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Sprachwissenschaft II (Subject) / Allgemeine Einführung (Lesson)

Einführung in die Sprachwissenschaft II Uni Bern

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  • Darstellungsfunktion bei Karl Bühler Sprache bezieht sich auf die Welt
  • Ausdrucksfunktion bei Karl Bühler Sprecher gibt etwas von sich preis
  • Appellfunktion bei Karl Bühler Sprecher versucht auf Empfänger einzuwirken
  • Rhetorik In Antike ein politisch und ethisch fundiertes Lehrsystem wirksamer öffentlicher Rede. Gilt als 1. Entwurf sprachlicher Handlungs- und Stiltheorie.
  • Stilistik Wissenschaft und Lehre von Normen des Sprachgebrauchs, also von Regeln der Realisierung des systematischen sprachlichen Wissens.
  • Poetik Lehre von Dichtkunst, Sprachgestaltung als Kunsttechnik, theoretische Auseinandersetzung mit Dichtung, ihrer Wirkung, Wert, Aufgaben, Funktionen, spezifischen Ausdrucksmitteln und Gattungen.
  • Gemeinsamkeiten Rhetorik, Stilistik und Poetik Perspektiven auf Sprache in Anwendung, Beschreibungs- und Untersuchungstraditionen dafür, wie, wozu und entlang welcher Normen wir Sprache gebrauchen, historische Impulse der Angewandten Linguistik
  • Jakobsons referentielle/denotative Funktion Kontext (Bühlers Darstellungsfunktion)
  • Jakobsons Sprachfunktionen Basieren auf folgenden Aspekten: Sender macht dem Empfänger eine Mitteilung in einem Kontext mit einem Kode, während Kontakt
  • emotive/expressive Funktion bei Jakobson Sender (Bühlers Ausdruck)
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  • konative Funktion bei Jakobson Empfänger (Bühlers Appell)
  • phatische Funktion bei Jakobson Kontakt, Sprechen zur sozialen Zusammenkunft
  • metasprachliche Funktion bei Jakobson Kode, Sprechen über Sprache
  • poetische Funktion bei Jakobson Mitteilung, Sprechen wird in seiner Form zu einer bestimmten Erscheinung, Art und Weise der Nachricht
  • Poetische Sprache nutzt Konnotationenund schafft Mehrdeutigkeit. Ordnet paradigmatische Auswahl und syntagmatische Verbindung von Lexemen einem ästhetischen Prinzip unter
  • Text wissenschaftliche Definition Text als monologische, schriftlich fixierte sprachliche Einheit, die insgesamt als sinnvolle kommunikative Handlung intendiert oder rezipiert wird
  • 3 Redegattungen Gerichtsrede, Judiziale Redegattung Beratungsrede, Deliberative Redegattung Lobrede, Epideiktische Redegattung
  • 5 Phasen der Bearbeitung in Rhetorik IDEMA Inventio, Dispositio, Elocutio, Memoria, Actio/Pronuntiatio
  • Merkmale eines Texts nach Dressler/Beaugrande KIKAISI Kohäsion, Intentionalität, Kohärenz, Akzeptabilität, Informativität, Situationalität, Intertextualität
  • Textsorten Sprachhandlungseinteilungen, jedoch keine Einigung in Textlinguistik über gültiges Textsorten-Klassifikationsschema. Klassifikationskriterien sind funktionaler Art, Muster sprachlicher Kommunikation, die typische Konstellationen textbildender sprachlicher Mittel sind und mit denen sich Textsorten schnell erkennen lassen.
