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Klinisch-Psychologische Diagnostik (Subject) / AMDP - Psychologische Merkmale (Lesson)
Merkmale v. AMDP -> 2 Gruppen: psychischer & somatischer Befundes -> je nummeriert & in Gruppen zusammengefasst;
Begriff, Definition, Erläuterung & Bsp., Graduierung, abzugrenzende Merkmale
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- 2.2 Bewusstseinsstörungen keine allg. Definition d. Bewusstseins vorhanden -> Annäherung eher über psychopathologisches Erfahrungswissen über d. Abbau od. Zerfall d. Bewusstseins bei psychischen Störungen = Störungen d. gesamten Erlebens & Verhaltens Teilaspekte: Störungen d. Aktivität, d. Klarheit & Zielgerichtetheit in d. Zuwendung zur Umwelt, d. Aufmerksamkeit, d. sensoriell-sensiblen Auffassens, d. Ansprechbarkeit, d. Fixierbarkeit im Gespräch, d. Reagibilität (Eigenschaft sehr sensibel zu reagieren) auf Umweltreize, d. Orientierung, d. Denkens, Wollens & Handelns Zur Erfassung: 1 quantitative (Bewusstseintsverminderung) & 3 qualitative Merkmale (Bewusstseinstrübung, Bewusstseinseinengung, Bewusstseinsverschiebung) Teilweise unterschiedl. Begriffe in d. Medizin Bewusstseinsverminderung Bewusstseinstrübung Bewusstseinseinengung Bewusstseintsverschiebung
- Bewusstseinsverminderung 1; F Definition: Störung der Wachheit (Vigilanz) Erläuterung & Bsp.: von Benommenheit über Somnolenz (Benommenheit; krankhafte Schläfrigkeit) u. Sopor (starke Bewusstseinstrübung, Vorstufe des Komas) bis zum Koma; sind in unterschiedl. Maße schläfrig & insges. verlangsamt Graduierung: leicht = dösig, benommen od. schläfrig, reagiert aber prompt auf Ansprache, schwer = nur durch Schmerzreize od. andere starke Reize weckbar Abzugrenzende Merkmale: 2 Bewusstseinstrübung
- Bewusstseinstrübung 2; F Definition: Qualitative Beeinträchtigung d. Bewusstseinsklarheit; gestörte Fähigk. versch. Aspekte d. eigenen Person & d. Umwelt zu verstehen, sinnvoll miteinander zu verbinden, sich entspr. mitteilen & sinnvoll zu handeln Erläuterung: führt zur Beeinträchtigung d. gesamten Erlebens & Verhaltens (beschränkt sich NICHT auf einzelne Bereiche); Bsp. Teilsymptome: Abkehr v. d. Außenwelt, schlechte Auffassungsgabe, Ablenkbarkeit od. Schwerbesinnlichkeit; typisch beim Delir (Verwirrtheit & Wahnvorstellungen) und Intoxikation Graduierung: leicht = Zusammenhang d. Erlebens ist unsicher geworden; schwer = Zusammenhang d. Erlebens ist erheblich gestört Abzugrenzende Merkmale: 1 Bewusstseinsverminderung
- Bewusstseinseinengung 3. SF Definition: Einengung d. gesamten Erlebens & Verhaltens auf wenige Themen Erläuterungen & Bsp.: qualitatives Merkmal; (Vergleich mit einem "Lichtkegel d. Bewusstseins"): wirkt wie fixiert auf od. fasziniert durch best. innere Erlebnisse od. äußere Gegebenheiten; Charakteristisch: verminderte Ansprechbarkeit auf Außenreize z. B. bei psychischen Störungen wie Dämmerzustand od. akute Belastungsstörung, aber auch bei Hynpose od. äußerste Konzentration auf ein best. Thema (z. B. Problemstellung) Graduierung: leicht = Einengung kann leicht durchbrochen werden (Bsp.: nach Verkehrsunfall: erscheint wie betäubt, kann sich aber schnell auf ein Gespräch mit Polizisten einlassen); schwer = Einengung kann nur mit Mühe beeinflusst werden (Bsp.: Patient lauscht seinen Stimmen, reagiert nicht auf Ansprache, lässt nur angedeutete Reaktion erkennen) Abzugrenzende Merkmale: 18 eingeengt, 20 grübeln
