277

Klinische Psychologie und Gesundheitspsychologie (Subject) / Vorlesungs-Prüfung 2014/15 (Lesson)

Bachelor Psychologie, Kristina Henning-Fast, Uni Wien Stoff: Klinische Psychologie und Psychotherapie von Wittchen und Hoyer (2011)

This lesson was created by Quinn.

Learn lesson

Advertisement
  • Reizkonfrontation Verfahren, bei deren Anwendung Patienten sich mit den von ihnen gefürchteten Reizen nach bestimmten Regeln konfrontieren (-->hinreichend lange und häufige Aussetzung an den CS in Abwesenheit des US) graduiert: zunehmend intensivere Reize massiert: zeitlich extensiv, auf starke Reize orientiert
  • Exposition Übung zur Aufhebung von Meidungsverhalten mit Abbau der negativen kognitiv-emotionalen Reaktion auf bestimmte Situationen, Objekte, Problemfelder oder Personen
  • Exposition Übung zur Aufhebung von Meidungsverhalten mit Abbau der negativen kognitiv-emotionalen Reaktion auf bestimmte Situationen, Objekte, Problemfelder oder Personen In-sensu und In-vivo
  • Kernkomponenten kognitiver Therapieverfahren 1. Psychoedukative Komponente: Vermittlung der Grundidee des kognitiv-therapeutischen Ansatzes 2. Explorative Komponente: Herausarbeitung, Explikation und Bewusstmachung dysfunktionaler oder irrationaler Gedanken, Schemata, Interpretations- und Bewertungsmuster, Einstellungen und Glaubenssysteme 3. Interventionskomponente: Veränderung maladaptiver kognitiver Prozesse und Strukturen
  • Disputation (2. Phase der kognitiv-therapeutischen Vorgehensweise) 3 Zielebenen: 1. Realitätsprüfung (Aufzeigen der tatsächlichen Angemessenheit vs Unangemessenheit der Vorstellungen des Patienten) 2. Bewusstmachung latenter Denk- und Bewertungsmuster (gezieltes Nachfragen, direktes Feedback oder In-Frage-Stellen der Bewertungen und Übertreibungen) 3. Hinterfragung irrationaler Grundannahmen (Herausarbeitung logischer Inkonsistenzen, unangemessener normativer Grundannahmen, inadäquater Kriterien für Selbstbewertung oder selbstschädigender Tendenzen) 4 Disputationsarten: 1. empirisches Disputieren (Prüfung auf empirischen Wahrheitsgehalt) 2. logisches Disputieren ( Prüfung der Schlussfolgerungen und Ableitungen auf Logik und Konsistenz/Widerspruchsfreiheit) 3. hedonistisches/funktionales Disputieren (Prüfung der Grundüberzeugungen auf Nützlichkeit/Behinderung für Lebensziele oder selbstschädigende Tendenzen) 4. normatives Disputieren (Prüfung der Grundannahmen auf unangemesene normative Pberzeugungen)
  • Modell des sozialen Problemlösens Ergebnisse von Problemlöseprozessen werden von 2 unabhängigen Prozessen determiniert: Problemorientierung: motivationale Aspekte des Problemlöseprozesses (wird Problem überhaupt wahrgenommen? welche Kognitionen/Emotionen sind damit verbunden?) Problemlösekompetenz: Anwendung von 5 Problemlösefähigkeiten (Problemdefinition und -formulierung, Generieren von Lösungsalternativen, Entscheidungsfindung, Implementieren der Lösung, Überprüfung) --> Gemeinsamkeiten mit dem Stressmodell von Lazarus
  • Hauptgruppen von Entspannungsverfahren Hypnose autogenes Training Meditationsverfahren progressive Muskelentspannung imaginative Verfahren Biofeedback --> stabile und schneller eintretende Entspannungsreaktion nur bei regelmäßiger Anwednung
  • abnormes Verhalten und Erleben nach Steinhausen - altersunangemessen - zeitstabil - syndromal - entwicklungspertubierend - ausgeprägte Schwere, Häufigkeit und Beeinträchtigung - situationsübergreifend
