13

Sonderpädagogik (Subject) / Emotionen (Lesson)

Psychologie- Schwerpunkt Emotionen

This lesson was created by Carolin123.

Learn lesson

Advertisement
  • Definition von Emotionen Emotionen sind mehrdimensionale Konstrukte, die aus affektiven, physiologischen kognitiven, expressiven und motivationalen Komponenten bestehen. • Innere, psychische Prozesse • Spürt man, sind keine reinen Gedankeninhalte • Emotionen haben stark wertenden Charakter  Signalgeber, wie angenehm/unangenehm aktuelle Situation empfunden wird• Recht eindeutig entlang der Dimension Valenz in positiv/negativ einzuordnen• Komplexe Muster von Veränderung die physiologische Erregung, Gefühle, kognitive Prozesse und Verhaltensweisen einschließen  die Veränderungen treten als Reaktion auf eine Situation auf, die als persönlich bedeutsam wahrgenommen wird  Emotionen bestimmten das menschliche Handeln  Auslöser für Motivation, die ihrerseits das Handeln in Gang setzt und wirken auch bei kognitiven Entscheidungsprozessen maßgeblich mit
  • Primäre Emotionen/Basisemotionen • scheinen alle Menschen zu kennen und unterscheiden zu können• gehen über Kulturen hinweg mit den jeweils gleichen, typischen Gesichtsausdrücken einher und sind durch spezifische Auslösebedingungen sowie spezifische resultierende Handlungstendenzen charakterisiert  besonders häufig als Basisemotionen genannt (Ortony&Turner 1990):o Freudeo Überraschungo Trauero Ärgero Angst o Ekel• Panksepp (1998) nennt darüber hinaus Fürsorge, sexuelle Lust, statt Überraschung die Emotion Interesse  Vielzahl an Evidenz, dass diese Basisemotionen schon bei höheren Säugetieren existieren  z.B. Schimpansen, Delfine und Elefanten zeigen Trauer beim Verlust eines Partners• Entwickeln sich im 1 Lebensjahr
  • Sekundäre Emotionen • Komplexere Emotionen, die erst ab dem Ende des 2 Lebensjahr ausgebildet werden • Scham, Stolz, Neid, Verlegenheit, Empathie• Setzen Selbstbewusstheit und Selbstreflexion voraus• Verhaltensstandards und Regeln kennen (Vergleich mit eigenem Verhalten + Verantwortungszuschreibung)
  • Abgrenzung zu anderen Konstrukten: Kognition • E. und K. hängen eng zusammen – auch theoretisch Überlappungen• wenn Emotionen im Spiel sind, findet affektive Wertung statt• Kognitionen = psychische Repräsentationen, die selbst- oder aufgabenbezogene Überzeugungen beinhalten→ wegen leistungsorientierter Gesellschaft sind Fähigkeitseinschätzungen i.d.R. immer emotional gefärbt• Studie (Boekaerts 2007) zeigt, dass es hilfreich sein kann, Emotionen zu berücksichtigen, um Leistungshandeln zu verstehen:→ je höher die selbst eingeschätzte Kompetenz, desto mehr Anstrengung investierten die SuS→ je geringer…, desto weniger strengten sie sich an→ rein kognitiv gesehen unlogisch - aber: hoch eingeschätzte Kompetenz → positive Emotionen (und andersrum)• Emotionen haben Einfluss auf kognitive Ressourcen, auf Einsatz von Lernstrategien, auf das Ausmaß von Selbstregulation und Motivation während Lernen → also wichtig für resultierende Lernleistung
  • Abgrenzung zu anderen Konstrukten: Stimmung • Begriffe Emotionen und Stimmung werden in vielen Forschungsarbeiten synonym benutzt  tatsächlich durch weitgehend kongruente Komponenten charakterisiert (affektives Erleben, spezifische psychologische Erregungsmuster, charakteristisches Gedankeninhalte, sowie Ausdrucksverhalten) Unterschiede:• Stimmung hält länger an• ist weniger intensiv ausgeprägt• weniger auf bestimmte Objekte gerichtet• nur Unterscheidung zwischen pos. / neutral / neg.
