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Bilanztheorie (Subject) / Kapitel 3 (Lesson)
Vermögens-, Schulden- und Gewinnbegriff, Periodisierungsprinzip, Eigenkapitaldefinition
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- Welche Interdependenz besteht zwischen dem Vermögens- (dem Schulden-) und dem Gewinnbegriff? Der Gewinn, lässt sich als Differenz zwischen dem Reinvermögensbestand am Ende und dem Bestand am Ende der vorhergehenden Teilperiode ermitteln. Das sich das Reinvermögen im einfachsten Fall ermitteln lässt, indem Die Schulden vom Vermögen abgezogen werden, ist offensichtlich dass die Definition des Vermögens- und des Schuldenbegriffs mit der Definition des Gewinnbegriffs abgestimmt werden müssen.
- Welche Interdependenz besteht zwischen dem Vermögensbegriff (dem Schuldenbegriff) und dem Periodisierungsprinzip? Die Art der Periodisierung, welche im besten Fall in einem Periodisierungsprinzip zum Ausdruck kommt, kann nicht festgelegt werden, ohne dabei die Definition des Vermögens- und des Schuldenbegriffs zu beachten. Ursächlich sind hierfür Geschäftsvorfälle, in denen EInzahlung und Ertrag bzw. Auszahlung und Aufwand in unterschiedlichen Teilperioden anfallen.
- Welche Interdependenz besteht zwischen dem Vermögensbegriff (dem Schuldenbegriff) und der Eigenkapitaldefinition? Zwischen dem Vermögens- und Schuldenbegriff und der Eigenkapitaldefinition herscht eine enge Verknüpfung. Das Eigenkapital, entspricht dem Saldo, wenn man die Schulden vom Vermögen abzieht. Somit wirkt sich die Definition des Vermögens- und Schuldenbegriffs immer auch auf das Eigenkapital aus und is daher mit der Definition abzustimmen.
- Welche Interdependenz besteht zwischen dm Periodisierungsprinzip und dem Gewinnbegriff? Zwischen dem Periodisierungsprinzip und dem Gewinnbegriff sind ebenfalls enge Beziehungen zu konstatieren. Periodisierungen (von Ein- und Auszahlungen in Erträge und Aufwendungen) führen in den einzelnen Teilperioden im Regelfall zu vom Überschuss der Ein- über die Auszahlungen abweichenden Gewinn. Zentrale Bedeutung kommt bei der Periodisierung daher auch der Definition des Gewinnbegriffs und dort insb. der Definition des Realisationsprinzip zu.
- Welche Interdependenz besteht zwischen dem Gewinnbegriff und der Eigenkapitaldefinition? Da sich der Gewinn auch als Differenz zwischen dem Reinvermögensbestand am Ende und dem Reinvermögensbestand zu Beginn einer Teilperiode ermitteln lässt, ist bei der Eigenkapitaldefinition zudem die Definition des Gewinnbegriffs zu berücksichtigen.
- Was ist der Unterschied zwischen einem rechtlichen und einem wirtschaftlich definierten Vermögensbegriff? Bei Bilanzierung des Vermögens ist zu definieren was (Bilanzierung dem Grunde nach; Ansatz; Bilanzierung i.e.S.)mit welchem Wert (Bilanzierung der Höhe nach; Bewertung)wo (Bilanzierung dem Ausweis nach)Bilanz beinhaltet ebenfalls Rechnungsabgrenzungsposten, das Eigenkapital und Schulden. Rechtilich: was => eine konkrete Sache oder ein einzeln veräußerbares Recht, also ein Vermögensgegenstand mit Einzelveräußerungsfähigkeit Wirtschaflich: orientiert sich daran, was die Vermögensgegenstände zukünftig noch zu leisten vermögen. Die Begründung für die Bilanzierungsfähigkeit wäre nicht in der Tatsache vergangener Ausgaben, sondern im erwarteten zukünftigen Nutzen zu sehen. Rechnungsabgrenzungsposten = bilanzierungsfähige Positionen.
- Welche Werte kommen kommen für die Bilanzierung der Höhe nach in Frage? Die Bewertung kann aus Sicht des Unternehmens oder aus Sicht des Marktes erfolgen: 1. Aus Sicht des Unternehmens: - Ausrichtung an der Vergangenheit: (fortgeführete) Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten; -Ausrichtung an der Gegenwart: Tagesbeschaffungswert (aktuelle Wiederbeschaffungskosten) oder Tagesveräußerungswert (aktueller Veräußerungspreis) aus Sicht des Untenehmens; - Ausrichtung an der Zukunft; zukünftig erwarteter Nutzen aus Sicht des Unternehmens. 2. Aus Sicht des Marktes: - Ausrichtung an der Vergangenheit: (fortgeführte) Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten;- Ausrichtung an der Gegenwart: Tagesbeschaffungswert (aktuelle Wiederbeschaffungskosten) oder Tagesveräußerungs wert (aktueller Veräußerungspreis) unabhängig vom jeweiligen Unternehmen;- Ausrichtung an der Zukunft: zukünftig erwarteter Nutzen unabhängig vom jeweiligen Unternehmen.
