80
Schulgeschichte und Schulgestaltung (Kramer) MLU (Subject) / Schulgeschichte und Schulgestaltung (Lesson)
Hauptaussagen des Skriptes zur Vorlesung Schulgeschichte und Schulgestaltung an der MLU zur Prüfungsvorbereitung.
This lesson was created by larsolino.
This lesson is not released for learning.
Advertisement
- 7 Der Begriff der Schulreform Der Begriff der Schulreform ...Begriff für zentralistische Steuerungsversuche bis in die 1970er Jahre mit dem Ziel der absichtsvollen Veränderung der Institution Schule ...Es werden die äußere (versuchte Veränderung der Schulstruktur) und innere (versuchte Veränderung des Unterrichts) Schulreform unterschieden ...Es wird von einer Bildungsreform gesprochen, wenn sich die beabsichtigten Veränderung auf das Bildungssystem als Ganzes beziehen
- 7 Schul- und Bildungsreformen der Nachkriegszeit Schul- und Bildungsreformen der Nachkriegszeit BRD > Fehlendes Konzept für neue Schulorganisation, Spielraum der Länder durch Kulturhoheit der teilweise stark genutzt wurde (Schulreform in Hamburg), Gescheiterte Schulreform durch Widerstände DDR > Kein geschlossenes Konzept für neue Schulorganisation, aber zielstrebige Strukturreformen, Mit der deutschen Zentralverwaltung für Volksbildung Einrichtung der übergeordneten Behörde im Juni 1945 , 1946 Gesetz der Demokratisierung des deutschen Schulwesens mit dem Ziel der Brechnung des Bildungsmonopols des Bürgertums 1946 - 1966BRD > "two decades of non-reform", bestehende Schulstruktur wird mit dem Düsseldorfer 1955 und Hamburger Abkommen 1964 gefestigt > Keine äußere Schulreform aber Hinwendung zur inneren Schulreform, 1960-1970 BRD >Periode der Reformintensivierung, Gründung des deutschen Bildungsrates 1965 und Strukturplan für das Bildungswesen 1970, Ersetzung des gegliederten Schulsystems durch Schulstufensystem scheiterte. Aber Integrierte Gesamtschule als ergänzende Schulform, Einführung der Orientierungsstufe in einzelnen Ländern, Reform der gymnasialen Oberstufe (Kurssystem), Haupt- und Realschulabschlüsse als Berechtigung zum Besuch einer höheren Schulform (Durchlässigkeit), Nebeneffekte der Reform: Bildungsexpansion und Tod der Hauptschule 1980BRD > Erneute Hinwendung zur inneren Schulreform, Formen der inneren Differenzierung, Entdeckungslernen, Epochen- und Projektunterricht, Offener Unterricht
- 7 Erster Paradigmenwechsel in den Steuerungsstrategien Paradigmenwechsel in den Steuerungsstrategien ...Schulentwicklung löst den Begriff der Schulreform teilweise ab! Schulentwicklung bezeichnet eine Strategie der Qualitätsentwicklung als Entwicklung der Einzelschule! Reaktion auf Krise der Außensteuerung, da von oben induzierte Reformen misslungen sind. Es kommt zum Paradigmenwechsel ...Es entwickelt sich das Ideal der Schule als pädagogische Handlungseinheit. Qualitätsentwicklung wird bottom-up-Prozess ... Neue theoretische Orientierungen: Bürokratiekritik, Neue Managementkonzepte, neue sozialpsychologische Konzepte (Schulklima)
- 7 Erster Paradigmenwechsel - ISP und PSE ISP Institutioneller Schulentwicklungsprozess (1990)> Ausgangspunkt sind Bedürfnisse der Lehrer und ihre Sichtweisen auf Entwicklungsprobleme der Schule.> Ist ein zyklischer Kreislauf von Analyse, Planung,...> Später erweitert zum Verbund von Personal-, Unterrichts- und Organisationsentwicklung PSE Pädagogische Schulentwicklung (1997)> Kritische Auseinandersetzung mit dem Ansatz der Organisationsentwicklung> Unterricht als Kernaufgabe
