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Gesundheitsmanagement (Subject) / Altklausuren (Lesson)
Altklausurfragen und Fragen zu den VL der Gastdozenten
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- Nenne Zielgrößen der LM-Sicherheit Lebens- und Futtermittelsicherheit Tier- und Pflanzenschutz Tiergesundheit Menschliche Gesundheit und Infektionsschutz Nachhaltigkeit Lebensmittelqualität Globaler Handel Zulassung und Kontrolle von Tierarznei- und Pflanzenschutzmitteln
- Welche Akteure (auch auf EU-Ebene sind an der LM-Sicherheit beteiligt? Landwirtschaft Verarbeitende Betriebe (Unternehmen, Dienstleister) Verbraucher Wissenschaft (Hochschulen) Politik Behörden und Regierungsorganisationen
- Beschreibe den Risikomanagementprozess für ein Unternehmen 1. Risikoanalyse = Risiken identifizieren 2. Risikobewertung 3. Risikosteuerung 4. Risikoüberwachung und Prävention
- Beschreibe den Schritt der Risikoidentifikation im Risikomanagement-Prozess eines Unternehmens Risiken identifizieren und beschreiben Risiken bewerten (Risikopotential, Eintrittswahrscheinlichkeit, Schadenshöhe) Maßnahmen zur Prävention und zum Management definieren Wichtig: Anzahl der Risiken muss überschaubar bleiben Beherrschung der Risiken muss hinsichtlich Ursache, Wirkung und Abhilfe spezifiziert werden Hergeleitete Abhilfe- und Präventionsmaßnahmen müssen möglichst praxisnah definiert und beschrieben werden
- Beschreibe den Schritt der Risikobewertung im Risikomanagementprozess eines Unternehmens Input: Risikoanlayse 1. Bewertung der Risiken anhand abgeleiteter Messgrößen => Risikowert = Schadenshöhe x Eintrittswahrscheinlichkeit Beispiele: Risiken deren Eintrittswahrscheinlichkeit gegen Null tendieren, deren Eintreten allerdings erhebliche Schadenshöhe bedingen würde Alltägliche Risiken auftreten, von untergeordneter Schadenshöhe die allerdings in Summe wirtschaftlich ins Gewicht fallen Unvermeidbare Risiken, bei denen Präventivmaßnahmen zu einer direkten Risiko- und Schadensminimierung beitragen 2. Einlfießen der Ergebnisse in eine Bewertungsmatrix Orientierung der Risikobewertung an Unternehmenszielen (birgt wiederum auch Risiken z.B. finanzielle und personelle), Gefahrenpotential, Eintrittswahrscheinlichkeit
- Beschreibe den Schritt der Risikoanalyse im Risikomanagementprozess eines Unternehmens Input: Identifizierte Risiken Kategorisierung und Dokumentation der identifizierten Risiken Definition von Verantwortlichen für die Bewertung
- Beschreibe den Schritt der Risikosteuerung im Risikomanagementprozess eines Unternehmens Input: Risikoanalyse und -bewertung 1. Ermittlung von geeigneten Strategien (unter Berücksichtigung der täglichen Unternmehmenabläufe) Risiken differenzieren (tägliche, periodische, einmalige Risiken) Gliederung des Risikomanagements nach Funktionen und Rollen anhand der Unternehmensgröße und -struktur sowie nationalen und internationalen Beschaffungs- und Absatzmärkten 2. Ableitung von Maßnahmen 3. Zuordnung von Verantwortlichkeiten Verantwortlichkeiten der Unternehmensleitung: Festlegung der Risikostrategie sowie jährliche Überprüfung und Anpassung Absicherung der Rahmenbedingungen des Risikomanagements Einhaltung der Risikomanagementprozesse
- Beschreibe den Schritt der Risikoüberwachung im Risikomanagementprozess eines Unternehmens Input: Risikobewertung 1. Fortwährende Überwachung des Systems und der Präventionsmaßnahmen Nutzung von internen (Bsp.: HACCP) und externen (EU rapid Alert System for Food and Feed) Frühwarnsystemen Anhand von Ablaufprozessen die jeweiligen Maßnahmen, Verantwortlichen und Mitwirkenden sowie mitgeltende Dokumente definieren und dokumentieren 2. Bewertung der Wirksamkeit und der Umsetzung der Maßnahmen Risiken sind dynamisch, ändern sich die Rahmenbedingungen für den Eintritt, ist eine erneute Überprüfung und Analyse zwingend erforderlich (Kreis schließt sich). Zentral geht es bei der Überwachung von Risiken darum, zu erkennen ob sich ein identifiziertes Risiko im Projektverkauf verändert bzw. ob ein Risiko eintritt. Für die Risiken wurden entsprechende Maßnahmen definiert. Hier gilt es festzustellen, ob diese Maßnahmen – so wie beschlossen – umgesetzt werden und ob die Durchführung der Maßnahme genau auf das Nichteintreten des Risikos wirkt.