  • Abgrenzung zu anderen Konstrukten: Wohlbefinden • Emotionen sind integrale Bestandteil von subjektivem Wohlbefinden• Wohlbefinden nicht nur in Abwesenheit negativer Emotionen  beinhaltet auch das Empfinden positiver Emotionen (allen voran Erleben von Freude)• subjektives Wohlbefinden, wenn man subjektive und gesellschaftliche Werte als erfüllt sieht u. insgesamt sein Leben als positiv bewertet
  • Abgrenzung zu anderen Konstrukten: Stress = Zustand der Alarmbereitschaft eines Organismus, der sich auf erhöhte Leistungsanforderungen einstellt• erlebter Stress tritt auf, wenn eigene Fähigkeiten und Fertigkeiten von der Anforderungen in der Umwelt übertroffen bzw. in Frage gestellt werden Zweifel bzgl. eigener Kompetenzen• in solchen Situationen erlebt man häufig auch Angst, weswegen Emotion Angst als eng verwandt mit erlebtem Stress angesehen werden kann• Theorien zu Entstehung, Wirkungen und zum Umgang mit Angst und Stress weisen relativ große Überschneidungen auf
  • Abgrenzung zu anderen Konstrukten: Flow = Gefühl völliges Aufgehen in einer Tätigkeit  tritt auf, wenn Handlungsanforderungen und Handlungskompetenzen in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen in Flow-Zustand kann man geraten, wenn man in eine anspruchsvolle Tätigkeit involviert ist und sich den Anforderungen der Tätigkeit voll gewachsen fühlt  Flow eher ein kognitiver Zustand als eine Emotion und wird deshalb auch nie im Kontext der Basisemotionen erwähnt  Erlebniszustand, der insbesondere im Lern-und Leistungskontext wiederholt Beachtung findet  im Flow kann man außerordentliche gute und kreative Leistungen erbringen
  • Komponenten von Emotionen • Emotionen sind mehrdimensionale Konstrukte, die aus affektiven, physiologischen, kognitiven, expressiven und motivationalen Komponenten bestehen• Jede Emotion ist ein für sie typisches psychisches Erleben gekennzeichnet  wird als „affektiver Kern“ einer Emotion bezeichnet• Affektives Erleben notwendig und hinreichend für eine Emotion• Neben affektiven Kern in vielen Definitionen vier weitere zentrale Komponenten von Emotionen genannt
  • Physiologische Komponenten  je nach emotionalem Zustand ändern sich z.B. Herzrate, Hautleitfähigkeit oder Muskeltonus (allgemeine Anspannung oder Erregungszustand) auch im zentralen Nervensystem finden Emotionen ihre Entsprechung, sowohl kortikale als auch subkortikale Areale (u.a. präfrontale Kortex u. die Amygdala) zeigen beim Erleben von Emotionen spezifische Erregungsmuster
  • Advertisement
  • Kognitive Komponente  emotionales Erleben geht meist mit Gedankeninhalten einher bei Angst: Gedanken an die Konsequenzen eines möglichen Scheiterns
  • Expressive Komponente  verschiedene Emotionen gehen mit für sie typischem verbalem und nonverbalem Ausdrucksverhalten einher  macht Emotionen für Interaktionspartner erkennbar
  • Motivationale Komponente  Emotionen lösen entsprechendes Verhalten aus  aus evolutionspsychologischer Perspektive: Organismen haben erst deshalb Emotionen entwickelt, weil diese dafür sorgen, adaptives (d.h. überlebensförderliches) Verhalten zu zeigen z.B. aus Angst flüchten• Emotionen sind Auslöser für Motivation (die wiederum Handeln in Gang setzt)→ Emotionen bewerten Tätigkeiten nach ihrer Bedeutung für die Motivbefriedigung und richten Handeln entsprechend motivdienlich aus• Emotionen wirken bei kognitiven (Entscheidungs-) Prozessen maßgeblich mit