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Psychologie, Arbeitspsychologie (Subject) / Arbeitspsychologie Definitionen (Lesson)

Gelau, mdl. Prüfung

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  • Willy Brandt über menschliche Arbeit, 1983 „Menschliche Arbeit hat nicht nur einen Ertrag, sie hat einen Sinn. Für die Mehrzahl der Bürger ist sie Gewähr eines gelingenden Lebensprozesses: Sie ermöglicht soziale Identität, Kontakte zu anderen Menschen über den Kreis der Familie hinaus und zwingt sie zu einem strukturierten Tagesablauf.“
  • Dritt-Personen-Kriterium Dritt-Personen-Kriterium: Unterscheidung unbezahlter Arbeit von Freizeitaktivität unbezahlte Arbeit = Arbeit, die auch von Dritten gegen Bezahlung übernommen werden könnte Unterscheidung von Erwerbs- und Reproduktionsarbeit Erwerbsarbeit = finanzielle Versorgung durch Erwerbstätigkeit Reproduktionsarbeit = unbezahlte Haus-/Familienarbeit
  • Karl Marx über Arbeit zit. nach Bamberg et al., 2012 „Eine Spinne verrichtet Operationen, die denen des Webers ähneln, und eine Biene beschämt durch den Bau ihrer Wachszellen manch menschlichen Baumeister. Was aber von vornherein den menschlichen Baumeister vor der besten  Biene auszeichnet, ist, dass er die Zelle in seinem Kopf gebaut hat, bevor er sie in Wachs baut. Am Ende des Arbeitsprozesses kommt ein Resultat heraus, das beim Beginn desselben schon in der Vorstellung des Arbeiters, also schon ideell, vorhanden war.“
  • Eine Aktivität gilt als Arbeit, wenn… man dafür Geld bekommt man für etwas verantwortlich ist es zu den eigenen Aufgaben gehört man dabei das Gefühl bekommt akzeptiert zu werden man sie an einem Arbeitsplatz ausführt sie den Wert einer Sache vergrößert – gewinnt an Wert
  • Arbeit bedeutet durch Aktivitäten Kompetenzen zu erwerben Struktur für Zeit und Aktivitäten Kontakt und Kooperation soziale Anerkennung persönliche Identität Sicherung der Existenz
  • Hoyos, 1974 - Arbeit „Arbeit ist eine Tätigkeit oder Aktivität, die im Rahmen bestimmter Aufgaben (Ziele) entfaltet wird und zu einem materiellen oder immateriellen Arbeitsergebnis führt, das in einem Normensystem bewertet werden kann. Sie erfolgt durch den Einsatz der körperlichen, psychischen oder seelischen Kräfte des Menschen und dient (auch) der Befriedigung seiner Bedürfnisse (Existenzsicherung).“
  • Frieling & Sonntag, 1999 (moderner) – Arbeit ist… zielgerichtete Tätigkeit und zweckrationales Handeln Daseinsvorsorge und dient der Schaffung optimaler Lebensbedingungen mit gesellschaftlichem Sinngehalt versehen und aufgabenbezogen – gesellschaftliches Normsystem vermittelnder Prozess zwischen Mensch und Umwelt, der sich in eingreifenden und verändernden Tätigkeiten äußert – Arbeit vollzieht sich in Organisationen
  • Nerdinger et al., 2011 - Arbeit „Arbeit lässt sich definieren als jede auf ein wirtschaftliches oder organisationales Ziel gerichtete menschliche Tätigkeit, bei der sowohl körperliche als auch geistige Kräfte eingesetzt werden. Bei der Arbeit geht es somit um planmäßige Handlungen, die auf die Erfüllung wirtschaftlicher oder organisationaler Prozesse unter bestimmten Bedingungen und oder Nutzung unterschiedlicher Ressourcen (insbesondere Werkzeuge bzw. technische Hilfsmittel sowie menschliche Fähigkeit und Leistungen) gerichtet sind.“