- Nenne die Phasen einer Lebensmittelkrise mit Beispielen 1. Auftreten eines Problems auf einer Stufe der Lebensmittelkette Bsp.: Landwirte - Geflügel mit Vogelgrippe angesteckt 2. Berichterstattung in den Medien (mögliche Skandalisierung) Bsp.: Hauptfokus auf voranschreitender Ausbreitung und politischen Maßnahmen, aber auch Hervorhebung von Infektionen beim Menschen obwohl Risiko hierfür sehr gering ist. 3. Reaktion der Verbraucher und Erzeuger Bsp.: Rückgang des Verzehrs von Geflügelprodukten, Verunsicherung bei Haustierhaltern 4. Politisches Handeln Bsp.: Importverbote, Verbot von Geflügelmärkten u.ä., Stallpflicht, Festlegung von Sperrbezirken, Geflügelpest-VO 5. Entwarnung, Vergessen, Normalisierung Bsp.: Geflügelpest ist nicht auszulöschen, weshalb keine offizielle Entwarnung möglich ist. Es kommt noch immer zu Fällen, aber Verbraucherverunsicherung ist durch die verschwundene Aufmerksamkeit der Medien nicht mehr vorhanden (= vergessen/normalisieren)
- Do's & Dont's bei der Risikokommunikation aus unternehmerischer Sicht Risikokommunikation = der zielgerichtete Austausch von Informationen und Meinungen über Risiken zwischen intersessierten Beteiligten (Politik, Wissenschaft, Verbände, Medien, Bürger,...) Do's = transparente, verständliche und nutzbare Risikokommunikation zielgruppengerechte Formulierung von Stellungnahmen (Zielgruppe ≠ Adressat) allgemein verständlicher Sprachgebrauch wenn möglich numerische Angaben (Bsp.: trat in x von y Fällen auf) zu Häufigkeiten, Gefahren, Eintrittwahrscheinlichkeiten anstelle von beschreibenden Angaben (Bsp.: häufig, selten,...) oder Prozenangaben Angaben zur Herkunft der Daten die der Risikobewertung zugrunde liegen (Bsp.: wissenschaftl. Veröffentlichung, Verzehrsstudien,...) Kein Wechsel zwischen Einheiten bei quantitativen Einheiten Vermeidung nicht aussagekräftiger Formulierungen (Bsp.: Gesundheitsrisiken sind nicht auszuschließen) Schlagwortartige Angabe von Häufigkeiten, Eintrittswahrscheinlichkeiten und Schwere der gesundheitl. Beeinträchtigung wenn keine numerischen Angaben möglich Dont's: komplizierte fachliche Formulierungen Fachsprache Beschreibende Angaben oder Prozentangaben Wechsel zwischen Einheiten bei quantitativen Daten Nicht aussagekräftige Formulierungen bzw. schwammige Aussagen
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- Kriterien der Risikobewertung anhand eines Beispiels Beispiel: Kontaminantion einer Wurst mit einer Messerspitze Eintrittwahrscheinlichkeit bzw. Häufigkeit des Schadens --> Wie hoch ist die Ws, dass eine Messerspitze im Prozess der Wurstherstellung auftaucht? Prozessschritt? = Zerlegung Entdeckungswahrscheinlichkeit --> Wie hoch ist die Ws, dass die Messerspitze entdeckt wird? Wird sie in einem anderen Prozessschritt möglicherweise entfernt Auswirkungen des Schadens --> Wie hoch ist das Verletzungsrisiko für Konsumenten? Größe der Messerspitze Art der Wurst Schwere des Schadens bzw. Schadenshöhe --> Abschätzung der Schwere der Verletzung Welche Verletzungen können entstehen? Wo können Verletzungen entstehen?
