195

Psychiatrie STEX (Subject) / Querbeet (Lesson)

a

This lesson was created by olli_evt.

Learn lesson

This lesson is not released for learning.

Advertisement
  • Paraphasie Wortverwechslungsstörung; bei der phonematischen Form werden neue Wörter geschaffen, die von der Lautfolge her nicht existieren, dem Ursprungswort aber sehr ähnlich sein können (z.B. Bulme statt Blume) semantischen Form werden verwandte (bei der entfernt semantischen auch nicht-verwandte), aber im Deutschen existente Wörter, statt der korrekten Wörter verwendet (z.B. Hund statt Katze).
  • Konkretismus Begriffe und Sätze können nur noch wörtlich (bzw. nur im "konkreten" Sinne) und nicht mehr im übertragenen Sinn verstanden werden Metaphern bzw. Sprichwörter sind nicht mehr nachvollziehbar
  • Überwertige Idee = beschreibt einen dauerhaft lebensbestimmenden Gedanken, der wahnhaft gesteigert sein kann, wobei die Kriterien eines Wahns nicht vollständig erfüllt sind (z.B. Unkorrigierbarkeit)
  • Wahnwahrnehmung Wahnhafte Fehlinterpretation/Umdeutung eines realen Ereignisses
  • Wahneinfall, Wahngedanke, Wahnidee plötzliches Auftreten einer wahnhaften Vorstellung oder einer wahnhaften Überzeugung
  • Wahnstimmung unspezifisches Gefühl, dass etwas (mit einem selbst) passieren wird Die Realität bzw. die Situation wird dabei vom Patienten als bedrohlich und unheimlich empfunden, ohne dass die Ursache genau benannt werden kann.
  • Der Wahninhalt(Stimmung des Wahns) entspricht der Stimmung - Synthymer Wahn⇔ paratyhmer Wahn
  • Akoasmen (akustische Halluzinationen) Non-Verbale Halluzinationen, die Geräusche jeder Art sein können (Rauschen, Summen, Pfeiffen, Zischen, etc.)
  • Chronische taktile Halluzinose (Dermatozoenwahn) → Überzeugung, dass Insekten oder andere Tiere in der Haut leben (v.a. bei den organischen Psychosen, Delir, Medikamenten und Drogenmissbrauch)
  • Zönästhesie Bizarre Leibempfindungen (inneres Verfaulen bspsw), v.a. bei paranoider Schizophrenie
  • Advertisement
  • Pseudohalluzinationen Patient ist in der Lage, zu erkennen, dass seine Halluzinationen irreal sind
  • hypnagoge Halluzinationen Optische und akustische Sinnestäuschungen, zu denen es in Halbschlafphasen kommen kann
  • Mikro/Makropsie Gegenstände werden kleiner/größer wahrgenommen
  • Ich-Störungen: Derealisation Der Patient empfindet die Umwelt als fremd, unvertraut und unwirklich. Wird von Betroffenen als ausgesprochen quälend empfunden
  • Depersonalisation Der Patient empfindet den eigenen Körper als fremd. Er kann das Gefühl haben, in einer Traumwelt zu sein oder komplett losgelöst von seinem Körper nur als Geist zu existieren
  • Gedankenentzug Der Patient empfindet, dass ihm Gedanken und Vorstellungen von der Umwelt (z.B. anderen Personen, Institutionen, Objekten) entzogen werden
  • Gedankenausbreitung Der Patient empfindet, dass sich seine Gedanken im Raum ausbreiten. Folglich stellt sich auch das Gefühl ein, nicht verhindern zu können, dass die Gedanken von Dritten gelesen werden
  • Ich Störung mit Fremdbeeinflussung: Beeinflussung des Körpers im Allgemeinen Der Patient empfindet, dass sein Charakter, seine Gedanken und seine Körperfunktionen durch eine äußere Kraft beeinflusst werden (meist mit spirituellem Charakter)
  • Athymie Affektarmut: Die Anzahl der gezeigten Gefühle ist vermindert. Der Patient wirkt gleichgültig
  • Affektstarre Verringerte Schwingungsfähigkeit: Die Stimmung des Patienten bleibt stets auf einem Niveau (z.B. stetige Gereiztheit)
  • Dysphorie Deprimierter Affekt: Patient ist verstimmt, schnell gereizt und unzufrieden
  • Affektinkontinenz Affekte können schon bei geringem Anstoß nicht mehr beherrscht werden, werden übertrieben dargestellt
  • Parathymie Patient zeigt paradoxe Gefühle, berichtet z.B. lachend von einem negativen Ereignis
  • Affektlabilität Schneller Stimmungswechsel auf äußere Reize (rascher Wechsel von Weinen zu Lachen) ⇒ Demenz, hirnorganische Schäden
