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Bankmanagement (Subject) / Teil 3.6 Eigenmittel und Eigenkapitalanforderungen (Lesson)

Teil 3

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  • Hartes Kernkapital Kernkapital: „going concern“ das Kapital ist eingezahlt gilt im Rahmen der Rechnungslegungs- und Insolvenzvorschriften als Eigenkapital und wird in der Bilanz eindeutig und gesondert offengelegt es ist zeitlich unbefristet es darf nur bei Liquidation der Bank oder mit Erlaubnis der Bankenaufsicht zurückgezahlt werden es gibt keine Vorzugsbehandlung bzgl. der Reihenfolge der Ausschüt- tungen, Ausschüttungen dürfen nur aus ausschüttungsfähigen Posten (Jahresüberschuss abzüglich gesetzlich oder anderweitig vorgeschriebener Zuführung zu den Rücklagen) vorgenommen werden es besteht keine Ausschüttungspflicht das Kapital trägt den ersten und proportional größten Anteil am Verlust das Kapital ist bei Liquidation oder Insolvenz nachrangig gegenüber allen anderen Ansprüchen,
  • Zusätzliches Kernkapital die Instrumente sind ausgegeben und eingezahlt und nicht durch das Institut oder ein damit verbundenes Unternehmen finanziert worden die Ansprüche der Kapitalgeber werden nachrangig zum Ergänzungs- kapital befriedigt Ausschüttungen erfolgen nur aus ausschüttungsfähigen Posten, die Aus- schüttungen können nach Ermessen der Bank ohne Nachzahlungsan- spruch ausgesetzt werden, ein Ausfall der Ausschüttungen stellt keinen Ausfall des Instituts dar die Instrumente sind unbefristet und enthalten keinen Anreiz zu einer Tilgung, eine Rückzahlung und Kündigung sind nur auf Initiative der Bank und mit Genehmigung der Bankenaufsicht zulässig wenn die harte Kernkapitalquote unter 5,125% sinkt, wird der Kapitalbetrag der Instrumente dauerhaft oder vorübergehend abgeschrieben oder das zusätzliche Kernkapital wird in Instrumente des harten Kern- kapitals umgewandelt;
  • Ergänzungskapital Ergänzungskapital „gone concern“ – Nachrangige Verbindlichkeiten • die Kapitalbeträge sind voll eingezahlt; • die Ursprungslaufzeit beträgt mindestens fünf Jahre; • eine vorzeitige Rückzahlung und Kündigung sind nur auf Initiative der Bank und mit Genehmigung der Bankenaufsicht zulässig; Die Bank darf keinen Anreiz zu einer vorzeitigen Rückzahlung haben. – stille Reserven bis zu 1,25% der risikogewichteten Forderungs- beträge (KSA), sofern offen gelegt – 0,6% des Wertberichtigungsüberschusses (IRBA) 
  • Leverage-Ratio Gründe für die Einführung einer Leverage-Ratio: Besserer Insolvenzindikator als risikogewichtete Ek-anforderungen  „regulatory capture by sophistication“  Modellrisiken  Systemische Risiken LeverageRatio = Kernkapital / ( Bilanzaktiva + add-on für Derivate + off - balanceitems) ≥ 3 %
  • Marktpreisrisiken in der CRR Eigene Risikomodelle Ermittlung eines Value at Risk 99 % Konfidenzniveau: Verlust, der mit einer Wahrscheinlichkeit von 99 % nicht überschritten wird  Haltedauer 10 Tage  Vorgabe weiterer Mindeststandards für die VaR-Ermittlung Eigenmittelunterlegung = VaR unter normalen Bedingungen + VaR unter Stressbedingungen  VaR unter normalen Bedingungen Maximum aus VaR des Vortages (aktueller Risikobetrag)  Durchschnittlicher VaR der letzten 60 Arbeitstage x Faktor (durchschnittlicher Risikobetrag x Faktor) Faktor = 3 + Zuschlag Tägliches Backtesting 
  • Marktpreisrisiken in der CRR Standardverfahren - Zinsänderungsrisiken Zinsänderungsrisiken des Handelsbuchs Saldierung gegenläufiger Positionen in gleichen Wertpapieren → Zinsnettoposition Allgemeines Kursrisiko:Veränderungen des Kurses eines festverzinslichen Wertpapiers aufgrund von Veränderungen des Marktzinsniveaus          → Durationsmethode oder Jahresbandmethode Einstellung der Zinsnettopositionen in Laufzeitbänder Saldierung gegenläufiger Positionen je Laufzeitband: (geringe) Ek- anforderung für die geschlossene Position  Verrechnung der offenen Positionen über die Laufzeitbänder inner- halb einer Laufzeitzone: (höhere) Ek-unterlegung für die geschlos- sene Position Verrechnung der offenen Positionen über die Laufzeitzonen: hohe Ek-unterlegung Besonderes Kursrisiko: Veränderungen des Kurses eines festverzinslichen Wertpapiers aufgrund von Bonitätsveränderungen des Emittenten Ek-anforderung entsprechend dem KSA-Risikogewicht 