- 7 Zweiter Paradigmenwechsel - Outputorientierung und Evidence-Based-Steuerung 7 Zweiter Paradigmenwechsel - Outputorientierung und Evidence-Based-Steuerung Wechsel von Bottom Up zu Top Down Steuerung Folge der PISA-Studie 2001 KMK einigt sich auf 7 Handlungsfelder in denen Maßnahmen zur Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung verfolgt werden Verbesserung der Sprachkompetenz Bessere Verzahnung von Vorschule und GS Maßnahmen zur Verbesserung der Grundschulbildung Förderprogramme für bildungbenachteiligte Kinder Weiterentwicklung und Sicherung der Qualität von Unterricht > Hier Schwerpunkt Maßnahmen zur Professionalisierung des Personals Ausbau von schulischen Ganztagsangeboten Zu Punkt 5 Festlegung verbindlicher Bildungsstandards und Evaluation Neue Führungsverantwortung der Einzelschule, als zentral steuerbare Handlungseinheit (Wechsel von innen zur außen Steuerung) > Damit Elemente einer Top-Down Steuerung
- 8 Fazit Institutioneller Schulentwicklungsprozess Grundprinzipien des ISP ...Ausgangspunkt sind Bedürfnisse und Probleme der Schule und ihrer Mitglieder ...Annahme, dass Schulentwicklung auf einem breiten Konsens basiert, der breite Partizipation erfordert ...Wichtig ist die Partnerschaftliche Zusammenarbeit mit der Gemeinde und anderen schulexternen Unterstützern ...Es gibt eine vom Kollegium legitimierte Steuerungsgruppe ...Ziel ist die gemeinsame Problemlösung in Teams oder Arbeitsgruppen ...ISP ist ein Konzept und kein Rezept
- 8 Kritik am Konzept des ISP Kritik am ISP...Vorwurf ein Konzept aus der freien Wirtschaft auf pädagogische Situationen zu übertragen...Das Subjekt wird durch Konzentration auf die Schule als Handlungseinheit vernachlässigt...Das Konzept kann den Unterricht gar nicht erreichen...Das Konzept der Organisationsentwicklung lässt sich nicht ohne externe Berater durchführen...Vorhaben sind langfristig und krempeln die ganze Schule um
- 9 Fazit - Schulinterne Lehrerfortbildung Fazit - Schulinterne Lehrerfortbildung ...Es handelt sich um ein Fortbildungsformat, das an konkreten Problemen der Einzelschule ansetzt und das ganze Kollegium einbezieht ...Die Verantwortung für die Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung liegt bei der Einzellschule und den Lehrern ...Ziel ist es Anstöße für neue Lernprozesse in Gang zu setzen ...Dabei ist ein kollegialer Konsens für Innovationen nötig ...Als Nebenprodukte können bessere Komunikations- und Kooperationsverhältnisse im Kollegium erreicht werden, aber es besteht auch die Gefahr, dass Konflikte in die Fortbildung getragen werden
- 9 Fazit Schulprogrammarbeit Schulprogrammarbeit ...Instrument der Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung, dass bei der Einzelschule ansetzt, aber dennoch eine Steuerungsstrategie zwischen Einzelschule und Systemebene voraussetzt (bis zu extremen Spannungen bei verpflichtender Schulprogrammarbeit) ...Produkt- und Prozessebene sind zentral ...Kollegiale Austausch-, Abstimmungs- und Kooperationsprozesse sind besonders zentral ...Insgesamt handelt es sich um einen langfristigen und nie abgeschlossenen Prozess mit Zielverständigungen, Bestandsaufnahmen, Entwicklungsperspektiven und Evaulation
- 9.1 Fazit Theorie der Schule Theorie der Schule ...ist wichtig um die Bedingungen (Grenzen) aber auch die Gestaltungsmöglichkeiten des eigenen beruflichen Handelns zu reflektieren ...es existieren verschiedene Theorien der Schule, die unterschiedliche Ausschnitte fokussieren: Die strukturfunktionale Schultheorie (Parson): Fokussiert sich insbesondere auf die Verbindung von Schule und Gesellschaft und zeigt mögliche Funktions-zusammenhänge auf > Erklärt vor allem die Stabilität der Schule als gesellschaftliches Teilsystem Mikropolitik (Altrichter): Fokussiert auf der Ebene der Einzelschule insbesondere Konflikte und Taktiken der Machtkämpfe, die unterschiedlichen Interessenlagen und dem Ziel der Ressourcensicherung dienen > Kann