Einführung Soziologie (Subject) / VL 8 Entstehung soz. Strukturen u. soz. Integration (Lesson)
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Aggregation, Kooperation, Gefangenendilemma, Koordination, Kollektivgüter, Normen, soz. Integration
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- Aggregation "Coleman'sche Badewanne": Link v. Mikro- zur Makroebene Aggregation = Verdichtung koordinierten Hadelns zu strukturellen Gegebenheiten Erklärt sozialen Wandel (Wie entstehen/verändern sich soz. Strukturen durch Aggregation?) Erklärt Handeln selbst (Entstehung/Veränderung v. Strukture = Ziel d. Handelns > funkt./teleologische Erklärung soz. Handelns)
- Nichtintendierte Effekte d. Handelns Kollektive Folgen können d. ursprünglichen Intention widersprechen Aus gleichartigen / komplementären Handlungen können als unintendierte Handlungsfolge strukturelle Effekte resultieren (Zwecks bessere Sicht steht erste Reihe auf...) Bildungsexpansion gleichgerichtetes Handeln: Bildungsinvestition zwecks Erreichen besserer beruflichen Position > Resultat: Entwertung v. Bildungsabschlschlüssen zu beruflichen Positionen Herkunftsabhängigkeit aufgrund individueller Übergangsentscheidungen auf Basis d. Statuserhaltsmotivs
- Aggregation u. Kooperation Aggregation als simple Summierung gleichgerichteten Handelns Keine Kooperation Bsp. Normbefolgung d. Norm "Kirchgang Aggregation v. Handlungen zur Kooperation Bsp. Demo Kalkül Interaktionsverläufe kollektive Konsquenzen "Externalitäten": (unbeabsichtigte) Konsequenzen sozialer Interdependenz Ökonomisch: Unkompensierte Folgen ökonomischer Entscheidungen für Unbeteiligte (Umweltverschmutzung) Hier verallgemeinert auf alle Folgen soz. Handelns
- Kooperation, Ressourcen Kooperation (Zusammenarbeit): Möglichkeit zu effizienter Lösung lebenswichtiger Probleme Interesse an vs. Kontrolle über Ressourcen Interesse abgeleitet aus Berdürfnissen, Wertungen / Interesse an Mitteln zur Realisierung anderer Interessen Kontrolle: Grad der Verfügbarkeit einer Ressource Opportunitäten einer Situation gegeben durch Verfügbarkeit v. Ressourcen Chance d. Kooperation: Vergrößerung d. Opportunitäten Problem d. Kooperation: Resultate müssen verteilt werden - Gefahr d. Monopolisierung durch einzelne Akteure (Ausbeutung)
- Interdependenz Konstellation von Interessen und Ressourcen begründen Interdependenz d. Akteure Grenzfall Dependenz: A kontrolliert alle Ressourcen, die B interessiert und interressiert sich für nichts, was B kontrolliert Grenzfall Autonomie: A kontrolliert alles, was ihn interessiert Symmertrische Interdependenz: Interessen u. Kontrollen halten sich die Waage Macht: Machtgefälle entsteht bei asymmetrischer Verteilung v. Interesse u. Kontrolle > Änderung d. Machtverhältnisse durch Verschiebung v. Interesse möglich Konflikt: Kontrollanspruch versch. Akteure über gleiche Ressource Kontroll-Konflikt (Konkurrenz): Gleiches Interesse > Kontrolle muss aufgeteilt werden Interessens-Konflikt: Unterschiedl. Interessenslagen > Bewertungskonflikt
- Antagonistische Kooperation Opportunismus Versuchung, Ergebnis von Kooperationen (/positive Externalitäten) anzueignen u. Aufwändigungen/ negative Externe Externalitäten abzuwälzen > Risiko v. Ausbeutung, Trittbrettfahrern etc. Antagonistische Kooperation Interesse an Kooperationsgewinn und gleichzeitige Gefahr der Ausbeutung > Soldarität vs. Egoisismus Soziale Ordnung Regelt Interessen, Kontrolle (und Bewertung) v. Ressourcen > regelt Kooperation durch Institutionen (per dekret (Verordnung), Vereibarung, evolutionäre Entstehung) > löst Problem antagonistischer Kooperation
- Probleme der Handlungskoordination Aggregationsmechanismen Koordinierung: Kommunikative Verständigung vs. "automatische Abstimmung" > geplante Organisation (folgende normative Regelung) vs. spontane Ordnungsbildung / Gleichgewichtsbildung ohne intentionale Planung diese Zustandes Egoistische Interessensverfolgung führt zu gleichgewichtigen Handlungssituation Bsp. Markt, Gefangenendilemma, Kollektivgutproduktion Probleme der Handlungskoordination: spieltheoretische Überlegungen "Nullsummenspiel": Gewinne u. Verluste gleichen sich aus - Konflikte um ein Gut "Nicht-Nullsummenspiel": Produktivität in d. Interaktion - Vorteile auf beiden Seiten (pos. Externalitäten)
