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Wertorientiertes Risikomanagement (Subject) / 4) Risikoinventur (Lesson)

1. Grundlegendes zur Risikoinventur 2. Prozess der Risikoinventur 3. Quantifizierung operationeller Risiken 4. Exkurs: Das Wertkettenmodell von Porter 5. Methoden der Risikoidentifikation (Prozessketten, FMEA, Fehlerbaumanalyse, Abweichungsanalyse, Delphi Methode) 6. Klassifizierung von Risiken 7. Grenzen der Risikoidentifikation 8. Gesetzliche vs. Betriebswirtschaftliche Anforderungen

This lesson was created by Marekhenk.

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  • Was ist der Ansatz der Risikoinventur? Nutzen von Expertenwissen aus einzelnen Unternehmensbereichen oder externen Spezialisten.
  • Was ist das Ziel der Risikoinventur? Entwicklung eines bereichsübergreifenden Risikoverständnisses und Bildung einer risikoorientierten Unternehmenskultur Zusätzliche Gewinnung von quantitativen und qualitativen Daten über Risikoausmaße und Gefährdungspotential
  • Was sind Einschränkungen der Risikoinventur? Da die Ergebnisse i.d.R. auf subjektiven Einschätzungen von Eintrittswahrscheinlichkeiten und Schadensmaß beruhen, müssen Kalkulationen nicht der Realität entsprechen.
  • Welche 3 Schritte gibt es beim Prozess der Risikoinventur? Vorbereitung Durchführung und Auswertung Dokumentation
  • Wie muss die Risikoinventur vorbereitet werden? Personelle, organisatorische, finanzielle und zeitliche Planung der Inventur Welche Risiken sollen aus welchen Unternehmensbereichen untersucht werden? Welche Methoden sollen eingesetz werden? Müssen methoden vorher getestet oder angepasst werden? Welche Personen verfügen über das nötige Fachwissen um die Bereiche zu untersuchen?
  • Wie sieht die Durchführung und Auswertung der Risikoinventur aus? Strukturierte Self Assessments zur Identifizierung der kritischen Faktoren und Modellierung von Szenarien durch Gruppenmitglieder Mitglieder können MA aus diversen Unternehmensbereichen und Ebenen sein, ebenso können auch externe Berater oder Mitarbeiter aus der internen Revision hinzugezogen werden. Risiken werden erhoben und Verständnisfragen geklärt um eine gemeinsame fachliche Grundlage für das weitere Vorgehen zu schaffen Unabhängige Analysen und anonyme Bewertung durch die Mitglieder anhand von definierten Kriterien Abschließend folgen Diskussionsrunden zur Analyse der Bewertung, einem Risiko-Ranking und zur Erarbeitung von bereichsübergreifenden Lösungsstrategien
  • Wie kann die Dokumentation der Risikoinventur genauer beschrieben werden? Die Ergebnisse der Untersuchung und die zu treffenden Maßnahmen werden dokumentiert Inventur in regelmäßigen Abständen wiederholen Daten sollten vergleichbar bleiben, damit Maßnahmen aus Vorperioden zur Risikobehandlung auf Erfolg geprüft werden können Ermüdungserscheinungen auf Grund von Wiederholungen können dazu führen, dass Risiken nicht kritisch genug bewertet werden
  • Wie kann die Quantifizierung operationeller Risiken erfolgen? Top-Down Bottom-Up
  • Wie kann die Top-Down-Quantifizierung operationeller Risiken genauer beschrieben werden? Risiken werden auf Gesamtunternehmensebene identifiziert --> Allokation auf Geschäftsbereiche
  • Wie kann die Bottom-Up-Quantifizierung operationeller Risiken genauer beschrieben werden? Untersucht Ursachen von Risiken auf Geschäftsbereichebene und Einzelprozessebene --> Aggregation auf Gesamtebene
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  • Wie ist die Vorgehensweise beim Top-Down-Ansatz? Daten der Top-Down Ansätze basieren auf Gesamtunternehmensebene und Brachenebene Risiken werden auf der Gesamtunternehmensbene identifiziert und ihre Wirkungen auf kleinere Unternehmensienheiten untersucht Ermöglicht Überblick über die Gesamtrisiken des Unternehmens
  • Wie ist die Vorgehensweise beim Bottom-Up-Ansatz? Beschreibt die Beziehung zwischen Ursache und Wirkung auf Geschäftsbereichsebene und Einzelprozessebene Es erfolgt eine präzise Analyse bestehender Prozesse und deren kausale Zusammenhänge Identifizierte Risiken werden daraufhin getrennt nach Geschäftsbereich und Risikokategorie bewertet Risikoaggregation dezentral auf Geschäftsbereichebene sowie zentral auf Gesamtebene
  • Was ist die Grundidee vom Wertkettenmodell von Porter? Aus wertschöpfungsbezogenen Tätigkeiten können Wettbewerbsvorteile entstehen.
