Deutsch (Subject) / Das Versprechen (Lesson)

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  • Autor? Friedrich Dürrenmatt
  • Textgattung? Kriminalroman
  • Erschienen? Was war Vorlage? 1958, entstand aus seiner Drehbuchvorlage zum Film "Es geschah am hellichten Tag". Er wollte jedoch die Geschichte jenseits ihrer pädagogischen Funktion weiterdenken: Während der Fokus im Film auf dem Verbrechen lag, liegt er in der Erzählung nun auf dem Ermittler. «Aus einem bestimmten Fall wurde der Fall des Detektivs, eine Kritik an einer der typischsten Gestalten des neunzehnten Jahrhunderts.»[2]
  • Untertitel des Buches? Requiem an den Kriminalroman
  • Untertitel des Buches? Requiem an den Kriminalroman
  • Was ist der bedeutendste Unterschied zwischen "Es geschah am hellichten Tag" und "Das Versprechen"? Während der menschlich-engagierte Kommissär Matthäi im Film mit seinen Ermittlungen Erfolg hat, scheitert er im Roman letztlich an einem dummen Zufall.
  • Wie teilt sich der Kriminalroman? in eine Rahmenerzählung und eine Binnenerzählung
  • Wer ist der Ich-Erzähler in der Rahmenerzählung? Verfasser von Kriminalromanen
  • Wo hält der Ich-Erzähler in der Rahmenerzählung einen Vortrag? in Chur
  • Wem begegnet der Ich-Erzähler in der Rahmenerzählung nach seinem Vortrag in einer Bar? dem ehemaligen Chef der Kantonspolizei Zürich, Dr. H.
  • Wie kritisiert Dr. H. den Vortrag des Verfassers von Kriminalromanen? "in euren Romanen spielt der Zufall keine Rolle […]; die Wahrheit wird seit jeher von euch Schriftstellern den dramaturgischen Regeln zum Fraße hingeworfen». Dass alle Verbrecher ihre Strafe fänden, sei eine staatserhaltende Lüge: «Der Wirklichkeit ist mit Logik nur zum Teil beizukommen.»
  • Wohin nimmt Dr. H. den Verfasser von Kriminalromanen im Auto mit? nach Zürich
  • Was erzählt Dr. H. dem Verfasser von Kriminalromanen? die Geschichte des ehemaligen Kommissär Matthäi, einst sein «fähigster Mann»
  • Wer ist der Ich-Erzähler der Rahmenerzählung mit hoher Wahrscheinlichkeit? Friedrich Dürrenmatt selbst
  • Wohin sollte Matthäi eigentlich gehen, bevor er den Fall übernimmt? nach Ammam, um die dortige Polizei zu reorganisieren
  • Wer ruft Matthäi an, um von dem Leichenfund zu erzählen und wo wurde die Leiche gefunden? der Hausierer von Gunten, der im (fiktiven) zürcherischen Mägendorf ein totes Mädchen im Wald gefunden hat.
  • Wer ist die Tote? Wie wurde sie ermordet? das Schulmädchen Gritli Moser wurde mit einem Rasiermesser ermordet
  • Wie alt war Matthäi bei dem Fall? 50
  • Was verspricht Matthäi den Eltern des ermordeten Mädchens? dass er den Mörder "bei seiner Seligkeit" fassen werde
  • Die Mägendorfer halten wen für den Mörder? der Hausierer 
  • Warum halten die Mägendorfer den Hausierer für schuldig? weil er bereits eine Vorstrafe wegen eines Sittlichkeitsdeliktes mit einer 14-jährigen hat
  • Wovon kann Matthäi die Mägendorfer Bauern nur mit Mühe abhalten? Was tut er deshalb? Dass die Bauern ihn lynchen. Er nimmt den Hausierer in Polizeigewahrsam und sagt den Bauern zu, wenn sie hier und jetzt genügend Beweise für von Guntens Schuld vorlegten, sollen sie über den Hausierer verfügen können. Darauf verstricken sich die Mägendorfer in offensichtliche Widersprüche und lassen die Polizei mit dem Hausierer abziehen. Der Staatsanwalt dazu gegenüber Matthäi: «Hoffentlich geben Sie nie ein Versprechen, das Sie einhalten müssen.»