- Aufbau der Risikobewertung anhand eines Beispiels Identifizierung, Analyse, Bewertung Bsp.: Messerspitze in Wurst Gefahrenidentifizierung --> Identifikation von Risikofeldern entlang der Prozesskette Messer werden bei Zerlegung verwendet Gefahrenbeschreibung --> Bewertung der Risiken nach Gefahrenpotential, Eintrittswahrscheinlichkeit und Möglichkeit der Steuerung Wie hoch ist die Ws, dass eine Messerspitze im Prozess der Wurstherstellung auftaucht? Wie hoch ist die Ws, dass die Messerspitze entdeckt wird? Expositionsabschätzung Wie hoch ist das Verletzungsrisiko für Konsumenten? Abschätzung der Schwere der Verletzung Risikobeschreibung --> Erstellung eines Risikoprofils anhand einer skalierten Risikomatrix
- Definition "Emerging Diseases" Neu auftretende Krankheiten bzw. Krankheiten, die zuvor existierten, aber sich nun schnell ausbreiten
- Beispiel für ein Szenario einer Emerging disease, bei dem sowohl Menschen als auch Nutztiere betroffen wären Auftreten von Zoonosen wie z.B. EHEC gefährliche Variante des E-Coli Quelle: rohe Fleisch, Rohmilch, kontaminiertes Gemüse Vogelgrippe
- Kriterien zur Bewertung eines Risikos die betroffene Bevölkerung/-sgruppe (z.B. Schwangere, Senioren, Kranke, Kinder), Wahrscheinlichkeit und ggf. Häufigkeit des Schadenseintritts Art und Schwere der möglichen Schädigung Reversibilität der möglichen Schädigung Evidenz (Beweiskraft) für einen Kausalzusammenhang, Art und Qualität der zur Verfügung stehenden Daten einschließlich der Variabilitäten und Unsicherheiten, die Kontrollierbarkeit des Risikos.
- Definition Risikomanagement und Krisenmanagement Risikomanagement = der planvolle Umgang mit Risiken Krisenmanagement = die Beherrschung der Summe aller Maßnahmen und Aktivitäten, die im Krisenfall dazu beitragen, den Schaden für das Unternehmen zu begrenzen/minimieren.
- Unterschied Krisen- und Risikomanagement Krisenmanagement beginnt erst mit Eintreten einer Krise Besteht aus den Bereichen Krisenprävention, -früherkennung und -bewältigung fortlaufendes Frühwarnsystem, dass sich auf unerwartete Gefährdungen konzentriert Risikomanagement dient der Prävention von Krisen versucht quantitative Aussagen über bekannte und zu erwartende Risiken zu treffen Bereitet Szenarien vor, mit denen bei Eintritt eines Risikos reagiert werden kann Besteht aus Risikoidentifizierung, -bewertung, -bewältigung und -kontrolle
- Begründe warum es sich bei der Vogelgrippe um eine Krise handelt Vogelgrippe = Tierseuche ⇒ nicht zu beeinflussen, unorganisiert, ungewollt, unerwartet Gefährdung allgemein anerkannter Handlungsmuster = Verzehr von Geflügel Erkrankungen der Tiere sind unabhängig von gesetzlichen oder moralischen Verfehlungen ⇒ Schuld eines Ausbruchs kann nicht Unternehmen/Institutionen zugesprochen werden Ungewisse Zukunft ⇒ Ausiwrkungen sind nicht zu 100% durch den Menschen beeinflussbar (Vogelgrippe-Fälle kommen bis heute auch in D vor) Internationale Ausbreitung der Vogelgrippe = Ignoranz von Grenzen Öffentlichkeit/Bevölkerung wurde rechtzeitig und meist rein informativ über Risiken und Handlungsansätze informiert ⇒ keine "Skandalisierung" durch Medien Erzeugte großes Maß an Informationsbedarf (Wildvogelmonitoring, Task Force,...)
- Begründe, warum es sich bei dem Fall von Pferdefleisch in Lasagne um einen Skandal handelt Fall erregte Aufsehen und stellte öffentliches Ärgernis dar Missstand als Verstoß gegen Recht und Moral ⇒ verbunden mit dem Fehler eines Unternehmens/einer Institution Kriminelle Handlung (Schuldige/r war/en auszumachen = Fleischhändler) Schwerer Fall von LM-Betrug Falsche Kennzeichnung ⇒ Verbrauchertäuschung Verstoß gegen Moral z.B. aus religiösen Gründen Keine Gesundheitsgefährdung, aber ekelerregen
- Nenne Methoden zur Risikobeurteilung in Unternehmen. Risikoanalyse und -bewertung HACCP-Konzept ISO 31000, 9000/9001 ff IFS Fehlerbaumanalyse Risikomatrix FMEA-Bewrertung