10
Einführung in die Welternährungswirtschaft (Subject) / Politiken zur Angebotsausweitung durch Technologie (Lesson)
- Argumente für und gegen Düngersubventionen Pro: Ertragssteigerung kann erreicht werden da Düngereinsatz höheren Ertrag einbringt => auch ärmere Landwirte können sich nun Düngemittel leisten Angebot von LM erhöht sich, Inputkosten sinken,dadurch sinken die Preise (Grafik) Contra Produktionsanreize nicht notwendig, keine neue Technologie Einkommenstransfer über Düngersubvention ungeeignet, die Größeren profitieren Probleme beim Erhalt der Bodenfruchtbarkeit, Zurückdrängung natürlicher Düngemittel übermäßiger Einsatz wird gefördert kostspielig; Involvierung der Regierung verhindert Entwicklung einer privaten Industrie => besser: Infrastruktur, Kreditwesen fördern
- Warum sind Subventionen für Maschinen unsinniger als Düngersubventionen? Maschineneinsatz erhöht nicht automatisch die Erträge (Vgl. südostasiatische Studie) große Farmen werden besonders begünstigt gegenüber kleinen Konkurrenten durch Maschineneinsatz kann Arbeitslosigkeit bzw. Arbeitskräfteüberschuss auftreten teuer => verhindert andere sinnvollere öffentliche Investitionen (z.B.Infrastrukturausbau) andere Kosten (z.B. für Arbeitskräfte, Maschinentreibstoff) nicht steuerlich begünstigt Subventionen für landwirtschaftliche Maschinen keine sinnvolle Ernährungssicherungspolitik
- Argumente für öffentliche Förderung von Bewässerungsprojekten Staudämme an großen Flüssen schaffen günstige Bewässerungs möglichkeiten für die Landwirtschaft Kosten-Nutzen-Analysen zeigen erhebliche Vorteile für Gesellschaft (Bewässerung, Flutkontrolle, Stromgeneration) Regierung hat ein ‚natürliches Monopol‘ für die Wasserversorgung (ungeklärte Eigentums- oder Nutzungsrechte, Skaleneffekte, ...)=>wie verteilt? meistbieternder, Menge/Fläche, Menge/Kopf, vergünstigt für LW usw. In vielen Ländern wird Wasser zur landwirtschaftlichen Nutzung subventioniert Bauern zahlen geringeren Preis als Kosten bzw. weniger als städtische Nutzer (nicht immer ökonomisch effizient)
- Verfügbarkeit und Qualität von Ressourcen Problem/Auswirkung Angesichts stark beanspruchter, degradierender landwirtschaftlicher Ressourcen sinkt langfristig das ProduktionspotenzialGenerell zwei Möglichkeiten: (1)Konsumbegrenzung, Förderung von schonendem Umgang mit Ressourcen (Konsumsteuer, Rationierung, handelbare Nutzrechte) (2)Förderung (oder Vorschreiben) von Technologien, die negative Auswirkungen auf Umwelt reduzieren oder umkehren
- Argumente für die Förderung von Straßen und ländlicher Infrastruktur enormer wirtschaftlicher Effekt für die entlegene Region: Transportkosten sinken enorm (17-60% pro km)=>Höhere Preise für Landwirte Transport von Inputs in die Region günstiger=>Produktion wird stimuliert &mehr Arbeitskräfte werden nachgefragt =>EK steigt höhere Löhne (reduziert Abwanderung) Rentabilität privater Busunternehmen => Dorfbewohner können in nahen Städten arbeiten Austausch einfach möglich, reduziert Preisschwankungen von LM bei Ernteausfällen landwirtschaftliche Spezialisierung wird möglich Einkommensschere zwischen städtischen & abgelegenen Gegenden wird reduziert einfachere Vermarktung, Vertriebssystem von landwirtschaftlichen Produkten in Städten ebenfalls hoher Einfluss von: Strom- &Kommunikationsnetz, Marktinformationssystemen (Infos für Produzenten über Präferenzen der Konsumenten & über Preisentwicklungen)
- Argumente für Preisstabilisierung, Instrumente Bauern treffen Investitionsentscheidungen in Abh. von Preiserwartungen für die Zukunft Bauern sind risikoavers (d.h. sie scheuen risikoreiche Investitionen) bei schwankenden Preisen sind Investitionen risikoreicher Regierung versucht Preisstabilisierung Instrumente 1. Preissetzung: durch Gesetzgebung oder Regierungsmonopol; Problem: zukünftiges Preisniveau unbekannt; ignoriert Gesetz von Angebot&Nachfrage => Handel auf Schwarzmarkt, Ineffektivität des Programms, große Verluste für den Staat 2. Vorratshaltung (bufferstock): in Zeiten des Überschusses werden Vorratslager angelegt, aufgebraucht in Zeiten mit niedrigem Angebot & hohen Preisen=>soll Mindest- & Höchstpreis für lw. Produkte sichern; Problem: Regierung in Praxis nicht erfolgreich, verhindert Vorratshaltung im privaten Sektor 3. Bufferfund: ähnlich wie Vorratshaltung, ohne tatsächlichen Kauf & Verkauf von Gütern; Besteuerung in guten Zeiten; Subventionierung in schlechten Zeiten =>Preisglättung; Problem: sehr genaue Buchführung notwendig 4.Schaffung von Forwardverträgen & Future Märkten: => Bauern können Preise für ihre Produktion frühzeitig absichern; Problem: in der Praxis lehnen viele Bauern in der entwickelten Welt solche Verträge ab