  • Was erfährt Matthäi, als er sich in Gritlis Schulklasse umhört? Ursula Fehlmann, die Schulfreundin, erzählt, Gritli habe erst vor kurzem von einem schwarzen Riesen kleine Igel bekommen. Die Lehrerin bezeichnet Gritli als sehr phantasiebegabtes Mädchen.
  • Was erfährt der Hausierer Gunten? Und warum. Dass niemand mehr an seine Unschuld glaubt. Er ist wegen eines Sittlichkeitsdeliktes an einer 14-jährigen vorbestraft und es gab zwei ähnlich Fälle wie Gritli´s in anderen Kantonen. Alle Indizien sprechen gegen ihn.
  • Wann gesteht der Hausierer den Mord? Was bemerkt Dr. H. nach dieser Erzählung? nach einem 20-stündigen, harten Dauerverhör der Polizei. Dr. H. bemerkt dazu "Das war natürlich nicht erlaubt, aber wir von der Polizei können uns schließlich nicht immer nach den Vorschriften richten."
  • Was geschieht nach dem Geständnis des Hausierers? er wird in der Zelle erhängt aufgefunden. Der Fall gilt als abgeschlossen und Matthäi soll am nächsten Tag nach Jordanien abreisen.
  • Was sagt die Mutter bei Gritlis Beerdigung zu Matthäi? "Sie haben Ihr Versprechen gehalten. Ich danke Ihnen."
  • Ist sich Matthäi sicher, dass der Hausierer der Mörder ist? Nein, er bezweifelt es
  • Wie hießen die zwei anderen Opfer aus verschiedenen Kantonen? Sonja und Eveli
  • Welche Spuren wurden bei allen drei Opfern nicht gefunden? Spuren eines Sexualdeliktes
  • Was geschieht auf dem Flughafen auf dem Weg nach Jordanien? Matthäi sieht eine lachende Kinderschar und erinnert sich an sein Versprechen an Frau Moser. Er kehrt um, bevor er im Flieger sitzt, um sein Versprechen einzuhalten. Dr. H. kann ihn aus politisch-diplomatischen Rücksichten nicht wieder einstellen. "Sie schieden aus dem Dienste der Kantonspolizei, weil Sie den Posten in Jordanien antreten wollten. Dass Sie Ihren Vertrag gebrochen haben, ist Ihre Sache. Aber wenn wir Sie nun wieder einstellen, würde das bedeuten, dass wir Ihren Schritt billigen. Sie werden verstehen, dass dies unmöglich ist." Matthäi, der nicht an die Schuld des toten Hausierers glaubt, muss in dem Fall privat weiter ermitteln. 
  • In welcher Hinsicht verändert sich Matthäi ab dem Zeitpunkt seines Ausscheidens aus dem Polizeidienst? er raucht und trinkt
  • Von wem erfährt Matthäi, dass Gritli einen "Igelriesen" gezeichnet hatte? von Ursula Fehlmann
  • Wie kommt Matthäi an Gritli´s Zeichnung mit dem "Igelriesen"? Worum handelt es sich bei der Zeichnung? er geht ins Schulhaus und nimmt die Zeichnung unerlaubterweise und unbeobachtet von der Wand. Es handelte sich um einen schwarz gekleideten Hünen, einem seltsamen Tier mit Hörnern, der viel größer als die Tannen war. Aus seiner rechten Hand fielen kleine Scheiben mit Haaren oder Stacheln wie Sterne auf ein kleines Mädchen hinunter. Daneben hatte Gritli Moser ein schwarzes Auto gezeichnet.