Widerstände und Konflikte in Schulentwicklungs und -steuerungsprozessen im Bildungssystem thematisieren Schulkultur (Helsper): verbindet Mikro- und Makroperspektiven und zeigt wie das Handeln schulischer Akteure in Auseinandersetzung mit den Funktionsanforderungen eine symbolische Ordnung hervorbringt oder verändert > begründet, dass jeder Gestaltungs- und Steuerungsversuch im Bildungswesen die Ebene der einzelnen Schule, ihrer konkreten Bedingungen, berücksichtigen muss ...Theorien der Schule helfen bei der Reflexion der Spielräume pädagogischer Professionalität und Schulentwicklung
- Advertisement
- 9.2 Fazit Neue Steuerung Neue Steuerung ...es gibt bedeutende NEUE Veränderungen der Steuerung im Bildungssystem und bisher nur schwach vertretende Aspekte gewinnen an Bedeutung ...NEUE Qualitätssicherungsstrategien setzten auf eine Orientierung auf Output-Variablen und deren empirisch valide Messung. Entscheidungen im BIldungssystem sollen auf Grundlage objektiver Messungen getroffen werden ...mit der NEUEN Orientierung an Bildungsstandards und Kompetenzen setzt man auch auf eine Umstellung des Unterrichts ...bisher offen ist jedoch wie der Prozess der Qualitätsentwicklung und Kompetenzmessung erfolgen soll, wobei die Rückmeldung einen zentralen Stellenwert einnimmt (Problem der Lehrerexpertise) ...bedeutsam ist, das die neue Steuerung vor allem als zentrale Durchsetzungsstrategie erscheint und Schulentwicklung als Prozess von innen nur einen geringen Stellenwert zugesteht ...Vertreter betonen, dass Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung nur einzelschulisch realisiert werden können und hierfür eine dezentrale Steuerungsstrategie nötig ist
- 9.1 Ansprüche der Theorie der Schule Ansprüche der Theorie der Schule Soll Schule als Bildungssystem und Schule als einzelne Institution erklären Unterschiede zwischen Schulen erklären Verschiedene Ebenen unterscheiden (System, Organisation, Interaktion, Akteur) Gestaltungsperspektiven unterstützen
- 9.1 Strukturfunktionalistische Theorie der Schule Strukturfunktionalistische Theorie der Schule ...entwickelt von Talcott Parson, weiterentwicklet von Helmut Fend Fragt nach Beiträgen sozialer Prozesse zur Aufrechterhaltung von Strukturen sozialer Systeme Funktion der Erziehung ist die Aufrechterhaltung von Strukturen der Gesellschaft Für Parson durch die Verinnerlichung von Erwachsenenrollen Kennzeichnend ist die Kluft in den Wertorientierungen von Erwachsenenwelt und Familie Schule übernimmt ihren Beitrag zur Sozialisation und Verteilung Schule übernimmt Funktion der Sozialisation (Leistungs- und Statusorientierung) und Funktion der Selektion (Berechtigungen) Kritik: idealtypische Begriffe übersozialisiertes Menschenbild und Vernächlässigung von Varianz Funktion als schlüssige Hypothesen kaum belegt
- 9.1 Die Mikropolitik der Schule Die Mikropolitik der Schule ...entwicklet von Herbert Altrichter Feststellung dass Schulen Spannungsfelder sind Perspektivenwechsel von der Makro zur Mikroebene (nicht das Schulsystem, sondern die Aushandlungen an der Einzelschule) Schulen bekommen eine Struktur durch das Handeln verschiedener Akteure mit unterschiedlichen Interessen. Dabei ist die Schule eine Organisation geprägt durch Machtkämpfe und Koalitionsbildungen "dark side of institutional life" Der Ansatz beinhaltet ein handlungstheoretisches Konzept: Handeln ist immer interessengeleitet und Ausdruck von Entscheidungen und nicht durch Struktur oder Funktion der Schule bestimmt Strategien und Taktiken: Kontrolle, Grenzziehung, Sanktionen, Aufbau von Bindung und Vertrauen, Opposition und Widerstand, Boykott, Eskalation, Tratsch und Gerücht, Nutzung externer Beziehungen Typische Anlässe sind: Wechsel der Schulleitung, Schaffung alternativer Positionen, sinkende Schülerzahlen/Standortschließungen, Reorganisation, Gesellschaftliche und Kulturelle Veränderungen, Neueinstellungen, Beförderungen, pädagogische und organisatorische Innovationen Kritik: Fokus zu stark auf dunkler Seite Zu geringe Verankerung von Mikro- und Makroebene Kein Bezug zur jeweiligen Geschichte/Tradition konkrete Strukturbildung wird zu wenig erklärt
