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EW-1 (Subject) / Stein (Lesson)
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- Def. Pädagogik Pädagogik beziehungsweise Erziehungswissenschaft ist die Wissenschaft, die Prozesse der Erziehung, Bildung, des Lernens und der Sozialisation wissenschaftlich beobachtet, interpretiert, erklärt, Wirkungen vorhersagt und somit den beteiligten Personen der pädagogischen Praxis Handlungswissen zur Verfügung stellt.
- Def. Antrophologie Die Wissenschaft vom Menschen, seinem Wesen und seinen Dimensionen
- Historischer Rückblick auf den Umgang mit Bedürftigen - Thomas von Aquin (1224-1274) Menschenbild: Mensch als Geschöpf Gottes> Gesellschaftsbild: Arme als natürlicher StandStändegesellschaft als gottgewollte Ordnung> Handlungsweise: Kein Kampf der ArmutMöglichkeit milde Gaben zu geben
- Historischer Rückblick - Juan Luis Vives Stigmatisieren von BettlernBedürftigkeitsprüfungen Bettelabzeichen derStadt NürnbergBettelordnung von 1522:Betteln wird verboten
- Historischer Rückblick - Christian Jasper Klumker (1868-1942) Menschenbild: Armut systemisch bedingt, da der einzelne nicht ein bestimmtes Produkt im Wirtschaftskreislauf anbieten kann Gesellschaftsbild: Armut als gesellschaftliches Phänomen Handlungsweise:Kampf der Armut; Hilfe zur SelbsthilfeWeiterbildung
- Aufgaben der Pädagogik nach Schiller (2000) Handlung - Förderung von Handlung und Autonomie Emotion - Gefühlsförderung Kopf - Verstandesförderung Körper - Förderung von Bewegung und Sinnen Sozietät - Förderung der soz. Fähigkeiten Kultur - Förderung von Werten und Kultur
- Def. Sozialisation Sozialisation stiftet das verbindende Band zwischen den Menschen und der Gesellschaft
- Def. Sozialisation umfasst alle Prozesse der Persönlichkeitswerdung des Menschen in Auseinandersetzung mit der materialen, sozialen und institutionellen Umwelt. >bidirektionaler Prozess (Mensch hat auch Einfluss auf Gesellschaft) umfasst die Entwicklung einer gemeinsamen Handlungspraxis in einer Gesellschaft, also das Herausbilden von Werten, Normen, Kommunikationsstrukturen und Rollenmustern
- 3 Sozialisationsinstanzen Instanz der primären Sozialisation > Familie > Prozess der Soziabilisierung Einführung in die ba-salen Grundfertigkeiten einer Gesellschaft (Sprache etc.) (Ur)vertrauensentwicklung Erlernen grundlegender Werte Instanz der sekundären Sozialisation > Schule > Prozess der Enkulturation Erlernen grundlegender Kulturtechniken (Schrift, Ma-thematik etc.) Erlernen von Normen, Regeln, Konventionen Instanz der tertiären Sozialisation >Arbeitswelt und Universität >Prozess der Individuation Herausbildung einer eigenständigen Überzeugung politischer, gesellschaftlicher Art Lebenslanger Prozess der Menschwerdung
- Sozialisationstheorie> Struktur-Funktionalismus (Parson) Prozess der Modernisierung (zunehmenden Differenzierung und Arbeitsteilung) Traditionale Gesellschaft (bäuerlichen oder ständischen Hausgemeinschaft alle Personen alle Aufgaben) Moderne und postmoderne Gesellschaft (hoch spezialisierte Fertigkeiten und Fähigkeiten, formalen Ausbildungen in hochspezialisierten Bildungseinrichtungen Vorteil: Individualisierung und Integration)
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- Def. Sozialisation (Parson) ...einwachsen in die Gesellschaft im Sinne einer Übernahme von zunehmend mehr Rollen Rollen = Erwartungen, welche die Gesellschaft an die Inhaber bestimmter Positionen stellt, beispielsweise an Schülerinnen und Schüler, junge Arbeitnehmer oder Eltern
- Symbolischer Interaktionismus (Goffman) - Identität des einzelnen (Self) psychischen Selbst (I), etwa der Genausstattung, der Spontanität sozialen Komponenten (Me’s), also den Bildern, die wir glauben, das sie andere von uns haben