- Bewusstseinsverschiebung 4; S Definition: fast völlig im subjektiv bleibende qualitative Form d. Bewusstseinsstörung: Patient berichtet, das gesamte Erleben sei erweitert Erläuterung / Bsp.: erleben sich als insges. wacher, lebendiger & offener; Gefühle als besonders intensiv; z. B. unter Drogen od. schizophrenen & manischen Syndromen, ggf. meditative Zustände können eben dazu führen Graduierung: leicht = wird berichtet, macht sich aber in Untersuchung nicht bemerkbar; schwer = wird v. starker Bew.versch. berichtet, die auch d. Gespräch prägt Abzugrenzende Merkmale: 33 Wahnstimmung & 53 Derelisation
- Orientierungsstörungen Orientierung = Bescheidwissen über Zeit, Ort, Situation & Person; Abzugrenzen: Konzentrationsstörungen KEINE Wahnhafte Fehlorientierung (z. B. wahnhaftes Situations- u. Personenverkennungen) WENN reale Orientierung vorhanden 5. zeitl. Orientierungsst. 6. örtliche O.st. 7. situative O.St. 8. Orientierungsst. über die eigene Person
- Zeitliche Orientierungsstörung 5. S Definition: Datum, Wochentag od. Jahreszeit werden nicht od. nur teilweies gewusst Erläuterung + Bsp.: NICHT wenn geringe Abweichung v. Datum ABER Wochentag muss gewusst werden Graduierung: leicht = Kalendertagangabe weicht um 2-3 Tage ab, Monat + jahr + Wochentag + Jahreszeit werden gewusst; schwer = Angabe zum Jahr weicht um mehr als ein Jahr v. d. richtigen Antwort ab ODER Jahreszeit wird nicht gewusst Abzugrenzende Merkmale: 10 Konzentrationsstörungen 12 Gedächtnisstörungen
- Örtliche Orientierungsstörung 6 S Definition: gegenwärtige Aufenthaltsort wird nicht gewusst od. sehr ungenaue Angaben Erläuterung + Bsp.: Nichtwissen weil keine Infos darüber bekommen (z. B. bei Verlegung) -> "keine Aussage" markieren; bei nicht-zurechtkommen in d. Umgebung (richtiges Zimmer nicht wieder finden) = Gedächtnisstörung NICHT Orientierungsst. Graduierung: leicht = Ort kann nur mit Hilfestellungen genannt werden; schwer = Ort wird auch mit Hilfestellung nicht gewusst Abzugrenzende Merkmale: 7 Situative Orientierungsstörung 12 Gedächtnisstörung
- Situative Orientierungsstörung 7 S Definition: gegenwärtige Situation wird in ihrem Bedeutungs- u. Sinnzusammenhang nur teilweise od. gar nicht erfasst Erläuterung + Bsp.: jmd. hat bspw. Schwierigkeiten anzugeben, dss er sich aktuell als Patient in einer Untersuchung befindet Graduierung: leicht = weiß nicht genau in welcher Situation (z. B: Untersuchung im Krankenhaus) sich befindet & welche Rolle er dabei spielt; schwer = kann auch mit Hilfestellung keine Angabe zur Situation machen Abzugrenzende Merkmale: 6 Örtliche Orientierungsstörung
- Orientierungsst. über die eigene Person 8 S Definition: persönl. lebensgeschichtl. Situation wird nicht / teilweise gewusst Erläuterung + Bsp.: beinhaltet z. B. Geburtstag/-ort, Alter, Name, Wohnsituation, Rolle im Lebensalter + soz. Kontext (z. B. Beruf) Graduierung: leicht = Unsicherheit bzgl. einzelner biograf. Daten; schwer = wesentl. biogr. Daten (Anzahl d. Kinder, Geburtstort) werden nicht gewusst Abzugrenzende Merkmale: 12 Gedächtnisst., 54 Depersonalisation