  • Zu wem bringt Matthäi die Zeichnung Gritli´s? Was kann der Psychiater gemeinsam mit Matthäi aus der Zeichnung erkennen? zum Psychiater, den ihn Dr. H. geschickt hatte. Gritli hätte eine Woche vor der Tat ihren Mörder gezeichnet. Es handle sich, da auch keine Vergewaltigung erfolgte, nicht um einen Lustmord, sondern um einen Racheakt an Frauen, der Täter sei vermutlich recht primitiv. Rätselhaft bleiben das Tier mit den Hörnern und die Igel. Der Psychiater spricht gegenüber Matthäi vom Wahnsinn als Methode: «Sie versuchen etwas Unmögliches.»
  • Wen sieht der Verfasser von Kriminalromanen in der Rahmenerzählung auf einer Tankstelle in der Nähe von Chur, bevor er mit Dr. H. nach Zürich abreist? einen alten Mann, den er folgendermaßen beschreibt: "Er war unrasiert und ungewaschen, trug einen hellen Kittel, der schmuddelig und verfleckt war, und dazu dunkle, speckig schimmernde Hosen, die einmal zu einem Smoking gehört hatten. An den Füßen alte Pantoffeln. Er stierte vor sich hin, verblödet, und ich roch schon von weitem den Schnaps. Absinth."
  • Was erfährt Dr. H., nachdem Matthäi die Zeichnung von Gritli gedeutet hatte? Was macht er dann? dass Matthäi in Graubünden, in der Nähe von Chur, eine Tankstelle übernommen hatte. Und die Leiterin eines Waisenhauses berichtete ihm, dass der ehemalige Polizeioberleutnant eines ihrer Mädchen hatte adoptieren wollen, aber sie war nicht darauf eingegangen. Schließlich nahm Matthäi eine ehemalige Prostituierte namens Heller, die nun in der Ziegelfabrik arbeitete, mit ihrer 7- oder 8-jährigen Tochter Annemarie als Haushaltshilfe bei sich auf. Dr. H. fährt besorgt zu Matthäi und fragt ihm, was er hier täte. Matthäi antwortete: fischen - Kriminalarbeit. 
  • Was erzählt Matthäi Dr. H., als ihm dieser auf der Tankstelle besucht? Was realisiert Dr. H. und wie geht es ihm nach diesen Worten von Matthäi? Die Bedeutung der Igel in der Kinderzeichnung sei ihm noch unklar, aber beim abgebildeten Tier handle es sich um den Steinbock des Bündner Nummernschildes des Täters. Von fischenden Kindern sei er darauf aufmerksam gemacht worden, dass man an einen Räuber wie die Forelle nur gelange, wenn Ort und Köder stimmten, dann brauche man noch Geduld, man warte. Dr. H. realisiert, dass die Tankstelle der richtige Ort ist, dass die Tochter der Heller, Annemarie, Matthäi als Köder dient: «Der Mann imponierte mir zwar, seine Methode war ungewöhnlich, hatte etwas Grandioses. Ich bewunderte ihn auf einmal […]; dennoch hielt ich sein Unternehmen für aussichtslos, das Risiko zu groß, die Gewinnchancen zu klein.»
  • Wer ist Mattäis Köder? Annemarie, die Tocher der stadtbekannten Dame
  • Wissen die Prostituierte oder die Tocher davon, dass sie Matthäi als Köder benutzt? Nein
  • Wo findet Matthäi Annemarie, als sie nicht von der Schule zurückkehrt? Was sagt sie zu ihm? Er fand sie in einer Waldlichtung. Sie habe auf einen Zauberer gewartet.
  • Was hält Matthäi vorerst von dem späten Nachhausekommen Annemaries? er hält es für unbedeutend
  • Was passiert am nächsten Tag, nachdem Annemarie auf den Zauberer gewartet hatte? sie kam früher aus der Schule, obwohl sie gar keine Schule hatte. Einmal kam sie nach Hause mit klebrigen Fingern. Sie hatte Trüffel bekommen, angeblich von einer Freundin. Matthäi nimmt die Witterung auf und beobachtet, wie sie jeden Tag zu der Waldlichtung läuft.