  • Risikofaktorenkonzept im Gegensatz zum Verursachungsprinzip ist nicht ein einzelner genau zu bezeichnender Faktor eine eindeutige Erklärung für das Zustandekommen einer psychischen Erkrankung verantwortlich, sonder vielmehr das Zusammenspiel von genetischen, physiologischen konstitutionellen, Anlage- und persönlichkeitsbedingte Temperamentsmerkmale mit individuell lerngeschichtlichen Erfahrungen, diversen physischen, sozialen und psychosozialen Umwelteinflüssen
  • transtheoretischer Ansatz komplexes Zusammenspiel verschiedener Risikofaktoren (sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern und Jugendlichen)
  • Advertisement
  • Kohärenzgefühl beschreibt, in welchem Maße eine Person ein durchdringendes, andauerndes und dennoch dynamisches Gefühl des Vertrauens hat bezieht sich darauf, dass: - Stimuli, die sich im Laufe des Lebens aus der inneren und äußeren Umgebung ergeben, strukturiert, vorhersagbar und erklärbar sind (Verstehbarkeit) - Ressourcen zur Verfügung stehen, um den Herausforderungen zu begegnen (Handhabbarkeit) - es lohnenswert ist, für diese Herausforderungen Anstrengungen und Engagement zu investieren (Sinnhaftigkeit)
  • Bewältigungsstrategien 2 Klassen: emotionsorientiert und problemorientiert für erfolgreiche Bewältigung ist sowohl die prinzipielle Verfügbarkeit der entsprechenden Bwältigungsstrategie sowie eine Flexibilität in der Anwendung von Bedeutung
  • exzessives Schreien gekennzeichnet durch anfallsartiges Schreien ohne erkennbaren Grund, das nicht durch angemessene Zuwendung beruhigt werden kann Begleitsymptome: geblähter Bauch, wechselseitiges Beinanziehen oder -überstrecken, keine organischen Ursachen, andauernde motorische Unruhe, erhöhte Schreckhaftigkeit, Hyperreaktivität und Irritierbarkeit, häufiges Quengeln, Ablehnung von horizontaler Rücken- oder Bauchlagerung Kriterien: Dauer mind. 3 Stunden am Tag, an mind. 3 Tagen pro Woche, für mind. 3 Wochen
  • Fütter- und Gedeihstörung Kriterien für Fütterstörung laut ICD-10:  Nahrungsverweigerung und extrem wählerisches Essverhalten bei angemessenem Nahrungsangebot, einer einigermaßen kompetenten Betreuungsperson und in Abwesenheit einer organischen Erkrankung --> ausbleibende Gewichtszunahme oder Gewichtsverlust für mind. 1 Monat Gedeihstörung: wird anhand der normativen Wachstums- und Gewichtskurve ermittelt, Geburtsgewicht unter dem 3. Perzentil für 2 Monate (bei Säuglingen unter 6 Monate) oder 6 Monate (bei Säuglingen über 6 Monate)
  • Emotionale Störung mit Trennungsangst im Kindesalter Unterscheidung zu typischer Trennungsangst von Säuglingen und Vorschulkindern durch abnormen Schweregrad und außergewöhnliche und über die typische Altersstufe hinausgehende Dauer --> Sorge, dass den Bezugspersonen etwas zustoßen könnte, dass sie weggehen und nicht mehr wiederkommen könnten, dass das Kind von ihnen getrennt werden könnte Beeinträchtigungen in sozialen Funktionen, Beziehungen und Entwicklungsmöglichkeiten, da Alleinsein, Besuche und Übernachtungen außer Haus und Schulbesuche kaum möglich sind
  • Störung mit sozialer Ängstlichkeit des Kindesalters permanente oder wiederkehrende Furcht vor fremden Personen Vermeidung von Gelegenheiten und Orten, an denen da Kind fremden Personen begegnen könnte beginnt vor dem 6. Lebensjahr
  • Generalisierte Angststörung und Panikstörung im Kindesalter GAS: diffuse innere Spannung und Unruhe und Sorgen, Befürchtungen sowie Somatisierungsneigungen; Auftreten in später Kindheit ound Adoleszenz Panikstörung: unvorhergesehene, plötzlich auftretende schwere Angstattacken, begleitet von Herzklopfen, Brustschmerzen, Erstickungsgefühlen und Schwindel; Auftreten im Kindesalter selten, ab Jugendalter häufiger
