SQ3 - Tutorium (Subject) / 2.1 Befragung, Experiment, Beobachtung, Inhaltsanalyse (Lesson)
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Befragung
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- Befragung Befragungstypen Face-to-face Befragung = Interview Gruppenbefragung = Fokusgruppen Telefonische Befragung = Telefoninterview Schriftliche Befragung = Fragebogen Online-Befragung
- Befragung Befragungstypen Fragebögen Antwortmöglichkeiten Geschlossen: auf einer Skala werden Antworten vorgegeben- Zeiteffizient bei Befragung und Auswertung- Man erfährt nur, was man vorgegeben hat Offen: keine vorgegebenen Antworten- Gut zur Erschließung neuer Bereiche; Sehr zeitaufwändig Situation Einzelbefragung- kostet Zeit; bessere Konzentration Gruppenbefragung- Zeiteffizient; Gruppenprozesse evtl. problematisch
- Befragung Befragungstypen Fragebögen Skalentypen Nominalskala Verschiedene Antwortmöglichkeiten stehen „wertfrei“ nebeneinanderAuswertung: Häufigkeitsvergleich Ordinalskala Man kann zwischen den Antwortmöglichkeiten vergleichen, Abstände zwischen Kategorien nicht gleich (Extrem gerne – sehr gerne – gerne – gar nicht) Auswertung: Häufigkeitsvergleich Intervallskala Man kann zwischen den Antwortmöglichkeiten vergleichen Abstände zwischen Kategorien gleich (Auswahl 1-5: 1 = Extrem zufrieden – 5 = Extrem unzufrieden) Auswertung: Häufigkeitsvergleich, Differenz und Mittelwertbildung Verhältnisskala Man kann zwischen den Antwortmöglichkeiten vergleichen & Skala hat einen Nullpunkt Abstände zwischen Kategorien gleich (Wie groß sind Sie in cm?) Auswertung: Häufigkeitsvergleich, Differenz und Mittelwertbildung & Verhältnisinterpretation
- Befragung Befragungstypen Fragebögen Fehlerquellen Reihenfolgeeffekte Reihenfolge der Fragen präsentiert hat einen Einfluss auf die Antworten Lösungsmöglichkeiten: Reihenfolge reflektieren, Reihenfolgen randomisieren Skaleneffekte (Ankereffekte) Suche nach Vergleichswerten Lösungsmöglichkeiten: offen eintragen, Skalenabstände mit Bezugspunkt (z.B. Mitte) Antwortverweigerung Vor allem schriftlich und bei sensiblen Themen (Einkommen, sexuelle Fragen, etc.) Lösungsmöglichkeiten: Erinnerung, Anonymität gewährleisten, Kategorien vorgeben Soziale Erwünschtheit Selbstwert, vor anderen gut dastehen Lösungsmöglichkeiten: hohe Anonymität, Zeitdruck, messen und herausrechnen
- Befragung Befragungstypen Fragebögen Gütekriterien Was ist ein guter Fragebogen? Reliabilität (Zuverlässigkeit einer Messung) Objektivität (Messwerte unabhängig vom Forschungsleiter) Validität (Eignung eines Messverfahrens oder einer Frage bezüglich ihrer Zielsetzung) Maßnahmen: Bestehende Fragenbögen nutzen Pretests durchführen Feedback oder Kommentarfeld
- Befragung Befragungstypen Fragebögen Vorteile, Nachteile Vorteile: man bekommt sehr viele Antworten mit vergleichsweise wenig Aufwand(hohe Ökonomie) Hohe Anonymität: Mehr Ehrlichkeit bei Antworten Nachteile: Antwortverweigerungen Soziale Erwünschtheit keine Kontrolle über Wahrheitsgehalt der Aussagen Güte der Ergebnisse hängt sehr von Motivation der Befragten ab man erfährt nur das, was die Befragten auch preisgeben wollen
- Befragung Befragungstypen Fragebögen Papierfragebogen vs. Online-Befragung Vorteile, Nachteile Online-Befragung Vorteile Online-Befragung Keine Präsenz vor Ort notwendig: breiteres Teilnehmerfeld erreichbar Keine zeitliche Bindung: Befragter kann ausfüllen, wann er möchte Kosten für Ausdrucken und Verschicken der Fragebögen entfällt Rotation von Inhalten möglich Komplexe Filterführung und Steuerung möglich Präsentation von Multimedia-Inhalten möglich Daten sind direkt im PC (keine Übertragungsfehler) Höhere Anonymität = eher Antwort auf sensible Fragen Nachteile Online-Befragung Höhere Anonymität = keine Kontrolle über die Teilnehmer Kein Versuchsleiter Fragen bei anwesend