- Welche Bedeutung hat das Realisationskriterium für den Gewinnbegriff? Der Gewinn wird üblicherweise nur ausgewiesen, wenn dieser bereits realisiert ist. Bei der Definition des Gewinns geht es folglich in erster Linie um die Frage, wann Gewinn realisiert wurde, also um die Konkretisierung des Relisationskriteriums. Zur zeitlichen Erfassung kommen als Kriterien im wesentlichen der Vertragsabschluss, die wirtschaftliche Leistungserbringung und der Zufluss des Entgelts im Frage.
- Warum ist der ausschüttungsfähige Gewinn eine Größe, die bei der Definition des Gewinnbegriffs beachtet werden sollte? Die Gewinnermittlung erfolgt nicht auf Basis der Ein- und Auszahlungen, sondern auf Basis von periodisierten Werten (Aufwendungen und Erträge). Die Bilanz ist dazu gedacht, den ausschüttungsfähigen Gewinn zu ermitteln. Deshalb muss man definieren inwieweit das, was als Gewinn ausgewiesen werden soll, für Ausschüttungen zur Verfügung steht. Wenn der Gewinn der Teilperiode auf Basis von Aufwendungen und Erträgen ermittelt wurde, dann steht ihm gegenüber kein entsprechnder Bestand an Zahlungsmitteln. Aspekte, die die Höhe des ausschütungsfähigen Gewinns zusätzlich beeinflüssen: das Problem der LiquiditätKapital- und Substanzerhaltung
- Warum überrascht das im deutschen Handelsrecht anzutreffende imparitätische Realisationsprinzip? Weil es ist ratsam, das Realisationsprinziü einheitlich auf Aufwendungen und auf Erträge anzuwenden. Ansonsten werden mittels unterschiedlicher Prinzipien ermittelte Teilperiodenaufwendungen und -erträge saldiert. Imparitätische Realisationsprinzip lässt sich nur mit über die reine Definition des Gewinns hinausgehenden Erwägungen begründen (Vorsichtsprinzip).
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- Welche Aufgabe erfüllt das Periodisierungsprinzip? Die Periodisierung transfeiert die Einzahlungen in Erträge und die Auszahlungen in Aufwendungen. Mit dieser Periodisierung ist die Zielsetzung verbunden, in jeder Teilperiode den periodengerechten Erfolg zu ermitteln
- Welche Aufgabe erfüllt das Periodisierungsprinzip? Diese Periodisierung transferiert Einzahlungen zu Erträgen und Auszahlungen zu Aufwendungen. Mit dieser Periodisierung ist die Zielsetzung verbunden, in jeder Teilperiode den periodengerechten Erfolg zu ermitteln.
- Was ist ein periodengerechter Erfolg? Ein Erfolg ist dann periodengerecht ermittelt, wenn die Periodisierung verursachungsgemäß erfolgt. Das Problem der Periodisierung liegt folglich in dieser verursachungsgemäßen Verteilung der Ein- und Auszahlungen auf die einzelnen Teilperioden.
- Welche Bedeutung hat das Periodisierungsprinzip für die planmäßige Abschreibung? Sehr bedeutsam, da eine enge Verbindung zwischen transitorischer Rechnungsabgrenzung und der Anschaffung von Gegenständen des Anlagevermögens. Die Anschaffung von Gegenständen des Anlagevermögens stellt einen (aktiven) transitorischen Geschäftsvorfall da: die mit der Anschaffung einhergehende Auszahlung fällt (zumindest teilweise) in einer anderen Teilperiode an als der Aufwand => die Auszahlung vor dem Aufwand.ANtizipative Rechnungsabgrenzunsposten --> Ertrag nicht schon in der gleichen Teilperiode eine Einzahlung bzw. aufwand noch keine Auszahlung gegenübersteht == tangieren die Bilanz und die GuV und müssen an der Definition des Vermögens- und des Schuldensbegriffs messen lassen.
