellungdem Bienenstock Tugendhaftigkeit zu verordnen.
- Primat der Ethik: Entsprechend dieser Sichtweise unterliegt jegliche Form des ökonomischen Handelns einemLegitimitätsvorbehalt. Die damit zum Ausdruck gebrachte vorrangige Stellung ethischer Maßstäbenimmt ihren Ausgang in unterschiedlichsten ethischen Theorien, auf deren Basis sogenannte„Sollensforderungen“ an ausgewählte Akteure des wirtschaftlichen Geschehens formuliertwerden. Die unmittelbare Berücksichtigung dieser Forderungen hat/hätte zur Konsequenz,dass der Ökonomie nur eine instrumentelle Funktion bei der Anwendung und Konkretisierungethischer Grundsätze auf den Handlungsbereich der Wirtschaft zugesprochen wird. Imwissenschaftlichen Diskurs zur Wirtschaftsethik ist dieses Verhältnis zwischen Ethik und Ökonomieauch unter dem Namen „Domestizierungsparadigma“ bekannt.
- die Frage, ob wirtschaftliches bzw. rationales Handeln auch moralisch sein kann, darf oder gar muss, Die Beantwortung dieser Frage ist keineswegs trivial und hat im Ergebnis unterschiedlichste Argumentationspfade erzeugt. Aus konzeptioneller Sicht können dabei drei Kategorien unterschieden werden Primat der Ethik: Primat der Ökonomie: Situative Entscheidungen für einen Vorrang von Ethik oder Ökonomie:
- Primat der Ökonomie Als sogenanntes „Rechtfertigungsmodell“ der Wirtschaftsethik nimmt dieser Ansatz eine diametralePosition zum Primat der Ethik ein. Im Mittelpunkt steht hier die Identifikation dernormativen Grundlagen innerhalb der faktisch herrschenden Wirtschaftsordnung. Die miteinem solchen Zugang vorgenommene Interpretation von Moral als öffentliches Gut undknappe Ressource wird von Kritikern mit dem Vorwurf des sogenannten „Ökonomismus“kommentiert. Gleichwohl erweist sich dieser Ansatz aus forschungspraktischer Sicht als ausgesprochenattraktiv. So ist die Annahme, dass Ethik sich ökonomisch lohnt, für die Praxis einerder wesentlichen Gründe, sich mit ethischen Fragen zu beschäftigen. Die instrumentellenAnsätze der Wirtschaftsethik fokussieren diese Annahme und untersuchen den Beitrag ethischenHandelns zur Erreichung vorökonomischer oder ökonomischer Ziele. Im erstgenanntenFall stehen Kategorien wie Reputation oder Vertrauen im Mittelpunkt, im zweitgenanntenFall hingegen „echte“ und insofern idealerweise messbare Wettbewerbsvorteile. Als blinderFleck dieses Zugangs müssen jedoch all jene Fälle gelten, in denen explizit unethisches Verhaltenmit ökonomischen Vorteilen einhergeht.
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- Primat der Ökonomie Als sogenanntes „Rechtfertigungsmodell“ der Wirtschaftsethik nimmt dieser Ansatz eine diametralePosition zum Primat der Ethik ein. Im Mittelpunkt steht hier die Identifikation dernormativen Grundlagen innerhalb der faktisch herrschenden Wirtschaftsordnung. Die miteinem solchen Zugang vorgenommene Interpretation von Moral als öffentliches Gut undknappe Ressource wird von Kritikern mit dem Vorwurf des sogenannten „Ökonomismus“kommentiert. Gleichwohl erweist sich dieser Ansatz aus forschungspraktischer Sicht als ausgesprochenattraktiv. So ist die Annahme, dass Ethik sich ökonomisch lohnt, für die Praxis einerder wesentlichen Gründe, sich mit ethischen Fragen zu beschäftigen. Die instrumentellenAnsätze der Wirtschaftsethik fokussieren diese Annahme und untersuchen den Beitrag ethischenHandelns zur Erreichung vorökonomischer oder ökonomischer Ziele. Im erstgenanntenFall stehen Kategorien wie Reputation oder Vertrauen im Mittelpunkt, im zweitgenanntenFall hingegen „echte“ und insofern idealerweise messbare Wettbewerbsvorteile. Als blinderFleck dieses Zugangs müssen jedoch all jene Fälle gelten, in denen explizit unethisches Verhaltenmit ökonomischen Vorteilen einhergeht.
