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Einführung in die Welternährungswirtschaft (Subject) / Messungen (Lesson)

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  • 4 verschiedene Methoden zur Feststellung von Unterernährung, Vor- und Nachteile Klinische Bewertungsmethode (clinical assessment) Untersuchung des Körpers auf Symptome einer ernährungsbedingten Funktionsstörung, z.B.Vitamin-A-Mangel: Augenuntersuchung und SehtestProteindefizit: Pigmentverlust der Haare, geschwollene FußgelenkeJodmangel: Abtasten des Kehlkopfes Klinische Bewertung erfordert ärztliche Erfahrung und Wissen => teuer Körperliche Zeichen erst im fortgeschrittenen Stadium zu erkennen=> eigentlich schon zu spät! Biochemische Bewertungsmethode (biochemical assessment) Entnahme von Körperflüssigkeiten oder –gewebe zur Analyse von ernährungsbedingten Stoffwechselveränderungen, z.B.Blutuntersuchung zur Feststellung von Anämie (Blutarmut) aufgrund von Eisenmangel, Untersuchung des Urins Biochem. Bewertung liefert exakte Indikatoren für kurzfristige Unter - oder Mangelernährung (besonders bei Mangel an Mikronährstoffen) Aufwendig und kostenintensiv, ungeeignet für große Stichproben und besonders für Untersuchungen in ländlichen Gegenden Tägliche Lebensmittelaufnahme (dietary assessment) Dietary recall (Selbstauskunft)Nachträgliche Erhebung der Lebensmittelaufnahme der letzten 24 Stunden, 7 Tage,... Vorteil: unerwartete Befragung, geringere Verzerrung der Ergebnisse durch Anpassen des Lebensmittelkonsums Nachteil:Gefahr, dass „Erinnerungslücken“ oder Fehleinschätzungen der Mengen die Ergebnisse verzerren Tägliche Lebensmittelaufnahme Dietary Record Erfassen der Lebensmittelmengen während der Mahlzeiten, z.B. durchWiegen der Portionen Vorteil: gesamter Konsum wird mengenmäßig sehr genau erfasst Nachteil: die tägliche Diät wird möglichweise angepasst, um die Erhebung einfacher zu gestalten oder um „besser da zu stehen“ Schwierigkeiten: wie erfasst man die Menge an Muttermilch, die ein Baby zusich nimmt? Saisonale Angebotsschwankunge⇒Beide Verfahren geeignet für z.B. Studien, die Zusammenhang zwischen Einkommen und Konsum oder Allokation von Lebensmitteln innerhalb einer Familie ermitteln wollen⇒Vorsicht: ein Mensch kann ausreichend Lebensmittel aufnehmen und gleichzeitig unterernährt sein (vgl. Sekundäre Unterernährung) anthropometrischen Messungen Körper-Maße als Indikatoren für den Ernährungszustand verwenden. Ernährung wirkt sich auf das körperliche Wachstum und damit die Körpergröße aus; wichtiger Indikator für Ernährungslage Ernährung nicht einzige Variable (genetische Disposition, Gesundheit, hormonelle Abnormität, Defizit an Mikronährstoffen usw.), dennoch sehr zuverlässig
  • Welche anthropometrischen Messungen gibt es? (9) Ernährung wirkt sich auf das körperliche Wachstum und damit die Körpergröße aus; wichtiger Indikator für Ernährungslage Ernährung nicht einzige Variable (genetische Disposition, Gesundheit, hormonelle Abnormität, Defizit an Mikronährstoffen usw.), dennoch sehr zuverlässig kurzfristige ≠ chronische Unterernährung z.B. Mangel an Mikronährstoffen nicht messbar Drei Schritte: Vermessung einer Person (Größe, Gewicht, Armumfang in Verbindung mit Hautfaltendicke, Geschlecht und Alter) Vergleich mit Referenzgruppe  Aussage über Ernährungszustand anhand dieses Vergleichs Kostengünstig und einfach, kein komplexes Fachwissen notwendig, einfache Messinstrumente Abstufungen von Unterernährung können gemessen werden sowie deren zeitliche Dimension (kurz-vs. langfristige UE) Misst das Ergebnis, nicht die Inputfaktoren (siehe dietary recall oder record) Ungenauigkeiten entstehen vor allem beim Alter; viele Erwachsene wissen ihr genaues Alter oder das der Kinder nicht Anthropometrische Messung von Unterernährung ist am weitesten verbreitet (viele Vorteile gegenüber anderen Methoden)
  • Definition und jew. Aussage von Stunting, Wasting, Underweight Low Height- for-Age (Stunting) Vermindertes Körperwachstum durch chron. UE in der Kindheit Verbesserte Ernährungslage → Menschen werden größer (umgekehrt in Kriegs- und Krisenzeiten) Low Weight-for-Height (Wasting) Gewichtsverlust bei akuter (kurzfristiger) Unterernährung Low Weight- for- Age (Underweight) Untergewicht ist ein Symptom von akuter oder vergangener UE
  • BMI, MUAC Body Mas Index: Maß für Unter- oder Überernährung bei Erwachsenen;(Gewicht in kg)/((Körpergröße in m)^2 ) idealer BMI liegt in den USA zwischen 21 und 23 bei Frauen (22 und 24 bei Männern)  Wert von <18,5 ist ein Indikator für Unterernährung Mid- upper arm circumference Armumfang von Kindern zwischen 1-6 Jahren ist konstant (16,5 cm ist Referenzwert, < 12,5 cm ist ein Indiz für schwere Unterernährung); Messung mittels einer Manschette, die um den Oberarm des Kindes gelegt wird Vorteil: sehr exakt für schwere Fälle von Unterernährung, einfache Handhabung (ohne Fachkräfte), sehr einfach & kostengünstig, genaues Alter des Kindes muss nicht bekannt sein Problem: bei Kindern von unter einem Jahr wird der Grad der Unterernährung leicht überschätzt