  • Aufmerksamkeits- und Hyperaktivitätsstörung Kardinalsymptome: Aufmerksamkeitsstörungen (vorzeitiges Abbrechen von fremdbestimmten Aufgaben, hohe Ablenkbarkeit und Nichtbeenden von Tätigkeiten), Impulsivität (auf kognitiver, emotionaler und motivationaler Ebene) und Hyperaktivität (mangelhaft reduzierte, überschießende motorische Aktivität und Ruhelosigkeit) ICD-10: - einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung: Aufmerksamkeitsstörung + Hyperaktivität + Impulsivität - hyperkinetische Störung des Sozialverhaltens: Aufmerksamkeitssötrung+ Hyperaktivität + Impulsivität + Störung des Sozialverhaltens DSM-5: - Aufmerksamkeitsdefizit/Hyperaktivitätsstörung (Mischtyp): Aufmerksamkeitsstörung + Hyperaktivität/Impulsivität - Aufmerksamkeitsdefizit/Hyperaktivitätsstörung (vorwiegend unaufmerksamer Typ): AUFMERKSAMKEITSSTÖRUNG + Hyperaktivität/Impulsivität - Aufmerksamkeitsdefizit/Hyperaktivitätsstörung (vorwiegend hyperaktiver Typ): Aufmerksamkeitsstörung + HYPERAKTIVITÄT/IMPULSIVITÄT multimodale Diagnostik: Screening aus Sicht der Eltern und Lehrer (-->"Fragebogen zu Stärken und Schwächen"), Screening aus Sicht der Jugendlichen selbst (-->"Screening psychischer Störungen im Jugendalter"), orientierende Diagnostik (Exploration, diagnostisches Interview), weiterführende Diagnostik (Verhaltensbeobachtung, testpsychologische Diagnostik, medizinische Untersuchung), Problem-/Bedingungsanalyse
  • Begleit- und Folgesymptome der ADHS im Kindesalter - oppositionelle Verhaltensstörungen 30-50% - aggressiv-dissoziale Störungen 30-50% - Lernstörungen und Teilleistungsdefizite 20-30% - emotionale Störungen (Angststörungen 20%, depressive Störungen 15%, soziale Unsicherheit) - Ticsstörungen - Sprech- und Sprachstörungen - Schulleistungsdefizite - erhöhte Konflikt- und Stresslevels in den Familien Betroffener
  • Behandlung von ADHS Stimulantien und kognitive Verhaltenstherapie (inkl. Bezugspersonen)
  • Merkmale einer Störung durch Substanzkonsum psychische Abhängigkeit: unbezwingbares Verlangen/Craving und Kontrollverlust körperliche Abhängigkeit: Entzug und Toleranz akute und chronische Erkrankungen: Vergiftungserscheinungen, Aids,... psychische Störungen: Depression,... soziale Probleme: Familienstörungen, Arbeitsplatzverlust,...
  • Substanzmissbrauch charakteristisch: wiederholt auftretende negative Konsequenzen des Konsums, die für das soziale Umfeld beobachtbar sind wiederholt Probleme in mind. einem von 4 Bereichen innerhalb von 12 Monaten: 1. soziale/interaktionale Probleme 2. Konsum in Situationen, in denen es zu körperlicher Gefährdung kommen kann 3. Probleme mit Polizei und Justiz 4. Probleme mit der Erfüllung von sozialen Rollen und Verpflichtungen weniger schwerwiegend im Vergleich zur Substanzabhängigkeit (DSM-5)
  • Substanzabhängigkeit für Diagnose müssen mind. 3 von 7 Kriterien (2 körperliche Symptome und 5 psychische Symptome) in einem 12-Monats-Zeitraum erfüllt sein 1. Toleranz 2. Entzugssymptom 3. häufige Einnahme in größeren Mengen oder längeren Zeiträumen als beabsichtigt 4. Wunsch/Versuche den Gebrauch zu verringern/kontrollieren 5. hoher Zeitbedarf für Substanzbeschaffung, Konsum und Erhohlung von den Folgen 6. Afgabe/Einschränkung wichtiger Aktivitäten 7. fortgesetzter Gebrauch trotz Kenntnis vorliegender negativer psychischer und physischer Auswirkungen
