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Diagnostik und Evaluation (Subject) / Beurteilung II (Lesson)
Basis: Nürnb. Skript, Ingenkamp, Lukesch, Skript LMU Barchfeld-Pekrun
Die Lektion beinhaltet den Bereich E für mein EWS-Examen im August'15 an der LMU München. Für Vollständigkeit wird nicht garantiert.
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- Funktionen von Schulnoten Pädagogische Funktionen --> Allgemein: Funktionen nur aussagekräftig, wenn Zensuren unter Berücksichtigung von Gütekriterien entstanden Bericht Noten informieren Erziehungsberechtigte über Leistungsstand, geben Anlass zur Rückbesprechung, lassen Hochrechnung hinsichtlich Jahre-/Abschlussleistungen und deren Folgen zu Kritik: Gefahr falscher Noteninterpretation durch Eltern Rückmeldung SuS erhält Rückmeldung über Stand seiner Lernbemühungen, L erhält Rückmeldung über Unterrichtsqulität und -erfolg, SuS baut realistisches Selbstbild auf Motivation Anreiz zu positivem Leistungsverhalten (Konditionierung!) Kritik: Motivtion eher extrinsisch, leistungsschwache SuS eher gegenteilige Wirkung, Notendruck als generelle Angstquelle ("Notenpeitsche") Disziplinierung nicht ordnungsgemäßes Verhalten durch Noten bestrafen Kritik: Leistungslähmung im Unterricht, Entstehung von Prüfungsangst, Gehfahr der Manipulation von Noten zur Disziplinierung (Validität verletzt, wenn Verhalten statt Leistung benotet) Gesellschaftliche Funktionen Kontrolle Kontrolle des erreichten Kenntnisstandes (Lehrplan) um Homogenität in Klasse zu gewährleisten, v.a. wichtig bei Schulwechsel, machen Effekte schulpolitischer/organisatorischer und pädagogischer Maßnahmen transparent Berechtigung Noten dokumentieren und legitimieren pädagogisches Handeln gegenüber Dritten (z.B.: Schulaufsicht) Allokation / Selektion Vergabe von Noten gestattet es, Zugangsmöglichkeiten nach Leistung zu vergeben; schlechte Noten können zu Klassenwiederholung führen Kritik: pädagog. fragwürdigste Funktion der Schule/Noten --> Konkurrenz unter den SuS, Lehrer als Verwalter von "Lebensschiksalen"; zusätzlich: Noten wenig Vorhersagevalidität für Einzelnen (vgl. Baron-Boldt et al. 1988)
- Objektivität von Schulnoten --> nur gemindert erreichbar Gründe: Klasseninternet Bezugssystem: Beurteilung hängt von Leistung der Klasse ab Notengebung in versch. Fächern untersch. streng (je nach traditionellem Gewicht des Faches in Schule) Beurteilungsfehler auf Lehrerseite (Halo-Effekt, Rosenthal-Effekt, logische Fehler usw.) Beziehung zum Beurteilten: Stereotype, Güte-/Mildefehler Notenskala wird unterschiedlich eingeteilt (Studie Ingenkamp 1969) Verbesserungsmöglichkeiten Kriterienkatalog (Dicker 1973) mehrere Bewerter absprechen
- Reliabilität von Schulnoten Gründe für mangelnde Reliabilität personengebundene Störvariablen in der Prüfungssituation beeinträchtigen genaue Messung (Leichtsinn, Motivation, Wohlbefinden, Konzentrationsmangel...) --> Noten geben selten Auskunft über tatsächliches Wissen, eher über in einmaliger Situation reproduzierbares Wissen
- Validität von Schulnoten --> Allgemein: Validität schwer/nicht erreichbar, wenn Objektivität und Reliabilität so schlecht Gründe: Inhaltsvalidität schwer überprüfbar --> thematisch beschreibende Lehrpläne bieten kein exaktes Kriterium curriculare validität (tatsächlicher Lehrplan) rel. gut: Lerngelegenheiten berücksichtigt schwer, nur ausgewähltes Gebiet zu testen (Grundwissen, Grundlagen immer iwie gefragt) Vorhersagevalidität nur 33% der im Übertrittszeugnis "geeigneten" SuS sind auf dem Gymnasium erfolgreich (Ingenkamp 1976) Noten zwar besser als Auslosen, aber für individuelle Vorhersage eher unbrauchbar (Baron-Boldt et al. 1988)
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