- 9.1 Theorie der Schulkultur Theorie der Schulkultur ...entwickelt von Werner Helsper Verknüpft Mikro- und Makroebene Ausgangspunkt ist die Einzelschule, die nicht durch abstrakte Systemmerkmale zu erklären ist (Z.B. Unterschiede zwischen Schulen gleicher Schulformen) Eigenarten und Qualitäten der Schule werden erklärt als eine Gesamtheit an Orientierungen, Praktiken und Idealvorstellungen (symbolische Ordnung/Schulkultur) Schulkultur bezeichnet die Ausprägung und Gestaltung einer Schule und wird erzeugt durch die Auseinandersetzung der schulischen Akteure mit den Strukturvorgaben des Bildungssystems und den Handlungsanforderungen des pädagogischen Handelns Schulkultur hat eine eigene Geschichte, kann auf verschiedenen Ebenen bestimmt werden, reproduziert und transormiert sich, kann in bestehenden Grenzen entwicklet werden Schulkultur auf einer untergeordneten Ebene stellt immer eine Variante der übergreifenden Schulkultur dar (Schaubild) Schulkultur umfasst die Gesamtheit der pädagogischen Haltungen, die zumeist umstritten sind, aber dennoch eine dominante Ausrichtung erkennbar machen. Diese vorherrschende Schulkultur bildet Handlungsrahmen für alle schulischen Akteure. Schulkultur als Rahmen der Professionalisierung des Lehrerhandelns und Schulkultur als Rahmen der Schulentwicklung
- 9.3 Fazit Lernstandserhebungen Lernstandserhebungen ...sind Teil empirisch valider Erhebungen der Schülerleistungen und Bestandteil der Output-Orientierung ...sind an Bildungsstandards gebunden ...Rückmeldungen erfolgen zentral und können sich auf verschiedene Aggregierungsebenen beziehen ...können Einschätzung der Leistungsfähigkeit unterstützen, aber keine Hinweise auf die Prozessebene des Unterrichts geben ...es kann zum Verständigungsproblem zwischen Statistik und Praxis kommen
- 9.3 Fazit Schulinspektion Schulinspektion ...ist ein Instrument der neuen Steuerung ...Spannungszustand zwischen normativer Wirkungshoffnung und Rechenschaftslegung ...Spannungen zwischen Außensteuerung/Kontrolle und schuleigener Qualitätsentwicklung ...Entwicklungsperspektive muss im Vordergrund stehen, aber durch Außenevaluation bleibt Kontrollelement bestehen ...Aufgrund des Qualitätsrahmens ist das Schulinspektion normativ (Quasi Theorie der guten Schule) ...benötigt Akzeptanz und Vertrauen, d.h. nur mit und nicht gegen die Schule
- 4 Schulreform und Widerstände 1965-1980 Schulpolitische Auseinandersetzungen Schulreform und Widerstände 1965-1980 Schulpolitische Auseinandersetzungen Integration von allgemeiner und beruflicher Bildung an Widerstand der Unternehmer gescheitert Verankerung integrierter Schulkonzepte am Widerstand der CDU und CSU gescheitert
- 4 Daten Schule und Schulgestaltung nach dem 2. Weltkrieg Daten Schule und Schulgestaltung nach dem 2. Weltkrieg DDR 1946 Gesetz zur Demokratisierung der deutschen Schule: Rechtliche Basis zur Umformung der Schule in der DDR > Friedensliebe, selbstständiges Denken, demokratische Gesinnung, Chancengleichheit, Schulausbildung nur Aufgabe des Staates, demokratische Einheitsschule 1947 Kontrollratsdirektive Nr. 54 Der Alliierten: Bekräftigung der Prinzipien der demokratischen Bildungsreform Ab 1948 Gesetzesinitiative im Bereich der Bildung bei den Kultusverwaltungen