  • substanzinduzierte Störungen psychische Störungen, die unmittelbar durch den Konsum einern psychotropen Substanz entstehen entwickeln sich relativ schnell nach dem Konsum bzw. dem Ausbleiben eines Konsums - Substanzintoxikation: substanzspezifisches Syndrom, das auf die kurz zurückliegende Einnahme/Wirkung einer Substanz zurückzuführen und reversibel ist; unangepasste Verhaltensweisen und psychische Veränderungen - Substanzentzug: Syndrom, das auf die Beendigung/Reduktion eines übermäßigen oder lang andauernden Substanzkonsums zurückzuführen ist; verursacht Leiden und Beeinträchtigungen  - substanzinduzierte psychische Störungen: ähneln den psychischen Störungen bzgl. Symptomatik, ihr Beginn ist aber eindeutig auf Substanzintoxikation oder -entzug zurückzuführen; Delir, psychotische Störung oder Angst- und affektive Störungen
  • substanzübergreifende diagnostische Instrumente CIDI (Composite International Diagnostic Interview): vollstandardisiertes Interview für psychische Störungen; reines Diagnosesystem ASI (Addiction Severity Index): semistrukturiertes Interview; erfasst das Ausmaß des Behandlungsbedarfs MATE (Measurements in the Addictions for Triage und Evaluation) PREDI (Psychosoziales ressourcenorientiertes Diagnostiksystem)
  • Selbstmedikationshypothese psychotrobe Substanzen werden von Personen mit psychischen Störungen konsumiert, um die Symptome der psychischen Störungen zu dämpfen; durch die Redkution des belastenden Symptomerlebens wird der Substanzkonsum verstärkt, was eine Progression des Konsums ermöglicht
  • Gateway-Hypothese der Beginn des Konsums psychotroper Substanzen findet in einer bestimmten Reihenfolge statt; Konsum der Substanz wird als Risikofaktor für Progression zu weiteren Substanzklassen angesehen --> nicht überall nachweisbar
  • Behandlung von Substanzstörungen Problem: fehlende Therapiemotivation Strategien: Motivationsförderung (motivierende Gesprächsführung, Erfassung und Nutzung der Ressourcen, positive Verstärkung), kontrollierter Konsum (umstritten), Substitution
  • Prävention universell: gesamte Bevölkerung oder Teilgruppen selektiv: Teilgruppen mit einem erhöhten grundsätzlichen Risiko indiziert: einzelne Risikoträger eine umfassende nationale Strategie muss immer alle Zielgruppen einbeziehen kommunikative oder Verhaltensprävention: individuelle Personen durch Information, Aufklärung oder Warnung dazu bringen, Verhalten zu ändern Verhältnis- oder Strukturprävention: Reduzierung der Verfügbarkeit (zB Alterskontrollen oder Einfuhrbegrenzung bei Alkohol, Drogen,...) und Nachfragereduktion (zB bessere Lebensbedingungen schaffen)
  • Charakteristiken psychotroper Substanzen 1. Unterschiede hinsichtlich der Wirkungsdimensionen (dämpfend, aktivierend, psychedelisch) 2. Verschiedenartigkeit der Symptome bei einer Intoxikation 3. Schnelligkeit einer Abhängigkeitsentwicklung
  • Advertisement
  • Modelle zur Entwicklung einer Drogenabhängigkeit Modell mangelnder Verhaltenskontrolle Modell negativer Affektregulation (Entspannung und Selbstmedikation) Modell einer pharmakologischen Vulnerabilität
  • 4 neurobiologische Systeme nach Baler und Volkov 1. System für die Belohnungserwartung (Nucleus accumbens und ventrales Pallidum) 2. Gedächtnis- und Lernsystem (Amygdala und Hippocampus) 3. Motivations- und Antriebssystem (orbitofrontaler Kortex) 4. kognitives Kontrollsystem (präfrontaler Kortex und Gyrus cinguli)
  • Entwicklungprozesse einer Abhängigkeit Typ A: frühe Entwicklung der Abhängigkeit beginnend in Kindheit und Jugend Typ B: später Beginn nach Abschluss der Jugendphase mit etwa 24 Jahren
  • Ziele bei Drogenabhängigen 1) Förderung der Veränderungsbereitschaft 2) Förderung der Selbstwirksamkeitserwartung 3) Rückfallprävention 4) Verbesserung von Lebenskompetenzen und Lebensbedingungen