  • Marktpreisrisiken in der CRR Standardverfahren - Aktienkursrisiken im Handelsbuch Aktienkursrisiken im Handelsbuch Saldierung gegenläufiger Positionen in gleichen Wertpapieren → Nettoeinzelposition  Allgemeines Kursrisiko: Veränderungen des Aktienkurses aufgrund von allgemeinen Marktschwankungen  Saldierung von Long und Short Positionen desselben Marktes: Saldo * 0,08 =   EK-anforderung Besonderes Kursrisiko: Veränderungen des Aktienkurses aufgrund von unternehmensspezifischen Ereignissen          Summe aller Netto-Einzelpositionen * 0,08 = Ek-anforderung 
  • Erfassung von operationelle Risiken in der CRR Operationelle Risiken = das Risiko von Verlusten, die durch Unangemessenheit oder das Versagen von internen Verfahren, Menschen und Systemen oder durch externer Ereignisse verursacht werden, einschließlich Rechtsrisiken Basisindikatoransatz (BIA) Methoden durch Bankenaufsicht festgelegt Eigenmittel = durchschnittl. bereinigter Bruttoertrag ∙ 0,15 Standardansatz (STA) Methoden durch Bankenaufsicht festgelegt 8 standardisierte Geschäftsfelder für jedes Geschäftsfeld den Bruttoertrag ermitteln 12 % risikoarme Geschäftsfelder (Zahlungsverkehr etc)                                            "high frequency - low severity" 18 % risikoreiche Geschäftsfelder (Firmenkundengeschäft, Handel)                          "low frequency - high severity" Fortgeschrittene Messansätze (eigene Modelle) (AMA) "Advanced Measurement Approach" genehmigungspflichtig durch Aufsichtsbehörden 8 Geschäftsfelder 7 unterschiedliche Verlusttypen deklarieren ( Betrug, Katastrophen etc.) Schadenswahrscheinlichkeit und Höhe des Schadens muss vorab deklariert und bestimmt werden Allgemein zunehmende Komplexibilität abnehmende Eigenmittelanforderung (die KI sollen dazu gebracht werden, ihre Systeme zu perfektionieren) Kritik: Es findet keine Risikomessung statt, da nur eine pauschale hinterlegung des Bruttoertrages festgelegt wird
  • Mindestanforderungen an das Risikomanagement – MaRisk Risikomanagement Risikotragfähigkeit: Gegenüberstellung von Gesamtrisikoprofil und  Risikodeckungspotenzial (ICAAP: Internal Capital Adequacy Assessment Process)  Gesamtverantwortung des Vorstands für das Risikomanagement  Risikostrategie und Geschäftsstrategie  Kapitalplanungsprozess  Stresstests  Internes Kontrollsystem Funktionstrennung (Markt und Marktfolge im Kreditbereich, Handel und Abwicklung/Kontrolle im Handelsbereich)  Klare Definition aller Prozesse  Risikosteuerungs- und –controllingprozesse (Existenz von Marktpreisrisikolimite, kreditnehmerbezogene Limite, tägliche Bewertung der Marktpreisrisiken) Interne Revision Unabhängigkeit, Funktionstrennung  Dokumentation, Berichtspflichten  Prüfungsdurchführung (Prüfungsplanung, risikoorientierter Prüfungsansatz, Auslagerung)  Ressourcen (Personal, technisch-organisatorische Ausstattung, Notfallkonzept) 
  • Adressenausfallrisiken in der CRR - Bilanzaktiva - Kreditrisikostandardansatz: Eigenkapitalanforderung = Buchwert des Kredits x Risikogewicht x 0,08 Risikogewicht hängt ab vom externen Rating (20% - 150%, 100% ungeratet), von der Schuldnerart (öffentliche Hand, Banken, Unternehmen) von der Kreditart (Retail-Kredite, durch Grundsicherheiten besichert) nur finanzielle Sicherheiten werden anerkannt Auf internen Ratings basierender Ansatz (IRBA) Eigenkapitalanforderung = Nominalwert x RW(PD; M) x LGD RW(PD; M): Risikogewicht in Abhängigkeit von der selbst geschätzten Ausfallwahrscheinlichkeit und der Laufzeit (M konstant im Standard-IRBA)  LGD: Verlustquote im Insolvenzfall; 45%/75% im Standard/IRBA; selbst geschätzt im fortgeschrittenen IRBA  auch physische Sicherheiten werden anerkannt 