der Bundesländer 1955 Düsseldorfer Abkommen der Kultusminister: Dreigliedrigkeit des Schulsystems 1959 Rahmenplan zur Festlegung und Vereinheitlichung des allgemeinbildenden Schulwesens: Wendepunkt der schulpolitischen Diskussion > Gerechtigkeit und Ausnutzung der Bildungsreserven DDR 1959 Gesetz über die sozialistische Entwicklung des Schulwesens 1964 Hamburger Abkommen: Festschreibung der Schulformen und der Dreigliedrigkeit DDR 1965 Gesetz über das einheitliche sozialistische Bildungssystem: Indoktrination, Zentralismus 1970 Strukturplan für das Bildungswesen vom Deutschen Bildungsrat: Befürwortung von Schulversuchen zur Gesamtschule
- 5 Bildungsungleichheiten durch Bildungsübergänge Mikrosoziologischer Ansatz (Boudon) Besonders Bildungsübergänge sind besonders anfällig für Bildungsungleicheiten Theoretisch: Mikrosoziologischer Ansatz Boudons: Bildungsungleichheit als Ergebnis einer individuellen Wahl im institutionellen Rahmen des Bildungssystems (z.B. Übergangsentscheidung nach GS) Soziale Unterschiede in Bildungsbeteiligung und Bildungserfolg als Ergebnis des Zusammenwirkens von primären (Ungleiche Wertschätzung von Bildung) und sekundären Herkunftseffekten (Ungleiche Entscheidungskalküle - Kosten-Nutzen-Bewertung) Vergabe von Grundschulempfehlungen erfolgt sozial selektiv Lehrerempfehlungen gegenüber den Elternwünschen sind sozial korrigierend und sozial selektiv zugleich
- 8 Der institutionelle Schulentwicklungsprozess ISP Der institutionelle Schulentwicklungsprozess ISP ...Grundlage waren Schulleiterfortbildungen die Schulleiter an die Anforderungen des Wandels und die Anpassung ihrer Schule fit machen sollten ...basiert auf Konzept der Organisationsentwicklung OE
- 8 Warum braucht das Bildungssystem Schulentwicklung (ISP) Warum braucht das Bildungssystem Schulentwicklung (ISP) ...Die Gesellschaft ändert sich! Notwendigkeit für Veränderungen durch externe Entwicklungen ...Anpassungsdruck auf Schulen steigt ...Schulen und ihre Mitglieder streben nach ausgefüllten Berufsrollen und sinnhaftem Organisationshandeln
- 8 Warum braucht das Bildungssystem Schulentwicklung (ISP) Warum braucht das Bildungssystem Schulentwicklung (ISP) ...Die Gesellschaft ändert sich! Notwendigkeit für Veränderungen durch externe Entwicklungen ...Anpassungsdruck auf Schulen steigt ...Schulen und Mitglieder streben nach ausgefüllten Berufsrollen und sinnhaftem Organisationshandeln
- 8 Das Verständnis von Schule als Organisation im ISP ...das klassische Verständnis von Schule als Organisation stand in der Kritik:Schule nicht nur formales System sondern mit spezifischen Kulturen ...es entwickelten sich neue Konzepte zum Verständnis von Schule als Organisation: Mikropolitik Karl Weil Bourdieu und Passeron Im ISP unterscheiden sich 3 Typen von Schulen je nach Umgang mit Veränderungsanforderungen Fragmentierte Schule: Herkömmliche Schule Projektschule: Zwischenschritt Problemlöseschule: Vollkommene Schule > voll entwickelte Schule, die Probleme selber lösen kann ...Schulen mit Veränderungsdruck brauchen Unterstützung: Personalentwicklung durch Weiterbildung Managemententwicklung der Schulleitung Angepasste Curriculumsentwicklung Evaluation Zusammenarbeit von oben Insgesamt Hilfe zur Selbsthilfe
