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Corporate Development (Subject) / Organisationsgestaltung (Lesson)
VL 10: Organisationsgestaltung: Begrifflichkeiten
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- Definition Organisation Organisationen sind soziale Gebilde, die dauerhaft ein Ziel verfolgen und eine (in)formale Struktur aufweisen, mit deren Hilfe die Aktivitäten der Mitglieder auf das verfolgte Ziel ausgerichtet werden sollen.
- Organisationsbegriffe Funktionaler Organisationsbegriff: • Ein soziales System hat eine Organisation Institutioneller Organisationsbegriff: • Ein soziales System ist eine Organisation
- Besondere Rolle der Eigentümer in Organisationen 1. Verteilung der Eigentumsrechte mit wesentlichem Einfluss auf Zielsetzung 2. Eigentümer hat residuale Einkommensrechte = Anspruch auf verbleibende Erträge, wenn vertragliche Pflichten erfüllt 3. Eigentümer wird daher auch residuale Verfügungsrechte haben = Recht Entscheidungen zu treffen, über alle Dinge, die nicht in Verträgen mit anderen ökonomischen Akteuren spezifiziert sind 4. Ursache: Sichert Anreize in Organisation zu investieren
- Aufbauorganisation 1. Art der Arbeitsteilung l Art der Aufteilung von Aufgaben auf Aufgabenträger (Stellen und Organisationseinheiten) 2. Verteilung von Entscheidungsrechten → Ausmaß der Delegation, Dezentralisation 3. Verteilung von Weisungsrechten → Ein‐ oder Mehrliniensystem, Leitungsspanne 4. Art der Koordination l Abstimmung und Ausrichtung erbrachter Leistungen
- Ablauf‐ oder (Geschäfts‐)Prozessorganisation „Wer macht was wann wo womit für wen?“ = Räumlich‐zeitliche Gestaltung der Abfolge der Aktivitäten der Leistungserstellung
- Arbeitsteilung Verteilung von Aufgaben auf verschiedene Aufgabenträger (Stellen und Organisationseinheiten) Zwei Arten der Arbeitsteilung: 1. Mengenteilung → bei Dienstleitungsunternehmen → Datenbanken 2. Artenteilung (Spezialisierung) l Aufgabenträger bearbeiten unterschiedliche Arten von Aufgaben
- Gründe für Arbeitsteilung Begrenzte Kaazität von Arbeitskräften Wachsende Professionalität Spezialisierung und Schnelligkeit Effektiver Einsatz von Talent
- Stellenbildung Dauerhafte Zuordnung von Teilaufgaben auf Aufgabenträger 1. Stellenbeschreibungen: legen zu erfüllende Aufgaben, Entscheidungs‐ und Weisungsrechte, Berichtspflichten 2. Unterscheidung nach Stellenarten nach Entscheidungs‐ und Weisungskompetenz
- Unterscheidung von Stellenarten 1. Ausführungsstelle: Partielle Entscheidungskompetenz; keine Weisungsbefugnisse 2. Leitungsstelle: Volle Entscheidungskompetenz; Weisungsbefugnisse 3. Stabstelle = Leitungshilfsstelle: Partielle Entscheidungskompetenz; keine Weisungsbefugniss
- Abteilungsbildung: Bildung von Organisationseinheiten Bildung von Organisationseinheiten = Leitungsstelle oder Instanz → Mehrere Stellen zu Organisationseinheiten zusammengefasst und übergeordneten Stellen unterstellt → Auch mehrere Organisationseinheiten zu größeren Organisationseinheiten zusammengefasst und einer Leitungsstelle/Instanz unterstellt werden
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- Parameter der Organisationsgestaltung: Struktur der Hierarchie - Gliederungstiefe:Wie viele Ebenen hat die Hierarchie? - Leitungsspanne: Wie viele Mitarbeiter hat ein Vorgesetzter? („span of control“)
