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Medizin (Subject) / Rechtsmedizin (Lesson)

Rechtsmedizin

This lesson was created by Poldy1997.

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  • Totenstarre Todeseintritt: Erschlaffung aller Muskeln Nach 2 - 4 Stunden (nach Todeseintritt): Beginn der Totenstarre, passive Bewegungen sind erschwert, aber noch möglich Nach 6 - 12 Stunden: Vollständige Starre, passive Bewegungen nur noch unter starker Krafteinwirkung möglich Bis 8 Stunden: Die Totenstarre tritt nach passiver Bewegung (Brechung) wieder auf Nach 48 -72 Stunden: Autolyse der Muskulatur mit Lösung der Totenstarre
  • Totenflecken Beurteilung: Insbesondere die Beurteilung der Nagelbetten lässt einen Rückschluss auf eine eventuelle Todesursache zu, da aufgrund der erschwerten Diffusion auch eine postmortale Reoxygenierung die Farbe der Flecken nicht verändern kann Auftreten: Frühestens 20-30 Minuten nach Todeszeitpunkt Wegdrückbarkeit Bis 4 Stunden nach Eintritt des Todes sind Totenflecken mit leichtem Druck wegstreichbar Bis 20-30 Stunden sind Totenflecken in der Regel mit starkem Druck noch wegdrückbar: Durch den transvasalen Austritt von Flüssigkeit kommt es dann zur intravasalen Hämokonzentration, so dass die Totenflecken endgültig fixiert werden. Umlagerbarkeit Bis 6 Stunden sind Totenflecken vollständig verlagerbar Bis 12 Stunden sind Totenflecken noch partiell verlagerbar Farbe Blau-Violett: Normal Hellrot:  Intoxikation mit Kohlenmonoxid (CO) oder Blausäure (Cyanid, CN‑) Bei Kälte ist eine zonale Gliederung typisch: Stärker ausgekühlte Stellen (unbedeckte Körperteile) zeigen blassere Totenflecken als weniger ausgekühlte (durch Kleidung bedeckte Körperteile) Blassrosa (kaum ausgeprägt): Blutverluste, starke Anämie, Verblutungstod Braunrot: Intoxikation mit Methämoglobinbildner (wie Nitrit o. Anilin) Grünrot: Fäulnis WeiteresVibex/Vibices: Reiskorngroße Blutungen im Bereich von Totenflecken, die oft bei sehr ausgeprägten Totenflecken zu sehen sind. Sie entstehen durch intrakutane Berstungsblutungen im Totenfleckenbereich.
  • Supravitale Reaktionen Supravitale Reaktionen entstehen durch erhaltene Körperfunktionen während des intermediären Lebens (nach Eintritt des Individualtodes und vor Eintritt des biologischen Tods). Sie geben konkrete Hinweise auf den Todeszeitpunkt. Bis ca. 8 Stunden nach TodeszeitpunktSkelettmuskulatur Bis 1,5 - 2,5 h p.m.: Zsako-Muskelphänomen  3 - 5h p.m.: Nach mechanischem Reiz auf den Muskel entsteht ein reversibler ausgeprägter idiomuskulärer Wulst Bis 8h p.m.: Nach mechanischem Reiz auf den Muskel entsteht ein leichter idiomuskulärer Wulst, der bis zu 24 Stunden persistiert Bis 17 Stunden: Pupillenreaktion: Die Gabe von Mydriatika/Miotika führt zur Mydriasis/Miosis Bis 80 Stunden: Bewegliche Spermien sind noch nachweisbar
  • Kältetod Folgende Aspekte deuten auf einen Kältetod hin: Hellrote Totenflecken: Die Farbe deutet auf ein verzögertes intermediäres Leben hin Paradoxes Wärmegefühl: Kurz vor der Bewusstlosigkeit ist es möglich, dass Betroffene ein Wärmegefühl empfinden und sich daraufhin entkleiden. Deshalb ist bei einer entkleideten Leiche nicht immer an eine Fremdeinwirkung zu denken Wischnewski-Flecken: Hämorrhagische Nekrosen an der Magenschleimhaut, die sich als kleine schwarze Verfärbungen zeigen Urinuntersuchung: Aceton im Urin kann bei Unterkühlung erhöht sein. Die Ursachen dafür sind bislang ungeklärt Sobald die Körpertemperatur unter 30°C fällt, kommt es in der Regel zur Bewusstlosigkeit. Bei Unterschreiten von 25°C kommt es schnell zum Tod!
  • Tardieu Flecken Tardieu-Flecken: Punktförmige Blutaustritte in Pleura und Herzbeutel, die wahrscheinlich aufgrund von Blutdrucksteigerungen im Rahmen des Erstickungsvorgangs entstehen (auch beim nicht-gewaltsamen Ersticken)
  • Typisches Ertrinken Schaumpilz  Paltauf-Flecken (Erstickungsblutungen)  Sehrtsche Magenschleimhautrisse  Wydler-Zeichen  Wasser im Magen-Darmtrakt Lungenbefund Massive Überblähung mit Abrundung der Lungenränder und nahezu vollständiger Überdeckung des Mediastinalraums  Verminderung der Elastizität des Lungengewebes  Süßwasser: Überblähte trockene Lunge (Emphysema aquosum) Salzwasser: Lungenödem (Oedema aquosum)
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