  • Zusammenspiel von genetischer Disposition und Umwelt (Viel bla bla) Vergleiche zwischen verschiedenen Ländern oder Ethnien innerhalb eines Landes zeigen: Ernährung ist nicht die einzige Determinante von Körpergröße und Gewicht Körpergröße und Gewicht bei sehr kleinen Kindern durchaus vergleichbar, je älter Kinder werden, desto größer werden Unterschiede in der Entwicklung Protein scheint doch eine entscheidende Rolle zu spielen, um Größenunterschiede zu erklären Genetische Anlagen bestimmen die maximal erreichbare Größe eines Individuums Die Umwelt (entscheidend dabei ist die Ernährung) bestimmt, bis zu welchem Grad ein Individuum seine potentielle Größe erreicht Anschaulicher der Vergleich von zwei Gruppen mit durchschnittlich gleicher genetischer Wachstumsdisposition; die eine wurde gut, die andere schlecht ernährt (in der Kindheit) Ein Individuum aus der schlecht ernährten Gruppe kann aufgrund genetischer Disposition größer sein als eine Person aus der adäquat ernährten Gruppe Die anlagebedingte Maximalgröße der ersten Person war also größer, wurde aber nicht voll erreicht; die kleinere Person hatte eine geringere potentielle Größe, die dagegen voll erreicht wurde Im Durchschnitt werden die beiden Gruppen das gleiche Größenpotential haben, die guternährte Gruppe wird dennoch größer sein, da sie mehr von diesem Potential ausschöpfen konnte
  • Referenzstandards und- gruppen, Cut-off points, Z-Score Die Referenzgruppe setzt den Standard, mit dem ein Individuum verglichen wird => Entscheidet über ‚unterernährt oder nicht‘ Eine gute Referenzgruppe hält möglichst viele Variablen konstant, die die zu untersuchende Größe beeinflussen können, (z.B. gleiches Alter, gleiches Geschlecht usw.) Systematische genetische Unterschiede zwischen verschiedenen Ethnien sollten dabei Beachtung finden, d.h. unterschiedliche Referenzgruppen sollten gebildet werden => sensibles Thema! Statistik Kram Seite 9 Skript Ist das Gewicht oder die Größe der Person unter einem bestimmten Wert (cutoffpoint) wird ein Ernährungsproblem vermutet Verschiedene Möglichkeiten für Cutoff Point: Perzentile:Zum Beispiel Median (50stes Perzentil); etwa 50% der Referenzgruppe schwerer Standardabweichungseinheit („Z-score“)misst die Abweichung vom Mittel; z.B. Median minus 2 x Standardabweichung liegt ungefähr auf dem 2er Perzentil (d.h. 98% der Referenzgruppe ist schwerer/größer/...; (entspricht etwa: 75% vom Median für Körpergröße und Gewicht) Z = (Beobachtungswert –Median der Referenzpopulation) / Standardabw. der Referenzpopulation⇒Misst, um wieviele Standardabweichungen eine Beobachtung vom Referenzwert abweichtZ => -2 : moderately undernourished (nur ca. 2,28% der Individuen liegen unter dieser Schwelle)Z => -3 : severelyundernourished (nur ca. 0.13% der Individuen liegen unter dieser Schwelle)
  • Probleme mit Referenzstandards und – gruppen Hohe Wahrscheinlichkeit, einen Typ-II-Fehler zu begehen (Z-score > -2, Kind aber trotzdem zu leicht weil großgewachsen) Abhängigkeit vom Referenzstandard Globaler Referenzstandard früher weiße US-Kinder neuerdings Kinderdurchschnitt aus 6  Ländern (immerhin wird nach Mädchen und  Jungs unterschieden !) Starke Indizien für genet. Unterschiede im Wachstum von Kindern zwischen Weltregionen! Folgen eines ungeeigneten Standards 1 % weniger Größe beim RS => 8 % - Punkte weniger Unterernährung in Südasien  3 % weniger Größe beim RS => 28 %- Punkte weniger Unterernährung in Südasien
  • Schätzung der Zahl der Unterernährten aus FAO- Länderstatistiken FAO Food Balance Sheets oder auch FAO SUAs (Supply-Utilizationaccounts) Weit verbreitete Methode zur Schätzung von UE Vorteil: Daten durch FAO bereitgestellt für beinahe jedes Land über mehrere Jahr hinweg Nachteil: Verschiedene Gruppen haben unterschiedlichen Nährstoffbedarf, Food Balance Sheets stellen aber nur Durchschnitt dar Einige konsumieren mehr und andere weniger als diesen Durchschnitt Damit können große Teile der Bevölkerung unterernährt sein, ohne dass es die Food Balance Sheets erfassen Gute Schätzungen über Verbreitung von UE durch Kombination von individuellen und aggregierten Daten Durchschnittliche Kalorienaufnahme pro Kopf wird aus Food Balance Sheets bestimmt und eine Schätzung der Varianz dieser Größe wird aus Studien von Individuen gewonnen (Einkommensverteilung, Verteilung von anthropometrischen Größen etc.) So kann Prozentsatz der Unterernährten besser bestimmt werden, als wenn nur durchschnittliche Lebensmittelaufnahme betrachtet wird Minimaler Nährstoffbedarf muss vorher festgelegt werden, entweder durch minimal gesundes Gewicht auf eine bestimmte Körpergroße, sprich den BMI (min. 18,5) oder durch BMR (basal metabolic rate)
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