  • Wie kann das Wertkettenmodell von Porter genauer beschrieben werden? Analytisches Instrument zur Untersuchung möglicher Wettbewerbsvorteile eines Unternehmens Grundidee ist, relevante Tätigkeiten zu identifizieren, in dem das Unternehmen Vorteile gegenüber der Konkurrenz besitzt Unterscheidung der Aktivitäten hinsichtlich des Endproduktes in primäre (z.B. Herstellung, Vertrieb etc.) und sekundäre Tätigkeiten (Prozesse die zur Aufrechterhaltung der primären Tätigkeiten dienen)
  • Wie kann das Wertkettenmodell auf die Risikoidentifikation übertragen werden? Identifizierung von vorrangigen Prozessen durch Aufsplitterung der primären und sekundären Tätigkeiten in Einzelaktivitäten Durch Aufsplitterung lässt sich erkennen, welche Organisationseinheiten am Teilprozess beteiligt sind und zwischen welchen Prozessen Koordinationsbedarf besteht und welche mit potentiellen Risiken behaftet sind.
  • Nenne die 8 Methoden der Risikoinventur. Ereignisgesteuerte Prozesskette (EPK) FMEA (Failur Mode and Effect Analysis) Fehlerbaumanalyse Abweichungsanalyse Delphie Methode Kennzahlen Risikochecklisten Szenario-Technik
  • Wie kann eine EPK genauer beschrieben werden? stellt Zusammenhänge, Abhängigkeiten und Kooperationsbedarf zwischen einzelnen Funktionen dar Kernprozesse und Ineffizienz, die Risiken bergen können, lassen sich besser aufdecken
  • Wie lassen sich Risiken mit EPK erkennen? Nach der Erstellung der EPK sollten Gespräche mit verantwortlichen Personen des Bereichs geführt werden, da diese fundiertes Wissen bezüglich störanfälliger Prozesse und möglicher interne und externer Risikoquellen haben. Anschließend können identifizierte Risiken in den Bewertungsprozess eingehen
  • Was sind Vorteile der EPK? Vollständiges, verständliches Bild der Unternehmensprozesse Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge sind schnell ersichtlich EPK nimmt selbst kleine oder für unwichtig eignestufte Prozesse mit auf, die bei anderen Untersuchungsmethoden nicht mit aufgenommen werden
  • Was ist das Prinzip der FMEA? Expertenteams setzen sich zusammen und suchen potentielle Fehlermechanismen Identifizierte potentielle Fehler werden bewertet hinsichtlich: Eintrittswahrscheinlichkeit, Schwere der Auswirkung, Entdeckungswahrscheinlichkeit vor dem Einsetzen der Auswirkung Multiplikation der einzelnen Werte zur Risikoprioritätszahl (RPZ)
  • Wie wird die RPZ berechnet? RPZ = Eintrittswahrscheinlichkeit * Auswirkung * Entdeckungswahrscheinlichkeit
  • Wie ist die Vorgehensweise bei der Fehlerbaumanalyse? Der auftretende Fehler wird duch mehrstufige Analysen zu seinen Ursprüngen zurückverfolgt.