- Wie lauten die Grundthesen der nominellen, der realen und der substantiellen Eigenkapitaldefinition? - die nominelle Eigenkapitaldefinition folgt einem geldmäßigen Verständnis des Gewinns. Kriterium der Gewinnerzielung ist der Ersatz der historischen Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten. Unter Eigenkapital wird die Summe der Beträge an barem Geld verstanden, die die Eigentümer in der Vergangenheit in das Unternehmen eingebracht haben, vermehrt um die errechneten und nicht ausgeschütteten Gewinne und vermindert um die errechneten Verluste und getätigten Eigenkapitalrückzahlungen. Geldwertschwankungen und Preisänderungen wirken sich bei dieser Eigenkapitaldefinition auf die Bilanz aus, es werden allerdings keine besonderen Vorkehrungen getroffen. Die Anwendung einer nominellen Eigenkapitaldefinition setzt eine hinreichen Stabilität der Währung voraus. Es ist daher naheliegen, dass die Zweckmaßigkeit der nominellen Eigenkapitaldefinition in Zeiten hoher Inflation oder starker spezieller Preisbewegungen bezweifelt wird. (geldmäßige Sichtweise) - reale Eigenkapitaldefinition, sieht im Eigenkapital die Summe der allgemeinen Kaufkraft, die die Eigentümer in der Vergangenheit in das Unternehmen eingebracht haben, vermehrt um kaufkraftmäßig errechnete Gewinne und vermindert um in Kaufkrafteinheiten ausgedrückte Ausschüttungen und Eigenkapitalrückzahlungen. Die Bewertung erfolgt also nicht nach Wiederbeschaffungswerten, sondern mittels der allgemeinen Veränderung der Kaaufkraft. Messfehler sollen durch die Umrechnung in eine kaufkraftstabile Recheneinheit vermieden werden. (gütermäßige Sichtweise) - Die substantielle Eigenkapitaldefinition unterscheidet sich dadurch von der realen Eigenkapitaldefinition, dass statt der allgemeinen Veränderung der Kaufkraft konkrete Preissteigerungsraten verwendet werden. Im Unterschied zur realen Eigenkapitaldefinition erfolgt die Bewertung also nicht anhand der allgemeinen Veränderung der Kaufkraft, sondern mit den konkreten Wiederbeschaffungskosten der eingesetzten Güter
- Was versteht man unter einem Scheingewinn? Die Zusammenhänge zwischen dem nominellen, dem realen und dem substantiellenGewinn werden nochmals in Beispiel 3.2 auf der nächsten Seite veranschaulicht.In dem Beispiel steigen die Preise (der Geldwert sinkt). Es wird deutlich, dass bei steigenden Preisen bei der nominellen Eigenkapitaldefinition ein höhererGewinn ausgewiesen wird als bei der realen und bei der substantiellenEigenkapitaldefinition. Die Differenz zwischen dem Gewinn gemäß nominellerEigenkapitaldefinition (40 GE) und realer (30 GE) bzw. substantieller (20 GE)Eigenkapitaldefinition wird als Scheingewinn bezeichnet. Dieser Betrag (10 bzw.20 GE) wird zwar durch den Verkauf erlöst und fließt dem Unternehmen zu. Erist aber nicht frei verfügbar, da er für die Substanzerhaltung des Unterneh-mens benötigt wird.34 Er wird daher aus dem Gewinn ausgesondert und ineine (dem Eigenkapital zuzurechnende) Rücklage eingestellt. Diese wird bei derrealen Eigenkapitaldefinition als Kaufkraftrücklage und bei der substantiellenEigenkapitaldefinition als Substanzerhaltungsrücklage bezeichnet.
- Worin liegt die Bedeutung der Gewinnkorrekturen bei der realen und bei der substanziellen Eigenkapitaldefinition? Eingangs wurde hinsichtlich der engen Verbindung zwischen der Definition desVermögens- und Schuldenbegriffs und der Eigenkapitaldefinition sowie hinsichtlichder engen Verbindung zwischen dem Gewinnbegriff und der Eigenkapitaldefinitionbereits auf Abschnitt 3.1 auf S. 53 verwiesen. Diese engen Verbindungenzeigen sich nun auch bei der Berücksichtigung von Geldwertschwankungen und Preisänderungen. Werfen wir dazu einen Blick auf die (GuV-orientierte) Gewinnermittlung:In seiner einfachsten Form ist Gewinn demnach die (positive)Differenz zwischen dem Umsatzerlös und dem Waren- bzw. Materialeinsatz. InAbhängigkeit von der Berücksichtigung von Geldwertschwankungen und Preisänderungenin der Eigenkapitaldefinition ist der Waren- bzw. Materialeinsatznun aber unterschiedlich zu bewerten. Folglich hängt die Höhe des Gewinnsvon der verwendeten Eigenkapitaldefinition ab. In der Konsequenz sind ein nomineller, ein realer und ein substantieller Gewinn zu unterscheiden:Gewinn Bei einer nominellen Eigenkapitaldefinition ist dem Umsatzerlös der mithistorischen Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bewerteteWaren- bzw.Materialeinsatz gegenüberzustellen. Gewinn liegt vor, wenn der Umsatzerlösdiese historischen Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten übersteigt(nomineller Gewinn). Wird das Eigenkapital real definiert, ist der Waren- bzw. Materialeinsatzmit geldwertkorrigierten historischen Anschaffungs- bzw. Herstellungskostenzu bewerten (realer Gewinn). Bei Verwendung der substantiellen Eigenkapitaldefinition ist der Warenbzw.Materialeinsatz mit Wiederbeschaffungspreisen zu bewerten (substantiellerGewinn).