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Psychopathologie Kinder-Jugend (Subject) / Fallbeispiele (Lesson)
gemischt
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- In einem Raum einer kinderpsychiatrischen Ambulanz steht ein 12 Monate altes Mädchen neben dem Stuhl der Mutter, als die Untersucherin hereinkommt und der Mutter gegenüber am Tisch Platz nimmt. Das Mädchen reagiert deutlich verunsichert auf die neue Person, es schaut ängstlich und stößt einen wimmernden Laut aus. Ohne die Mutter anzusehen, geht es mit ängstlichem Gesichtsausdruck von Mutter und Untersucherin weg und lehnt die Stirn an die Wand, die Augen weit aufgerissen Symptome: Neben Stuhl, unsicher auf Person, angst vor Person, sollte sich hinter Mutter verstecken, Mutter kein Hilfe-punkt. Augen aufgerissen-> Erstarren, Apathisch wirkend (an der Wand) --> Reaktive Bindungsstörung
- Ein 4-jähriger Junge wird wegen eines Sturzes in die Notaufnahme der Kinderklinik gebracht, dort medizinisch versorgt und zur weiteren Abklärung stationär aufgenommen. Er fügt sich ohne Protest und reagiert nicht auf die Umarmung der Mutter zum Abschied. Auch danach fragt er nicht nach seinen Eltern. Er ist sehr schnell vertraut mit der Krankenschwester, die ihn auf der Station versorgt, umarmt sie und fragt sie, ob sie nun seine Mutter sei. Symptome: Reaktion gegenüber Fremden: verlässt Mutter ohne Protest, keine Distanzierung Trostverhalten: sucht nicht die Nähe der Mutter Trennung von der Mutter: unemotional, distanziert --> Bindungsstörung mit Enthemmung
- Tanja ist 10 Jahrealt und schläft im Zimmer ihrer Eltern. In letzter Zeit kommt es regelmäßig zu Streit in der Familie. Der Vater möchte auf keinen Fall dulden, dass Tanja im elterlichen Schlafzimmer übernachtet. Tanja entwickelt dann ausgeprägte Wutanfälle, schlägt um sich und beschädigt manchmal sogar Kleidungsstücke oder auch Gegenstände. Sie schläft unter Weinen in ihrem Bett ein, während die Mutter am Bettrand sitzt. In der Nacht schleicht sie in das Bett der Mutter, ohne dass es der Vater merkt. Sie leidet außerdem am Morgen unter starken Bauchschmerzen, Übelkeit und dem Drang zu Erbrechen, so dass sie seit Wochen die Schule nicht besuchen kann. Die Eltern suchten mit ihr zahlreiche Ärzte auf, aber die medizinischen Untersuchungen ergaben keine Hinweise auf eine organische Verursachung der Symptome. Erst nach einer Operation, bei der prophylaktisch Tanjas Blinddarm entfernt wurde, gingen die Bauchschmerzen für eine kurze Zeit zurück. Nach Beginn des neuen Schuljahres traten die Bauchschmerzen aber wieder in der alten Stärke auf und Tanja begann erneut, die Schule zu vermeiden. Symptome: Ängstlich-gehemmt somatische Beschwerden, Bauchschmerzen schreit, zerreist Kleidung macht sich Sorgen um Mutter Wut, Furcht Anspannung, hohe Erregung, Herzklopfen --> Emotionale Störung mit Trennungsangst
- Mit ca. 2 1/2 Jahren reagierte der Junge auf einer Geburtstagsparty mit starker Angst, als viele Luftballone zerplatzten. Im Kindergartenalter zeigte er Angst vor Spielzeugpistolen. Mit ca. 7 Jahren machte sich bei ihm eine starke Angst vor Feuerwerk und vor Schüssen bemerkbar. Die Angst vor Spielzeugpistolen verflog während der Kindergartenzeit wieder. Eines Tages wünschte er sich selber eine solche Spielzeugpistole und zeigte keine Angst mehr davor. Mit der Angst vor zerplatzenden Luftballons verlief es ähnlich. Von sich aus wollte er plötzlich Luftballone kaufen. Das war vor ca. 4 Jahren. Von diesem Moment an zeigte er keine Angst mehr vor zerplatzenden Luftballons Anders verhält es sich mit der Angst vor dem Feuerwerk und vor den Schüssen. Diese blieb hartnäckig bestehen. Symptome: Angst vor Feuerwerk und Schüssen Zittert, Herzklopfen Fluscht --> Phobische Störung des Kindesalters
- : Laura 15 Jahre Laura lebt als Einzelkind zusammen mit ihrer Mutter; sie ist sehr behütet aufgewachsen und hatte bis zum 3. Lj. fast keine Kontakte zu anderen Kindern. In der Klasse ist sie eine Außenseiterin. Einige Mitschüler schneiden sie, während andere ihr offen ins Wort fallen, wenn sie etwas sagt und sich über sie lustig machen. Sie hat zwei Bekannte in ihrer Schule, fürchtet aber, dass diese sich über kurz oder lang von ihr abwenden könnten. Sie vermeidetes, sich im Unterricht zu melden, geht in den Pausen liebernicht auf den Schulhof und lebt in ständiger Angst, etwas Falsches sagen zu können. Laura findet sich dumm, langweilig und hässlich. Laura hat große Angst in die Schule zu gehen und hat außerhalb der Schule kaum Kontakt zu ihren Mitschülern. Die meisten Nachmittage verbringt sie allein. Symptome: ängstlich-vermeident unsischer wenig soziale Kompetenzen Zittern, Erstarren Angst, Scham Anspannung, Herzklopfen, Errötung --> Störung mit sozialer Ängstlichkeit im Kindesalter