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- Aufmerksamkeits- u. Gedächtnisst. versch. Aspekte kognitiver Beeinträchtigungen v. Patienten berichtete & durch Bsp. plausibel belegte Beeinträchtigungen -> "leicht" markieren - auch wenn im Interview nicht beobachtet ist d. Gefühl d. Leistungsverminderung bzgl. Auffassung, Konzentration, Merkfähigkeit + Gedächtnis berichtet, aber nicht plausibel nachvollziehbar -> Merkmal 71 "Insuffizienzgefühle" markieren 9. Auffassungsst. 10. Konzentrationsst. 11. Merkfähigkeitsst. 12. Gedächtnisst. 13. Konfabulationen 14. Paramnesien
- Auffassungsstörungen 9, SF Definition: Störung d. Fähigkeit kognitiver Verarbeitung erhaltener Infos -> Äußerungen & Texte in ihrer Bedeutung begreifen + sinnvoll miteinander verbinden Erläuterung + Bsp.: Auffassung = teils falsch, verlangsamt od. fehlend; Prüfung: Sprichtwörter, Bildgeschichten od. Fabeln (muss d. Patienten nicht bekannt sein); auch Konkretismus ( = Fähigk. zu abstrahierend-symbolischen Denken, Bsp: Schwierigk. beim Zuordnen v. Elementen zu Klassen, Probleme bei Verallgemeinerungen u. Haftenbleiben an Details od. persönl. Bezüge bei d. Erklärung v. metaphorischen Redefiguren) Graduierung: Beachtung d. Komplexität d. Anforderung! leicht = nur subjektiv berichtet + plausibel od. richtige Interpretation (z. B. Fabel), aber nur zögernd, bzw. beim wiederholten Mal; schwer = Fragen od. einfache Aufforderungen werden nicht verstanden -> statt Erklärung eines Begriffs / Sprichwort wird mit reinen Wortassoziationen geantwortet Abzugrenzende Merkmale: 10 Konzentrationsst., 23 vorbeireden, 34 Wahnwahrnehmungen
- Konzentrationsst. 10 SF Definition: verminderte Fähigk.Aufmerksamkeit einer Tätigkeit od. einem Thema ausdauernd zuzuwenden Erläuterung + Bsp.: Prüfung: Aufg. wie "v. 81 immer 4 abziehen" / "Monatsnamen rückwärts aufsagen" -> sicherstellen, dass Patient dazu prinzipiell in d. Lage ist (ACHTUNG: Dyskalkulie); zeigen sich bei klin. Prüfungen weniger durch absolute Anzahl sonder eher d. Zunahme v. Fehlern im Verlauf od. Verlangsamung & schließl. Abbruch einer begonnenen Aufg. Graduierung: leicht = wird berichtet + plausibel, wird im Gespräch aber nicht deutlich; schwer = Gespräch wird durch Kst. deutl. erschwert Abzugrenzende Merkmale: 9 Auffassungsst., 18 eingeengt, 11 Merkfähigk.st, 12 Gedächtnisst.
- Merkfähigkeitsst. 11 SF Definition: Herabsetzen od. Aufhebung d. Fähigk. neue Infos über Zeitraum v. 10 min zu merken Erläuterung + Bsp.: unterscheiden: Wiedererkennungs- u. schwierigeren Erinnerungsleistungen; differenziert nach Sinnesgebiet u. Material & ist v. d. affektiven Bedeutung d. Merkinhalte => neutrales Material verwenden! jeweils gleiches Material (wg. Vergleichbarkeit) verwenden; Patient soll unmittelbar nach d. Dabietung nachsprechen ( = Ausschluss gestörte Aufmerksamkeit); keine spontane Erinnerung -> Hilfestellung geben (Begriff war eine Zahl) Graduierung: leicht = nach 10 min -> 2 v. 3 erinnert OD. subj. Bericht + plausibel; schwer = nach 10 min keine Erinnerung trotz Hilfestellung Abzugrenzende Merkmale: 10 Konzentrationsst., 12 Gedächtnisst.
