11
Human Resources - Organizational Behavior (Subject) / Kapitel 1 - Aspekte des Organisationsbegriffs 1.2 (Lesson)
1. Semester
This lesson was created by notausgang4.
This lesson is not released for learning.
Advertisement
- 1.2 Organisation als Instrument der Unternehmensführung Organisation als Instrument Die instrumentelle Sicht von Organisationen Eine Organisation besteht aus einer Struktur mit einer Ordnung zwischen den Elementen (Mitglieder und Teilbereiche) Ordnung wird durch ein System aus Regeln gebildet Regeln wurden formal festgelegt oder haben sich informell gebildet Gesamtheit aller Regeln bildet die Organisationsstruktur, welcheo das Verhalten der Organisationsmitglieder steuern undo auf das gemeinsame Ziel ausrichten soll Organisation soll der effizienten Führung von Unternehmen dienen Die Regeln bestehen aus statischen Elementen (Aufgaben- und Kompetenzverteilung) dynamischen Elementen (Arbeitsprozesse zur Leistungserstellung) Wie realistisch ist diese Sichtweise?
- 1.2 Organisation als Instrument der Unternehmensführung Emergente Prozesse in Organisationen Fragen an die instrumentelle Perspektive: Sind organisatorische Beziehungen tatsächlich alle planmäßig und rational gestaltet? Ist das Verhalten der Organisationsmitglieder vorhersehbar? Viele Handlungsweisen, Praktiken, Routinen etc. … bilden sich autonom und ungeplant! … beeinflussen Prozesse und Verhalten außerordentlich!→ Emergenz (lat. emergere für „auftauchen“) Emergente Prozesse sind nicht vollständig steuerbar Entscheidungen als Resultat von Organisationsprozessen politische Prozesse in Organisationen symbolische Prozesse (Unternehmenskultur)
- 1.2 Organisation als Instrument der Unternehmensführung Emergenz Emergente Struktur = Struktur,- die sich nicht allein durch die Eigenschaften bzw. Handlungen einzelner Elemente erklären lässt,- sondern durch ihr Zusammenspiel entsteht.Emergenz: Eigenschaften eines „Ganzen“, das nur aus dem Zusammenwirken der Teile,d. h. aus ihrem Prozess heraus erklärbar sind, und sich nicht aus den einzelnen „Teilen“direkt herleiten lassen.
- 1.2 Organisation als Instrument der Unternehmensführung Formale und informelle Organisation Die formale Organisation repräsentiert die definierte und kommunizierte Organisationsstruktur Stellenbeschreibungen, Abteilungen, Organigramme Die informale (emergente) Organisation ergänzt die formale um ein inoffizielles, nicht geplantes und nicht planbares Netzwerk aus sozialen Beziehungen kann formale Organisation nicht nur beeinflussen und verändern, sondern im Extremfall auch ersetzen große Bedeutung bei Entscheidungs- und Veränderungsprozessen
- 1.2 Organisation als Instrument der Unternehmensführung Der „Beziehungseisberg“ (Abbildung Einsberg) Siehe Seite 23 (Abbildung Eisberg) Einsbergspitze: Formale Aspekte (Rationale, beobachtbare Aspekte) Planung Organigramm Stellenbeschreibung Richtlinien, Handbücher usw. Eisbergunterseite: Informale Aspekte (Affektive, verdeckte Aspekte) Machtverteilung persönliche Beziehungen Werte Einstellungen Bedürfnisse Erwartungen Motivation Unternehmenskultur usw.
- 1.2 Organisation als Instrument der Unternehmensführung Entscheidungen und emergente Prozesse Echte Entscheidungen und RoutineentscheidungenRoutineentscheidungen:o Ziele/Präferenzen und alle Rahmenbedingungen bekannto Verfahren zur Bestimmung der besten Alternative bekannto sind programmierbar (repetierbar)Echte Entscheidungen:o es besteht Unklarheit über Ziele und/oder Rahmenbedingungen odero das optimale Entscheidungsverfahren ist unbekannt die meisten Entscheidungssituationen sind geprägt von Uneindeutigkeit, Ungewissheit und Unschlüssigkeit → dennoch: organisatorische Handlungsfähigkeit ist sicherzustellen emergente Prozessen haben große Bedeutung für die Entscheidungsfindung
- 1.2 Organisation als Instrument der Unternehmensführung Formale vs. informelle Gruppen (Mindmap) Siehe Seite 25. Mindmap Abbildung Formale und informale Strukturen existieren i.d.R. auch parallel in Gruppen Mittelpunkt:Gruppe → Formale Gruppen und Informale Gruppen Mitglieder Ziele Normen Strukturen Interaktionen Organisatorische Effizenz → Formale Gruppe → Vorgesetzter > MitarbeiterIndividuelle Bedürfnisse → Informale Gruppe → Informaler Führer > Mitglieder
- 1.2 Organisation als Instrument der Unternehmensführung Organisationskultur Definition Organisationskultur (Unternehmenskultur, corporate culture) ist die Gesamtheit der im Laufe der Zeit in einer Organisation und zu einem bestimmten Zeitpunkt, wirksamen- Wertvorstellungen,- Verhaltensvorschriften (Normen),- Überzeugungen und- Einstellungen.
- 1.2 Organisation als Instrument der Unternehmensführung Gezielte Beeinflussung informaler Beziehungen Elemente der Organisationskultur Vision Leitbild Normen Symbole Helden Rituale Gründe für die Auseinandersetzung mit Fragen der Organisationskultur verschärfte Wettbewerbssituation »Japanische Herausforderung« Wertewandel (von Pflicht-/Akzeptanzwerten zu Selbstentfaltungswerten) Grenzen der rationalen und technokratischen Unternehmens- und Mitarbeiterführung
- 1.2 Organisation als Instrument der Unternehmensführung Positive / Negative Wirkungen „starke“ Organisationskultur eindeutig, unverwechselbar, von allen verinnerlicht ambivalente Wirkung positiv (funktional) negativ (dysfunktional) Positive Effekte: Koordinationswirkung hohe Motivatione und Loyalität Stabilität und Zuverlässigkeit effeziente Kommunikation rasche Entscheidungsfindung antizipative Problemlösung Negative Effekte: Tendenz zur Abschließung Blockierung neuer Abschließung kollektive Abwehrhaltung Aufbau emotionaler Barrieren Mangel an Flexibilität
- Advertisement
- 1.2 Organisation als Instrument der Unternehmensführung Fremdorganisation versus Selbstorganisation klassische Organisationsidee: - Systeme werden durch spezifische Regeln gesteuert (Fremdorganisation)- Naive Illusion?stattdessen: - Ordnung ist das Ergebnis autonomer Prozesse- vernetzte Systeme besitzen eine „eigensinnige“ Dynamik- spontane Interaktionen der Systemelemente (Organisationsmitglieder) führen zu einerunvorhergesehenen Ordnung (Selbstorganisation), die auf sich selbst zurückwirkt- aktuelle Diskussion in Forschung und Praxis: Leistet die Selbstorganisation mehr als die Fremdorganisation?