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  • Marktpreisrisiken in der CRR Standardverfahren - Fremdwährungsrisiken Fremdwährungsrisiken Saldierung von Ansprüchen und Verpflichtungen in derselben Währung Getrennte Addition der aktivischen und passivischen Salden über alle Währungen hinweg  (Maximum der Teilsummen aus aktivischen und passivischen Salden + offene Goldposition) * 0,08 = Eigenkapitalanforderung für Fremdwährungsrisiken 
  • Inhalte des bereinigten Bruttoertrags (im Rahmen operationeller Risiken) Summe aus Zinserträgen laufenden Erträgen Aktien/nicht festverzinslicher WP Provisionserträgen Nettoerträgen aus Finanzgeschäften sonstigen Erträgen / einschließlich Leasing Ergebnis abzüglich Zinsaufwendungen Provisionsaufwendungen Nettoaufwendungen aus Finanzgeschäften
  • Adressenausfallrisiken in der CRR – außerbilanzielle Geschäfte Eigenkapitalanforderung = Nominalvolumen • CCF • RW • 0,08 CCF: Credit Conversion Factor = Umrechnungsfaktor in Abhängigkeit von der Wahrscheinlichkeit der Inanspruchnahme; 0 ≤ CCF≤ 1 
  • Ausfallrisiken aus Positionen in Derivaten Marktbewertungsmethode  Aktuelle Wiederbeschaffungskosten (= positiver Marktwert der Position) + Potentiell zukünftiger Wiederbeschaffungswert (=Nominalbetrag x restlaufzeitbezogener %-Satz)   Ursprungsrisiko Methode  Nominalwert des Instruments x laufzeitbezogener Anrechnungssatz  Standardmethode Zusammenfassung der Positionen, die einer Netting-Verein- barung unterliegen mit den zugehörigen Sicherheiten zu einem Netting-Set; Addition der Posi- tionen über alle Netting-Sets  auf einem internen methode Modell beruhende Methode  Berechnung auf der Basis eines internen Modells, das bestimmten Anforderungen an die Schätzgenauigkeit und an die organisatorischen Vorkehrungen genügt.
  • Operationelle Risiken in der CRR Basisindikatoransatz Eigenmittel = durchschnittl. bereinigter Bruttoertrag ∙ 0,15 Standardansatz setzt voraus, dass die Kreditinstitute erweiterte (qualitative) Mindesanforderungen einhalten (Überprüfung und Dokumentation des Risikoprüfungsverfahrens) Anwendung setzt die institutsinterne Überprüfung der regulatorischen Vorgaben voraus gewichtete Indikatoren 8 standardisierte Geschäftsfelder Faktor x Gewichtung pro Geschäftsfeld Unterschied zum Basisindikatoransatz: Unterschiedliche Gewichtung in den einzelnen Geschäftsfeldern (12-18 %) Fortgeschrittene Messansätze (eigene Modelle)  IMA, LDA und Scorecardansatz Institute müssen Szenarioanalysen vornehmen Kritik keine Messung oder Erfassung von operationellen Risiken Bruttoertrag steht in keinem erkennbaren Verhältnis zum Risiko steht Hinterlegungssatz ist sehr willkürlich gewählt
  • Mindestkapitalquoten und Kapitalpuffer Hartes Kernkapital: 4,5 % zusätzliches Kernkapital 1,5 % Ergänzungskapital: 2,0 % antizyklischer Kapitalpuffer: 0 - 2,5 % Kapitalpuffer für systemrelevante Banken ≤ 3,5 % Systemrisikopuffer ≥ 1 % Kapitalerhaltungspuffer ab 2015: 0,625 (1,25 in 2016, 1,875 in 2017, 2,5 ab 2018)
  • Mindestkapitalquoten und Kapitalpuffer - Kern- und Gesamtkapitalquoten harte Kernkapitalquote hartes Kernkapital / Gesamtforderungsbetrag ≥ 4,5 %  Kernkapitalquote Kernkapital / Gesamtforderungsbetrag ≥ 6 % Gesamtlapitalquote  Eigenmittel / Gesamtforderungsbetrag ≥ 8 %
  • Mindestkapitalquoten und Kapitalpuffer - Berechnung Gesamtforderungsbetrag 12,5 x den Risiken 
  • Going Concern und Kernkapital Fortbestand des Unternehmens Kernkapital soll Verluste innerhalb der laufenden Geschäftstätigkeit abdecken Kernkapital spaltet sich in hartes und zusätzliches Kernkapital auf Kernkapital wird im Verlustfall zuerst in Anspruch genommen Unterliegt dem größten Risiko und ist aus Bankensicht die teuerste Kapitalposition
  • Gone Concern und Ergänzungskapital stellt Fremdkapital da, dass Eigenkapitalähnliche Eigenschaften hat Laufzeit > 5 Jahre nachrangige Bedienung im Insolvenzfall schwächere Haftungsqualität Erst im Insolvenzfall werden Verluste durch das Ergänzungskapital abgedeckt