  • Hoyos, 1980 - Arbeitspsychologie „Die Arbeitspsychologie ist ein Teilgebiet der Angewandten Psychologie und befasst sich forschend, lehrend und praxisbezogen mit psychologischen Problemen, die im Zusammenhang mit menschlicher Arbeit stehen.“
  • Aufgaben der Arbeitspsychologie - Ulich, 1994 „Immerhin stimmt die Mehrzahl der deutschsprachigen Arbeitspsychologen wohl überein, dass die Aufgabe der Arbeitspsychologie in der Analyse und Bewertung von Arbeitstätigkeiten und Arbeitsstrukturen nach definierten Humankriterien sowie einer darauf aufbauenden Erarbeitung von Gestaltungsvorschlägen besteht.“
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  • BDP über Berufswelt „Arbeitswelt“ Organisationsberatung und –entwicklung für psychisch günstige Arbeitsbedingungen und Betriebsprozesse psychologische Diagnostik und Begutachtung bei der Personalauswahl Coaching als persönliche Hilfe zur Klärung beruflicher Orientierungen und Stärkung beruflicher Leistungsfähigkeiten Schulungen für Führungskräfte zur Verbesserung ihrer sozialen Kompetenzen in Betrieben und Organisationen
  • Theorien der Arbeitspsychologie: Handlungsregulationstheorie nach Hacker, 1999, zitiert nach Bamberg et al., 2012 „Handlung bezeichnet eine zeitlich in sich geschlossene, auf ein Ziel gerichtete sowie inhaltlich und zeitlich gegliederte Einheit der Tätigkeit, nämlich die kleinste psychologisch relevante Einheit willentlich gesteuerter Tätigkeiten von Individuen, Gruppen und Organisationen. Die Abgrenzung von Handlungen erfolgt durch das bewusste Ziel.“
  • Merkmale des Handelns: Zielgerichtetheit Antizipation eines angestrebten Handlungsergebnisses Beseitigung der Diskrepanz von Soll & Ist durch Handlung Bewusstheit Arbeitender kann über Handlungsziel Auskunft geben à Soll-Zustand kann vorher antizipiert werden (sh. Zitat Karl Marx) Gegenständlichkeit Handlungen sind auf Gegenstände der Umwelt bezogen Handlungen sind mit Konsequenzen verbunden (direkt auf Arbeitsziel bezogen & indirekt) Gesellschaftliche Eingebundenheit Gesellschaftlicher Einfluss prägt Handlungsbedingungen und lässt Handlungen entstehen (z.B. Elektriker à technische Revolution) Soziale Eingebundenheit Handeln findet in sozialen Bezügen statt und stellt diese her z.B. soziale Abstimmungsprozesse
  • Grundstruktur der Handlung Zielbildung: Wahrnehmen einer Diskrepanz Plan: Festlegung von Teilzielen Durchführung: Durcharbeiten des Plans – Transformationen (T1-3) Kontrolle: Überprüfung der Zielerreichung zyklische Einheit des Handelns
  • Hierarchisch-sequentielle Organisation zyklische Einheit des Handelns = vereinfachtes Modell à eigentlich viel komplexere Struktur für alle Teilziele (T1-T3) lassen sich viele weitere Teilschritte/-ziele formulieren jede Transformation bildet eigene zyklische Einheit weitere Möglichkeit: Ziel ist nur Teilziel einer größeren zyklischen Einheit
  • Ebenen der Handlungsregulation – nach Hacker sensumotorische Regulationsebene Verlauf von Aktionsprogrammen, die auf automatisierten Bewegungsabfolgen bestehen (nicht bewusstseinspflichtig) perzeptiv-begriffliche Regulationsebene Regulation des Einsatzes allgemeiner Handlungsschemata = komplexe Tätigkeitseinheiten, häufig benötigt, je nach Situation modifiziert intellektuelle Regulationsebene bewusste Analyse komplexer Situationen Entwurf bewusster Handlungspläne, Bedenken von Alternativen, Antizipation von Störungen
