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Diffenetielle Psychologie (Subject) / 2a. Psychodynamische Ansätze: Sigmund Freud (Lesson)

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  • Welche 3 Psychodynamische Ansätze gibt es? Freuds Persönlichkeitskonzeption Adlers Individualpsychologischer Ansatz Jungs Analytischer Ansatz
  • Freud: Fassen den Ansatz Kurz zusammen Freud unterschied veranlagte (Triebe) und Umweltfaktoren (frühkindliche Sozialisation) zur Erklärung interindividueller Persönlichkeitsunterschiede Dynamisches Modell (Triebstärke): Sexualtrieb, Aggressionstrieb Strukturmodell: Ich, Es, Über-Ich --> Ängste (real, moralisch, neurotisch) --> Abwehrmechanismen (z.B. Projektion, Regression, Verdrängung, etc.) Bewusstseinsebenen (Bewusstes, Vorbewusstes, Unbewusstes) Psychosexuelle Entwicklungsphasen: Oral, Anal, Phallisch, Latenz, Genital → Störungen → Charakterfixierungen Psychoanalyse (Traumdeutung, freie Assoziation) Gesamtbewertung: Probleme der Prüfbarkeit
  • Freud: Beschreibe das Dynamische Modell Die menschliche Psyche als dynamisches Energiesystem: Dynamik zwischen Stärken und Schwächen Alle psychischen Prozesse (Gedanken, Gefühle und Verhalten) erfordern und verbrauchen Energie, von angeborenen Trieben bereitgestellt Umwandlung von biologischer in psychische Energie → Triebspannung, die nach Entladung verlangt Entladung von Triebspannung wird als lustvoll empfunden Aufstauung der Triebspannung wird als unangenehm empfunden 2 Elementare Triebe: Sexualtrieb und Agressionstrieb
  • Freud: Beschriebe das Strukturmodell Drei psychische Instanzen zur Steuerung der Triebbefriedigung: Es = der von Geburt an angelegte Sitz der Triebe, der nach unmittelbarer Triebbefriedigung verlangt (Lustprinzip). Ich = entwickelt sich nach dem Es und handelt in Auseinandersetzung mit der Umwelt und den gemachten Erfahrungen, um „vernünftig“ Triebbefriedigung zu erreichen, ohne dabei in Konflikt mit sozialen Normen und Werten (Über-Ich) zu gelangen (Realitätsprinzip). Über-Ich = der zuletzt entwickelte Sitz der internalisierten Gebote (Ideal-Ich) und Verbote (Gewissen), welche von Bezugspersonen und der Kultur vermittelt werden, Triebe bewerten und „nichtmoralisches“ Denken, Fühlen und Verhalten mit Schuldgefühlen bestrafen (Moralitätsprinzip).
  • Freud: wie entstehen Änste? und welche werden Unterschiedne? Wenn das ich nicht in der Lage ist, den Anforderungen von Es, Über-Ich und Außenwelt gerecht zu werden, entstehen Konflikte, die Angst auslösen: Realangst: entstehet durch Bedrohung aus der Außenwelt. Zb die Anordnung von Strafe für den Fall dass gegen eine Vorschrift verstoßen wird. Moralische Angst: entsteht, wenn das Ich gegen Ansprüche des Über-Ich verstößt. In diesem Fall droht das Über-Ich mit „Gewissensbissen“ Neurotische Angst: entsteht, wenn das Ich die triebhaften Ansprüche des Es nicht befriedigen kann und befürchten muss, die Kontrolle über das Es zu verlieren.
  • Freud: Wo zu sind die Abwehrmechanisem? nenne Beispiele zur Vorbeugung und Bewältigung von Ängsten setzt das Ich Abwehrmechanismen ein: Verschiebung: Die Triebenergie wird vom ursprünglichen Triebobjekt auf ein anderes Objekt verlagert. zB Wut auf Vater wird auf Bruder verlagert Subliminierung: Verbotene Formen der Triebbefriedigung werden durch zulässige Handlungen ersetzt. zB: Agressionen werden durch Schlagzeigspielen subliminiert Projektion: Der eigene Triebwunsch wird anderer Person unterstellt. zB die eigene Agressionen werden als Notwehr dargestellt
  • Freud: Beschriebe die 3 Bewustseinsebenen Bewusstsein: enthält alle gegenwärtigen Gedanken, Vorstellungen, Erinnerungen und Bilder, auf die die Person willentlich zugreift. Vorbewusstsein: enthält alle bewusstseinsfähige Inhalte (v.a. Erinnerungen), die sich bei Bedarf sofort ins Bewusstsein rufen lassen. Unterbewusstsein: enthält alle Gefühle, Erinnerungen und Wünsche, die nicht willkürlich zugängig gemacht werden können aber über motivationale Kräfte verhaltenswirksam werden (z.B. Freudscher Versprecher).