- Sven, 9 Jahre alt, kommt mit seiner Mutter zum Erstgespräch. Die Mutter erzählt, dass die Familie lange überlegt hat, ob sie mit Sven zum schulpsychologischen Dienst kommen sollte. Sie sei froh, dass sie sich jetzt endlich dazu entschieden hätten. Sven sei sehr ernsthaft und stresse sich wegen Kleinigkeiten. Dies hätte schon im Kindergarten angefangen. Er hetze die ganze Familie, da er sich ständig darüber sorge, unpünktlich bzw. nicht rechtzeitig fertig zu sein. Er grübleüber vieles, über Kleinigkeiten, seine schulischen Leistungen, seine Freunde etc. obwohl alles eigentlich gut liefe. Sven sei gut in der Schule und bei seinen Alterskameraden gut akzeptiert. Bis vor kurzem habe er große Einschlafproblemegehabt. Das sei jetzt besser geworden, aber er kaue intensiv an den Fingernägeln. Die Mutter wünscht sich mehr Ruhe für Sven, damit die Familie nicht mehr so gehetzt sei. Sven wünscht sich wieder längere Fingernägel und Ruhe möchte er auch gerne haben. Symptome: ängstlich-unsischeres Theperament schnell besorgt kaut Fingernägel Stress, unruhe Anspannung, hohe Erregung --> Generalisierte Angst des Kindesalterds
- Ein 5-jähriger Junge musste akut in die Tagesklinik aufge-nommenwerden, weil er befürchtete, mit dem Essen oder Trinken versehentlich Insekten zu verschlucken. Immer wieder lief er zum Pflegepersonal, um nachsehen zu lassen, ob sich eine Fliege oder Wespe in seinem Mund befand. Obwohl ihm klar war, dass keine Insekten im Raum vorhanden waren, ließ ihn die Angst vor dem versehentlichen Verschlucken nicht los, und er stellt schließlich Essen und Trinken ganz ein. Als akute Belastungsreaktion war die Trennung der Eltern voraus-gegangen - könnte zwangsstörung sein
- • 24-Std. Miktionsprotokoll - Das Kind geht sehr häufig auf die Toilette - Gibt kleine Mengen ab (50-100 ml laut Protokoll; altersangemessen wären 210 ml). • Organischer Befund - Untersuchung einer Urinprobe sowie die Durchführung eines Ultraschalls. Bericht: „Es fand sich sonographisch ein unauffälliger Befund. Blasenfüllung, Nieren BDS 7,5com x 2,5 cm. Kein Aufstau der NBKS, Urinstatus o. B“ Eine Uroflowmetrie wurde nicht durchgeführt. ?
- was können Ursachen für Enuresis sein? Organische Ursachen Abflussbehinderung an unteren Harnwegen (Verengung Harnröhre) Harnwegsinfektion Fehlentwicklung der obernen Harnwege (Reflux: Harn fließt zurück in Blase) Lerntheoretische Ursachen Wahrnehmungsunfähigkeit für spezifische körpereigene Signale nicht gelernt Realisation von Handlungsabläufen zur Entleerung nicht gelernt (wie ist das Signal zu deuten? Was soll ich dann tun?)
- Ätiologie: Enuresis nochtuna Genetisch (größter Anteil) Familiäre Häufung (nicht nur bei primärer, sondern auch bei sekundärer E.N) Genetisch bedingte Reifungsverzögerung des Zentralenen NS Organisch (überschätzter Anteil) Harnwegsinfekre; Problem: Ursache, Folge Kleine Fehlbildungen Psychologisch (geringer Anteil) keine Bindung an bestimmte Schlafstadien Keine eindeutige Beziehung zur Sauberkeitserziehung
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- Ätiologie - Funktionelle Harninkontinenz Genetische Faktoren viel schlechter untersucht als beim nächtlichen Einnässen; idiopathische Dranginkontinenz am stärksten genetsich determiniert Organische/ neurobiologische Befunde viel schlechter untersucht als beim nächtlichen Einnässen; Harninkontinenz bei Miktionsaufschub stärkste neurobiologische Beteiligung (allerdings unspezifisch) Psychologische Faktoren Am stärksten bei Harninkontinenz bei Miktionsaufschub
- Was ist Enkopresis? willkürliches und unwillkürliches Einkoten ab 4 Jahren nach Ausschluss organischer Ursachen Mind 1x pro Monat für eine Dauer von 6 Monaten
- Symtome der Enkopresis mehrmaliges tägliches Absetzen von Kot versuchen, die Symptome zu verstecken oder zu verleugnen, ("Stuhldrang nicht wahrgenommen zu haben") Meist finden sich bei vorstelligen Kindern ausgeprägte emotionale Störungen, HKS, SSV, Enuresis Insgesamt erhöhte Rate an psychischen Auffälligkeiten, allerdings nicht geklärt, ob Enkopresis Ursache oder Folge
- Nach welchen Kriterien wird der Schweregrad der Enkopresis festgestellt? Häufigkeit der Tage (selten Nächte) mit Einkotepisoden pro Woche Einkotmenge (nur Schmieren oder Haufen Stuhlkonsistenz (Bristol Stool Scale) Subjektive Beeinträchtigung des Kindes.