- Befragung Befragungstypen Interview Definition stellt eine zielgerichtete Informationsform dar, bei der ein Diagnostiker. Informationen von einer oder mehreren Personen zu einem inhaltlich vorab festgelegten Gegenstand erfragt“ (Keßler, 1999) Forschungsmethodik Persönliches Interview meist qualitativ Telefoninterview jedoch oft auch quantitativ
- Befragung Befragungstypen Interview Klassifikation von Interviews 1. Standardisierungsgrad (Freiheitsgrad Gesprächsthemen) standardisiert (völlig strukturiert, feste Vorgaben, kurz (5-20Min.), quantitativ) halbstandardisiert (Bsp. Interview-Leitfaden, mittel (10-45Min.), qualitativ/quantitativ) unstandardisiert (unstrukturiert, nur grobes Thema, lang (20-60Min.), qualitativ) 2. Befragungsstil (Gestaltung Interaktion, Art des Befragens) weich (offene Atmosphäre) neutral(Zurückhaltung, freundlich, Kontrolle unerwünschter Einflüsse, hohe Vergleichbarkeit) hart (Einschüchterung, Überrumpelung, Provokation) 3. Anzahl Interviewer bzw. –partner (Freiheitsgrad Gesprächsthemen) Einzelinterview (1 Interviewer, 1 Befragter) Tandeminterview (2 Interviewer, z.B. Schulungen) Hearings oder Board-Interview (mehrere Interviewer, Informationen für viele Sichtbar) Fokusgruppen (1-2 Interviewer, 5-8 Befragte)
- Befragung Befragungstypen Interview Frageformulierung Geschlossene Fragen Vorteile Strukturierung der Information als Hilfe für den Interviewten Nachteile "Verhörstil" (zwingt zu schneller Folge neuer Fragen) Selbstständige Darstellung eingeschränkt (Passivität) offene Fragen Vorteile Fördert Gesprächsfluss und dient der Vertiefung Kennen lernen der Thematik aus Sicht des Interviewten Nachteile Gefahr des Durcheinanders Wichtige Themen bleiben aus, ungenaue Antworten, Missverständnisse
- Befragung Befragungstypen Interview Schritte/Ablauf 1. Vorbereitung Auswahl Thema und Interviewtyp Konzeption der Inhalte Organisatorische Vorbereitung Akquise der Teilnehmer 2. Durchführung Durchführung und Aufnahme des Interviews 3. Auswertung Transkription Analyse (Identifikation von Themen und Passagen) Interpretation und Texterstellung
- Befragung Befragungstypen Interview Antwortverfälschungen Hawthorne-Effekt das Bewusstsein, Teilnehmer einer wissenschaftlichen Untersuchung zu sein, verändert die Reaktion des Befragten Self-Disclosure Bereitschaft zur Selbstenthüllung Selbstdarstellung Streben nach Konsistenz, gefallen wollen Sponsorship-Bias Vermutungen über den Auftraggeber Negative Konsequenzen Konsequenzen Antizipieren
- Befragung Befragungstypen Interview Telefoninterviews und Fokusgruppen Telefoninterview Ablauf wie persönlichem Interview, Befragter nicht vor Ort Nonverbales Verhalten des Interviewpartners nicht zugänglich Höhere Anonymität, niedrigere Kosten Eher für quantitative Fragestellungen angewendet Fokusgruppen 1Thema, 1-2 Moderatoren, 5-8 Teilnehmer, Diskussionsrunde Moderator stellt gezielt kontroverse Fragen Z.B. bei Produkteinführungen bzw. –Veränderungen Vorteil: In der Diskussion entwickeln sich neue Aspekte Nachteil: Minderheitenmeinungen kommen nicht durch
- Befragung Befragungstypen Interview Vorteile, Nachteile Vorteile spontane Äußerungen, gesteigerte Aussagewilligkeit, vielfältige EInsichten Gewinnung qualitativer, tiefgehender Informationen (Motive, Einstellungen, Wünsche) Erarbeitung schwieriger Sachverhalte/Themenkomplexe Ergebnisse als Ausgangspunkt für quantitative Untersuchungen Nachteile Zeitaufwendig, dadurch kleine Umfänge (nicht unbedingt repräsentativ) Große Gefahr von Intervieweinflüssen -> psychologisch geschulte Interviewer notwendig Protokollierung und Auswertung schwierig bzw. Inhalte vielfältig interpretierbar
- Befragung Befragungstypen Vorteile, Nachteile (Schaubild) Interview hohe Kosten hohe Kontrolle geringe Anonymität Telefoninterview mittel hohe Kosten mittel hohe Kontrolle bisschen mehr Anonymität Fragebogen fast geringe Kosten fast gerine Kontrolle deutlich mehr Anonymität Online-Befragung geringe Kosten geringe Kontrolle hohe Anonymität **18/35 (2) **