  • Dominanzhypothese Unterschiedlicher Sprachgebrauch in Abhängigkeit von sozialer Machtdifferenz, die sich widerspiegelt in unterschiedlicher Konfliktorientiertheit. Es gibt also geschlechtsspezifische Sprachbarrieren
  • Leichte Sprache Orientierungsregeln kurze Sätze, pro Satz nur 1 Aussage, mehr Verben als Nominalphrasen, abstrakte und metaphorische Begriffe vermeiden, Fremd- und Fachwörter werden erklärt, Komposita sind nicht komplex und werden getrennt (Melde-Pflicht)
  • Stereotypen Zuschreibungen von Komplexen von Eigenschaften und Merkmalen an Personen anhand realer, vermuteter Gruppenzugehörigkeiten, stark vereinfachend und relativ verfestigt
  • Vorurteil Negativ besetzte Stereotypen, resultieren in Abwertungen, Ausgrenzungen
  • Ethnozentrismus Voreingenommeneinheit eines Individuums gegenüber fremden Gruppen, oder auch Selbstbezogenheit einer Gruppe: Die Merkmale der Eigengruppe dienen als Bewertungsgrundlage und werden als überlegen gegenüber den Fremdgruppen betrachtet
  • gutes, interkulturelles Verhalten geprägt durch hohe Kommunikationsfähigkeit, Sensibilität für Kommunikationsprobeleme, bzw. kultur- und situationsadäquates Wissen und Kompetenzen, Einstellungen und Motivationen
  • Missverständnisse interkultureller Kommunikation auf lexikalischer Ebene fehlende Ausdrücke, Unkenntnis über Konnotationen eines Ausdrucks, falsche Freunde
  • Missverständnisse interkultureller Kommunikation auf pragmatisch-interaktiver Ebene Sprechaktauswahl, Direktheit und Höflichkeit, Gesprächsgestaltung wie Sprecherwechsel und Pausenlängen
  • Missverständnisse interkultureller Kommunikation auf paraverbaler Ebene Betonungs- und Intonationsmuster, Lautstärke
  • Kultur menschliche Tätigkeiten, alles, was gestaltend hervorgebracht wird, Gegenbegriff zur Natur mit emphastischer Komponente Bei Knapp sind Kulturen gruppenspezifische Symbolsysteme, die entsprechenden Kollektive sind Kommunikationsgemeinschaften
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  • Typische Eigenschaften der mündlichen Sprache Pausen, Wiederholungen, Gliederungssignal ist primär akustisch produziert und verarbeitet, flüchtig, semiotisch komplex, Sender und Empfänger müssen präsent sein, Produktion und Rezeption sind zeitlich stark begrenzt und nur gering variierbar, hohe Beanspruchung des Kurzzeitgedächtnisses, dialogisch: Reparaturmöglichkeiten
  • Diskurs Gesellschaftliche Formierung von Bedeutungsstrukturen, Textverbünde und der Ort der gesellschaftlichen Bedeutungsproduktion, das, was zu einer bestimmten Zeit in einer Gesellschaft als bedeutungsvoll gilt ist sprachlich in Form von Diskursen verfasst
  • Allgemeine Sprachwissenschaft Sprache als System, generelle Sprachfähigkeit von Menschen und generelle Sprachstrukturen und Sprachkompetenz auf den Ebenen der Phonetik, Phonologie, Morphologie, Syntax und Semantik
  • Angewandte Sprachwissenschaft Sprache ist handlungsbezogen und prozessual, dient der Repräsentation von Erfahrung, sozialer Interaktion und textueller Gestaltung, weites Verständnis von Sprache -> Sprache als multimodaler Phänomenkomplex. Zentral ist die Beschreibung und Erklärung des Sprachgebrauchs
  • Grammatische Merkmale von Fachsprachen differenzierter Gebrauch von Wortbildungsregeln, in der Syntax eine klare Bevorzugung des Nominalstils und unpersönlichen Konstruktionen. Fokus auf überregionale Standardisierung, Exaktheit und kommunikative Informationsvermittlung.
  • Fachsprache Varietäten bestimmter Berufsgruppen Werden auch als Funktiolekte, Technolekte bezeichnet Gibt es seit gesellschaftlicher Arbeitsteilung, Zunahme dank starker arbeitsteiliger Ausdifferenzierung und Spezialisierung
  • 4 Prinzipien geschlechtsgerechten Sprachgebrauchs Sichtbarkeit aller relevanter Geschlechter, Symmetrie der Geschlechter, Pluralismus aller Geschlechtervarianten, Veruneindeutigung an Stellen wo sprachliche Präzision nicht nötig ist