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Politische Theorie (Subject) / Sitzung 4 (Lesson)

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  • Stellen Sie die theoretischen Grundüberlegungen der Struktur wissenschaftlicher Revolutionen vor und diskutieren Sie diese kritisch. Struktur wissenschaftlicher Revolutionen: ·      Abgrenzung zum statement-view ·      Theorien = Strukturen bestehen aus: +      theoretischen Elementen +      Zuweisung einer exemplarisch bestimmten Menge empirischer Anwendungen ·      Wissenschaft nicht als kumulativer Prozess, stattdessen gibt es qualitative Brüche im Wissenschaftsprozess   Entwicklungsphasen der Wissenschaft: ·      Vorparadigmatische Phase: keine dominierende Schule, tiefgreifende philosophische Meinungsunterschiede ·      Paradigmatische Schule: Sieg einer theoretischen Schule, kumulativer Wissenschaftsfortschritts, Wissenschaft als Rätsellösen, Normalwissenschaft ·      Revolutionäre Phase / außerordentliche Wiss.: Problemlösungsfähigkeit des Paradigmas sinkt, Anomalien rücken in den Blickpunkt , Vertrauen schwindet, Alternativen diskutiert ·      Paradigmatische Phase: neue Phase Normalwiss.   a)    Normalwissenschaft: -       Wissenschaft als Rätsellösen, Schubladen-Wissenschaft -       Gegebene Theorien werden zur Problemlösung verwendet b)   Außerordentliche Wissenschaft: = Bearbeitung konkurrierender Paradigmen mit verschiedenen Forschungsfragen und Instrumenten à Unsere Sicht auf die Welt ändert sich.   Konsequenzen: ·      Kein kumulativer Wissenschaftsfortschritt ·      Wissenschaft als irrationaler Prozess ·      These der Inkommensurabilität unterschiedlicher Paradigmata Inkommensurabilität = à qualitative Unvergleichbarkeit à bezieht sich auf Ebene zentraler Begriffe, eigentlicher Theorie und wissenschaftlicher Welt   Kritik: ·      Zentrale Begriffe bei Kuhn unpräzise: o   Paradigma in 21 Varianten o   Inkommensurabilität bezieht sich auf Begriffe, Theorien oder beides? ·      Begründungsprobleme: o   Inkommensurabilität kann nur festgestellt werden, wenn es einheitlichen Begriffsrahmen gibt, dann wären Paradigmen jedoch kommensurabel o   Beschreibung von wissenschaftlichem Fortschritt als nicht kumulativ und irrational ist empirisch nicht plausibel
  • Welche Kritik übt Kuhn an Popper? -       Wissenschaftsprozess ist nach Kuhn irrational -       Theorien können nicht an der Realität scheitern, sondern werden verdrängt -       Kein kumulativer Wissenschaftsfortschritt
  • Welche Kritik lässt sich aus der Perspektive von Lakatos an Kuhn üben? -       Theorien können nicht an Realität scheitern, sondern werden verdrängt -       „Die Wissenschaftsgeschichte legt aber den Gedanken nahe, dass (1) Tests zumindest dreiseitige Kämpfe sind zwischen theoretischen Rivalen und dem Experiment; und dass (2) einige der interessanten Experimente prima facie zu einer Bewährung und nicht zu einer Falsifikation führen“ (Laktos 1982: 30).
  • Stellen Sie die theoretischen Überlegungen der Methodologie wissenschaftlicher Forschungsprogramme vor und diskutieren Sie diese kritisch. Forschungsprogramm besteht aus ·      hartem Kern (theoretische Komponente, Gesetz) ·      Schutzgürtel (Reihe von Zusatzannahmen, Beobachtungs- und Messtheorien) -> soll Theorien vor Widerlegung schützen ·      intendierte Anwendungen (empirische Komponente)   Lakatos formuliert Regeln zum Umgang mit widersprüchlichen Ergebnissen: ·      Negative Heuristik: Schutz des harten Kerns ·      Positive Heuristik: Vorschläge zur Abwehr von Anomalien, mit jeder Abwehr entstehen theoretisch Varianten   Wissenschaftsfortschritt ·      Innertheoretischer Fortschritt = kumulativ und theoretisch progressiv ·      Intertheoretischer Fortschritt -       erfolgt in Sprüngen -       Leistungsfähigkeit unterschiedlicher Forschungsprogramme trotzdem vergleichbar -       Diesem gehen in der Regel degenerative Problemverschiebungen voran   Bewertung mit Hilfe des Rationalitätspostulats ·      Begriffe sind hinreichend präzise und operationalisierbar ·      Lakatos begründet formale Kriterien zur Bewertung der Qualität von Theorien bzw. Theoriegruppen ·      Wissenschaft kann weiterhin als rationaler Prozess verstanden werden   Kritik: ·      Gibt es harten Kern? ·      Wenn immer Zusatzannahmen, wann ist Theorie widerlegt? ·      Worauf gründen sich methodologische Entscheidungen? Lakatos meint sie sind rational, erläutert es aber nicht weiter
  • Skizzieren Sie die Positionen der Logischen Empiristen, von Popper, Kuhn und Lakatos hinsichtlich ihrer Einschätzung, ob Wissenschaft ein kumulativer Prozess ist und sich der Wahrheit annähert. Logische Empiristen Popper (Falsifikationismus) Kuhn (Struktur wissenschaftlicher Revolutionen) Lakator (Wissenschaftliche Forschungsprogramme) Wissenschaft ein kumulativer Prozess? Ja – Wissenschaft schreitet kontinuierlich voran – Akkumulation des wissenschaftlichen Wissens Ja – Kumulative Falsifikation ungeeigneter Theorien Nein – Wissenschaft nicht als kumulativer Prozess, stattdessen gibt es qualitative Brüche im Wissenschaftsprozess Innertheoretische Fortschritt: kumulativ & theoretisch progressiv Intertheoretische Fortschritt: erfolgt in Sprüngen Annäherung an Wahrheit? Ja – Durch sorgfältiges induktives Schließen gelangt man zu immer mehr und besseren Theorien von größerer Allgemeingültigkeit und Präzision Ja – Durch sukzessives Ersetzen der falschen Theorien Vielleicht, aber eher nein – Kein abstraktes Kriterium, das erklärt was Wahrheit ist Vielleicht – Intertheoretisch: nein Innertheoretisch: ja • Wissenschaft ist rational • Nähert sich an • Progressive Problemverschiebung
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