  • Wen erzählt Matthäi davon, dass Annemarie den Mörder gesehen hätte und was geschieht weiter? Er erzählt es Dr. H. Es verstecken sich mehrere Polizisten im Wald. Als eine Woche lang nichts passiert, wird es dem Staatsanwalt zu viel, er läuft auf Annemarie zu und schreit sie an: "Auf wen wartest du?" Annemarie sagt nichts, da schlagen die Polizisten auf sie ein. Dr. H. bemerkt dazu: "Wir sind Tiere." Annemarie läuft schreiend zu ihrer Mutter. Dieser wird in diesem Moment klar, warum Matthäi sie aufgenommen hatte. 
  • Was sagt Dr. H. nach dem Ende seiner Erzählung zum Kriminalautor? "Das Resultat haben Sie ja auf unserer Fahrt selbst gesehen.» Die Wahrheit sei eben nicht wie in einem Kriminalroman oder in einem Film (Anspielungen auf Es geschah am hellichten Tag). Die wahre Pointe, die «banalste aller möglichen ‹Lösungen›» sei schäbig, mache Matthäi vorerst zum Genie, führe das Ganze dann aber ad absurdum: «Nichts ist grausamer als ein Genie, das über etwas Idiotisches stolpert.»
  • Zu wem wird Dr. H. in der Rahmenhandlung Jahre nach dem Vorfall mit Annemarie gerufen? Womit rechnet er? von einem Pfarrer ins Kantonspital, zu einer sterbenden Frau. Er rechnet mit einer kleinen Spende an die Polizeitstation.
  • Was erzählt die sterbende Frau Dr. H. kurz vor der letzten Ölung? von ihrer zweiten Ehe mit einem um 30 Jahre jüngeren, geistig zurückgebliebenen Gärtner und Hausmeister, "Albertchen" Schrott. Die Frau erzählt mit einer «ruhigen, sanften Stimme», «und es war nun wirklich, als erzählte sie zwei Kindern ein Märchen, in dem ja auch das Böse und das Absurde geschieht als etwas ebenso Wunderbares wie das Gute […]. Die Ehe sei nie vollzogen worden, es hätte sich immer eher um eine Mutter-Sohn-Beziehung gehandelt. Albert sei immer mehr verstummt, eines Tages sei er sehr spät nach Hause gekommen und habe blutige Kleider und sein Rasiermesser gewaschen. Er habe ihr am nächsten Morgen den von ihr in der Zeitung entdeckten Mord an einem Mädchen in St. Gallen gestanden, später das Gleiche mit dem Mädchen in Schwyz – es sei jeweils eine Stimme vom Himmel gewesen, die ihm die Taten befohlen habe. Frau Schrott habe ihm gesagt, er dürfe das nicht mehr machen. Dann begeht er den dritten Mord, an Gritli Moser: «‹Es war ein Mädchen im Kanton Zürich gewesen, auch mit einem roten Röcklein und gelben Zöpfen, nicht zu glauben, wie unvorsichtig die Mütter ihre Kinder kleiden.›» Sie habe Albert verboten, noch ein Mädchen (es handelte sich dabei um Annemarie Heller an Matthäis Tankstelle) zu töten. Albertchen sei daraufhin sehr zornig geworden und losgefahren, aber auf dem Weg zur Tat bei einem Verkehrsunfall mit einem Lastwagen umgekommen.
  • Was macht Matthäi, als ihm Dr. H. die Geschichte mit der alten sterbenden Frau erzählt? Matthäi ignoriert ihn.
  • Was sagt Dr. H. im Café Kronenhalle zu dem Krimautor am Ende der Geschichte? Und nun, mein Herr, können Sie mit dieser Geschichte anfangen, was Sie wollen. Emma, die Rechnung.