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Politische Theorie (Subject) / Sitzung 3 (Lesson)

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  • Diskutieren Sie mögliche Rechtfertigungen des Induktionsprinzips und bewerten Sie diese kritisch. Rechtfertigungsstrategie der Induktivisten beruht auf 3 Forderungen: 1.     Verallgemeinerungen müssen auf großer Anzahl an Beobachtungen beruhen 2.     Beobachtungen müssen unter großer Vielfalt von Bedingungen wiederholt werden 3.     Keine Beobachtungsaussage darf zu entsprechendem allgemeinen Gesetz im Widerspruch stehen   Bewertung des Logischen Empirismus Bewertung der Rechtfertigungsstrategien der Induktivisten anhand des Rationalitätspostulats  – Rechtfertigung durch: o   Logik o   Erfahrung   Bewertung der logischen Rechtfertigung der Induktion -       Induktionsprinzip nicht haltbar -       Schluss von endlicher Zahl an Beobachtungen auf allgemeines Gesetz ist logisch nicht rechtfertigbar -       Gültigkeit nicht logisch begründbar   Bewertung der empirischen Rechtfertigung anhand des Rationalitätspostulats -       Logischer Zirkelschluss: Man rechtfertigt das Induktionsprinzip mit Hilfe des Induktionsprinzips -       Widerspricht Forderung der Begründbarkeit und Widerspruchsfreiheit -       Außerdem Probleme bei Forderung nach Präzision: Was heißt ‚große Zahl an Beobachtungen‘, große Vielfalt an Gelegenheiten‘ etc.?    Fazit à Induktionsprinzip weder logisch noch empirisch rechtfertigbar à Veranschaulicht Entdeckungszusammenhang von Hypothesen à Keine Verwendung zur rationalen Rechtfertigung von Wissen à Nicht geeignet zur Abgrenzung von Wissenschaft und Nichtwissenschaft
  • Nennen Sie zentrale Kritikpunkte des Logischen Empirismus (wendet Induktionsprinzip an) -  Schluss von endlicher Zahl an Beobachtungen auf allgemeines Gesetz logisch nicht rechtfertigbar - Induktionsprinzip war x-mal erfolgreich -> logischer Zirkelschluss (s.o. widerspricht Forderung nach Präzision, Begründbarkeit, Widerspruchsfreiheit)
  • Skizzieren Sie die wissenschaftstheoretische Konzeption des logischen Empirismus und formulieren Sie Einwände dagegen. Empirische Beobachtung à daraus Lehrsätze à daraus folgen neue Experimente Problem: Protokollsätze werden unmittelbar als wahr oder falsch eingeordnet, man kann nicht von einer Beobachtung auf die Gesamtheit schließen Von empirischen auf theoretische Sätze schließen: FALSCH!  Methodik: ·      Ausgangspunkt: Beobachtung ·      Müssen in exakten Sätzen festgehalten werden (Protokollsätze = empirische Sätze) ·      Aussagen über Natur können sofort als wahr oder falsch beurteilt werden ·      Aufbauend auf exakten Beobachtungssätzen: -> Konstruktion allgemeiner Sätze der Wissenschaft (= theoretische Sätze)   Einwände: ·      Schluss von endlicher Zahl an Beobachtungen auf allgemeines Gesetz logisch nicht rechtfertigbar ·      Logischer Zirkelschluss: Man rechtfertigt Induktionsprinzip mit Hilfe des Induktionsprinzips ·      widerspricht daher Forderung nach Präzision, Begründbarkeit, Widerspruchsfreiheit ·      Eignet sich daher nicht als Abgrenzung zur Nichtwissenschaft
  • Skizzieren Sie die wissenschaftstheoretische Konzeption des Falsifikationismus und formulieren Sie Einwände dagegen. ·      Ausgangspunkt: Erkenntnis eines Problems ·      Dann: Frage nach dem ‚Warum?‘ ·      Antwort darauf = Formulierung einer vorläufigen Erklärung Rekonstruktion des Falsifikationismus (Widerlegbarkeit) ·      Ausgangspunkt: kühne, falsifizierbare Vermutungen ·      Mit strengen Tests werden Vermutungen/ Hypothesen überprüft ·      Deduktion erlaubt Rückschluss von Falschheit der Konklusion auf Falschheit der Vermutung ·      Gescheiterte Falsifikationsversuche gelten als Bewährung der Theorie Einwand anhand Rationalitätspostulat: ·      Schluss von Falschheit der Konklusion auf Falschheit der Theorie nur möglich, wenn Beobachtungssätze mit Sicherheit wahr ·      Beobachtungen theoriegeleitet (Begründbarkeit? Wahrheitswert?) ·      Zahlreiche bereits widerlegte Theorien, die trotzdem weiter verwendet wurden und an explanativer Kraft gewannen 
