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Reproduktion Rind (Subject) / Mastitis (Lesson)
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- Mastitisursachen 1. Infektionen (Bakterien, Pilze, Algen, Viren) 2. Traumatische Läsionen a) Einmalige Einwirkung: Tritt, Schlag b) Dauernder Reiz: Melkmängel c) Umweltfaktoren: Hitze, Kälte, Licht Toxische Läsionen a) Unverträgliche Euterbehandlungen b) Metabolische Noxen: Endotoxine, Mykotoxine, Ketonkörper
- Mastitis Ursachen Stall Zu kurze und dreckige Liegebox Überbelegung zu wenig Futter Hygiene im Melkstand – Melken - Melktechnik
- Abwehrmechanismen im Euter mechanisches Herausschwemmen der Erreger beim Milchentzug lokale Infektionsabwehr: biologisch: Phagozyten chemisch: kationische Proteine, FFA physikalisch: Sphincter, Adsorbtion, Keratin-Desquamation
- systemische Infektionsabwehr spezifisch: Immunglobuline (IgA, IgG u.a) unspezifisch: Phagozyten, Lactoferrin, Lysozym u.a
- Infasionsrisiken bei kontaminierter Drüsenöffnung während des Milchentzugs passiver Transport der Mikroben durch: Pumpeffekt bei Pulsierung Rueckfluss Rueckspray
- Infasionsrisiken bei kontaminierter Drüsenöffnung ausserhalb des Milchentzugs passiver Transport der Mikroben durch Kapillareffekte aktives Eindringen durch Wachstum
- Veränderung der Milchinhaltstoffe bei subklinischer Mastitis Erhoehung: Zellgehalt, Keimgehalt, Elektrische Leitfähigkeit, Na - Cl, Immunglobuline, Albumin, Asche, pH-Wert Verminderung: Fettgehalt, Kalium, Calcium, Magnesium, Casein, Milchzucker, Spezifisches Gewicht, Labgerinnung, Fettfreie Trockenmasse
- Schimmelpilzmastitis Erreger: – Aspergillus spp. – Phykomyzeten • Wegen Hyphenbildung nicht phagozytierbar • Allmähliche Entwicklung, Mastitis wird oft erst erkannt, wenn das granulomatöse Stadium erreicht ist, d.h. zu spät
- Hefemastitis - Verlaufsform • katarrhalische Mastitis • akute Hefemastitis • chronisch granulomatöses Stadium
- M. mycotica (Hefemastitis) Vorkommen bei... – Bei unhygienischer Haltung – Bei unsauberer Melkanlage – Bei Verabreichung von kontaminierten Antibiotika – Bei intensivem Antibiotikaeinsatz
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- M. mycotica (Hefemastitis) - Diagnose – Milchproben aus dem End- oder Residualgemelk – Wenn Hefen im Anfangsgemelk ohne klinische Symptomatik, evtl. Kontamination der Milchprobe – Bei Verdacht: Kultur auf Bierwürzeagar anfordern
- Hefemastitis - Erreger • Candida spp. – Runde, glatte Kolonien • Trichosporon spp. – Runzlig, filzige Kolonien) • Cryptococcus spp. – (schleimige Kolonien) • Andere Arten
- Akute Hefemastitis - Symptome • Adspektion:deutlicheEuterschwellung • Palpation:keinoderggr.subkutanesÖdem, Eutergewebe von praller, puffig-gummiartiger Konsistenz (VIII/VI), nicht schmerzhaft • Sekret: Milchcharakter erhalten, wäßrig mit weißlich, schleimigen Flocken (B-E) • Allgemeinbefinden:trotzhohemFieber meist nicht weiter gestört
- Homöopathie - Hefemastitis • Mischung aus jeweils 50 ml – Phytolacca D12 – Bryonia D6 – Echinacea D6 2 x tägl. 25 Tropfen oral über 7 Tage Initial können auch 5 ml subkutan verabreicht werden • Dazu: Ausmelktherapie mit Oxytocin
- Hefemastitis - chronisch-granulomatös Symptome • Adspektion:keinebismäßige Euterschwellung • Palpation:gummiartigebisdiffuse Verhärtung v.a. an der Euterbasis (VIII) • Sekret:makroskopischunauffällig,abundzu kleine schleimige Flocken • Allgemeinbefinden: ungestört, Fieberzacken abends
- Therapie-Hefemastitis • WirkstoffNatamyzin:beimRindzugelassen, aber momentan kein zugelassenes Präparat in Deutschland • AusmelkenmitOxytocin • Beachten:Hefenachweisoftnochsehrlange (Wochen bis Monate) möglich → betroffenen Tiere zum Schluß melken • Prognose:fraglichbisungünstig
- Schimmelpilzmastitis - Symptome • Adspektion:deutlicheEuterschwellung • Palpation:keinoderggr.subkutanesÖdem, Eutergewebe induriert (V/VI) • Sekret: Milchcharakter erhalten, vanillesoßenartig mit weißlich, schleimigen Flocken, Blutgerinnsel • Allgemeinbefinden:i.d.R.ungestört,z.T. hohes Fieber, Metastasierung in anderen Organen möglich