- Situative Entscheidungen für einen Vorrang von Ethik oder Ökonomie: Dieser Ansatz erscheint im Rückgriff auf die Idee des „mittleren“ Weges von Aristoteleszunächst naheliegend. Tatsächlich gilt er nicht unbedingt als Königsweg, sind doch drei Perspektivendes damit geprägten Verhältnisses zwischen Ökonomie und Ethik im Sinne vonGleichrangigkeit und Eigenständigkeit denkbar.• Erstens der Fortbestand zweier Parallelwelten mit der Konsequenz, dass eine Auseinandersetzungmit wirtschaftsethischen Fragen sinnlos weil irrelevant erscheint.• Zweitens die Führung eines Paralleldiskurses, dessen Perspektive im Nachweis einer Kompatibilitätund/oder Komplementarität der theoretischen Konzepte besteht.• Drittens der Versuch eines integrierenden Miteinanders, durch den der wissenschaftstheoretischeGraben zwischen wertfreier ökonomischer Rationalität und außerrationalerMoralität überwunden werden soll.
- Grundfrage der Ethik: Wie soll ich handeln?“
- Freiheit findet ihren Ausdruck darin, Entscheidungen zu treffen, also zwischen .... verschiedenen(mindestens zwei) Handlungsalternativen auszuwählen.
- Ergänzend dazu wird mit dem ethischen „Sollen“ nun danach gefragt, unter welchen Bedingungen und nach welchen Maßstäben ein bestimmtes Handeln auch zu „guten“, „wohltätigen“ oder „vernünftigen“ Ergebnissen führt. Bei dieser Erörterung kann bei genauer Betrachtung auf verschiedene Formen des „Sollens“ Bezug genommen werden: • Was soll sein (Werte und Güter)?• Wie soll ich handeln (Normen und Pflichten)?• Wie soll ich sein (Gesinnung und Tugend)?
- Moral. Mit dem Begriff „Moral“ wird das bezeichnet, was an Werten existiert bzw. welche traditionellenVorstellungen von gutem oder schlechtem Handeln vorhanden sind. In diesem Sinne wirdMoral mit dem sogenannten „sittlichen Bewusstsein“ gleichgesetzt, also dem Wissen umWerte, die noch nicht bewusst reflektiert sind, sondern unhinterfragt aus der kulturellenUmwelt übernommen und als gültig bzw. verbindlich akzeptiert werden.
- Moral - vereinfacht Die Moral regelt, was man in einer sittlichen Gemeinschaft darf oder nicht darf, was man tunoder nicht tun sollte. Moral erzeugt Selbstbindung und macht ein Leben in Freiheit möglich.Moral ist demnach immer Gruppenmoral, also das Werte- und Normengefüge einer Gemeinschaft,in der sich deren dominantes Handlungsmuster widerspiegelt
- Moral ist kein statisches Produkt sondern stets vom politischen und/oder gesellschaftlichenWandel geprägt und somit veränderungsfähig. Wegen dieser Abhängigkeit von geschichtlichenLebens- und Machtprozessen sind moralische Urteile häufig nur oberflächlich reflektiert, dasie von mehrheitsfähigen gesellschaftlichen Strömungen getragen und durch eine sogenannte„rationalanalytische“ Kriterienlosigkeit gekennzeichnet werden
- Diese Gruppenmoral findet ihren Ausdruck in zwei Formen. Erstens in der vertraulichenKleingruppenmoral (Ehe, Familie, Freundeskreis) und zweitens in der Fernbereichsmoral(Staat oder Markt). Innerhalb dieser beiden Referenzpunkte gelten üblicherweise unterschiedlichemoralische Maßstäbe („abgestufte“ Moralität). Dementsprechend wird die Kleingruppenmoral durch Normen wie Vertrauen, Solidarität, Liebe, Hilfs- und Opferbereitschaft sowiedurch Unterordnung individueller Ziele geprägt. Die Fernbereichsmoral zeichnet sich hingegendurch Normen wie Anonymität, Skepsis, Sachlichkeit und Eigeninteresse aus.
