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Wertorientiertes Risikomanagement (Subject) / 5, 6) Risikobewertung und -steuerung (Lesson)

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  • Nenne die Ziele der Risikobewertung. Die in der Phase der Risikoidentifikation erfassten Risiken sollen transparent gemacht und ihr Gefährdungspotential quantifiziert werden.
  • Wie erfolgt die Risikobewertung im Allgemeinen? Die Bewertung erfolgt z.B. durch das Zuweisen von Wahrscheinlichkeiten zu den einzelnen Risiken Durch quantifizierte Wahrscheinlichkeiten ist erst eine Weiterverarbeitung möglich Stoßen quantitative Verfahren an ihre Grenzen, bedient man sich qualitativer Aussagen
  • Wie lässt sich die qualitative Bewertung beschreiben? Qualitative Risikoeinschätzung erfolg meist durch grobe Einschätzung des Risikos mit Hilfe von Relevanz Diese ist als Gesamtbedeutung des Risikos zu verstehen und dient zur Setzung von Prioritäten in der anschließenden Quantifizierung.
  • Wie lässt sich die quantitative Bewertung beschreiben? Risikoquantifizierung umfasst die quantitative Bescheibung eines Risikos (z.B. durch Wahrscheinlichkeiten) Dadurch können Risiken quantitative verglichen werden und Prioritäten in der Risikobewältigung gesetzt werden Weiterhin ist quantitative Bewertung eine unverzichtbare Grundlage, um mittels Risikoaggregation ein Gesamtrisiko des Unternehmens zu ermitteln
  • Wie lässt sich die Relevanz eines Risikos schätzen? Relevanzskalen dienen dazu die Bedeutung des Risikos für das Unternehmen zu filtern und zu priorisieren Der potentielle Einfluss des Risikos auf das Betriebsergebnis dient als Bewertungsmaßstab um Risiken eine Relevanz zuzuordnen
  • Nenne die 5 Relevanzskalen. Unbedeutendes Risiko: 0-10% Abweichung beim Betriebsergebnis Mittleres Risiko: 10-30% Abweichung beim Betriebsergebnis Bedeutendes Risiko: 30-100% Abweichung beim Betriebsergebnis Schwerwiegendes Risiko: 100-400% Abweichung beim Betriebsergebnis Bestandsgefährdende Risiken: >400% Abweichung beim Betriebsergebnis
  • Nenne die Aspekte der Bewertung von Ereignissen: Die Ergebnisse von Zufallsvorgängen allein durch Mengenangaben mathematisch zu beschreiben ist nicht ausreichend Vorstellungen über die Grade von Realisierungsmöglichkeiten von Ereignissen werden durch Wahrscheinlichkeiten quantifiziert.
  • Nenne die Kategorien von Wahrscheinlichkeiten. Objektive Wahrscheinlichkeiten Subjektive Wahrscheinlichkeiten
  • Wie lassen sich Objektive Wahrscheinlichkeiten näher beschreiben? Intersubjektiv überprüfbare Wahrscheinlichkeiten Klassische Wahrscheinlichkeiten: z.B. Glücksspiele (z.B. Würfel etc.)  Statistische Wahrscheinlichkeiten: z.B. Fehlerquote
  • Wie lassen sich subjektive Wahrscheinlichkeiten näher beschreiben? Subjektive Glaubwürdigkeitsvorstellungen und Überzeugungen, d.h. Schätzungen z.B. auf der Basis von Erfahrungen oder auch nur Intuition werden quantifiziert. Methode: 1. direkt durch Befragung (Introspektion); 2. indirekt aus beobachtetem Entscheidungsverhalten abgeleitet Beispiel: Einführung eines neuen Produktes
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  • Was sind bedingte Wahrscheinlichkeiten? Als bedingte Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses A wird diejenige Wahrscheinlichkeit verstanden unter der Bedingung, dass ein Ereignis B eingetreten ist.
  • Was sind Quantitätsdimensionen? z.B. Schadenshöhe in Geldeinheiten.