- Kollektivgüter Kollektives Handeln: Gleichzeitige Orientierung Egos an mehreren Alteri Kollektives Handlungsziel: Kollektivgut (gemeinsamer Vorteil) > Kein Mitglied kann von Nutzung d. Guts ausgeschlossen werden (Bsp. saubere Umwelt) Solange Andere d. Kollektivgut produzieren: Nutzung ohne Kosten möglich > Rationale Entscheidung verhindert Produktionsbeteiligung > wenn alle rational handeln: Keine Produktion v. Kollektivgut Zentraler Aspekt d. Kollektivgutproblems: Kurzfristiger Egoismus vs. langfristiger Nutzen v. Kollektivgütern auf dem Markt meis kurzfr. Egoismus, Bsp: Banken > Wirtschaftskrise > bedarf an Normen zur Regelung langfristiger Interessen
- Großes vs. kleines Kollektiv Größe d. Kollektivs ist entscheidender Faktor für Produktionsbeteiligung: Großes Kollektiv: Mehr Kollektivgutproduzenten > einzelner Beitrag kleiner > Zwang (Schwarzfahren, > Etablierung v. Handlungsnormen (Mülltrennung Tübingen) oder selektive Anreize (Vergünstigungen für Produzenten, Bsp. Gewerkschaft) nötig kleines Kollektiv: Einzelner Beitrag relevant und spürbar (Abwasch in WG) Einzelner alleine kann aus Eigennutz das Gut produzieren begünstigt durch Ungleichheit Oligopolist u. Lobbyarbeit: "Ausbeutung d. Großen durch die Kleinen" Einer macht den Abwasch
- Entstehung von Normen Externalitäten schaffen Bedarf an Normen = Normen internalisieren Externalitäten Bsp: Nichtraucher bekommen in Kneipe, in der geraucht wird schlecht Luft (= Externalität) > Nichtrauchergesetz Negative Externalitäten (Unkraut i. d. Kleingartenkolonie) werden internalisiert (dem Verursacher aufgeladen) Norm = Kollektivgut, das Problem der Externalitäten löst Normen können durch Vereinbarung erschaffen werden oder evolutionär entstehen (Berger/Luckmann: Habitualisierung/Sedimentierung) Es entstehen Transaktionskosten zur Einrichtung u. Durchsetzung der Norm Erwarteter Nutzen muss größer sein als die Kosten Norm ist gültig, wenn von hinreichender Zahl einer Gruppe befolgt wird und hinreichend sanktioniert wird Gülitgkeit einer Norm = Kollektivgut (Nutzen d. Norm auch für Normabweicher: Selbst Diebe lassen sich nciht gern beklauen)
- Spieltheorie ("Normspiel") Entstehung v. Normen in Abhängigkeit von... Defektionsbereitschaft (= keine Kooperation i.d.F.: Nichtbefolgung d. Norm) Sanktionsbereitschaft "Metanormspiel": Die (aufgrund v. Transaktionskosten) fehlende Sanktionierung wird saktioniertMetanorm = Du sollst Defektionen andere sanktionieren Beobachtung durch Dritte (Sanktionator des Nichtsanktionators)
- Legitimität u. Ordnung v. Normen Pluralität gültiger Normen > Ordnung nötig mit staatlicher Sanktionierung/Zwang: Rechtsnormen (vs. Alltagsnormen, Missbilligung) Hierarchie von Normen (Verfassung vs. Heiratsformen) Verfassung: Systematisierung v. Normen Bestandsgarant der Vergesellschaftungsform Von den meisten Mitgliedern Gesamtheit anerkannter Normen einer Vergesellschaftungsform: Legitime Ordnung Staat: Von Spezialisten entwickelte Rechtsordnung Auf Basis staatl. Normsystems: Schaffung v. Verbänden mit spezifischer Verfassung/legitimer Ordnung (zentraler Gegenstandsbereich d. Soziologie) Verbände: Regeln d. Handeln zw. Akteuren (Beziehungen) Verfassung: regelt Zugehörigkeit, Beitritt, definiert Struktur kollektive Akteure: Handlungsfähig unabhhängig v. best. Personen
- Soziale Integration + Normative soz. Integration Soz. Integration: Wie entsteht eine Gesellschaft? = Beziehungsform zw. Akteuren einer Vergesellschaftungsform, die den Bestand der Vergesellschaftungsform ermöglicht Prozesscharakter (Bestand d. Gesellschaft muss immer wieder hergestellt werden) Zielt auf Stabilität soz. Organisation (bzw: Stabilität als Indikator) Normative soz. Intergration: Entsprechung verinnerlichter Verhaltenserwartungen mit institutionalisierten Verhaltenserwartungen: Übereinstimmung internalisierter und institutionalisierter Normen u. Werte Primäre Sozialisation garantiert Internalisierung d. Werte, die auch im Rollensystem d. Gesellschaft implementiert sind > nicht unbedingt Entsprechung auf Basis (konkreter) Normen, aber Werte zentral Je mehr Menschen d. institutionalis. Normsystem internalisiert haben, desto integrierter die Gesellschaft Sozialer Wandel durch Eigenwilligkeit Einzelner/Unzufriedenheit ganzer Gruppen Partieller Charakter: Stabiles Zentrumv vs. wandelbare Peripherie