  • Was ist der Unterschied zwischen der Falsifikation und der Falsifizierbarkeit einer Theorie?  Falsifikation -       = Widerlegung einer Theorie -       (gescheiterte Falsifikationsversuche = Bewährung der Theorie) -       von einer Zielaussage Rückschlüsse auf falsche Prämissen möglich   Falsifizierbarkeit -       = Forderung, dass Aussage empirischen Gehalt zur Überprüfung enthält -       Möglichkeit Beobachtungsaussagen aufzustellen, die unvereinbar mit Hypothese sind (Hypothese muss überprüfbar sein)
  • Nennen Sie Qualitätskriterien einer Theorie aus Sicht des Falsifikationismus. -       Möglichst viele potentielle Falsifikatoren -       Emp. Bewährungen von kühnen/riskanten Vermutungen sind wiss. wertvoll -       Uninteressant: Bewährung von allseits akzeptierten Theorien -       Interessant: unwahrscheinliche, aber erklärungskräftige Theorien mit hohem Bewährungsgrad o   (denn Theorie soll mehr erklären als bestehende)
  • Warum ist nach Popper der Falsifikationismus dem Induktivismus überlegen? ·      Alle Kritik besteht in Widerlegungsversuchen ·      Ausgangspunkt nicht Beobachtung einer Tatsache, sondern Erkenntnis eines Problems Man kommt zu wahren Theorien: -Anfang bei beliebigen Theorien - Konfrontation mit Realität - bei Falschheit: durch alternative Theorie ersetzen Sukzessives Ersetzen der falschen Theorien steigert Wahrheitsgehalt wissenschaftlichen Wissens
  • Was versteht man unter der Methode der Explikation? Welche Adäquatheitsbedingungen gibt es? Methode für unscharfe umgangssprachliche Begriffe präzise Begriffe einzuführen ·      Explikandum = gegebener unscharfer Begriff in Umgangssprache oder Wissenschaftssprache ·      Explikat = resultierende scharfe Begriffe ·      Explikation = Verfahren der Analyse und Ersetzung eines unscharfen durch scharfen Begriff   Adäquatheitsbedingungen: ·      Ähnlichkeit: Explikat muss Explikandum so weit ähnlich sein, dass Explikandum durch Explikat ersetzt werden kann ·      Regelhaftigkeit: Regeln für Gebrauch des Explikats müssen formuliert werden ·      Fruchtbarkeit: Explikat soll fruchtbar sein, möglichst viele generelle Aussagen erlauben ·      Einfachheit: Explikat so einfach wie möglich
  • Begründen Sie die folgende Aussage: Das HO-Schema ist die Explikation des Erklärungsbegriffs. ·      Alltagssprachlicher Erklärungsbegriff vage und mehrdeutig ·      Wissenschaftlicher Erklärungsbegriff entspricht deduktiv-nomologischer Erklärung ·      HO-Schema erfüllt alle Adäquatheitsbedingungen der Explikation   Definition Explikation: = Methode für unscharfe umgangssprachliche Begriffe präzise Begriffe einzuführen ·      Explikandum = gegebener unscharfer Begriff in Umgangssprache oder Wissenschaftssprache ·      Explikat = resultierende scharfe Begriffe ·      Explikation = Verfahren der Analyse und Ersetzung eines unscharfen durch scharfen Begriff     HO-Schema als Explikat des alltagssprachlichen Erklärungsbegriffs – Adäquatheitsbedingungen: à Ähnlichkeit: alle HO- Erklärungen sind alltagssprachlich à Regelhaftigkeit: Adäquatheitsbedingungen des HO-Schemas definieren klare Kriterien à Fruchtbarkeit: breite Anwendungsmöglichkeit, eignet sich für Erklärungen und Prognosen à Einfachheit: keine überzeugenden alternativen Explikationen des Erklärungsbegriffes   è HO-Schema präzisiert unklaren Alltagsbegriff hin zu einem klaren wissenschaftlichen Erklärungsbegriff
  • Wie sieht die Struktur einer Erklärung aus? Nennen Sie die Adäquatheitsbedingungen einer Erklärung. Ereignis E (Explanandum) wird erklärt durch logischen Schluss aus: ·      Mindestens einer Gesetzesaussage G ·      Reihe von Antecedesbedingungen A (Rand-, Anfangsbedingungen) als Prämissen   Adäquatheitsbedingungen: ·      Folgerungsbedingung Schluss vom Explanans auf Explanandum muss korrekt sein ·      Gesetzesbedingung Explanans muss mindestens ein allgemeines Gesetz enthalten ·      Signifikanzbedingung Explanans muss empirischen Gehalt haben ·      Wahrheitsbedingung Sätze, aus denen das Explanans besteht, müssen wahr sein (empirisch bewährt)
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