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Rechnungslegung (Subject) / Eigenkapitaldefinitionen (Lesson)
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- Welcher Wert wird bei der realen Eigenkapitaldefinition den Umsatzerlösen in der Gewinnermittlung gegenübergestellt? Geldwertkorrigierter Aufwand zur Erlöserzielung
- Welcher Wert wird bei der substantiellen Eigenkapitaldefinition den Umsatzerlö- sen in der Gewinnermittlung gegenübergestellt? Substanzerhaltungskorrigierter Aufwand zur Erlöserzielung
- Welches Problem kann bei der nominellen Eigenkapitaldefinition in Zeiten hoher Inflation auftreten? Ausschüttung von hohen Scheingewinnen; Substanzverlust des Unternehmens
- Welches Verständnis von Gewinn liegt der nominellen Eigenkapitaldefinition zu Grunde? Geldmäßiges Verständnis des Gewinns
- Welches Verständnis von Eigenkapital liegt der kapitaltheoretischen Eigenkapi- taldefinition zu Grunde? Eigenkapital = Ertragswert
- Frage 63.: Wie lauten die Grundthesen der nominellen, der realen und der substantiellen Eigenkapitaldefinition? Zentraler Aspekt der Eigenkapitaldefinition ist der Umgang mit Geldwertschwankungen und Preisänderungen (Kaufkraftänderung). Mit deren Berücksichtigung stehen die nominelle, die reale, die substantielle und die kapitaltheoretische Eigenkapitaldefinition zur Verfügung. Nominelle Eigenkapitaldefinition: Ein Geldmäßides Verständnis des Gewinns. Kriterium der Gewinnerzielung ist der Ersatz der historischen Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten. Unter Eigenkapital wird die Summe der Beträge an barem Geld verstanden, die die Eigentümer in der Vergangenheit in das Unternehmen eingebracht haben, vermehrt um die errechneten Verluste und getätigten Eigenkapitalrückzahlungen. Geldwertschwankungen und Preisänderungen wirken sich bei dieser Eigenkapitaldefinition auf die Bilanz aus. Es werden keine Vorkehrungen zu ihrer Berücksichtigung oder gar Beseitigung getroffen. Setzt eine hinreichende Stabilität der Währung voraus. Nicht geeignet in Zeiten hoher Inflation oder starker spezieller Preisbewegungen. Reale + Substantielle Eigenkapitaldefinition: Ein gütermäßiges Verständnis des Gewinns. Kriterium der Gewinnerzielung = dass die bei der Produktion verbrauchten Güter aus dem Erlös wiederbeschafft werden können Wird als nicht praktikabel angesehen. Reale Eigenkapitaldefinition = indexorientierte Eigenkapitaldefinition (im Eigenkapital die Summe der allgemeinen Kaufkraft), die die Eigentümer in der Vergangenheit un das Unternehmen eingebracht haben, vermehrt um kaufkraftmäßig errechnete Gewinne und vermindert um in Kaufkrafteinheiten ausgedrückte Ausschüttungen und Eigenkapitalrückzahlungen. Die Bewertung nicht mit konkreten Wiederbeschaffungswerten --> mittels der allgemeinen Veränderung der Kaufkraft. Umrechnen in eine kaufkraftstabile Recheneinheit --> dadurch werden die Messfehler (bei Geldschwankungen die zu unterschiedlichen Zeitpunkten getätigten un in Währungseinheiten unterschiedlicher Kaufkraft bewerteten Geschäftsvorfälle einfach addiert oder saldiert werden) vermieden. Substantielle Eigenkapitaldefinition = es werden konkrete Pressteigerungsraten/ konkrete Wiederbeschaffungskosten der eingesetzten Güter verwendet. Kapitaltheoretische Eigenkapitaldefinition (kapitaltheoretische bilanztheorie nach Seicht). = das Eigenkapital wird als Ertragswert definiert, welcher mittes zukünftig erwarteter Ein- und Auszahlungen ermittelt wird. Neben zukünftig möglichen Geldwertschwankungen und Preisänderungen sieht sich diese Definition mit der Schätzung der zukünftig erwarteten Ein- und Auszahlungen sowie mit der Notwendigkeit der Bestimmung eines Kalkulationszinssatzes konfrontiert.
