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Sozialpsychologie (Subject) / existentielle Bedrohung (Lesson)
- Bedrohung als Quelle einer (Di-)Stressreaktion • Stressreaktion erfolgt, wenn Schaden erwartet wird, der durchbestehende Ressourcen des Individuums (zunächst) nichtabgewendet werden kann.• Dauerstress ist assoziiert mit Bluthochdruck, erhöhtemHerzinfarktrisiko, Kopf- und Rückenschmerzen, reduzierterImmunreaktion
- Ironic Process Theory Es gibt zwei Prozesse der Unterdrückung von Gedanken (d.h.Prozesse der mentalen Kontrolle): • Operating Process: Intentionaler und ressourcenabhängigerProzess, der nach gewünschten mentalen Inhalten sucht.• Monitoring Process: unbewusster und ressourcenunabhängigerProzess, der nach ungewünschten, zuunterdrückenden Gedanken sucht (bei Fund wird der OperatingProcess ausgelöst). Unter Ablenkung schlägt Unterdrückung nicht nur fehl, sondernführt zu einer stärkeren Zugänglichkeit unerwünschter Inhalte.
- Pennebaker Paradigma • mehrere (meistens 3) Tage lang 15 Minuten schreiben über:Traumatisches Ereignis (z.B. Tod eines geliebten Menschen,sexueller Missbrauch, Misshandlung) oder neutrales Ereignis(z.B. Pläne für den Tag) [UV]• anfangs zeigt die Trauma-Gruppe zwar mehr Stresssymptome,aber am Ende haben diese Personen– bessere Stimmung– Verbesserung des Immunsystems– weniger Arztbesuche • der Effekt des Schreibens wird vermittelt durch den Gebrauchsinnstiftende Begriffe (z.B. “because”, “cause”, “reason”) undEinsichtswörter (z.B. “realize”,”know”, “understand”)• überraschende Ereignisse rufen stärkere emotionaleReaktionen hervor sinnstiftende Begriffe undEinsichtswörter reduzieren Unsicherheit (machen Ereignisse„rückwirkend vorhersagbar“)• …sinnstiftende Begriffe sollten daher auch positiven Affektreduzieren
- Terror Management Theory Gedanken an den Tod werden bewusst (Potential für „terror“)▼proximale (direkte) Verteidigung: Rationalisierung|Verleugnung▼Zugänglichkeit todesbezogener Gedanken geringZugänglichkeit todesbezogener Gedankenaußerhalb des Bewusstseins steigt▼distale (symbolische) Verteidigung: Verteidigung des eigenenkulturellen Weltbildes oder Erhöhung des Selbstwertes▼Zugänglichkeit todesbezogener Gedankenist reduziert, der „terror“ ist bewältigt Kulturelles Weltbild:Gesellschaftlich/kulturell geteilte Vorstellung der Realität, die• das Leben mit Sinn, Struktur und Beständigkeit erfüllt• Erklärungen bietet, wie die Welt entstanden ist, was der Sinn desLebens ist und was nach unserem Tod passiert• die Standards für die Bewertung von Verhalten als gut oder schlechtdurch Gesetze und Moral setztSelbstwert:Überzeugung, dass man selbst die Standards und Werte erfüllt, die imindividuellen Weltbild enthalten sind. Schutz vor Auslöschung - symbolische oder konkrete Form desWeiterlebens nach dem Tod
- Mortalitätssalienz führt zu: • Abwertung von Außen- vs. Eigengruppenmitgliedern• Aggression• prosoziales Verhalten• Nationalismus• Rassismus• Materialismus• Stereotypisierung• Stärkeren kognitiven Verzerrungen
- Affective Forecasting Vorhersage des Einflusses eines zukünftigen Ereignisses auf dasemotionale Erleben.• Leute sind gut darin, Valenz und Intensität vorherzusagen:“Most people recognize that a weekend in Paris would be moreenjoyable than gallbladder surgery.” (Gilbert et al., 1998)• Leute sind nicht gut bei der Vorhersage der Dauer eineremotionalen Reaktion– Immune Neglect (Gilbert et al., 1998)– Focalism (Wilson et al., 2000)
- Immune Neglect Personen sind sich ihres psychologischen Immunsystems (d.h. denkognitiven Mechanismen des Umgangs mit Bedrohung) nichtbewusst und Überschätzungen daher den Einfluss zukünftigerEreignisse
- Focalism Überfokussierung auf vorhergesagtes Ereignis Personen neigen dazu, nur auf das vorhergesagte Ereignis zufokussieren und Vernachlässigen dabei die affektivenKonsequenzen anderer Ereignisse (Kontext wird vernachlässigt)• Verzerrungen im affective forecasting lassen sich durch eineErhöhung der Aufmerksamkeit für Kontextereignissereduzieren
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