- Als dauerhafter und lebenslanger Prozess kann die Moralentwicklung des Menschen in drei Stufen nach Lawrence Kohlberg systematisiert werden. • In der präkonventionellen Phase werden dem Kind Regeln und Gebote nahegebracht,die es zu akzeptieren und denen es zu gehorchen lernt. Im Kern stehen in dieser Lebensphase das Vermeiden von Strafe sowie die Schaffung von Nutzen durch die Befolgung von Regeln. Dieser fremdbestimmte Lernprozess ist streng situationsbezogen. Das urteilende Kind wägt sein Handeln gegen die sich daraus ergebenden Folgen ab.• Die konventionelle Phase ist durch die Einsicht geprägt ist, dass Normen und Regelungen nicht einseitig von Erwachsenen vorgegeben sind, sondern ein funktionierendes Zusammenleben erst ermöglichen. Mit dieser Erkenntnis beginnt das Streben der Heranwachsenden, den vorgelebten moralischen Normen des Umfeldes oder der Gesellschaft nachzueifern und diesen zu entsprechen. Orientierung zu moralischen Urteilen bietet dementsprechend das kulturelle Umfeld oder die Gesellschaft.• Auf der postkonventionellen Ebene, also der eines mündigen Erwachsenen, haben die in der Kindheit erlernten Verhaltensweisen und Normen ihre absolute Gültigkeit verloren,da diese durch Reflexion und Abwägung in Frage gestellt werden. Die zu Vergleichenund zur Reflexion herangezogenen Beispiele werden im Normalfall selbst gewählt, da der Mensch auf dieser Ebene eine gewisse Unabhängigkeit von gesellschaftlichen Erwartungen erreicht, die ihn in die Lage versetzt, die Gesellschaft und ihre Praktiken kritisch zu beurteilen.
- Werte Der Begriff Werte steht für Ideen oder Verhaltensweisen, die einer einzelnen Person, Gruppeoder Institution erstrebenswert erscheinen. Es handelt sich dabei folglich um subjektive Werte.Je verallgemeinerter diese Ideen oder Verhaltensweisen sind, desto objektiver wird ein Wert,wie beispielsweise Gesundheit oder Wohlstand.
- Norm Verdichten sich Werte zu einer verhaltensrelevantenRegel, so spricht man von einer Norm.
- Normen - Funktionen. Sie sind zielsetzend, richtungsweisend und haben zudem eine Leit- undOrientierungsfunktion.
- Maxime Norm - die fürein Individuum unbedingt (das heißt kategorisch) gilt und aus der sich bedingt (das heißthypothetisch) weitere Normen ableiten lassen
- vier kantinschen Fragen“ • Was kann ich wissen (Metaphysik)?• Was ist der Mensch (Anthropologie)?• Was darf ich hoffen (Religion)?• Was soll ich tun (Ethik)?
- Das Spektrum der von der Ethik im Detail wahrzunehmenden Aufgaben lässt sich stichwortartig folgendermaßen beschreiben: • Formulierung von Normen und Regeln• Unterscheidung von allgemeinverbindlichen und nicht allgemeinverbindlichen Regeln• Begründung und Rechtfertigung allgemeinverbindlicher Regeln• Auseinandersetzung mit Normenkonflikten