- Schimmelpilzmastitis - Therapie • Prognose:ungünstig • KeinzugelassenesPräparat • Therapie müßte wochenlang durchgeführt werden • Therapie daher nicht wirtschaftlich • Cave:beiNachweisvonSchimmelpilzenund Fehlen typischer Euterbefunde, evtl. Verunreinigung der Probe möglich, d.h. wiederholte Probennahme in solchen Fällen erforderlich zur Absicherung der Diagnose
- Algenmastitis - Erreger Protothekazopfii – Bilden endogene Sporen – Vermehren sich gut in Feuchtstellen und Wasseransammlungen
- Algenmastitis - Allgemein • Infektionen bei unhygienischer Haltung und mangelhafter Melkhygiene • Rolle als Sekundärerreger, insbesondere bei Mastitistieren nach intensiver Behandlung • Evtl.Bestandsproblem
- Algenmastitis - Symptome • Adspektion:deutlicheEuterschwellung, ballonartig, oft alle Euterviertel betroffen • Sekret: makroskopisch unverändert oder Milchcharakter erhalten, schleimig-wäßrig, quarkartig • Allgemeinbefinden: i.d.R. ungestört
- Algenmastitis - Therapie • Keine wirksame Therapie bekannt • Prognose: ungünstig
- Nocardien-Mastitis • Erreger:Nocardiaasteroides • Kommenubiquitär,v.a.imErdreichvor • WachseninderKulturextremlangsam • GrampositiveStäbchen
- Nocardien-Mastitis • Erreger:Nocardiaasteroides • Kommenubiquitär,v.a.imErdreichvor • WachseninderKulturextremlangsam • GrampositiveStäbchen • BildenlangeverzweigteFilamenteund Geflechte • BeiVerdacht:Laborspeziellinformieren, Diagnose oft nur über Gramausstrich möglich
- Nocardienmastitis - Symptome • Adspektion:deutlicheEuterschwellung • Palpation: chronisch: kein oder ggr. subkutanes Ödem, Eutergewebe induriert („Steineuter“); akut: wie M. phlegmonosa (V/VI) • Sekret:Milchcharaktererhalten,Eiterflocken • Allgemeinbefinden: chronisch: ungestört; akut: hochgradig gestört, da Beteiligung von koliformen Keimen
- Nocardienmastitis - Therapie • Prognose:ungünstig • Therapieversuch,solangeEuterviertelnoch nicht steinhart und Sekret noch Milchcharakter hat • Lokal:Aminoglykoside • Parenteral:Sulfonamide/Trimethoprim • Cave:ErregersindgegenüberPenicillinenund Cephalosporinen resistent
- Mykoplasmenmastitis • Erreger: Mycoplasma bovis (auch Bronchopneumonien und Arthritiden), andere Mykoplasmenarten • Ca. 200 nm große Bakterien ohne Zellwand • Erfordern spezielle Anzüchtungsmethoden • Kultur und weitere Differnzierung: ca. 10-14 Tage • PCR bei M. bovis möglich • Einschleppung in den Kuhbestand durch Zukauf infizierter Tiere, kontaminierte Präparate oder Bullensperma • Hoch kontagiös, daher rasche Verbreitung über die Melkmaschine
- Mycoplasmenmastitis - Verlaufsformen • akute Phase • chronische Phase • subklinischer Verlauf
- Mykoplasmenmastitis - Akute Phase ähnlich wie M. granulomatosa – plötzliche Vergrößerung und Verhärtung des Euters ohne subkutanes Ödem – rascher Übergang der Mastitis auf alle vier Euterviertel – Milchsekretion kommt fast völlig zum Erliegen; Sekret: molkenartig mit grau-gelblichen Flocken – Hohes Fieber bis zu 3 bis 4 Tagen ohne deutliche Allgemeinstörung
- Mykoplasmenmastitis - chronische Phase ähnlich wie M. apostematosa – Umfangsvermehrung geht zurück, haselnuß-bis apfelgroße Abszesse – Sekret: molkenartig mit grau-gelblichen Flocken, kann auch flockenfrei werden – Arthritiserscheinungen möglich
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- Mykoplasmenmastitis - Therapie • Invitro:Mykoplasmensindinvitro sensibel gegenüber Tetrazyklinen, Makroliden, Lincosamiden und Fluochinolonen • Therapieerfolge in vivo: bei Tieren mit klinischen Sekretveränderungen nicht zu erwarten, bei subklinisch kranken Tieren: bis 60 % Sanierungsmöglichkeit im Bestand: Untersuchung aller Tiere Trennung der positiven von den negativen Tieren Melken der infiziertenTiere zum Schluss AlsbaldigeVerwertung der infiziertenTiere Mehrmalige Untersuchung der bisher negativen Teilherde und sofortige Isolierung neu positiver Tiere
- Einteilung der Mastitiserreger Kuhassoziierte Erreger Umweltassoziierte Erreger
- Kuhassoziierte Erreger S. agalactiae S. canis (Sc. dysgalactiae) S. aureus C. bovis Mykoplasmen
- Umweltassoziierte Erreger • S. uberis • Enterokokken • (S. dysgalactiae) • Koliforme Erreger • Hefen
- Opportunistische Keime „Seltenere“ Erreger • Koagulase-negative Staphylokokken (bis zu 20 Arten • (Mikrokokken) • A.pyogenes • Pseudomonaden • Pasteurellen • Nocardien • Schimmelpilze • Algen • Bacillus spp.