  • Perseveration Wiederholung gleicher Denkinhalte und Haftenbleiben an vorherigen Worten oder Angaben, die verwendet wurden, aber nun nicht mehr sinnvoll sind.
  • Organisch amnestisches Syndrom Meist nur zeitliche und örtliche Desorientierung bei erhaltener Orientierung zur Person Deutliche Beeinträchtigung des Kurz- und Langzeitgedächtnisses, meist bei erhaltenem Immediatgedächtnis (auch sensorisches Gedächtnis)  Ggf. Konfabulationen und Zeichen eines Korsakow-Syndroms Ursache: nicht durch Alkohol bedingte organisches Hirnschädigung
  • Therapie des hyperaktiven Delirs Hochpotentes typisches Antipsychotikum, z.B. Haloperidol Alternativ: Mittel- oder niedrigpotente Antipsychotika, z.B. Pipamperon, Melperon
  • Symptomatik akuter organischer Psychosyndrome Meistens plötzlicher Beginn und Tagesschwankungen Bewusstseinsstörung und Aufmerksamkeitsstörung (Orientierungsstörung, eingetrübtes Bewusstsein) Störung kognitiver Funktionen (Wahnvorstellungen, Gedächtnisstörungen, Halluzinationen) Störung der Psychomotorik (hyer- oder hypoaktives Delir, abrupter Wechsel) Störung des Schlaf-Wach-Rhythmus Furcht und Angst, Affektlabilität, Reizbarkeit
  • Delir - Definition Organische Psychosyndrome, die mit dem Leitsymptom Bewusstseinsstörung einhergeben und bei akuten körperlichen Krankheiten auftreten
  • Organische Halluzinose ist meist durch optische (seltener akustische) Halluzinationen bei klarer Bewusstseinslage (DD Delir) geprägt. Diese Halluzinationen können als "echte" oder auch als Pseudohalluzinationen vorliegen, da sie in einigen Fällen vom Patienten als irreal wahrgenommen werden. Wahnsymptome können vorkommen, stehen aber nicht im Vordergrund
  • Advertisement
  • Organische Persönlichkeitsstörung bezeichnet eine auffällige Veränderung des Verhaltens und der Affekte als Folge einer zerebralen Schädigung (z.B. nach Hirnblutungen, Traumen, etc.). Abhängig von der Lokalisation der Schädigung können Kognition, das Denkvermögen und viele andere Fähigkeiten beeinträchtigt sein. Die Patienten erleben diese Störung nicht als eigen sondern als fremd, d.h. sie distanzieren sich von ihrem Verhalten und versuchen ihr verändertes Verhalten zu vermeiden.
  • ICD 10 Demenz - Kriterien Störung des Gedächtnisses und mindestens einer weiteren kognitiven Teilleistung Länger als 6 Monate anhaltend Chronisch progredient Bewusstseinsstörung muss ausgeschlossen sein Störung der sozialen und/oder beruflichen Funktion
  • Pseudodemenz Weniger stark ausgeprägte Orientierungs- und Wortfindungsstörungen Wiederholte Äußerungen und Betonungen der Patienten, dass sie sich nichts mehr merken können Erinnerung an einen Beginn der Symptome Schlechte Ergebnisse im Kognitionstest, die auf eine sehr schwere Demenz hinweisen würden Therapie der Depression führt zu einer Verbesserung der Mnestik
  • Therapeutischer Grundsatz Demenz Grundsätzlich sollte bei Demenzen auf anticholinerg wirkende Substanzen (z.B. trizyklische Antidepressiva) verzichtet werden, da von einer Verschlechterung der kognitiven Leistung auszugehen ist!
  • Nebenwirkungen Cholinesterasehemmer: Gastrointestinal Übelkeit, Erbrechen, Durchfälle (10%) Gastroduodenale Ulzera (1%!) Kardiovaskulär: Bradykardie, bradykarde HerzrhythmusstörungenBronchial: Bronchokonstriktion
  • Therapie leichte bis mittelschwere Demenz und schwere Demenz leichte bis mittelschwere Demenz Wirkstoffe (Cholesterinesterasehemmer): Donepezil, Rivastigmin, GalantaminWirkung: Bei Demenzen konnten erniedrigte Acetylcholinspiegel festgestellt werden. Die reversible Hemmung der Cholinesterase führt zu einer Erhöhung der Acetylcholinkonzentration schwere Demenz NMDA-Rezeptorantagonisten (Memantine) Cave: ZNS-Nebenwirkungen (Kopfschmerzen, Schwindel, Epilepsie)
  • Therapie Erregungszustände bei Demenz Niedrig und mittelpotente Antipsychotika: Melperon Atypische Antipsychotika: Risperidon (CAVE UAW zerebrobaskuläre Ereignisse bei Dementen) Typische Antipsychotika: Haloperidol