- Wichtige Parameter der Organisationsgestaltung: Liniensysteme - Einliniensystem: Jeder Mitarbeiter hat nur einen Vorgesetzten, der ihm weisungsbefugt ist und ihn beurteilt - Mehrliniensystem: Ein Mitarbeiter hat mehrere Vorgesetzte
- Wichtige Parameter der Organisationsgestaltung: Linienstellen und Stabstellen Linienstellen: Einbindung in die Abwicklung der betrieblichen Kernaufgaben Wenn keine reine Ausführungsstelle, dann typischerweise weisungs‐ und beurteilungsbefugt für untergeordnete Stellen Stabstellen: Beratungs‐und Entscheidungsvorbereitungsfunktion Häufig nicht weisungsbefugt gegenüber untergeordneten Stellen HR: Center of Expertise, Reisebrüo
- Vorteile von Stabstellen Nah an Vorstand Einfluss und Verantwortung Generalist nicht weisungsbefugt und nicht involviert in Kerngeschäft weniger Fachwissen für alle im Unternehmen l direkt an Stabstelle wenden
- Organisatorische Gliederungsprinzipien Verrichtungsprinzip Spezialisierung nach Tätigkeiten handlungsorienterte Struktur, funktional z.B. Verkaufen, Beschaffen, Produzieren, Entwickeln,... Objektprinzip Spezialisierung nach Objekten Objekttypen können sein: Produkt, Region, Kundengruppe
- Vor‐ und Nachteile: Dezentralisierung von Entscheidungsrechten Vorteile: Lokales/spezifisches Wissen kann effizienter genutzt werden Zeitersparnis für Vorgesetzte Training und Motivation von Mitarbeitern Nachteile: Mögliche Interessenkonflikte (Anreize notwendig) Koordinationsprobleme Zentralisiertes Wissen kann nicht so effizient genutzt werden
- Koordinationsproblem Abstimmung der Aktivitäten von einzelnen Akteuren innerhalb der Organisation
- Koordinationsmechanismen Hierarchien, Job-Rotation Kommuniktion Märkte Netzwerke Unternehmenskultur Budgetplannug
- Merkmale von Koordinationssituationen gleichzeitige Handlungen mehrerer Akteure interdependente Entscheidungen mögliche Zielkonflikte hinsichtlich der Lösung der Aufgabe
- Eventuelle Probleme in Koordinationssituationen 1. Koordination kommt nicht zustande l Akteure wählen Strategien, die kein (Nash‐)Gleichgewicht bilden 2. Koordination kommt zustande, aber das Ergebnis, auf das sich die Akteure koordinieren ist nicht effizient l Akteure wählen ein ineffizientes (Nash‐)Gleichgewicht
- Merkmale Koordinationsproblem: „Matching‐Game“ Alle Gruppenmitglieder haben die gleiche Präferenz über die möglichen Ausgänge Bsp. Schrauben und Muttern mit Präferenz für rechtsdrehende Gewinde
- Merkmale des Koordinationsproblems „Battle‐of‐the‐Sexes“ Die Gruppenmitglieder haben unterschiedliche Präferenzen über die Ausgänge Beispiel: • Für den Schraubenhersteller ist es vorteilhafter rechtsdrehende Gewinde zu produzieren
- Vor- und Nachteile: Delegieren von Entscheidungsrechten an Teams l Koordination durch Teamentscheidungen Vorteile: Aktzeptanz Spezifisches Wissen berücksichtigt Koordination gewährleistet Nachteile: Free-Rider Probleme Entscheidungsprozesse langsam Strategisches Entscheidungsverhalten Bedeutende Designelement ‐ Teamgröße A ‐ Abstimmungsregel
- Konsequenzen aus der vergrößerten Leistungsspanne Komplexität durch Koordinationsaufwand für Führungskräfte (Komplexität → Qualitätsverlust, Überforderung Konfliktpotential - Alte Führungskräfte müssen sich nun neuen Fühungskräften unterordnen - Konflikpotential Karrieremöglichkeiten reduziert vertikal Leistungsbeurteilungen werden verzerrt Trittbrettfahrerproblem