- Symbolischer Interaktionismus (Goffman) role-making/role-taking role-making: Interaktionspartner übernehmen wechselseitig die Perspektive des anderen Interaktionspartner spielen Rollenverhalten aus - role-taking: Interaktionspartner bieten dem anderen Rollen an, die dieser annehmen oder auch verweigern kann Nötig sind: Frustrationstoleranz (viele Rollen sind wenig befriedigend), Ambiguitätstoleranz(Rollen oft nicht definiert), Rollendistanz (Rolle = kritisch nehmen/sein)
- Gesellschaft als Theaterbühne (Goffman) Vorderbühne: Ort des „offiziellen“ Geschehens, Beobachtung durch andere, Ausspielen der Rolle Hinterbühne: Ort des „inoffiziellen“ Geschehens , Unbeobachtete Momente , fällt aus der Rolle Das Ensemble: Gegenseitige Abhängigkeit (auf den anderen verlassen können), Vertraulichkeit (Ensemblemitlgieder sind "Eingeweihte") Bsp. Alkoholismus Gesellschaft wird aufgrund gemeinsam geschaffener Rollenmuster definiert Sozialisation vollzieht sich über die selbst gestalteten übernommenen Rollen
- Unterschied zwischen Pädagogen und Laien Professionelles Wissen Kenntnisse und Haltung
- Grundfrage der Pädagogik Wie interagieren Menschen in Erziehungs-, Bildungs-, Lern-Lehr-Prozessen und in der Sozialisation?
- Warum verhalten sich Menschen unterschiedlich? Ihrer Sozialisation Ihrer Erziehung Ihres Bildungshintergrundes Ihres gelernten Verhaltens Bestimmter Motivationen
- Menschenbild der Pädagogik Das Bild vom Menschen bestimmt, wie wir dem Menschen entgegentreten z.B. Lehrerbilder vom Schüler Thomas Hobbes: homo homini lupus (Mensch von Natur aus schlecht) > Mensch braucht Gesetze und Regeln, damit er nicht mehr "wild" ist. Kind muss durch Erziehung sozialisiert werden.Jean-Jacques Rousseau: Mensch von Natur aus gut. > Gesellschaft verdierbt Kind. Kind von schlechten EInflüssen vernhalten z.B. erst mit 16-17 in Gesellschaft einführen.John Locke: tabula rasa (Mensch ist unbeschriebenes Blatt, dass in alle Seiten prägbar ist./ Behaviorismus)
- Wertewandel Werte werden von jüngerer Generation nicht passiv übernommen, sondern Kinder und Jugendliche wirken auch auf die Werte der Eltern und die gesamte Gesellschaft.
- Anlage-Umwelt (Hurrelmann) Anlage: Gene, körperliche Konstitution (Größe, Attraktivität), Intelligenz (60/70% Gene), Temperament (Extraversion und Introversion), Grundstrukturen der Persönlichkeit (BIG 5) Umwelt: Familie, Freunde, Kinderbetreuung, Bildugseinrichtung, soz. Organisationen, Massenmedien, Wohnbedingungen, physikalische Umwelt
- Behaviorismus Mensch ist passiv Umwelt aktiv Mensch= Black Box (Interessen, Gene uninteressant) : Reize führen zu Reaktionen Pawlow Konditionierung > Mensch zeigt oder unterlässt Verhalten, dass belohnt oder bestraft wird. tabula rasa (John Locke) Kind = leeres Blatt
- Nativismus, Ethnologie, Verhaltensgenetik Mensch und Umwelt passiv Entwicklung = Reifung, gengesteuert Verhalten hat sich durch Evolution entwickelt Reifung vollzieht sich in kritischen Phasen z.B. Sprechen, Laufen lernen Keine Schlüsselreize in sensiblen Phasen: Beweise anhand "Wolfskinder"
- Konstruktivismus, Kognitivismus Mensch = aktiv Umwelt = passiv berühmter Vertreter: Piaget (Mensch gestaltet sich Umwelt durch Erfahrungen)
- Systemisches Menschenmodell Umwelt und Mensch interagieren miteinander
- Zwillingsforschung eineiig: gleiche Gene zweieiig: unterschiedliche Gene (wie Geschwister) meist gleiche Umwelt
- Genogramm grafische Darstellung von Umweltbeziehungen
- Sozialisationsinstanz (Parson) Familie: Struktur: Mindestens zwei Personen aus mindestens zwei Generationen Funktion: Gewährung von Schutz und Intimität etc. Schule: Struktur: Aufbau des Schulsystems (Dreigliedrigkeit…) Funktion: Qualifikation, Selektion etc. Betrieb: Struktur: Betriebsgröße etc. Funktion: Erwirtschaftung von Kapital und Gütern etc.