- Gedächtnisst. 12 SF Definition: Herabsetzen od. Aufhebung d. Fähigk. Infos > 10 min zu speichern, bzw. abzurufen Erläuterung + Bsp.: Abbildung d. eher labilen Frischgedächtnisses (bis 60 min) & eher stabilen Altgedächtnisses (weit zurückliegende Erfahrungen); AUCH Amnesien (=inhaltl. od. zeitl. begrenzte Gedächtnislücken) & Zeitgitterstörungen (=Unfähigk. Gedächtnisinhalte zeitl. richtig zu ordnen) Graduierung: leicht = Erinnerung an best. Ereigniss/Infos, aber nicht an relevante Details; od. subj. berichtet + plausibel, wird aber im Interview nicht deutlich; schwer = keine Erinnerung auch v. wesentl. Ereignissen / Infos Abzugrenzende Merkmale: 8 Orientierungsst. über die eigene Person, 11 Merkfähigkeit
- Konfabulation 13, F Definition: Erinnerungslücken werden spontan mit wechselnden Einfällen ausgefüllt Erläuterung + Bsp.: zur Beurteilung -> denselben Sachverhalt mehrfach erfragen => wechselnde Antworten, Patient bemerkt Unterschiedlichkeit seiner Angaben nicht, da er tatsächl. Sachverhalt sowie vorherige Angabe vergessen hat; es liegt IMMER eine Gedächtnisst. zu Grund -> muss zusätzl. markiert werden Graduierung: leicht = im Interview 1-2x beobachtet, schwer = zahlreiche Erinnerungslücken, die durchweg mit Konfabulationen gefüllt werden Abzugrenzende Merkmale:
- Paramnesien 14, S Definition: Erinenrungsverfälschungen od. -täuschungen Erläuterungen & Bsp.: Merkmale = falsches Wiedererkennen bzw. vermeintl. Vertrautheit (schon einmal gesehen/gehört/erlebt/déjà-vu) & vermeintl. Fremdheit Ekmnesien ( = Störungen d. Zeiterlebens, bzw. zeitl. Einordnung: Vergangenheit wird als Gegenwart erlebt) Flashbacks (Nachhallerinnerungen) Intrusionen (= sich aufdrängende Erinnerungen an ein traumat. Erlebnis) falsche Erinnerungen (Bsp. im Sinne d. false-memory-syndrome) NICHT wahnhafte Erinnerungen Graduierung: leicht = im Interview nur ein d. genannt. Symptome sichtbar; schwer = ein Symptom sehr häufig od. stark; od mehrere Symptome Abzugrenzende Merkmale: KEINE
- 2.5 Formale Denkstörungen zeigen sich in sprachl. Äußerungen (Bsp.: Veränderungen in d. Geschwindigkeit, Kohärenz (Zusammenhängen) & Stringenz d. Gedankeablaufes) wesentl. Kriterien für d. Schweregrad: z. B. Erschwerung d. Interviews (muss nicht durchgängig vorhanden sein) -> wird oft bes. deutl. bei emotionaler Belastung im Gespräch od. längerer Gesprächsdauer 15. Gehemmt 16. Verlangsamt 17. Umständlich 18. Eingeengt 19. Perseverierend 20. Grübeln 21. Gedankendrängen 22. Ideenflüchtig 23. Vorbeireden 24. Gesperrt / Gedankenabreißen 25. Inkohärenz / zerfahren 26. Neologismen
- Gehemmt 15, S Definition: Denken wird v. Patienten subjektiv als gehemmt, verlangsamt od. blockiert (wie geg. einen inneren Widerstand) empfunden Erläuterung & Bsp.: Pat. kann d. Hemmung d. Denkablaufs nicht aufheben; kann sich bis zum subj. Erleben "überhpt. nicht mehr denken zu können" ausweiten Graduierung: leicht = fühlt sich durch Denkhemmung nur geringfügig beeinträchtigt, kann d. üblichen Aufg. nachkommen; schwer = P. ist nahezu vollständig gehemmt: Worte kommen ihm nur mühsam über die Lippen; ODER Hemmung führt zu einer deutl. subj. Beeinträchtigung d. Funktionen, bzw. quält d. Patienten Abzugrenzende Merkmale: 16 verlangsamt; 20 grübeln; 81 antriebsgehemmt