  • Arbeit als Tätigkeit Ausgangspunkt: „Warum wird der Mensch überhaupt tätig“ – Alexej Leontjews Teilsystem im Kontext gesamtgesellschaftlicher Aktivitäten des Menschen vermittelnd, gegenständlich, gestaltend und persönlichkeitsförderlich Tätigkeitsbegriff unterstreicht motivationspsychologische Verankerung von Handlungen
  • Methoden der Arbeitspsychologie vielfältige Methoden: Befragung, Beobachtung, physikalische/physiologische Messungen, psychometrische Tests/Diagnostik, Experiment, Simulation/Modellierung, spezifische Versuchspläne, spezifische Probleme im A&O-Bereich Metaanalyse quantitative Zusammenfassung der Forschungsergebnisse aus mehreren Einzelstudien zu einer Fragestellung Ergebnis = gewichteter Durchschnittswert der Differenzen bzw. Zusammenhänge aus analysierten Studien für Durchschnittswerte lässt sich prüfen, ob sie über Studien hinweg von Null verschieden eröffnet neue Möglichkeit der Generalisierung von Forschungsergebnissen über Stichproben und Untersuchungsumgebungen hinweg Probleme Abhängigkeit der Primärergebnisse Apple and Oranges-Problem Garbage in-Garbage out-Problem Publication Bias
  • Probleme der Methoden der Arbeitspsychologie rechtliche Rahmenbedingungen: Genehmigung durch Arbeitgeber und Betriebsrat häufig: innerbetriebliches Konfliktpotential (z.B. Leistungsbewertung, Rationalisierung) Finanzierung häufig: Konflikt zwischen „Allgemeinem“ und „Verwertbarem“ (meist sehr spezifisch) Unternehmenskultur: unterschiedliche Welten (z.B. zwischen universitärem Forscher und Betrieb; zwischen unterschiedlichen Branchen) Adäquatheit des Instruments Motivation: Belastung für betroffene Mitarbeiter „praxisfern“, da häufig „allgemein“ „Blindstudien“ meist nicht möglich Konflikt mit betriebsinterner Analyse
  • Organisationspsychologie - Kirchler, 2008 „Die Organisationspsychologie beschäftigt sich mit dem Erleben und Verhalten in Organisationen und untersucht dieses auf Mikro-, Meso- und Makroebene.“
  • Mikro-, Meso- und Makroebene Mikroebene Ebene von Individuen Betrachtung der Verhaltens- und Leistungsbedingungen von Individuen in Organisationen Mesoebene Ebene von Gruppen Betrachtung von Formen, Bedingungen und Prozesse von Arbeitsgruppen und Führungsbeziehungen Makroebene Ebene der Organisation als Ganzes Betrachtung der Merkmale der Organisation bzw. deren Beziehung zur Umwelt
  • Organisationen - Nerdinger et al., 2011 „Organisationen bezeichnen den Zusammenschluss von Menschen zur Erreichung bestimmter Ziele, die hierfür eine zielgerichtete Ordnung bzw. Regelung von Aufgaben in sozialen Gebilden…entwickelt haben bzw. sich dieser unterwerfen. Organisationen sind in der Regel durch bestimmte formale Strukturen gekennzeichnet, in denen festgelegt ist, was Organisationsmitglieder in welcher Situation wie zu tun haben, wer wem Anweisungen gibt…wer über was durch wen zu informieren ist und wer in welcher Hinsicht wie zu behandeln ist. Diese Funktions-, Führungs- und Kommunikationsstrukturen weisen je nach Zielsetzung, Größe und Selbstverständnis der Organisation sowie der wirtschaftlichen und kulturellen Rahmenbedingungen unterschiedliche Aufbau- und Ablaufformen auf.“
