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SMK 2 (Subject) / PUB 1 - 8 (Lesson)
Visuelle Kommunikation II: Medieninhalten und Wirkung Framing
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- Visuelle Kommunikation II: Medieninhalten und Wirkung Framing Framing „To frame is to select some aspects of a perceived reality and make them more salient in a communicating text in such a way as to promote a particular problem definition, causal interpretation, moral evaluation and/or treatment recommendation for the item described.“ (Entman 1993) „Frames strukturieren die nachfolgende Beurteilung von Sachverhalten, indem sie bestimmte Aspekte in den Vordergrund rücken, während sie andere vernachlässigen; dadurch werden bestimmte Entscheidungen und Beurteilungen nahegelegt.“ (Scheufele/Brosius 1999) Framing-Ansatz fungiert demnach als Bindeglied der Aussagenforschung zu Theorien der Nachrichtenauswahl als auch der Wirkung von Nachrichten Ziel ist es zu erforschen(1) wie Frames die journalistische Strukturierung von Ereignissen bestimmen und(2) wie Frames die subjektive Verarbeitung von Medieninhalten bei Rezipienten bestimmen. 9/31 Schaubild zu Framing
- Visuelle Kommunikation II: Medieninhalten und Wirkung Framing Framing am Beispiel des in der VL durchgeführten Experiments Ausgangslage Wirkung von visuellen Nachrichten-Frames kaum erforscht (Coleman, 2010) Erste Studien zeigen bei Rezipienten signifikante Effekte auf u.a.– Themenbeurteilungen (Arpan et al., 2006)– Attributionsprozesse (Ben-Porath & Shaker, 2010)– Einstellungen gegenüber dargestellten Personen (von Sikorski et al., 2012) Bisher unklar:Wie wirken sich visuellen Frames auf Personenbeurteilungsprozesse aus?
- Visuelle Kommunikation II: Medieninhalten und Wirkung Framing Framing am Beispiel des in der VL durchgeführten Experiments Ziele - Weitung der Forschungs- und Befundlage zur Wirkung visueller Frames um den Aspekt „Personenbeurteilung“ - Weitung der Skandalforschung um das Feld der visuellen Kommunikation und deren Relevanz für Skandalisierte auf empirischer Basis
- Visuelle Kommunikation II: Medieninhalten und Wirkung Framing Framing RELEVANZ FÜR SKANDALBERICHTERSTATTUNG UND DEREN FOLGEEFFEKTE • Visuelle periphere Hinweisreize und deren Auswirkung auf Personenbeurteilungsprozesse besonders relevant im Bereich der Skandalberichterstatung • In zunehmenden Maße Skandalisierungen beobachtbar (Kepplinger, 2009; Imhof, 2002) – oft ungeachtet der tatsächlichen, juristisch nachgewiesenen Schuld • Skandalsierungen können zu schwerwiegenden Reputationsschädigungen führen, da Reputation maßgeblich von öffentlichem Image abhängig ist (Sabato, Stencel & Lichter, 2001) • Auch psychische oder soziale Schäden in Folge von Skandalsierungen sind zu beobachten (Gmür, 2007) • Skandalberichterstattung kann nicht zuletzt Strafverfahren beeinflussen (Kepplinger & Zerback, 2009) Folgen für viktimisierte Personen:- Schäden der Reputation und der Psyche- Verbale, körperliche und finanzielle Bedrohung Folgen für einzelne gesellschaftliche Teilbereiche:• Gefahr der Hermetisierung und Inauthentizität• Gefahr des Rückzuges aus gesellschaftlichem Engagement Folgen für die Gesellschaft:• Gefahr von dysfunktionalen Gewöhnungseffekten• Gefahr von Vertrauensverlusten Folgen für die Medien:• Gefahr des Glaubwürdigkeitsverlustes • Gefahr von Reputationsschäden
- Visuelle Kommunikation II: Medieninhalten und Wirkung Framing Framing Wirkungen von visuellen Frames • Effekte auf die Anwendbarkeit (applicability effects) (Price &Tewksbury, 1997) • Effekte auf die Zugänglichkeit (accessibility effects) von Informationen (Price & Tewksbury, 1997) • Einfluss auf Attributionen (Ben-Porath & Shaker, 2010) • Einfluss von peripheren Hinweisreizen/news cues (Igartua & Cheng, 2009)
- Visuelle Kommunikation II: Medieninhalten und Wirkung Framing Framing am Beispiel einer Vorgänger- Studie (von Sikorski/Ludwig 2013) METHODOLOGIE • Experimentelle Untersuchung (between subjects design) mit 4 Gruppen (n = 160) • Stimulus: fiktiver Skandalfall, identischer Text, 3 Bildbedingungen + KG ohne Bild
- Visuelle Kommunikation II: Medieninhalten und Wirkung Framing Framing am Beispiel einer Vorgänger- Studie (von Sikorski/Ludwig 2013) Effekte auf Einstellungen Bestätigt:H1: „Negativere Beurteilungen durch negative periphere Hinweisreize“
- Visuelle Kommunikation II: Medieninhalten und Wirkung Framing Framing am Beispiel einer Vorgänger- Studie (von Sikorski/Ludwig 2013) ERGEBNISSE & DISKUSSION 1. Spezifische visuelle Nachrichten-Frames führen bei identischen textlichen Informationen zu signifikanten Effekten auf o Einstellungen gegenüber einer skandalisierten Person. o Verantwortungs-Attributionen gegenüber einem skandalisierten Unternehmen/einer skandalisierten Person 2. „Chiastisches Framing“: Überkreuz-Effekte Institutioneller visueller Frame führt zu negativerer Beurteilung des Skandalisierten und zu einer geringeren Verantwortungs-Attribution gegenüber der Institution Personifizierter visueller Frame führt zu positiverer Beurteilung des Skandalisierten und zu einer geringeren Verantwortungs-Attribution gegenüber der Institution • Befunde liefern Anregung für eine stärkere Reflexion der Bebilderung von Skandalen • Skandaltheoretische Überlegungen können bestärkt werden: Art der (visuellen) Berichterstattung beeinflusst Rezipienten in ihrer Wahrnehmung eines Skandalisierten • Ergebnisse bestärken bisherige Befunde zum Einfluss peripherer Hinweisreize auf Personenbeurteilungs- und Attribuierungsprozesse • Ergebnisse geben Hinweise auf komplexere Framingprozesse • Unterscheidung zwischen personifiziertem sowie institutionellem episodischem Framing (vgl. Iyengar, 1991) • Hinweise auf ein chiastisches Framing, das in künftigen Studien näher zu untersuchen wäre
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