- Symbolischer Interaktionismus (Goffman) Kritik an Struktur-funktionaler Theorie Zu passives Hineinwachsen in die statischen Rollen der Gesellschaft Theorie eines aktiven Prozesses der Rollenaushandlung 1. Rollen nicht automatisch starr festgelegt 2. Rollen nicht an bestimmte Positionen gebunden 3. Rollen unterliegen einem sozialen Definitionsprozess
- Def. Erziehung Unter Erziehung werden soziale Handlungen verstanden, durch die Menschen versuchen, das Gefüge der psychischen Disposition anderer Menschen mit psychischen und (oder) sozial-kulturellen Mitteln dauerhaft zu verbessern oder seine als wertvoll beurteilten Komponenten zu erhalten
- Sozialisation vs. Erziehung Sozialisation = lebenslang, in die bestehende Gesellschaft integrieren, Handlungsfeld: Medien, Peer-Groups, Eltern Erziehung = betrifft Kinder, Teilbereich der Sozialisation, Handlungsfeld: Pädagogen/ Eltern
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- 3 Arten von Erziehung Intentionale Erziehung= Absichtlich von den Erziehern gesetzte Handlungen, um beim Kind ein bestimmtes Ziel zu erreichen. (Bsp. Belohnungen, gemeinsames üben)Direkte ErziehungBewusste Erziehung Funktionale Erziehung= Erzieherische Effekte, die als Nebenprodukt einer anderen Tätigkeit erreicht werdenTeilweise mit Sozialisation gleichgesetzt. (Bsp. Rollenmodell/ Vorbild, selber Musik spielen)Indirekte ErziehungImplizite Erziehung Extensionale Erziehung= Bewusst gesetzte Impulse zum indirekten Lernen zum Beispiel durch Settinggestaltung (Bsp. Musikinstrumente zur Verfügung stellen)
- Def. Erziehungsziele Beim Erziehungsziel handelt es sich um eine normative Vorstellung von der Person – mit ihren Einstellungen, Empfindungen und Verhaltensweisen – am Ende des Erziehungsprozesses
- Def. Erziehungsstil interindividuell variable, aber intraindividuell vergleichsweise stabile Verhaltenstendenz von Erziehern, in erziehungsthematischen Situationen auf Verhaltensweisen von Kindern zu reagieren
- 4 Erziehungsstile (Baumrind) Autoritär (Gerine Wärme, hohe Kontrolle) = gefühlskalt, starre Regeln >> schwaches Selbstwertgefühl premessiv-vernachlässigend (Geringe Wärme, gerine Kontrolle) = kein Interesse, Kinder laufen so mit, gefühlskalt >>>schlechte Übernahme von Werten premessiv laisser faire (hohe Wärme, gerine Kontrolle) = Wertschätzung der Kinder, antiautoritär >>>großes Selbstvertrauren, wenig leistungsorientiert Autoritativ-demokratisch (hohe Wärme, hohe Kontrolle) = Förderung, hohe Forderung, Erklärungen >> selbstbewusster, erfolgreicher in Schule
- Disziplinierungen (Hoffman) Verstärkungen sind Verhaltensweisen, welche ein bestimmtes Verhalten anschließend in seinem Auftreten wahrscheinlicher machenVerstärkungen versus Bestrafungen:- Verstärkungen erhöhen ein bestimmtes Verhalten, das verstärkt wird, in seiner Auftretenswahrscheinlichkeit- Bestrafungen mindern das bestrafte Verhalten in seinem Auftreten