- Verlangsamt 16, F Definition: Das Denken erscheint d. Beobachter verlangsamt & schleppend Erläuterung & Bsp.: führt zu einem zähflüssigen, trägen Gesprächsablauf Graduierung: leicht = V. wird v. Untersucherbemerkt, hindert aber d. Verlauf v. Exploration od. Unterhaltung nicht wesentl.; schwer = Gesprächsablauf wird durch d. stockenden Gedankengang & längere Gesprächspausen, die aus d. Denkverlangsamung resultieren, erhebl. behindert Abzugrenzende Merkmale: 15 gehemmt, 80 antriebsarm, 87 mutistisch
- Umständlich 17, F Definition: Denken, das bez. auf d. Gesprächsinhalt d. Nebensächl. nicht v. Wesentl. trennt -> inhaltl. Zshg bleibt dabei stets gewahrt Erläuterung & Bsp.: P. verliert sich in unwichtigen Einzelheiten & bleibt an ihnen hängen, ohne ganz v. Ziel abzukommen -> behindert d. Explorationsgang; Umständlichk. = bspw. Folge mangelnder Abstraktionsgabe sein od. Folge d. Unfähigk. Nebensächl. wegzulassen, OBWOHL es intellektuell als solches erkannt wird Graduierung: leicht = Umständlichk. fällt d. Untersucher auf, behindert Explorationsgang nicht wesentl.; schwer = Exploration wird duch d. Umständlichk. erhebl. behindert Abzugrenzende Merkmale: 18 eingeengt, 22 ideenflüchtig, 25 inkohärent / zerfahren
- Eingeengt 18, SF Definition: Einschränkung d. inhaltl. Denkumfanges, Verhaftetsein an ein Thema od. an wenige Themen, Fixierung auf wenige Zielvorstellungen Erläuterung & Bsp.: im Gespräch -> Mühe Thema zu wechseln od. kommt immer wieder zum alten/vorherigen Thema; in d. Exploration: unterschiedl. Themen anbieten -> wichtig, weil Thema Krankheit = Gegenstand einer psychiatr. Exploration, dies entspricht aber nicht autom. einer Denkeinengung; krankhafte Denkeinengung: wenn Pat. auf einzelne Aspekte davon fixiert ist & sich trotz Angebot nicht od. nur schwer davon lösen kann (z.B. depressiver Pat. -> auf Thema d. gestörten Verdauung eingeengt) Graduierung: "leicht" = kommt einige Male auf d. Thema zurück, zwischenzeitl. ist aber auch anderes Gesprächsthema mögl; "schwer" = kann sich v. "seinem" Thema trotz Angebot nicht lösen -> d. h. schon nach wenigen Sätzen inhaltl. Rückkehr Abzugrenzende Merkmale: 20 grübeln, 30 Zwangsgedanken
- MERKMALE d. psych. Befunds Bewusstseinsst. (1.-4.) Orientierungsst. (5.-8.) Aufmerksamkeits- u. Gedächtnisst. (9.-14..) Formale Denkst. (15.-26.) Befürchtungen & Zwänge (27.-32.) Wahn (33.-46.) Sinnestäuschungen (47.-52.) Ich-Störungen (53.-58.) Störungen der Affektivität (59.-79.) Antriebs- u. psychomotor. Störungen (80.-88.) Circadiane Besonderheiten (89.-91.) Andere Störungen (92.-100)
- Perseverierend 19. F Definition: Haftenbleiben an zuvor gebrauchten Worten od. Angaben, d. im aktuellen Zusammenhang nicht mehr sinnvoll sind Erläuterungen & Bsp.: entscheidend für d. Einschätzung: Gesamteindruck d. Untersuchers ob Wiederholungen d. Gesagten im Gesprächszusammenhang sinnvoll Bsp.: Pat. bezeichnet Schlüssel korrekt als Schlüssel, wiederholt das Wort danach aber auch bei anderen Fragen (z. B. Nachfrage nach Bezeichnung v. Gegenständen) Graduierung: leicht = während d. Gespräch 1-2x; schwer = tritt häufiger auf & führt zu Beeinträchtigung d. Exploration Abzugrenzende Merkmale: 84 Parakinesen