- Pragmatische soz. Integration l Koordinationsnormen Nutzenmaximierendes Handlungskalkül Basis: Normbefolgung involviert immer Wahl zw. Alternativen Normbefolgung als stabiler Gleichgewichtszustand Koordinationsnormen Koordination (i.e.S.): Gleichwertige Handlungsalternativen = Andere sollen das gleiche tun wie ich (Bsp: Rechts- vs. Linksverkehr) Wahl zw. gleichwertinge Gleichgewichten Individuelles Verlassen d. Gleichgewichts: Schädigung (selbst und Andere) > Freiwillige Konvention (Übereinkunft) leicht möglich, auch durch Dekret (gesetzl. Beschluss) (StVO) Sanktionen überflüssig, außer es entsteht Schaden (Geisterfahrer)
- Pragmatische soz. Integration ll Kooperationsnormen, Normgenese Kooperation: Andere sollen Kooperieren, ich selbst möchte defektieren: widerstreitende Interessen Alter u. Ego "Temptation" (Versuchung): Missachtung d. Norm zwecks eigenem Vorteil, zum Schaden anderer > Daher idR Sanktion nötig, um Versuchung unrentabel zu machen: Kooperationsnormen als Vorschriften Problem Normgenese aus pragmatischer Sicht: Wer verlässt stabiles "egoistisches" Gleichgewicht? Eigenwert d. Norm als Nutzenfaktor Koalitionsbildung: "Minimale, sich selbst beschränkende Koalition" Vertrauen, Norm d. Reziprozität (Gegenseitigkeit) Identifikation mit d. Gruppe: Wert d. Solidarität Verzicht auf eig. Nutzenvorteil zugunsten Alters Zeitl. Dehnung d. rezipr. Tauschs/Nutzenprinzip (heute verzichten, um morgen belohnt zu werden) Unsicherheit künftiger Belohnung vs. Rigidität (festhalten an) kurzfrist. egoist. Interessen
- Pragmat. soz. Integration lll: Reziprozitätsnorm Einschränkung d. Reziprozitätsnorm: Verunsicherung: Gemeinsame unkontrollierte Lebensrisiken Geben ohne Gegenleistung wegen unverschuldeter Not Wohltätigkeit: zeitliche Dehnung d. Reziprozität: J., desto stärkere zeitl. Dehnung ist möglich Kurzfrist. Egoismus d. Märkte vs. Generationengerechtigkeit in d. Familie Je stärker Solidaritätselemente in abstrakten Bez., desto stärker soz. Integration
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- Abweichendes Verhalten in Bezug auf Normen Regelmäßigkeiten (Weber): Gleichartigkeit d. Handlungssinns (Gewohnheit, Massenhandeln, Bräuche, Traditionen) Norm: Regel mit Geltungsanspruch (Anerkennung Sollensanspruch-Sanktionsbereitschaft) Konvention; Mit Missbilligung sanktioniert Recht: Zwang, organisierter Sanktionsapparat Hierarchisch geordnete Stufen Normen definieren verbindl. Ziele u. legitime Mittel Merton: Typoplie abweichenden Verhaltens nach Ziel/Mittelkombination Konformität: Ziel u. Mittel akzeptiert (ökonom. Erfolg durch berufl. Anstrengung) Innovation: Ziel akzeptiert, Mittel nicht (ökonom. Erfolg duch Verbrechen) Ritualismus: Mittel akzeptiert, Ziele nicht (Bürokraten) Apathie: Weder Ziele noch Mittel akzeptiert (Aussteiger) Akzeptanz d. Mittel vs. Verfügbarkeit: Sozialstrukturelle Bedingung d. Verbrechens wg. mangelnder legitimer Verwirklichungschancen Diskrepanz kulturell legitimierter Ziele u. sozialstrukturell gegebener Mittel Zweckrationales Handeln: Mittelwahl
- Zs.fassung: Das "Optimum" soz. Integration Optimum gibt es nicht. Maximum: totale Kontrolle Leben mit Unvollständigkeit Integration: pragmatisch u. normativ. Markt als Integrationsinstanz, Normative Integration Geplante vs. beiläufige Unintendierte Folgen soz. Handelns Sozialstruktur als Unterbau d. Integration
- Gefangenendilemma Spieltheorie: Aggregation indiv. Entscheidungen zu kollektiv. Ergebnissen unter spezif. Umständen kollektiv optimalem Ergebnis vs. egoist. Handlungen Beispiel Gefangenendilemma: Kooperation (Schweigen) vs. Defektion (Belastung d. Anderen) KK: kleine Strafe für beide (2 J.) DD: mittlere Strafe für beide (4 J.) DK: 1 J. für Schwätzer, 6 J. für Schweiger > aus indiv. Sicht: Reden das beste. Da beide das gleiche tun ("dominante Strategie") > kollektives Ergebnis: DD (4 J.) > kollektiv bestes Ergebnis aber KK (2 J.) >> kollektiv ungünstiges Gleichgewicht (keiner kann es verlassen, ohne seine Chance zu verschlechtern Lösung: Kommunikation u. Vetrauen