  • Was sind Intensitätsdimensionen? Eintrittswahrscheinlichkeit P.
  • Warum werden Verteilungen für die Quantifizierung von Risiken verwendet? Eine Vielzahl von Risiken lässt sich nicht angemessen durch Eintrittswahrscheinlichkeiten und Schadenshöhen quantifizieren. Eine quantifizierung erfolgt hier mit Hilfe anegmessener statistischer Verteilungsfunktionen.
  • Was für Anforderungen gibt es an eine Verteilung? Prüfung der Verteilungsannahme auf Plausibilität gegenüber dem vorhandenen Datenmaterial Abgleichen des vorhandenen Datenmaterials mit definierten Verteilungsfunktionen (z.B. Standardnormalverteilung, Gleichverteilung, Binomialverteilung, Dreiecksverteilung, usw.)
  • Wie kann die Anwendung von einer Normalverteilung näher beschrieben werden? Normalverteilung ist eine der bekanntesten Verteilungen und findet in der Praxis zahlreiche Anwendungen Sie kommen zur Anwendung, wenn die Risiken aus vielen unabhängigen Einzelergebnissen bestehen --> mit der Normalverteilung lässt sich dann das Gesamtrisiko abschätzen In der Verteilung wirken zwei Parameter, der Erwartungswert und die Standardabweichung Da die Normalverteilung symmetrisch ist, sind positive Abweichungen (Chancen) und negative Abweichungen (Risiken) gleich wahrscheinlich.
  • Wie kann das Modell der Normalverteilung und die Realität verglichen werden? Kritikpunkt ist, dass die Annahmen auf die reale Stichprobe nicht genau passen Die Grundstruktur ist allerdings oftmals erkennbar Nicht die Häufigkeit einzelner Renditen interessiert, vielmehr interessieren Renditebereiche.
  • Was ist das Problem bei der Risikoaggregation? Risiken müssen in ihrer Gesamtheit betrachtet werden, da sie letztlich gemeinsam auf das Eigenkapital wirken. Um ein Gesamtrisiko zu berechnen, müssen die Abhängigkeiten zwischen den Einzelrisiken berücksichtigt werden; diese können in Form einer Korrelationsmatrix dargestellt werden.
  • Was bedeutet eine positive Korrelation von Risiken? Risiken, die positiv korriliert sind, können sich gegenseitig verstärken.
  • Was bedeutet eine negative Korrelation von Risiken? Risiken, die negativ korreliert sind, können das Gesamtrisiko verringern. (z.B. Eisverkäufer, der auch warme Getränke verkauft)
  • Was ist das Ziel der Risikoaggregation? Die Bestimmung der Gesamtrisikoposition eines Unternehmens Durch die Beurteilung des Gesamtrisikoumfangs it es möglich, eine Aussage darüber zu treffen, ob die Risikotragfähigkeit (vorhandenes Eigenkapital plus Liquiditätsreserven) des Unternehmens ausreichend ist, oder ob langfristig der Bestand des Unternehmens gefährdet ist Ein zweites Ziel der Risikoaggregation ist die relative Bedeutung von Einzelrisiken auf die Unternehmensentwicklung zu ermitteln --> Ableitung einer klaren Prioritätenliste für die zu ergreifenden Risikomanagementmaßnahmen
  • Was besagt die Monte-Carlo-Simulation? Berechnung unterschiedlicher Szenarien S1, S2,...Sn unter Berücksichtigung der einzelnen Risiken R1...R6
  • Wozu kann eine Riskmap bzw. Risikomatrix dienen? Identifizierte und bewertete Risiken können übersichtlich dargestellt werden; man erkennt dadurch auf einen Blick, welche Risiken bedeutsam sind.