  • Was ist das Ziel der Fehlerbaumanalyse? Fehlerentstehungsprozess auf elementare Ereignisse detaillieren, deren Eintrittswahrscheinlichkeiten aus Statistiken bekannt sind Anschließend kann die Gesamteintrittswahrscheinlichkeit des Ereignisses auf oberster Ebene bestimmt werden
  • Was passiert bei Abweichungsanalysen? Unterschiede zwischen Ist- und Solldaten sollen aufgedeckt werden um entsprechend reagieren zu können.
  • Was sind die Risikofaktoren bei der Abweichungsanalyse? Mengen- und Preisabweichungen
  • Wann ist die Abweichungsanalyse anhand eines statistischen Tests am genauesten? Bei einer großen Anzahl von historischen Abweichungen.
  • Wie sollte der Mittelwert der historischen Abweichungen bei der Abweichungsanalyse bei erwartungstreuer Planung sein? Nicht signifikant von Null verschieden.
  • Was bedeutet es, wenn der Mittelwert der historischen Abweichungen bei der Abweichungsanalyse nicht Null ist? Er kann als durchschnittliche Verzerrung der Planung angesehen werden.
  • Wann muss eine aktuell auftretende Abweichung einer gründlichen Analyse unterzogen werden? Wenn die aktuelle Abweichung signifikant von den historischen Werten abweicht.
  • Warum sollte man die Delphi-Methode verwenden? Weil es bei der Identifikation und Bewertung von Risiken zu unterschiedlichen Ansichten zwischen den Beteiligten kommen kann. Manche Meinungsverschiedenheiten scheinen manchmal nicht überbrückbar. Delphi stellt ein angemessenes Instrument zur Verfügung um zum Konsens zurückzufinden.
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  • Wie sieht die Anwendung der Delphi Methode aus? Es werden anerkannte Experten eingeladen, die gemeinsam mit den Beteiligten über die Problemstellung diskutieren oder eine anonyme Meinung abgeben können. Die erste Auswertung versucht ein übereinstimmendes Ergebnis zu den Sachverhalten zu erarbeiten. Bei der Auswertung werden Extremmeinungen ausgeblendet. I.d.R. führt die Delphi-Methode schon nach einem Durchlauf zu einem übereinstimmenden Ergebnis.
  • Wie lautet das Fazit zur Delphi-Methode? Zeit- und Kostenintensiv Führt oft zu einem für alle Mitglieder akzeptablen Resultat
  • Wie lassen sich Kennzahlen und hochrechnungsorientierte Frühwarnsysteme beschreiben? Kennzahlensysteme geben in vollständiger und komprimierter Form einen Überblick über die Situation des Unternehmens Datenmaterial kommt bei internen Quellen aus dem Konzerncontrolling und bei externen Quellen aus Statistiken, Fachzeitschriften, Analysen oder von anderen Firmen bereitgestellten Daten Kennzahlen besitzen häufig ex-post-Charakter und sind vergangenheits- oder gegenwartsorientiert Ergänzung der vergangenheitsbezogenen Daten mit hochgerechneten Prognosen
  • Wie lassen sich hochrechnungsorientierte Frühwarnsysteme beschreiben? Aktuelle Ist-Werte werden mit Prognoseverfahren bis zum Periodenende oder zu anderen Zeitpunkten hochgerechnet Planungshochrechnungen enthalten Grundlageninformationen um Abweichungen frühzeitig zu signalisieren
  • Was ist die Idee von Risikochecklisten? In Risikochecklisten fließen Erfahrungen verschiedener Unternehmen oder Expertengruppen ein Risikochecklisten sind eine kostengünstige Methode um viele verschiedene Bereiche oberflächlich zu überprüfen und dabei auch kleinere Risiken zu entdecken, die sonst übersehen werden könnten.