- Welche Ursachen kann Enkopresis mit Verstopfung, Stuhlzurückhaltung und nachfolgendem Überlaufen (kot flüssig) haben? Anhst fremde/unhygienische Toiletten aufzusuchen Schmerzen beim Stuhlgang wg. Rissen im Analbereich
- Welche Ursachen kann Enkopresis ohne Verstopfung und Überlaufen (Kot normal) haben? Oppositionelles Verhalten Störung des Sozialverhaltens
- Prävlanez von Enkopresis (8 und 13 Jahre) 8 Jahre: 2,3% 13 Jahre: 0.6 %
- Ursachen Enkopresis: Biologoiche und Psychosoziale Faktoren Biologische Faktoren Beeinträchtigung im Dickdarmbereich Pathologische Kontraktion und reduzierte Entspannung des Schließmuskels (Sphinkter) Erweitertes Enddarmvolumen Kinder verlieren allmählich Darmsensitivität und Darmkontrolle Psychosoziale Faktoren strenge/ zu frühe Sauberkeitserziehung Ängstlichkeit des Kindes Starre Tagesstruktur (Schule) Intensives Spiel
- Mädchen 15;7 Jahre - Diagnostik auf Wunsch der Mutter und des Jugendamts (Auflage bzgl. Verbleib) - Eskalationen o Wutanfälle (nicht ansprechbar, außer sich vor Wut) o Greift Mutter körperlich an o Ernsthafte Verlezungen der Mutter bei Konflikten o Beschädigt oder zerstört Möbel - Mutter „labere“ sie seit 10 Jahren voll o Mutter sei an allem Schul - Symptomatik bestehe verstärkt seit 3 Jahren (Pubertät) Biographische Anamnese (Erziher des Kindes Fragen wegen Symptome im Vorschulalter, war Kind dort „Funktionsfähig“?, könnte an der Mutter leigen) - Ausgeprägte Trozanfälle im Vorschulalter - Kita und Schulbesuch regelrecht - Mutter erkrankte an Krebs o Während der Bahandlungsdauer (ca 1 Jahr) Betreuung durch anderes Familienmitglied - Interessen o „Abhängen“, Musik (Metal), Rauchen & Cola-Bier trinken, Schoppen o Horrorfilme schauen - Besuche zunächst Gymnasium ( bis 7 Klasse) o Dann Wechsel zur Realschule aufgrund von Leistungsproblemen und 8-monatigem Schulschwänzen, jetzt 9. Klasse mit guten Leistungen -> Schulwechsel, Interligenztest machen (Passiv)- Agressive Grundhaltung in der Interaktion Kaum selbstreflektiertes, selbstkritisches denken Gegenüber Mutter dominant und geringschätzend in alle psychische Qualitäten voll orientiert Keine mnestischen Defizite Ängste, Zwänge oder psychosomatische Defizite nicht beobachtbar Antrieb und Aufmerksamkeit unauffällig --> Störung des Sozialverhaltens Es könnte auch eine Depression vorliegen
- Der 11-jährige Hans ist sehr verschlossen, erzählt wenig und klagt seit einiger Zeit über Bauchschmerzen. Vor einem dreiviertel Jahr fand die Mutter beim Aufräumen seines Zimmers eine Reihe von Dingen, wie Schlüsselanhänger, Geldbörsen, und kleine Täschchen für Kondome. Die Mutter versuchte damals mit Hans darüber zu reden. Er wollte zunächst nichts darüber erzählen, gab dann aber zu, die Dinge in einem Geschäft weg genommen zu haben. Er schien zunächst sehr erleichtert, die morgendlichen Bauchschmerzen ließen auch wieder nach. Einige Monate später stellte die Mutter fest, dass er ein Taschenmesser aus einem Einkaufsmarkt weg genommen hatte. Gleichzeitig habe er wieder bedrückt gewirkt und häufig über Kopfschmerzen geklagt. Hans habe ein starkes Harmoniebedürfnis, könne Auseinandersetzungen nicht ertragen, ist nie mit anderen Kindern gut ausgekommen und habe auch keinen festen Freund in seiner Klasse. Als Hans nach dem Anlass der Vorstellung gefragt wurde (aus seiner Sicht) hat er sofort Tränen in den Augen, bei der Untersuchung mit dem HAWIK (Rechnerisches Denken) fängt er an zu weinen. Er hat Ein-und Durchschlafstörungen, von denen er aber nur auf Nachfragen berichtete. - Depression