  • Nenne die Grenzen der Risikobewertung! Die Risikobewertung, insb. die Risikoaggregation ist mit erheblichem Aufwand verbunden. Insofern ist es nicht möglich, alle identifizierten Risiken auch detailliert zu bewerten, in der Praxis muss sich die Bewertung auf ausgewählte Risiken beschränken Oftmals fehlen im Umgang mit Risiken Erfahrungswerte, insofern können bei Schätzung von Verteilungsfunktionen Fehler auftreten, so dass vermeintlich kleine Risiken unterschätzt werden Entschedingsträger handeln zudem nicht immer rational, so werden bestimmte Entscheidungen "aus dem Bauch heraus" getroffen, ohne die Informationen aus dem Risikomanagement zu berücksichtigen.
  • Was sind gesetzliche Anforderungen an die Risikobewertung? Quantitative Bewertung von Risikopotenzialen (PS 340 IDW; DRS 5) Bruttobetrachtung (PS 340 IDW; DRS 5) Geeigneter Prognosezeitraum (DRS 5)
  • Was versteht man unter Bruttobetrachtung (PS 340 IDW)? Chancen und Risiken dürfen nicht saldiert werden.
  • Was sind Betriebswirtschaftliche Anforderungen an die Risikobewertung? Anwendbarkeit auf eine Vielzahl verschiedener Risiken Leichte Nachvollziehbarkeit und Interpretierbarkeit der Risikomaßgröße Gewährleistung einer objektiven Messung Monetäre Quantifizierbarkeit der Risikoauswirkungen Berücksichtigung von Risikointerdependenzen Wirtschaftliche Messung/Bewertung
  • Was sind Ziele und Aufgaben der Risikosteuerung? Gegenstand der Risikosteuerung ist die aktive Einflussnahme auf die identifizierten und bewerteten Risiken Ziel ist es hierbei, die Risiken kontrollier- und damit beherrschbar zu machen Im Vordergrund steht die Optimierung des Risikoprofils des Unternehmens Die Risikosteuerung soll dem Unternehmen dabei helfen, die "richtigen" Risiken einzugehen.
  • Nenne die Stufen der Risikosteuerung! Vermeidung Verminderung Überwälzung Übernahme
  • Was sind Ursachenbezogene Maßnahmen bei der Risikosteuerung? Vermeidung und Verminderung
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  • Was sind wirkungsbezogene Maßnahmen bei der Risikosteuerung? Überwälzung und Übernahme
  • Wie kann Risikovermeidung näher beschrieben werden? Risikovermeidung ist eine ursachenbezogene Maßnahme, die versucht die Einzelrisiken in ihrem Ursprung anzugehen und zu beseitigen Dies kann z.B. den Ausstieg aus einem gefährlichen Projekt oder Geschäftsfeld bedeuten Dieser Ausstieg bedeutet aber gleichzeitig auch den Verzicht auf Erträge - daher sollte die Risikovermeidung nur auf Risiken mit großen Gefahrenpotential angewandt werden. Auch die Anpassung der Prozessabläufe kann zur Vermeidung von Risiken beitragen Oftmals muss nicht das gesamte Projekt aufgegeben werden, sondern ledigliech ein spezieller Bereich Vermeidung von Risiken durch die Verlagerung von Unternehmensteilen in andere Länder ist eine weitere Variante --> Imagerisiko
  • Was ist Risikoverminderung? Risikoverminderung ist, wenn Risiken auf Dritte (nicht Versicherer) überwälzt werden, um innerhalb des Unternehmens einen Risikoausgleich zu erzielen oder durch technische und organisatorische Maßnahmen Schäden zu verhüten.
