8
Kostenmanagement (Subject) / 3 (Lesson)
- Aufgabe der Plankostenrechnung 1.Die Plankostenrechnung liefert die informatorische Grundlage für Entscheidungen (Entscheidungsunterstützungsfunktion). --> Abschätzung von Plandaten für Einsatzfaktoren notwendig. Die Qualität der Plankostenrechnung hängt von der Leistungs- und Kostenplanung ab. Die Planung in die Zukunft unterliegt in den meisten Fällen einer Zukunftsungewissheit. 2.Für die Kostenkontrolle im Rahmen der Verhaltensorientierung -hat die Gegenüberstellung von Istkosten und Plankosten je Kostenträger und je Kostenstelle im Plan-Ist-Vergleich zu erfolgen, -sind Abweichungsanalysen, d.h. Bestimmung von Ausmaß und Gründen für eine Kostenüber- oder -unterschreitung (Preis-, Verbrauchs-, Beschäftigungsabweichung), durchzuführen und es -sind Kostenberichte mit der Benennung der Verantwortlichkeiten zu erstellen.
- Abweichungsursachen der Plankostenrechnung - Preisabweichungen als Differenz Einstands- (Ist) und Planpreis (häufig ohne große Bedeutung, weil in der PKR mit Planpreisen gerechnet wird und Differenzen über Preisdifferenzkonten abgerechnet werden); --> im Folgenden wird die Preisabweichung (zunächst) nicht gesondert betrachtet, sondern unter globale Verbrauchs-/Preisabweichung subsumiert. -Mengenabweichungen: Verbrauchsabweichungen: Mehr- oder Minderkosten beim Stoffverbrauch oder beim (Arbeits-) Zeitverbrauch, die i.d.R. von der Kostenstellen-leitung zu verantworten sind. Ursachen: Unwirtschaftlichkeiten, veränderte Fertigungsverfahren sowie Qualitätsänderungen beim Produkt. Beschäftigungsabweichungen: als Folge von Änderungen des Beschäftigungsgrads und somit von der Kostenstellenleitung nicht zu verantworten.
- Starre Plankostenrechnung Beurteilung Vorteile:-Einfache Handhabe-Schnelle laufende Kostenabrechnung-Sinnvoll ist der Einsatz der Methode für Kostenstellen ohne nennenswerte Beschäftigungsschwankungen (z.B. für die Zentralverwaltung). Nachteile:-Keine Eignung für eine Kostenkontrolle, da Kostenabweichungen nicht sinnvoll interpretiert werden können. Die Kostenabweichungen können nicht auf Preis- oder Mengenabweichungen zurückgeführt werden-Proportionalisierung der Fixkosten verstößt gegen das Verursachungsprinzip.-Die Kalkulationsergebnisse sind für kurzfristige Entscheidungen nur eingeschränkt verwendbar, da die Vollkosten berücksichtigt werden.
- Flexible Plankostenrechnung (auf Vollkostenbasis) Beurteilung - Im Gegensatz zur starren Plankostenrechnung ist eine Kostenkontrolle möglich. Sie kann die in der starren Plankostenrechnung berechnete Budgetabweichung in zwei Kategorien aufteilen: -Verbrauchs-/Preisabweichung -Beschäftigungsabweichung - Der Nachteil der starren Plankostenrechnung, dass in der Kostenträger-rechnung die Fixkosten über den Plankostenverrechnungssatz auf VK-Basis proportionalisiert werden, bleibt auch in der flexiblen Plankostenrechnung auf VK-Basis. Die für die kurzfristigen Entscheidungen wichtigen Informationen über die Grenzkosten auf Kostenträgerebene werden nicht ermittelt.
- Grenzplankostenrechnung (auf Teilkostenbasis) Beurteilung - Beide Systeme der flexiblen Plankostenrechnung – auf VK- wie auch auf TK-Basis – ermöglichen eine aussagefähige Kostenkontrolle. - Der Vorteil der flexiblen Plankostenrechnung auf TK-Basis liegt darin, dass sie die relevanten Grenzkosten je Kostenträger für kurzfristige Entscheidungen bietet. - Ihr Nachteil ist, dass auf der Ebene der Kostenträgerstückrechnung keine verrechneten Vollkosten liefert.
- Verfahren der Abweichungsanalyse – Überblick 1.Proportionale und symmetrische Abweichungsanalyse Die Abweichungen höherer Ordnung werden proportional zu den Abweichungen erster Ordnung umgelegt. 2.Alternative Abweichungsanalyse Die Abweichungen höherer Ordnung werden mehrfach verrechnet. 3.Kumulative Abweichungsanalyse Es wird eine Reihenfolge der Verrechnung festgelegt. Die zuerst ermittelte Abweichung nimmt die Abweichung höherer Ordnung auf.
- Alternative Abweichungsverrechnung - Sekundärkosten werden doppelt erfasst. Dies führt zu Abstimmungsschwierigkeiten bei der Kostenkontrolle. -Variante: eine auf Plan-Daten basierende alternative Abweichungsverrechnung. Eine willkürliche Verrechnung der Sekundärabweichungen wird vermieden, indem jeweils der nicht betrachtete Kostenbestimmungsfaktor mit seinem Planwert berücksichtigt wird. Damit wird nicht die Ineffizienz des einen Kostenbestimmungsfaktor mit der Ineffizienz eines weiteren Kostenbestimmungsfaktors vermischt. Diese Teilabweichungen enthalten jedoch keine Sekundärabweichungen. Die Frage, wer die Sekundärabweichungen zu verantworten hat, bleibt unbeantwortet.
- Kumulative Abweichungsverrechnung – Beurteilung - In der Praxis findet die kumulative Abweichungsverrechnungsmethode häufig Anwendung. -Auch die kumulative Abweichungsverrechnung ist nicht verursachungsgerecht, da sie die Sekundärabweichungen undifferenziert der Primärabweichung zuschlägt, die an oberster Stelle in der Reihenfolge steht. -Den Preisabweichungen werden in der Praxis meist die Sekundärabweichungen zugeschlagen, da die zu kontrollierenden Kostenstellen Einfluss auf die Verbrauchsabweichungen, nicht aber auf die weitgehend exogen vorgegebenen Preise haben.
Advertisement