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Klinische Psychologie I (Subject) / Vorlesung affektive Störungen (Lesson)

Bipolare Störung und Suizidalität

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  • depressive Symptome nach dem DSM-IV depressive Verstimmung (z.B. sich traurig oder leer fühlen), deutlich vermindertes Interesse oder verringerte Freude an fast allen Aktivitäten, deutlicher Gewichtsverlust/zunahme (bzw. Appetitzu- oder abbnahme), Schlaflosigkeit/vermehrter Schlaf, psychomotorische Unruhe/Verlangsamung, Müdigkeit/Energieverlust, Gefühle von Wertlosigkeit/unangemessene Schuldgefühle, verminderte Fähigkeit zu denken/konzentrieren/Entscheidungsfähigkeit, wiederkehrende Gedanken an den Tod/Suizidvorstellungen/genaue Suizidplanung/tatsächlicher Suizidversuch
  • manische/hypomane Symptome nach dem DSM IV euphorische/reizbare Stimmung, übertriebendes Selbstbewusstsein/Größenideen, gesteigertes Aktivitätsniveau, psychomotorische Unruhe, geringes bis fehlendes Schlafbedürfnis, Rededrang, Ideenflucht, erhöhte Ablenkbarkeit, evtl. ungezügeltes Einkaufen/finanzieller Ruin/schädliche geschäftliche Entscheidungen/gesteigertes sexuelles Interesse
  • Welche affektiven Episodnen gibt es? Major Depression, manisch, hypoman, gemischt
  • affektive Störung 1. depressiv (Major Depression, dysthyme Störung) 2. Bipolar (I & II und zyklothym) 3. ätiologie.orientierte Störungen (affektive Störungen aufgrund eines medizinisches Krankheitsfaktors oder substanzinduzierte affektive Störung)
  • Klassifikation der Episoden affektiver Störungen Episode einer Major Depression (mind. 2 Wochen, mind 5 Symptome) manische Episode (mind. 1 Woche, mind. 3-4 Symptome) hypomane Episode (mind. 4 Tage, mind. 3-4 Symptome) gemischte Episode (mind. 1 Woche, rascher Wechsel)
  • Häufigkeits- und Geschlechtsverteilung affektiver Störungen Bipolare Störungen (30%) 1:1 Frauen:Männer unipolare Depression (65) 2:1 rein manisch (5)
  • Rückfall und depressive Episoden Die Wahrscheinlichkeit rezidivierender Episoden steigt mit jeder erfahrenen Episode 1. 50 2. 80 3. 90
  • Verlauf Depression 10-15% chronischer Verlauf (länger als  2 Jahre) 15% nur eine Episode, 50-75% mehrere Episoden (M=4 bei unipolarer Depression, 6 bei bipolarer Depression) Suizid: M= 4%, bei schwerer Depression: 8-13% (Studien von Linden et al., 2003)
  • Gelernte Hilfslosigkeit --> Gemeinsamkeiten mit depressiver Symptomatik verringerte Initiation von instrumentellen Reaktionen negatives kognitives Set zeitlicher Verlauf: je länger die Unkontrollierbarkeit, desto später das Verschwinden der Hilfslosigkeit verminderte Aggressivität Verlust von Appetit und Sexualverhalten physiologische Veränderungen
  • Operantes Lernmodell (Lewinsohn), Merkmale von Verstärkern 1. quantitiative Aspekte (Menge, Intensität) 2. qualitative Apsekte (Typ: sozial, körperlich, intellektuell/ Funktion: Leistung/Anregung/Konsum) Abwärtsspirale bzgl. der Interaktion zwischen verfügbaren Verstärkern und Verhalten des Individuums (niedrige Rate an positiver Verstärkung, hohe Rate an aversiven Erlebnissen)
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  • kognitives Modell 1. idiosynkratische dysfunktionale Erfahrungen (Lerngeschichte) 2. dysfunktionale Schemata 3. dysfunktionale Kognitionen 4. Gefühle und Verhalten (Depression) kognitive Triade: negatives Selbstbild, negative Selbstsicht, negative Erwartungen kognitive Fehler: willkürliche Schlussfolgerungen, Verallgemeinerung/Übergeneralisation, dichotomes Denken
  • Life-Event Ansatz beruht auf empirischen Befunden die Reaktion auf ein kritisches Lebensereignis (Bedingt durch Kognitionen und Persönlichkeitseigenschaften, führt zur Depression)
  • Monoamin-Mangelhypothese Depression geht mit einer Verminderung der Aktivität serotonerger und noradrenerger Synapsen einher, Antidepressive stellen normalen Monoaminspiegel wieder her (zeitgleich wird Depressivität reduziert), Medikamente, die die Ausschüttung von Monoaminen hemmen (z.B. Reserpin) verstärken Depressionen
  • Biopsychosoziales Modell z.B. Persönlichkeit, Geschlecht, frühkindliches Umwelt, Geschlecht, soziale Interaktionen
  • Bipolare Störungen - ein Überblick nur 30% in Behandlung depressive Zustände am häufigsten 1 von 4-5 unbehandelten Patienten stirbt durch Suizid Überzeichnungen normaler Stimmungszustände Krankheitsepisoden: manisch, hypomanisch, depressiv, gemischt, euthym
  • Symptome der Manie/Hypomanie gehobene Stimmung/Reizbarkeit/Aggressivität, überhöhtes Selbstwertgefühl/Grandiosität, verringerter Schlafbedarf, Rededrang, Gedankenrasen, gesteigerte Ablenkbarkeit, Überaktivität/Agitiertheit, Bevorzugung angenehmer Aktivitäten (größer/gleich 3 Symptome = Bipolar I Störung, manische Episode)
  • beteiligte Gehirnsysteme präfrontaler Kortex: exekutive Funktionen Basalganglien: nucleus, caudatus, Putamen, Pallidum: Belohnungssystem Amygdala: vergrößtes Volumen Neurotransmittersysteme: dopaminerges System (Dopaminagonsisten, L-Dopa-Gabe lösen manische Episoden bei bipolaren Patienten aus)
  • Ätiologie: genetische Faktoren Familienstudien: 8-9 Prozent der direkten Verwandten einer Person mit bipolarer Störung erkranken ebenfalls, auch das Risiko für eine unipolare Depression ist erhöht Zwillingsstudien: Konkordanzen MZ: ca. 70% (Bipolar und unipolare Depression 3:2), DZ: ca. 19% (erneut beide Depressionsformen) = bisher zwar keine überzeugenden Ergebnisse eines konkreten Erbgang, aber eine der am stärksten durch genetische Faktoren mitbestimmten psychischen Erkrankungen
  • Ätiologie: soziale Zeitgeberhypothese Lebensereignisse verändern soziale Zeitgeber (Mahlzeiten, Bettgehzeiten) Die Unterbrechung dieser sozialen Rhythmen beeinflusst biologische Rhythmen diese sind dann verantwortlich für die Auslösung von affektiven Episoden (z.B. einer Manie)