- Kontaminationsquellen und Übertragungs- mechanismen von Mastitiserregern Kontaminationsquelle Während der Melkzeit: Kuh (äußere Haut- Zitzen- kanalöffnung- Mastitiden) Umwelt (Melkzeug- Melkanlage- Reinigungsvorgang) „Kuh-assoziierte Mastitiserreger“ (S. aureus, Sc. agalactiae, Mykoplasmen, C. bovis) übertragen durch Melker Melkmaschine Während der Zwischenmelkzeit: Umwelt (Liegeflächen-Vektoren) Kuh (äußere Haut- Zitzen- kanalöffnung- Mastitiden) „Umwelt-assoziierte Mastitiserreger“: Sc. uberis, Sc. dysgalactiae, Enterokokken, koliforme Keime übertragen durch mechanischen Kontakt und Vektoren
- Beeinflussung der Neuinfektionsrate Verbesserung der Melkhygiene Zitzendesinfektionvor/nachdem Melken • VerbesserungderMelktechnik • Melkreihenfolge/Gruppenbildung • Verbesserung der Umwelthygiene • TrockenstellenunterAntibiotika- schutz/Teat sealer • Lokale und allgemeine Abwehr- steigerung
- Mastitistherapie Optionen allgemein Mastitistherapie Merzen Trockenstelltherapie Abwehrsteigerung zur Förderung der Selbstheilung
- Untersuchungsgang - Mastitisbestandsdiagnostik Vorbericht Haltung Fütterung Management Melken: – Melkhygiene/Melkarbeit – Melktechnik – Reinigung und Desinfektion der Melkanlage Klinische Untersuchung der Einzeltiere Zytobakteriologische Untersuchung
- Vorbericht Erfassung des Schweregrads des Problems mögliche Hinweise auf Art des Problems Erfassung anderer Erkrankungen, die das Mastitisrisiko erhöhen Tipp: Vorbericht und entsprechende Auswertungen schon vor dem eigentlichen Bestandsbesuch erheben und durchführen
- Haltung • Erfassung von Streßfaktoren (Kuh- Komfort), die zu einer Resistenzminderung führen können • Erfassung des hygienischen Zustands des Stalles zur Abschätzung der Keimbelastung
- Management • Wer übernimmt wann welche Tätigkeiten? • Umgang mit den Tieren • Ausbildungsstand und Motivation des Betriebsleiters
- Untersuchungsgang: Fütterung Leistungs- und Wiederkäuergerechtigkeit: wenn nicht adäquat: – Resistenzminderung – Beeinflussung des Sauberkeitszustandes der Tiere
- Untersuchungsgang Melkarbeit • Erfassung von Streßfaktoren (Milchabgabeverhalten, Zitzenkondition) • Erfassung von Möglichkeiten der Erregerübertragung
- Untersuchungsgang Melktechnik • ErfassungvonStreßfaktoren (Milchabgabeverhalten, Verhalten im Melkstand, Zitzenkondition) • Erfassung von Möglichkeiten der Erregerübertragung (Milchrückfluß, unregelmäßige Vakuumschwankungen, Zustand der Zitzengummis, etc.)
- Untersuchungsgang Reinigung und Desinfektion der Melkanlage Erfassung einer möglichen Keimbelastung über kontaminierte Melkzeuge
- Untersuchungsgang: Klinische Untersuchung der Tiere (einschließlich Milchproben) • ErfassungvonLeitkeimen • Erfassung therapieunwürdiger Tiere (ca. 10 %) • ErfassungvonRisikotieren • Behandlungsplan für therapiewürdig Tiere
- Sofortmaßnahmen zur Verbesserung der Eutergesundheit • AbschaffungchronischkrankerTiere • GezielteBehandlungtherapiewürdigerTiere • Melkreihenfolge/Gruppenbildung • BeseitigungfestgestellterMängel – Melkarbeit – Melktechnik – Haltung – Fütterung
- Selektion der nicht mehr therapiewürdigen Tiere Euterpalpationsbefunde Euter- und Zitzenform ArtdesErregers Anzahl infizierter Euterviertel Sekretbefunde Zellzahl-Anamnese AnzahlVorbehandlungen WiederholtanMastitiserkrankt
- Maßnahmen zum Erhalt der Eutergesundheit • Melkzeugreinigung/Zwischendesinfektion • ZitzendesinfektionnachdemMelken • ZitzendesinfektionvordemMelken(bei Umwelt-assoziierten Erregern) • SorgfältigesTrockenstellen(nurgesunde Tiere, unter Antibiotikaschutz) • RegelmäßigeÜberprüfungder Melktechnik und Melkarbeit