- Grübeln 20. S Definition: unablässiges gedankl. Beschäftigtsein mit meist unangenehmen Themen Erläuterungen & Bsp.: Gedanken kreisen ohne Ergebnis immer wieder um d. gleichen Inhalte -> nur mit Mühe zu unterbrechen; wird v. Pat .als unangenehm bis quälend erlebt Graduierung: leicht = nur geringfügig beeinträchtigt, kann üblichen Aufgaben nachkommen; schwer = ist ausgesprochen gequält & deutliche Beeinträchtigung v. Leistung & Lebensgefühl Abzugrenzende Merkmale: 18 eingeengt, 21 Gedankendrängen, 30 Zwangsdenken
- Gedankendrängen 21. S Definition: fühlt sich d. Druck vieler versch. Einfälle od. Gedanken ausgeliefert Erläuterungen & Bsp.: kann die Fülle d. andrängenden / immer wieder neuen Einfälle/Gedanken nicht ordnen od. beherrschen; Gedanken = sinnvoll od. sinnlos, sich überstürzend od. wie automat. ablaufend; denken muss d. Beobachter NICHT beschleunigt erscheinen Graduierung: leicht = berichtet v. Gedankendrängen, kann sich aber auf einzelne Gedanken konzentrieren & sie weiterentwickeln; schwer = Pat. kann Flut d. Einfällt od. Gedanken nicht mehr eindämmen Abzugrenzende Merkmale: 20 grübeln, 22 ideenflüchtig, 30 Zwangsdenken
- Ideenflüchtig 22. F Definition: Vermehrung v. Einfällen, d. NICHT straff v. einer Zielvorstellung geführt werden -> Ziel d. Denkens kann auf Grund v. Assoziationen ständig wechseln od. verloren gehen Erläuterungen & Bsp.: gerät v. Hundersten ins Tausendste, führt Gedanken oft nicht zuende, weil d. Denken ständig v. dazwischenkommenden Einfällen abgelenkt wird; Ablenkung = äußere Einflüsse ( Geräuscht, o. ä.) od. gedankliche Assoziationen; denken mus nicht beschleunigt sein Graduierung: leicht = Exploration wird trotzdem nicht behindert; schwer = Pat. springt immer wieder v. Thema zu Thema, Interviewer kann d. Gedankenablauf folgen, Gang d. Exploration ist aber deutlich erschwert Abzugrenzende Merkmale: 17 umständlich, 25 inkohärent / zerfahren, 82 antriebsgesteigert, 88 logorrhoisch
- Vorbeireden 23. F Definition: verfehlt mit seiner Antwort d. Thema d. Frage, obwohl er d. Frage verstanden hat Erläuterungen & Bsp.: entscheidend nicht d. falsche Antwort, sondern dass am Thema vorbei; Bsp.: "warum sind Sie in die Klinik gekommen?"-"Gestern war schönes Wetter" -> vergewissern, ob Frage verstanden wurde: Pat. soll Frage wiederholen; absichtl. vorbeireden (um d. heißen Brei reden) od. "aneinander-vorbeireden" gelten NICHT Graduierung: leicht = vorbeireden während d. Gespräch 1x; schwer = tritt häufiger auf & erschwert d. Exploration Abzugrenzende Merkmale: 9 Auffassungsstörungen, 10 Konzentrationsst., 18 eingeengt, 25 inkohärenz / zerfahren
- gesperrt / Gedankenabreißen 24. SF Definition: plötzl. Abbruch eines sonst flüssigen Gedankenganges od. Sprechens ohne erkennbaren Grund Erläuterungen & Bsp.: stockt mitten im Satz, schweigt, greift dann d. Gespräch u. U. mit einem ganz anderen Thema wieder auf -> entw. v. Untersucher als "gesperrt (F)" od. v. Pat. als "Gedankenabreißen (S)" wahrgenommen Graduierung: leicht = sperrung od. Abreißen 1-2x im Gespräch; schwer = tritt häufiger auf & beeinträchtigt d. Ablauf d. Exploration Abzugrenzende Merkmale: 10 Konzentrationsstörungen