  • Auf welche Wirtschaftssubjekte können Risiken bei der Risikoverminderung externalisiert werden? Haftunsvereinbarungen und Gewährleistungen in den AGB Outsourcing von Unternehmensfunktionen Leasingverträge für Produktionsmaschinen, EDV Innerhalb eines Konzerns können Risiken - sofern sie voneinander unabhängig sind - regional, objektbezogen oder personenbezogen gestreut werden
  • Was sind Technische und organisatorische Maßnahmen zur Risikoverminderung? Brandschutz Umweltschutz Arbeitsschutz und Sicherheit Schutz der Infrastrukturbereiche Maßnahmen gegen Haftpflichtrisiken Schutz gegen Beschaffungs-, Enwicklungs-, Produktions-, Absatz- und Haftungsrisiken Schutz der EDV-Prozesse Schutz gegen Vertrauensschäden Schutz gegen Computermissbrauch und Informationsabfluss Schutz gegen Einbruch-Diebstahl Werkschutz Transportsicherung
  • Wie kann Risikoüberwälzung näher beschrieben werden? Überwälzung oder Transferieren von Risiken ist eine klassische Maßnahme, die auf Abschluss geeigneter Versicherungen abzielt Überwälzung des Risikos auf Vertragspartner ist ebenfalls möglich, ist jedoch von der Verhandlungsposition des eigenen Unternehmens abhängig Weiterhin zählen zur Risikoüberwälzung auch Absicherungen über derivate Finanzprodukte (z.B. Zinsswaps, Forwards etc.) dazu, die durch ihre Vielseitigkeit und Kombinierbarkeit in vielen Fällen einsetzbar sind, jedoch bei komplexeren Lösungen umfangreiche Kenntnisse erfordern Neuartige versicherungsorientierte Lösungen sind "Alternative Risikotransfers" die Korrelationseffekte zwischen verschiedenen Risiken (z.B. Naturereignisse, Währungsschwankungen) über Mehrjahreszeiträume ausnutzen und damit Gesamdschadenshöhe reduzieren.
  • Wie kann die Risikoübernahme näher beschrieben werden? Da eine vollständige Neutralisierung von Risiken kaum möglich ist, muss das Restirisko vom Unternehmen selbst getragen werden Restrisiko beschränkt sich häufig auf Kernrisiken, die im unmittelbaren Zusammenhang mit dem Aufbau und Nutzen der Erfolgspotenziale eines Unternehmens stehen Für die letztendlich selbst zu tragenden Risiken ist für eine angemessene Eigenkapitalausstattung und Liquiditätsreserve zu sorgen, um selbst im "worst case", dem Fall in dem alle Restrisiken im vollen Umfang eintreten, sämtliche Schäden finanzieren zu können Vereinfacht lässt sich daraus ableiten, dass die Summe der Restrisiken als minimaler Eigenkapitalbedarf eines Unternemens gesehen werden kann.
  • Was bedeutet ALARP? As Low As Reasonably Practicable So niedrig, wie vernünftigerweise praktikabel
  • Was besagt das ALARP-Prinzip? Alarp ist ein Prinzip der Risikoreduzierung, das beasgt, dass risiken auf ein Maß zu reduzieren sind, welches den höchstens Sicherheitsgrad garantiert, der vernünftigerweise noch praktikabel, d.h. finanziell und/oder mit technisch vertretbaren Aufwand zu verwirklichen ist Der Risikograph stellt dabei eine Schablone dar um festzustellen, in welchem Bereich Risiken einzuordnen sind Einstufung der Risiken erfolgt durch Schadensausmaß und Eintrittswahrscheinlichkeit Risiken im inakzeptablen Bereich sind durch risikomindernde Maßnahmen in den ALARP-Bereich zu bringen Falls Reduzierung des Risikos nicht möglich, sollten Analysen zu Risiko und Nutzen unternommen werden, um festzustellen, ob der Nutzen die Risiken überwiegt.
  • Welche Kritik gibt es zu den klassischen Wahrscheinlichkeiten? Kritik: a priori-Urteil über Gleichwahrscheinlichkeit und bei ökonomischen Entscheidungen sind a priori Annahmen über gleichwahrscheinliche Szenarien i.d.R. nicht möglich.
  • Welche Kritik gibt es zu den statistischen Wahrscheinlichkeiten? Kritik: Beobachtbare relative Häufigkeiten in ausreichender Größe in der Realität allerdings selten vorhanden.
  • Nenne die Kritik an subjektiven Wahrscheinlichkeiten. Kritik: Fehlende intersubjektive Nachprüfbarkeit; Schlechter Informationsstand beeinflusst Entscheidung