- Frage 64.: Was versteht man unter einem durch Minderungen des Geldwerts ausgelosten Scheingewinn? Die Zusammenhänge zwischen dem nominellen, dem realen und dem substantiellenGewinn werden nochmals in Beispiel 3.2 auf der nächsten Seite veranschaulicht.In dem Beispiel steigen die Preise (der Geldwert sinkt). Es wird deutlich, dass bei steigenden Preisen bei der nominellen Eigenkapitaldefinition ein höhererGewinn ausgewiesen wird als bei der realen und bei der substantiellenEigenkapitaldefinition. Die Differenz zwischen dem Gewinn gemäß nominellerEigenkapitaldefinition (40 GE) und realer (30 GE) bzw. substantieller (20 GE)Eigenkapitaldefinition wird als Scheingewinn bezeichnet. Dieser Betrag (10 bzw.20 GE) wird zwar durch den Verkauf erlöst und fließt dem Unternehmen zu. Erist aber nicht frei verfügbar, da er für die Substanzerhaltung des Unterneh-mens benötigt wird.34 Er wird daher aus dem Gewinn ausgesondert und ineine (dem Eigenkapital zuzurechnende) Rücklage eingestellt. Diese wird bei derrealen Eigenkapitaldefinition als Kaufkraftrücklage und bei der substantiellenEigenkapitaldefinition als Substanzerhaltungsrücklage bezeichnet.
- Frage 65.: Worin liegt die Bedeutung der Gewinnkorrekturen bei der realen und bei der substantiellen Eigenkapitaldefinition? Eingangs wurde hinsichtlich der engen Verbindung zwischen der Definition desVermögens- und Schuldenbegriffs und der Eigenkapitaldefinition sowie hinsichtlichder engen Verbindung zwischen dem Gewinnbegriff und der Eigenkapitaldefinitionbereits auf Abschnitt 3.1 auf S. 53 verwiesen. Diese engen Verbindungenzeigen sich nun auch bei der Berücksichtigung von Geldwertschwankungen und Preisänderungen. Werfen wir dazu einen Blick auf die (GuV-orientierte) Gewinnermittlung:In seiner einfachsten Form ist Gewinn demnach die (positive)Differenz zwischen dem Umsatzerlös und dem Waren- bzw. Materialeinsatz. InAbhängigkeit von der Berücksichtigung von Geldwertschwankungen und Preisänderungenin der Eigenkapitaldefinition ist der Waren- bzw. Materialeinsatznun aber unterschiedlich zu bewerten. Folglich hängt die Höhe des Gewinnsvon der verwendeten Eigenkapitaldefinition ab. In der Konsequenz sind ein nomineller, ein realer und ein substantieller Gewinn zu unterscheiden:Gewinn Bei einer nominellen Eigenkapitaldefinition ist dem Umsatzerlös der mithistorischen Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bewerteteWaren- bzw.Materialeinsatz gegenüberzustellen. Gewinn liegt vor, wenn der Umsatzerlösdiese historischen Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten übersteigt(nomineller Gewinn). Wird das Eigenkapital real definiert, ist der Waren- bzw. Materialeinsatzmit geldwertkorrigierten historischen Anschaffungs- bzw. Herstellungskostenzu bewerten (realer Gewinn). Bei Verwendung der substantiellen Eigenkapitaldefinition ist der Warenbzw.Materialeinsatz mit Wiederbeschaffungspreisen zu bewerten (substantiellerGewinn).
- Welches Verbrauchsfolgeverfahren führt bei nominaler Eigenkapitaldefinition unter der Annahme steigender Preise am ehesten zur Bildung stiller Reserven? Lifo-Methode
- Welches Verbrauchsvorfahren eignet sich am ehesten zur Bewertung von leicht verderblichen Vorräten? Fifo-Methode
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- Erläutern Sie kurz die reale Eigenkapitaldefinition und nehmen Sie kritisch zu deren Vor- und Nachteilen Stellung! (8 Punkte) Bei der realen Eigenkapitaldefinition wird die allgemeine Kaufkraftveränderung bei der Ermittlung des Gewinns berücksichtigt. Dazu wird der Waren- bzw. Materialeinsatz mit den geldwertkorrigierten historischen Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bewertet. Ziel ist die Kaufkrafterhaltung des Unternehmens. Bei einem Gewinn von Null entspricht die Kaufkraft des Eigenkapitals am Ende des Geschäftsjahres der am Anfang des Geschäftsjahres. Zu versteuernder bzw. ausschüttbarer Gewinn wird somit erst bei einer Zunahme der Kaufkraftdes Unternehmens ausgewiesen. Bei steigenden Preisen ist dieser niedriger als der nominell ermittelte Gewinn und ist aus Gläubigerschutzgründen und auch zur Stärkung der Finanzkraft des Unternehmens zu befürworten. Schwierigkeiten ergeben sich bei der Wahl des Index. Die Preisänderung bei den kostentreibenden Faktoren des Waren- bzw. Materialeinsatzes eines Unternehmens können von der allgemeinen Preisentwicklung stark abweichen, so dass vielfach die Anwendung des allgemeinen Index der Kaufkraftänderung nicht zieldienlich ist.Eine zweite Schwierigkeit besteht bei einer Änderung des Warenkorbs. Wie soll die Kaufkraft bestimmt werden, wenn sich bspw. durch die Änderung desProduktionsverfahrens oder der Produktpalette der Waren- bzw. Materialeinsatz ändert?
- Kann das Fifo-Verfahren bei nominaler Eigenkapitaldefinition unter der Annah- me steigender Preise zur Bildung stiller Reserven führen? ja