- Schwarze Pädagogik (Rutzky) Demütigung und Angst als Mittel der Erziehung Überwachung Bestrafungen bei Abweichungen Ängste werden bewusst einbezogen
- Gegenteil zur Schwarzen Pädagogik Jean-Jacques Rousseau: Erziehung in der Natur Montessori: Reformpädagogik, Übungen des praktischen Lebens (Schulgarten), Montessori Material (untersch. Oberflächen), Kind steht im Mittelpunkt Antiautoritäre Erziehung: unfreies/freies Kind, Grenzen nur bei Selbstgefährung oder Grenzen bei anderen überschreiten, Alexander Sutherland Neill
- UNO-Kinderrechtskonvention Recht auf Bildung und Ausbildung Recht auf Gesundheit Recht auf Freizeit, Spiel und Erholung
- Def. Bindung Bindung ist die Bezeichnung für eine enge emotionale und soziale Beziehung zwischen Menschen, die insbesondere in den ersten Lebensjahren zwischen dem Kind und der Pflegeperson entsteht.Bindung ist bidirektional: Bindungsmuster entwickeln sich in der Eltern-Kind-Beziehung als Zusammenspiel von Bindungs- und Fürsorgeverhalten (Bidirektionalität von Bindung).Beziehungen zwischen der Bindungsqualität und der weiteren kognitiven, emotionalen und sozialen Entwicklung sind herstellbar
- Hospitalismus reduziertes Verhalten (depressiv, versteinert) Bewegungsstereotypen Entwicklungsstörungen Störungen der Kontaktfähigkeit Erklärung: Anregungen fehlen, Interaktionen mit Person fehlt Lösung: Kommunikation der Kinder miteinander, individuelle Betreuung, Spielzeug Tender Lovin Care: Kinder in Behindertenheim> kein Hospitalismus
- Bindungsverhalten (Bowbly) Bindungsverhalten Säugling: Greifreflex, Weinen, Lächeln Fürsorgeverhalten Pflegepersonen: Füttern, Tragen, Streicheln
- Phasen der Bindungsentwicklung (Bowbly) Vorphase (0 – 12 Wochen) > allgemein sozial auf Mitmenschen bezogen Phase der personunterscheidenden Ansprechbarkeit: (ab 3 Monaten) > Kind wendet sich bestimmten Personen zu Phase der diskriminativen sozialen Responsivität / Phase der eigentlichen Bindung: (ab ca. 7 Monat) > spezifische Bindung Reziproke Bindung / zielkorrigierte Partnerschaft: (ab ca. 2 Jahren) > zunehmende Perspektivübernahme
- Bindungstypen (Ainsworth) B-Kinder – sicher gebundener Typ (vermissen Mutter, freuen sich bei Rückkehr): gutes Sozialverhalten, neugierig, A-Kinder - vermeidender Typ (vermisst Mutter kaum): ängstlich, problematisches Sozialverhalten, präsentiert sich als perfektC-Kinder - ambivalenter Typ (vermissen Mutter, wenden sich von Eltern ab): Selbstverunsicherung, verlangsamte geistige Entwicklung.D-Kinder - desorientierter, desorganisierter Typ (vermissen Mutter, zeigen bei Wiederkehr komische Verhalten): Entwicklung negativ beeinträchtigt - bei sechsjährigen: Mutter geht eine Stunde statt 3 Minuten raus
- Def. Bildung Vor diesem Hintergrund kann Bildung verstanden werden als ein intrapersonaler, lebenslanger Prozess, der den ganzen Menschen als „Leib-Seele-Geist-Einheit“ umfasst und in dem er seine Persönlichkeit wesensgemäß und seinsgerecht entfaltet.