  • Freud: Beschreibe das Entwicklungsmodell die Psychosexuelle Entwicklung Die Art der Triebbefriedigung ändere sich während der Kindheit mehrfach und durchlaufe eine feste Abfolge von Phasen. Jede psychosexuelle Entwicklungsphase ist durch eine erogene Zone des Körpers definiert in der libidinöse Triebspannung erzeugt und abgebaut wird:     Phase                                       Lebensjahre Orale Phase:                                         0-1Anale Phase:                                        1-3Phallische oder Ödipale Phase:         3-5Latenzphase:                                        5-PubertätGenitale Phase:                                    Pubertät bis Erwachsenenalter
  • Freud: Beschreibe die Verschiedenen Phasen Orale Phase: Mund, Lippen und ZungeBedürfnis: Auf- und EinnehmenTriebbefriedigung: Saugen (auch ohne Nahrungsaufnahme)Entwicklungsaufgabe: Aufbau sozialen Vertrauens Anale Phase: AnusBedürfnis: AusscheidungTriebbefriedigung: kontrollierter StuhlgangEntwicklungsaufgabe: Aufbau eines Selbstwertgefühl → Entwicklung der Ich-Stärke (des Selbstvertrauens) Phallische Phase: GenitalienBedürfnis: Jungen rivalisieren mit Vater um Mutter → Angst vor dem Vater, Mädchen rivalisieren mit Mutter um Vater → Angst vor der MutterTriebbefriedigung: Bindung an das gegengeschlechtliche ElternteilEntwicklungsaufgabe: Identifikation mit dem gleichgeschlechtlichen Elternteil Latenzphase: Sexualtrieb „schlummert“ und die geistige Entwicklung tritt in den Vordergrund, Identifikation mit gleichgeschlechtlichen Peers wird wichtiger Genitale Phase: GenitalienBedürfnis: Jungen wollen Sex mit Mädchen, Mädchen wollen Sex mit JungenTriebbefriedigung: Sexualität
  • Freud: Welche Art von Störungen gibt es in der psychosexuellen Entwicklung? Fixierung: Steckenbleiben auf einer Entwicklungsstufe. zu viel oder zu wenig Triebbefriedigung während einer bestimmten psychosexuellen Entwicklungsstufe Regression: Rückfall auf eine frühere Form der Triebbefriedigung Unregelmäßige oder erschwerte Triebbefriedigung während einer bestimmten psychosexuellen Entwicklungsstufe Fixierung und Regression sind zeitlich und situativ begrenzte Phänomene, äußern sich durch Verhaltensweisen zum Abbau von Triebspannung, die nicht dem Alter der Person entsprechen
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  • Freud: nenne die Verschiedenen Charakterfixierungen oraler Charakter: oral rezeptiver Charakter: oral aggressiver Charakter: anal retentiver Charakter: anal explosiver Charakter: männlich phallischer Charakter weiblich phallischer Charakter
  • Freud: Beschriebe den - oraler Charakter: - oral rezeptiver Charakter: - oral aggressiver Charakter: oraler Charakter: Störung der Bedürfnisbefriedigung während der oralen Phasezeigt Vorliebe für oral vermittelte Genüsse (Essen, Trinken, Rauchen, Lutschen)hat höheres Suchtpotential für Drogen, ist sensationslustig, neu- und wissbegierig oral rezeptiver Charakter: Zu viel Bedürfnisbefriedigung während der oralen Phaseabhängig, vertrauensselig, leichtgläubig, submissiv oral aggressiver Charakter: Zu wenig Bedürfnisbefriedigung während der oralen Phaseausbeuterisch, missgünstig, dominant, strebt nach materiellen Gewinn
  • Freud: Beschreibe die - Anal retentiver Charakter - anal explosiver Charakter - Mönnlich phallischer Chrakater - weiblich phallischer Charakter anal retentiver Charakter: Störung der Bedürfnisbefriedigung während der analen Phase, zB zu strenge Sauberkeitserziehung starkes Bedürfnis nach KontrolleOrdnung, Regeln und Struktur, zeigt zwanghafte Verhaltensweisen anal explosiver Charakter:z.B. zu späte und zu laxe Sauberkeitserziehung, Bedürfnis nach Selbstbestimmung, geringe Selbstkontrolle und ist verschwenderischist unordentlich, undiszipliniert und impulsiv männlich phallischer Charakter: Störung der Bedürfnisbefriedigung während der phallischen Phase, z.B. gestörte Identifikation der Jungen mit dem Vaterbetont seine Männlichkeit und Potenz übermäßig, achtet auf seine Figurstrebt nach Macht und Anerkennung weiblich phallischer Charakterz.B. gestörte Identifikation der Mädchen mit ihrer Mutterbetont Weiblichkeit durch kokettes Auftreten und Kleiden, leugnet sexuelle Absichtenzeigt sich naiv, abhängig und unterwürfig