  • Arbeits- und Organisationspsychologie Bearbeitungsperspektive: wichtige Nachbardisziplinen Bearbeitungsperspektive: Grundlagen       z.B. Regulation von Arbeitstätigkeiten Diagnose            z.B. Arbeitsanalyse Intervention     z.B. Gruppenarbeitskonzepte Evaluation          z.B. Wirksamkeitsüberprüfung wichtige Nachbardisziplinen: Betriebswirtschaft Medizin Informatik- und Ingenieurswissenschaften Soziologie Rechtswissenschaften Berufs-, Wirtschafts- und Medienpädagogik
  • Ingenieurspsychologie - Hoyos, 1990 und Wickens & Kramer, 1985 - Thema „…die Anwendung der Psychologie auf die Nutzung, Steuerung und Wartung ingenieurwissenschaftlicher Produkte…“ durch „…Untersuchung des menschlichen Verhaltens mit dem Ziel der Verbesserung der Interaktion des Menschen mit Systemen.“
  • Aufgaben der Ingenieurspsychologie Fehlervermeidung Erhöhung der Produktivität und Effizienz Verbesserung der Sicherheit Verbesserung von Komfort und Bedienbarkeit
  • Themen der Ingenieurspsychologie Gestaltung von Mensch-Technik-Systemen Training und Ausbildung Auswirkung auf soziale Systeme und Kultur Akzeptanz von Technologie Technologiefolgenabschätzung betrifft nicht nur Arbeitsplatz
  • Arbeitspsychologie und Verkehrspsychologie nach Klebelsberg, 1982 zwei Gesichtspunkte der Verkehrspsychologie: als wissenschaftliche Disziplin als Berufsfeld Ausgangspunkt: Hypothesen aus Einzelerkenntnissen, Gesetzmäßigkeiten und Theorien der nichtangewandten Psychologie, aber auch aus hypothesenfreien Erkundungsexperimenten abgeleitet Untersuchung des Erlebens und Verhaltens im Straßenverkehr – Verwertung von Ergebnissen aus Grundlagenforschung für Fragestellungen der Praxis
  • Gegenstandbestimmung Verkehrspsychologie nach Vollrath und Krems, 2011 Erleben und Verhalten von Menschen in Verkehrs-, Transport- und Mobilitätssystemen und zugrunde liegenden psychischen Prozessen individuelles Verhalten in Verkehrssituationen und Zusammenhang mit Unfällen/Gefahrensituationen auch allgemeine Fragen der Mobilität von Menschen ergonomische Gestaltung der Verkehrsmittel und Verkehrsinfrastruktur Straßenverkehr, aber auch Schifffahrt, Bahn- und Flugverkehr, Raumfahrt
  • Anfänge der psychologischen Verkehrssicherheitsforschung bei der Eisenbahn K. Marbe, 1869-1953: Analyse von Reaktionszeiten von Lokführern unter Alkoholeinfluss im Rahmen einer forensischen Begutachtung, 1913 H. Münsterberg, 1863-1916: Entwicklung von Eignungstests für die Auswahl von Straßenbahnfahrern, ca. 1910 C. Ricker: Erprobung der Reaktionszeitmessung für Automobilfahrer W. Moede, 1888-1958: Untersuchung von Bahnbediensteten mit Kopfschussverletzungen im psychologischen Laboratorium zur Klärung der Eignungsfrage für den Bahndienst, 1916/17
  • Straßenverkehrsunfälle in Deutschland, 2012 2,4 Mio. Unfälle insgesamt 3.600 getötete Personen ca. 400.000 Verletzte 54 Mio. Fahrzeuge Fahrleistung: 720 Mrd. km, ca. 250.000 km außerörtliches Streckennetz volkswirtschaftliche Kosten: 32.11 Mrd. €
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  • Methoden der Verkehrspsychologie Risikoeinstellung (Auswahl nach mathematischen Kennwerten) Wiener Fahrprobe Messungen von Fahrerbeanspruchung durch Fahraufgabe oder Nebentätigkeiten Wiener Testsystem Ermittlung von Bremsreaktionszeiten Fahrermodellierung Naturalistic Driving/Field Operational Tests Datenschutz und Haftungsfragen