- Neologismen 26. F Definition: Wortneubildungen / -verwendungen, d. der sprachl. Konvention nicht entspr. & oft nicht unmittelbar verständlich sind Erläuterungen & Bsp.: auch d. semantisch ungewöhnl. Gebrauch Worte abzubilden; Extremfall: Abbildung / Gebrauch einer künstl. Sprache; NICHT: Begriffe aus z. B. Subkulturen od. unzureichende Sprachkenntnis Graduierung: leicht = während d. Gesprächs: 1x beobachtbar; schwer = öfteres Auftreten während Exploration Abzugrenzende Merkmale: 84 Parakinesen, 85 manieriert / bizarr
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- 2.6 Befürchtungen & Zwänge die hierunter zusammen gefassten Störungen beschreiben ängstl. Befürchtungen, Einstellungen od. Verhaltensweisen
- Befürchtungem und Zwänge d. zusammengefassten Störungen beschreiben: ängstl. Befürchtungen, Einstellungen od. Verhaltensweisen
- Misstrauen 27. SF Definition: Verhaltenen Anderer wird ängstl. / unsicher / feindselig auf d. eigene Person bezogen Erläuterung & Bsp.: Pat. fragt mehrmals nach ob Gerät ausgeschaltet / Untersucher wirklich Arzt ist /warum solche Fragen gestellt weren; AUCH WENN innerhalb eines Wahns auftretend -> markieren Graduierung: leicht = in einer kurzen Phase d. Gesprächs wird misstrauisches Verhalten beobachtet od. v. Pat. empfunden od. berichtet; schwer = Verhalten d. Pat. weitgehend durch Misstrauen geprägt; Pat berichtet v. ständigen misstrauischen Befürchtungen Abzugrenzende Merkmale: 67 dysphorisch (missmutige Verstimmtheit)
- Hypochondrie 28. S Definition: ängstl. getönte Beziehung zum eigenen Körper: unangemessene Befürchtung z. B. körperl. krank / verunstaltet zu sein/werden; normale Körpervorgänge bekommen oft übermäßige Bedeutung Erläuterungen & Bsp.: körperl. Phänomene werden mit gesteigerter Aufmerksamkeit ängstlich-sorgenvoll beobachtet / überbewertet -> Gegenstand kann wechseln; AUCH körperbezogene Ängste vor zukünftigen Krankheiten (umgangssprachl. oft "Phobie"), bsw. Herzphobie, AIDS-Phobie od. Karzinophobie Graduierung: leicht = Pat. berichtet v. vermehrter Selbstbeob. aus Angst v. körperl. Erkrankung od. entspr. Beobachtung tritt bei Exploration auf -> führen aber noch nicht zur Handlung (bzw. Arztbesuche od. -wechsel); schwer = Beobachtungen v. Körpervorgängen / Krankheitsbefürchtungen prägen thematisch d. Gespräch od Pat. berichtet v. ständigen Suchen nach Hilfe Abzugrenzende Merkmale: 29 Phobien, 44 Hypochondrischer Wahn
- Phobien 29. S Definition: Angst vor best. Situationen od. Objekten -> führt oft zu Vermeidungsreaktion Erläuterungen & Bsp.:Angstform, die sich auf best. Situationen od. Obj. bezieht & v. Pat. als unbegründet / unangemessen erkannt werden; versucht d. Konfrontation zu vermeiden; Bsp.: Agoraphobie, soz. Phobie; NICHT: körperbezogene Ängste (Herzphobie, etc.) -> Hypochondrie Graduierung: leicht = keine wesentl. Beeinträchtigung d. Alltagsleben; schwer = ausgeprägte Einschränkungen d. Alltagslebens durch Vermeidungsverhalten Abzugrenzende Merkmale: 28 Hypochondrie, 65 ängstlich