  • Freud: Beschreibe die Psychoanalyse: Traumdeutung Im Schlaf sei die Kontrolle des Ichs über das Es ausgeschaltet → Ausleben der Triebimpulse im Traumgeschehen Träume geben Auskunft über verdrängte Wünsche und Konflikte, die symbolisch verschlüsselt seien (manifeste Trauminhalte) Traumtagebücher zum Festhalten manifester Trauminhalte, die vom ausgebildeten Psychoanalytiker gedeutet werden müssen (latente Trauminhalte) Es existiert kein feststehender Symbolkatalog, Trauminhalte müssen vom Analytiker patientenspezifisch unter anderem auch durch weitere Methoden (z.B. freies Assoziieren) interpretiert werden
  • Freund: Beschriebe die Psychoanalyse: Freie Assoziation Der Patient lässt im entspannten Zustand (meist auf der Couch) seinen Gedanken zu bestimmten Inhalten (z.B. manifeste Trauminhalte) unzensiert freien Lauf Gedankengebilde wird durch Psychoanalytiker interpretiert Oft identifiziert der Patient den Therapeuten mit wichtigen Bezugspersonen und überträgt Gefühle und Triebwünsche gegenüber diesen Personen auf den Therapeuten (Projektion) → Aufdeckung verdrängter Wünsche und Konflikte Als Behandlungsmethode reagiert der Therapeut mit Gegenübertragung, indem er sich so verhält wie die entsprechenden Personen → Konflikte werden neu durchlebt, ins Bewusstsein gerückt und können so bewältigt werden
  • Freud: beschreibe die 3 Zentralen Annahmen der freien Assoziation alle Gedanken des Patienten führen zu unbewussten Geistesinhalten die bedeutsam sind durch die Therapie werden die Gedanken zu wichtigen Inhalten gelenkt (solange kein Wiederstand Wiederstand wird durch Entspannung minimiert und durch Konzentration maximiert
  • Freud: gebe eine allgemeine Bewertung der Persönlichkeitskonzeption von Freud Beschreibung: Theorie beschreibt viele psychische Phänomene und ermöglicht die Beschreibung von Persönlichkeitsunterschieden. Aber: geringe repräsentativität, schlechte Beschreibung aller Menschen Erklärung: Genetische (zB Tirebe)und erfahrungsabhängige Faktoren (zB Charakterfixierung) Vollständigkeit u Sparamkeit: umfasst große Bandbereite von Motiven, Verhaltensweisen, Emotionen und Prozess der Persönlichkeitsentwicklung Prüfbarkeit: die meisten Konzepte (zB Libido) sind nicht operationalisierbar (nur Abwehrmechanismen konnte bestärigt werden. Persönlichkeitsentwicklung geht zB ins hohe Erwachsenenalter Produktivität: revulutionäre Ideen! Disskusionen bis heute, weiterentwicklung psychoanalytischer Konzepte, neue Theorienentwicklung Praxiswert: positiver Einfluss auf sicht von psychisch Kranken,Charakterbeschreibungen wurden früher im ICD u DSM verwendet, Psychoanalyse vorleufer der heutigen Therapien, Teure u aufwändige diagnostische u Behandlungsmethode, wird aber von Kasse gezahlt
  • wie ist die persönlichkeitspsychologische Bedeutung des Dynamischen Modells von Freud? Allgemeinpsychologisch: Das Strukturmodell ist ein System zur Beschreibung psychischer Instanzen bei allen Menschen Differentiell psychologisch:Individuelle Unterschiede in der Ich-Stärke (Entwicklung des Selbstwertgefühls)Kulturelle Unterschiede → Variation zwischen Kulturen hinsichtlich der Gebote und Verbote im Über-Ich → Variation in der Regulation der Triebbefriedigung (z.B. Homosexualität, Polygamie) → Variation hinsichtlich der Intensität von Konflikten/Ängsten und AbwehrmechanismenAusbildung der Vorlieben für bestimmte Abwehrmechanismen → Typen (z.B. „Represser“; „Verdränger“)