- 9.4 Neue Steuerung im Bildungssystem - Bilanz und Perspektiven Neue Steuerung im Bildungssystem - Bilanz und Perspektiven ...Umstellung der Steuerungstrategien im Bildungssystem: Outputorientierung Evidenzbasierung Wettbewerb Zur Einschätzung der Neuen Steuerung idealtypische Kontrastierung mit dem Steuerungskonzept vor der Umstellung Es wird von zwei Idealtypen der Qualitätssteuerung ausgegangen: Idealtyp A - Von der Einzelschule ausgehend > bottom upEntstand in 1980er Jahren als Alternative zur bis dahin vorherrschenden zentralen Bildungsplanung; Siegeszug in den 1990er Jahren Idealtyp B - Von der zentralen Administrative ausgehend > top downEntstand mit großen Schülerleistungsuntersuchungen Mitte der 1990er Jahre; Eingeführt und durchgesetzt seit Beginn der 2000er durch Verabschiedung bundesweiter Bildungsstandards Für einen Vergleich werden 5 Kriterien herangezogen: Initierung Qualitätsverständnis Evaluation Steuerung und Koordination Implementationsprobleme
- 9.4 Idealtyp A - Von der Einzelschule ausgehend > bottom up Idealtyp A - Von der Einzelschule ausgehend > bottom up Initiierung: Einzellschule als Gestaltungseinheit und Motor der Entwicklung Qualitätsverständnis: weit gefastes Qualitätsverständnis > Lernqualität der Schüler aber auch Input- und Prozessqualität Evaluation: Spielt zentrale Rolle und Priorität liegt auf interner Evaluation Steuerung und Koordination: Dezentrales Qualitätsmanagement, Verlangt Spielräume, Zeit, Unterstützung Mögliche Implementationsprobleme: Streuung von Schule und Schulqualität, Mangelndes Interesse an Qualitätsmanagement
- 9.4 Idealtyp B - Von der zentralen Administrative ausgehend > top down Idealtyp B - Von der zentralen Administrative ausgehend > top down Initiierung: Durch Verabschiedung von Bildungsstandards als erwartete Lernergebnisse und Kompetenzerwartungen Qualitätsverständnis: Schulqualität ist Fachqualität, Evaluation: Ist überwiegend extern und wird von Testinstituten durchgeführt Steuerung: Efolgt zentral und ist top down, Schulen sind bei Vereinbarung der Bildungsstandards nicht beteiligt Mögliche Implementationsprobleme:Verwirklichung der KMK-Standards Wunschdenken, Voraussetzungen für Lernentwicklung fehlen
- 9.4 Neue Steuerung im Bildungssystem Bilanz und Perspektiven - Zwischenfazit Idealtypen Neue Steuerung im Bildungssystem Bilanz und Perspektiven - Zwischenfazit Idelatypen Idealtypen nicht unvereinbar, sondern eventuell kombinierbar Im Modell der Neuen Steuerung spielt Schulentwicklung nur untergeordnete Rolle Echte Schulentwicklung verlangt aber Dezentralisierung und Stärkung Einzelschule Durch die Neue Steuerung Schulentwicklung eher behindert Bildungsstandards nur Symbolpolitik
- 9.4 Zweigliedrigkeit und Teilintegration Zweigliedrigkeit und Teilintegration Keiner Regierungskonstellation war es gelungen die Sonderstellung des Gymnasium zugunsten einer gemeinsamen Schule aufzugeben > die Alternative: Gesamtschule hat das gegliederte System nicht abgelöst, sondern erweitert Folgen sind: Elend der Hauptschule Durch demographische Veränderungen gefährdete Schulstandorte Chance neu zusammengestzter Lernmilleus wird nicht genutzt Inklusive Schule Leitprinzip geht auf Salamanca-Erklärung der UNESCO 1994 zurück Aus UN Behindertenrechtskonvention 2009 folgt in Deutschland die politische Entscheidung zu Inklusiver Schule, aber: In der Diskussion nur Fokussierung auf Kinder mit Behinderung Es gibt inklusiven Unterricht nur in einer gegliederten , auf Seperation angelegten Schulstruktur > Inklusion in der Exklusion
- 9.4 Fazit -Aktuelle Herausforderungen der Gestaltung des Schulwesens Aktuelle Herausforderungen der Gestaltung des Schulwesens Umstellung der Steuerung ist bisher nicht richtig auf Wirkungen und Nebenwirkungen untersucht Negativ wäre die Fortsetzung des Pfades der Wettbewerbssteuerung, weil damit die Eigenlogik des pädagogische Feldes nicht berücksichtigt wird und es zu Fehlsteuerungen kommt Herausforderungen der neuen Zweigliedrigkeit und der Forderungen nach einer inklusiven Schule, wodurch die historisch gewachsene und stabile selektive Struktur des Bildungssystems unter Druck gesetzt wird