  • therapeutische Maßnahmen bei Drogenabhängigen 1) Erfassung des Ist-Zustands, motivierende Gesprächsführung 2) Verbesserung der sozialen Kompetenz und der Kompetenzeinschätzung, kognitive Verhaltenstherapie 3) Wissensvermittlung zu Rückfallkonzepten und Auslösersituationen, Bewältigung von konditionierten Entzugserscheinungen und Craving,Training zur Ablehnung von Drogenangeboten, Vermeidung des vollständigen Rückfalls in alte Konsummuster bei erneutem Konsum 4) Behandlung möglicher Störungen in relevanten Lebensbereichen vor dem Hintergrund des kognitiven Modells zum Rückfall
  • therapeutische Maßnahmen bei Drogenabhängigen Schadensminimierung: 1) Safer Use Strategien 2) Substitution 3) kontrollierter Drogenkonsum 4) Stressreduzierung abstinenzorientierte Strategien: 5) pharmakologische Reduzierung des Drogenverlangens 6) Blockierung der Drogenwirkung 7) Verstärkung drogenfreien Verhaltens 8) Reduzierung/Löschung des Verstärkungswertes von Drogen (Cue-Exposure-Ansätze) 9) Motivation zur Drogenabstinenz 10) Stärkung der Selbstkontrolle durch Rückfallprävention
  • Formen von Trinkverhalten bei Alkoholabhängigen Konflikttrinken (weil Person keine anderen Lösungs- oder Bewältigungsmöglichkeiten hat) Rauschtrinken (Kontrollverlust) Spiegeltrinken (trinkt über den Tag verteilt um Alkoholkonzentration im Blut aufgrund der Entzugserscheinungen nie unter einen bestimmten Spiegel sinken zu lassen) Periodisches Trinken (immer wieder Phasen eines heftigen/unkontrollierten Konsums ohne bewussten Anlass/Auslöser)
  • Ätiologie von Alkoholabhängigkeit am ehesten geeignet zur Beschreibung von Entstehung und Aufrechterhaltung: biopsychosoziales Modell Alkohol (Enthemmung, Dämpfung, Beruhigung) --> intrapsychischer (beeinträchtigte Selbstwahrnehmung, unrealistische Wirkungserwartung,...), neurobiologischer (Toleranzsteigerung, Endorphinmangel,...) und psychosozialer (gestörte Trinkkultur, veränderte Familieninteraktion,...) Teufelskreis --> erhöhter Anreiz und Automatisierung des Alkoholkonsums
  • Behandlung einer Alkoholabhängigkeit Suchthilfesystem: Entzugsbehandlung, Entwöhnungsbehandlung, Nachsorge medikamentöse Behandlung: Acamprosat, Naltrexon psychotherapeutische Behandlung: Motivational Interviewing, Informationsvermittlung, Rückfallprävention
  • diagnostische Kriterien der Nikotinabhängigkeit ICD-10: Konsum einer Substanz hat Vorrang gegenüber anderen Verhaltensweisen, die früher höher bewertet wurden; entscheidendes Kriterium ist der oft starke und übermächtige Wunsch, die Substanz zu konsumieren Erfüllung mind. 3 der Kriterien: starker Wunsch/Zwang, Tabak zu konsumieren; verminderte Kontrollfähigkeit; körperliches Entzugssyndrom; Nachweis einer Toleranz; Vernachlässigung andere Vergnügungen/Interessen; anhaltender Konsum trotz schädlicher Folgen DSM-5: fehlangepasster Konsum mit nachfolgender klinisch relevanter Beeinträchtigung; Erfüllung von mind. 3 Kriterien: Konsum in großen Mengen und länger als beabsichtigt; erfolglose Versuche der Reduktion/Kontrolle; Entzug; Toleranz; Aufgabe/Einschränkung beruflicher, sozialer oder Freizeitaktivitäten; fortgesetzter Konsum trotz deutlicher Probleme; großer Zeitaufwand Konsumierung/Erholung