  • Alzheimer - Demenz: Klinik Kognitive Symptome Gedächtnisstörungen: Das Langzeitgedächtnis bleibt dabei am längsten intakt Wortfindungsstörungen mit Echolalie und Neologismen Orientierungsstörungen Werkzeugstörungen: Apraxie, Alexie, Agnosie, Akalkulie Nicht-kognitive Symptome Depressive Symptome und Apathie Aggressivität, Reizbarkeit und Erregung Paranoide Ideen mit Halluzinationen Mutismus, Inkontinenz im Endstadium Hyposmie
  • Klinische Chemie - Alzheimer Demenz Liquor Phospho-Tauprotein:↑ β-Amyloidproteine Aβ1-42:↓
  • Alzheimer Demenz - Apparative Diagnostik CT, MRT: Hirnatrophiezeichen , insbesondere Atrophie des Temporallappens und Hippokampus, Erweiterung der äußeren LiquorräumePET: Temporoparietaler Hypometabolismus
  • Pathologie - Alzheimer Demenz Fronto-temporo-parietale Hirnatrophie (insbesondere Hippokampus, Locus coeruleus, Kortex) Amyloidablagerungen: Amyloide werden mit der Kongorot-Färbung (mit Polarisation) angefärbt Charakteristische histopathologische Trias: Extrazellulär senile Plaques: Pathologische Ablagerung von β-Amyloidprotein Intrazelluläre Alzheimerfibrillen  Amyloid-Angiopathie → Zerebrale Amyloidangiopathie: Einengung des Lumens und Bildung von Mikroaneurysmen → Intrazerebrale Blutungen NeuronenverlustNeuritische Degeneration von AxonenDegeneration des Nucleus Basalis Meynert: Cholinerge Verarmun
  • Therapie Alzheimer-Demenz Bei leichter bis mittelschwerer Demenz: Cholinesterasehemmer (Donepezil, Galantamin, Rivastigmin)  Bei schwerer Demenz: Memantine (NMDA-Antagonisten), auch in Kombination mit Cholinesterasehemmern Bei Schlafstörungen: Melperon, da keine anticholinerge Wirkung
  • Frontotemporale Demenz tritt auf zwischen 40. und 60. Lebensjahr Persönlichkeitsveränderungen und Störungen des Sozialverhaltens → Verlust von ManierenSexuelle EnthemmungDistanzlosigkeitReizbarkeitFresssucht → Zunächst erhaltene Intelligenz und Orientierung→ Aphasie, aber keine Apraxie→ Pyramidenbahnzeichen und ParesenBei Fortschreiten der Erkrankung kann es zu einem akinetischen Parkinson-Syndrom kommen
  • Frontotemporale Demenz - Klinik Makroskopisch: Oft asymmetrische Atrophie von Temporal- u./o. FrontalhirnHistologisch: Nachweis von Pick-Zellen (angeschwollene kortikale Neurone)
  • Vaskuläre Demenz - Klinik Initial: Es kann zu einer Vielzahl an psychopathologischen Störungen kommen Häufig sind die Kognition, das Verhalten und der Affekt beeinflusst, zeitweilig auch die Orientierung. Im Verlauf: Demenzielles Syndrom (ca. 3 Monate nach ischämischem Insult), Parkinson-Symptomatik, Fallneigung und Harninkontinenz
  • CADASIL-Syndrom - Cerebral autosomal dominant arteriopathy with subcortical infarcts and leucencephalopathy Gehäufte Schlaganfälle durch Mikroangiopathie, allerdings charakteristisch mit migräneartigen Kopfschmerzen (und Aura) und keine Hypertonie; Mutation im NOTCH3-Gen
  • Vaskuläre Demenz - Diagnostik Allgemeine Diagnostik: Blutdruckmessung über 24h Im cCT: Mikroangiopathische Marklagerschäden, lakunäre Infarkte Im MRT (früher und deutlicher sichtbar): Multiple Lakunen und "white matter lesions" periventrikulär und im Marklager
  • Somatisierungsstörung (meist Frauen) multiple, häufig wechselnde, körperliche Symptome aller Organsysteme ohne organische Begründung. Dauer mindestens 2 Jahre; Vermeidungsverhalten Es handelt sich um ein schweres, meist therapieresistentes Krankheitsbild, da sich die Betroffenen sehr auf die Symptome fixieren. bringen eine Vielzahl von Befunden mit ("Big File Patients)
  • Hypochondrische Dysmorphophobie Zwanghafte Vorstellung, durch wirkliche oder vermeintliche Körperfehler abschätzig beurteilt zu werden (Im Rahmen eines Hypochondrischen Syndroms)
  • Somatoforme autonome Störungen - Herzneurose Der Patient leidet an Herzbeschwerden, ohne dass in kardiologischen Untersuchungen ein organisches Korrelat gefunden werden kann..