- Zwangsdenken 30. S Definition: immer wieder sich aufdrängender Gedanke / Vorstellungen, die als unsinnig od. übetrieben erlebt werden Erläuterungen & Bsp.:werden oft als quälend erlebt: lassen sich nicht / nur schwer unterbinden, drängen sich auch gegen inneren Widerstand auf. Gedanken werden als eigene (nicht v. außen gegebene) wahrgenommen; können auch Erinnerungen sein; Suidizgedanken nur wenn sie Zwangscharakter haben Graduierung: leicht = Pat. berichtet davon, hat keine Einschränkungen im Alltag; schwer = sind nahezu vollständig vorhanden od. führen zu Behinderung d. Alltags Abzugrenzende Merkmale: 20 grübeln, 57 Gedankeneingebung Befürchtungen & Zwänge
- Zwangsimpulse 31. S Definition: immer wieder aufdrängende Impulse best. Hdl. auszuführen, die als unsinnig / übertrieben erlebt werden Erläuterungen & Bsp.:oft als quälend erlebt; lassen sich nur schwer / nicht unterbinden & drängen sich gegen inneren Widerstand auf; werden aber als eigene (nicht v. außen gegeben) erlebt; Bsp.: Impulse etw. zu kontrollieren / sich od. andere zu schädigen / obszöne Worte auszustoßen; Suizidimpulse nur bei Zwangscharakter Graduierung:leicht = treten nur gelengtl. auf, sind nicht quälend & beeinträchtigen Alltag nicht; schwer = häufig vorhanden & beeinträchtigen Alltag Abzugrenzende Merkmale: 30 Zwangsgedanken, 32 Zwangshandlungen, 58 andere Fremdbeeinflussung Befürchtungen & Zwänge
- Zwangshandlungen 32. S Definition: immer wieder ausgeführte Hdl. -> meist als unsinnig / übertrieben erlebt Erläuterungen & Bsp.:Zwa.hdl. & -rituale müssen in genau vorgeschriebener Form, oft in best. Hfgk. wiederholt werden (Bsp.: Wasch- u. Kontrollzwang); oft als quälend erlebt; nicht / nur schwer zu unterbinden & drängen sich gegen inneren Widerstand auf; jedoch: als eigene nicht fremdbestimmte erlebt; NICHT: unter Druck v. Halluzination od. Wahn ausgeführte Hdl.; ggf. auch Selbstbeschädigungen (wenn zwanghafter Charakter) Graduierung: leicht = treten auf, beeinträchtigen aber nicht d. Alltagsleben; schwer = treten oft auf & beeinträchtigen d. Alltag Abzugrenzende Merkmale: 84 Parakinesen (Stereotypien) Befürchtungen & Zwänge
- Wahn 2.7 Vorbemerkungen: - Entstehung: allg. Veränderung d. Erlebens & imponiert als Fehlbeurteilung d. Realität -> subjektive Gewissheit trotz ggf. Widerspruch zur Wirklichkeit & Erfahrung d. gesunden Mitmenschen; im Allg. kein Bedürfnis nach Begründung -> Richtigkeit ist unmittelbar evident; versch. psych. Störungen, nicht nur Schizophrenie es müssen immer mind. 2 Markierungen vorgenommen werden: formale Beschreibung (Merkmale 34-38) und inhaltl. Beschreibung d. Wahns ( M. 39-46) AUßER: isolierte Wahnstimmung (M. 33) -> unterbleibt inhatl. Beschr., da Inhalt noch unklar - Zusammenhang d. Merkmale 34-36: Wahneinfälle & Wahnwahrnehmungen gehen d. Wahngedanken zeitl. voraus -> dürfen nur zusammen markiert werden, wenn im definierten Zeitraum aufgetreten - "Bizarre Wahnphänomene" (im Sinne d. DSM-IV, z. B. Kontrollwahn, Gedankenentzug, Gefühl d. Gemachten) -> nicht in diesem Kapitel, sondern im Kapitel "Ich-Störungen" - Paranoische (wahnähnl.) od. überwertige Ideen (d. Leben völlig beherrschende Vorstellungen) erfüllen NICHT d. Wahnkriterien -> dürfen nicht markiert werden Vorbemerkung zur Graduierung d. inhatl. Wahnmerkmale (M 39-46): Graduierung wird einheitl vorgenommen nach: Beeinträchtigung im gewohnten soz. Rahmen (Beruf/Familie/Freizeitbereich) -> Maßstab ist also Funktionsniveau das VOR Ausbruch bestanden hat Zusammenhang zw. Wahnsymptomatik & erkennbaren Behinderungen MUSS vorhanden sein