  • psychologische Konzepte der Nikotinabhängigkeit soziale Lerntheorie: Menschen sind biologisch besonders gut darauf vorbereitet, sich durch den kognitiven Lernprozess des Nachahmens anderer Individuen neue Verhaltensweisen anzueignen, vor allem wenn Modell als erfolgreich angesehen wird oder belohnt wird für das Verhalten operante Konditionierung: Verhalten wird in Zukunft mit höherer Wahrscheinlichkeit auftreten, wenn es zu befriedigenden Konsequenzen (Entspannung,...) führt oder unangenehme Empfindungen (Reizbarkeit,...) damit vermieden/beseitigt werden können klassische Konditionierung: Verknüpfung eines neutralen Reizes mit einem bedeutungsvollen Reiz; wichtig für Aufrechterhaltung des Tabakrauchens Zwei-Faktoren-Theorie von Mowrer: Kombination aus klassischer und operanter Verstärkung führt zu sehr stabilem Lernen kognitive Modelle: Erklärung der Entstehung von Verlangen oder Rückfallgeschehen bei einer Abhängigskeitserkrankung
  • Klassifikation des pathologischen Glücksspielens DSM-5: Störungen der Impulskontrolle nicht andernorts klassifiziert Diagnose wird vergeben, wenn sich chronisch-rezidivierendes, maladaptives Spielverhalten zeigt ICD-10: Persönlichkeits- und Verhaltensstörung als eine Form der abnormen Gewohnheiten und Störungen der Impulskontrolle Diagnosevergabe bei häufig wiederholtem, episodenhaftem Glücksspiel, das die Lebensführung beherrscht und zum Verfall der sozialen, beruflichen, materiellen und familiären Werte und Verpflichtungen führt
  • Diagnostik von pathologischem Glücksspielen Lie-Bet-Screen Fragebogen nach Stinchfield South Oaks Gamble Screen Kurzfragebogen zum Glücksspielverhalten
  • pathologische Formen exzessiver Verhaltensweisen pathologisches Glücksspielen pathologische Computernutzung pathologisches Kaufverhalten pathologisches Arbeiten pathologisches Sporttreiben pathologisches Sexualverhalten
  • Halluzinationen Sinneswahrnehmungen ohne adäquate Stimulation der entsprechenden sensorischen Kanäle man hört zB Stimmen, Geräusche, Musik, ohne dass eine real hörbare Peron, Lautsprecher oder andere Geräuschquellen vorhanden sind
  • Wahn beschreibt feste, unverrückbare Überzeugungen, die trotz unbestreitbarer Beweise für das Gegenteil aufrechterhalten werden zB vom Nachbarn oder einem Geheimdienst abgehört zu werden
  • psychotische Störungen gemäß DSM-5 Schizophrenie Schizophreniforme Störung Schizoaffektive Störung Wahnhafte Störungen Kurze psychotische Störung Gemeinsame (induzierte) psychotische Störung Psychotische Störung aufgrund medizinischer Krankheitsfaktoren Substanzinduzierte psychotische Störung
  • psychotische Störung - erhebliche Auswirkungen auf Wahrnehmung, Gedanken und Bewusstsein (Ich-Erleben) - Veränderung in Wahrnehmung (=Halluzination) und im Denken (=Wahn) führen zu fehlerhaften Schlussfolgerungen aus realen Situationen, Gegebenheiten oder Sachverhalten mit der Überzeugung, dass sie der Realität entsprechen - Symptome beinhalten auch desorganisierte Sprache und chaotisches Verhalten in Alltagssituationen
  • Unterscheidung von Positiv- und Negativsymptomen Positivsymptome: - Halluzinationen - Wahn - Zerfall der Assoziationen - Denkzerfahrenheit - bizarres Ausdrucksverhalten Negativsymptome: - Emotionale Verflachung oder Affektverarmung - Assozialität, Kontaktmangel - Apatie, Einbuße an Initiative - Aktivitätsminderung - Verlangsamung kognitiver Prozesse, Sprachverarmung
  • Symptomeinteilung der Schizophrenie nach Kurt Schneider Symptome ersten Ranges: akustische Halluzinationen, dialogische Stimmen, kommentierende Stimmen, imperative Stimmen, Gedankenlautwerden, Leibhalluzinationen, leibliche Beeinglussungserlebnisse, schizophrene Ich-Störung, Gedankeneingebung, Gedankenentzug, Gedankenausbreitung, Willenbeeinflussung, Wahnwahrnehmung Symptome zweiten Ranges: sonstige akustische, optische, olfaktorische oder gustatorische Halluzinationen, einfach Wahnphänomene und Wahneinfälle, einfache Eigenbeziehung