- Eigenschaften öffentlicher Güter, Argumente für deren staatliche Bereitstellung keine Rivalität, kein Ausschluss möglich (z.B. öffentliche Sicherheit)à nicht handelbar müssen staatlich angeboten werden da sie sonst nicht oder nur in unzureichendem Maße zur Verfügung gestellt werden (da Fixkosten hoch, GK einer weiteren Einheit gering) Free-Rider-Problem tritt auf, externe Effekte (Trittbrettfahrer) Kosten für staatliche Bereitstellung werden durch Steuern/ Zwangsbeiträge finanziert Öff. Gut in effizienter Menge bereitgestellt wenn GN des Konsums = GK der Produktion ungeklärte Eigentums- & Nutzungsrechte => Vorliegen öffentlicher Güter kann zu Marktversagen führen
- Probleme der Kreditsubventionierung können schädlich für Finanzinstitutionen& bestimmte Teile der Wirtschaft sein trägt die Regierung die Kosten für Subventionierungsprogramme: Finanzierungsdefizite, hohe Inflation, senkt Sparneigung Zinsen auf Ersparnisse bei Banken können sinken; senkt Sparneigung, Kapital ins Ausland Kreditnehmer müssen mit höheren Zinsen bei Banken rechnen, Kreditverfügbarkeit sinkt Kredite gehen fast ausschließlich an die ländliche Elite mittlere &große Farmen stärker subventioniert als kleine, da die Höhe der Subvention proportional ist zur Höhe des Kredits => Landlose/ sehr kleine Bauern haben keinen Vorteil kaum geeignet als Mittel zur Armutsbekämpfung, selbst Mikrokredite, denn sie sind oftmals Konsumkredite für z.B. Schul- oder Arztgebühren, haben hohe Zinsen
- Alternativen zu subventioniertem Kredit (bessere Eigentumsrechte etc., Mikrokredit) Vereinfachter Zugang zu Krediten staatlich oder privat geführtes Informationssystem für Kreditgeber; reduziert das Risiko für diese (z.B. Schufa) Informationen über Antragssteller (z.B. EK-Quelle, „Kreditvergangenheit“,…) Sicherheiten (z.B. Land, Häuser) schafft Anreize für Kreditnehmer/-geber àEigentumsrechte Mikrokredite Vergabe von sehr kleinen Krediten (bis 1.000 Euro) kann enormen Effekt auf die EK der Ärmsten haben àMikrofinanzdienstleistung effektiver Jahreszins von 20% p.a. => liegt deutlich über klassischen Krediten Bank vergibt Kredite an arme Familien (einzige Sicherheit: Verpflichtung zu regelmäßigen Treffen mit der Unterstützergruppe Kreditnehmer ist bekannt; Entscheidung über Kreditvergabe einfacher Gruppe kann Chancen eines Investitionsprojektes gut beurteilen bei Rückzahlungsschwierigkeiten könne Gründe besser beurteilt werden Kreditnehmer haben Anreiz Kredite zurückzuzahlen („Soziales Standing“) >95% Zurückzahlung
- Argumente für die öffentliche Förderung von Agrarforschung Was sind Verbesserungsmöglichkeiten und Gründe für die öffentliche Förderung technologische Neuerungen => landwirtschaftliche Produktionssteigerung Verbesserungsmöglichkeiten: Ertragsfähigkeit der Pflanzen & Wirkung von Düngemittel Resistenz gegen Krankheit, Dürre Verbesserung von Qualität, Geschmack & Akzeptanz bei Konsumenten Verarbeitung (Lagerung, Transport, …) Arbeitskräftebedarf in Produktion & Verarbeitung Kompatibilität mit anderen sozialen, kulturellen & ökonomischen Gegebenheiten =>Investition in Forschung enorm lohnenswert (trotz bestehender Herausforderungen) Gründe für öffentliche Förderung, nicht private/von Bauern aus: Bauern haben i.d.R. zu kleines Budget Produzenten zunächst Nachteil durch fallende Preise, Konsumenten profitieren weil billig private Firmen können chem.&maschinelle Patente besser schützen als biol. (außer: Saatgut) restliche Forschung (Züchtung, Bodenwissenschaft, Verfahren) führt i.d.R. der Staat durch Staat: allgemeines Wissen <=> Privatwirtschaft: Spezialprodukte kleine/arme Staaten: zu kleines Budget für Forschung à Adoption geeigneter Methoden internationale Forschungseinrichtungen versuchen Lücke zu füllen
Advertisement