  • Was sind die Nachteile von Risikochecklisten? Sie sind sehr allgemein und können Ausnahmefälle nicht abdecken Sie können keine selbstgemachten Erfahrungen ersetzen
  • Was ist der Ansatz zur Szenario-Technik? Szenarien dienen der Beschreibung von Zusammenhängen zwischen einzelnen Risiken im Kontext des unternehmerischen Risikomanagements
  • Wie ist die Vorgehensweise bei der Szenario-Technik? Es werden Extremszenarien (Best Case, Worst Case), Abstufungen (Trends), sowie ein Trendszenario abgebildet, dass die mögliche Weiterführung der derzeitigen Situation darstellt Die Szenarien werden mit ihren geschätzten Eintrittswahrscheinlichkeiten und ihren jeweiligen Chancen und Risiken nebeneinandergestellt
  • Was sind Kriterien für die Klassifizierung von Risiken? Setzt sich zusammen aus: Wirkungsort, Ursprung, Beeinflussbarkeit, Differenzierung (Artengruppen) und Internen und Externen Risiken.
  • Was sind externe Risiken eines Unternehmens? Naturereignisse Technologische Risiken Politisch rechtliche Risiken Soziokulturelle Risiken Makroökonomische Risiken
  • Was sind leistungswirtschaftliche Risiken (intern)? Beschaffung Logistik Produktion Absatzsystem
  • Was sind Risiken aus Management und Organisation (intern)? Informationstechnologie Planung personal Organisationsstruktur Managementqualität
  • Was sind finanzwirtschaftliche Risiken? Liquidität Kapitalbeschaffung Überschuldung
  • Was sind Makroökonomische Risiken? Verursacht durch nationale und internationale wirtschaftliche Entwicklungen und/oder Entwicklungen in der Branche Besondere Einflussfaktoren sind Kapitalgeber, Zulieferer, Abnehmer und Wettbewerber Zunehmende Globalisierung erweitert die Komplexität der Risiken und erhöht die Anzahl der Risikoquellen
  • Was sind Soziokulturelle Risiken? Normen, Werte, Einstellungen, Verhaltensmuster und Ansprüche bestimmen gesellschaftliche Umweltbedingungen Änderungen dieser Faktoren können bei Vernachlässigung oder Fehleinschätzung erhebliches Risikopotential beinhalten
  • Was sind politisch-rechtliche Risiken? Staat und multinationale Staatengemeinschaft üben auf unterschiedliche Weise Einfluss auf den betrieblichen Handlungsrahmen des Unternehmens aus Auch in entwickelten Ländern können kontinuierlich verändernde Rechtssysteme mit länderspezifischen als auch innerstaatlichen unterschiedlichen Rechtsnormen ein komplexes schwer überschaubares Feld sein Unterscheidung zwischen internen und externen politischen Umweltbedingungen
  • Was sind technologische Risiken? Besonders in technologieintensiven Branchen beeinflussen Innovationen und Technologieniveau den unternehmerischen Entscheidungs- und Handlungsspielraum Mangelhafte Anpassungsfähigkeit an Technologieniveaus, wie auch unkontrollierte Innovationsschübe können existenzgefährdend sein
  • Was für Risiken stellen Naturereignisse dar? Direkte Beachtung klimatischer Veränderungen spielt im unternehmerischen Entscheidungsprozess auch heutzutage noch eine untergeodnete Rolle Prognostizierter Klimawandel beeinflusst auch gemäßigte Klimazonen durch Zunahme von z.B. Stum- und hochwasserschäden Im langjährigen Durchschnitt verursachen Sturmschäden über die Hälfte der volkswirtschaftlichen und knapp zwei Drittel der versicherten Schäden
  • Was sind leistungswirtschaftliche Risiken? Qualitative oder quantitative Verschlechterung der jeweiligen Hauptaktivitäten und Leistungsprozesse Können in verschiedenen Unternehmensfunktionen Auftreten und unterschiedliche Erscheinungen annehmen (z.B. höhere Ausschussquoten in der Fertigung oder Verzägerung im internen Logistikprozess)
  • Was sind finanzwirtschaftliche Risiken? Resultieren häufig aus vertraglichen oder gesetzlichen Verpflichtungen zur Bereitstellung oder Entgegennahme von Zahlungsmitteln oder mangelhafter und fehlerhafter Finanzplanung Eintretende Ereignisse können sich verstärkt gegenseitig begünstigen (z.B. großer Zahlungsausfall führt zu geringerer Liquidität -> Bonitätsrating verschlechtert sich -> Kreditvergabe wird erschwert -> weitere Liquiditätsengpässe)