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Entwicklung (Subject) / VL_04_ (Lesson)
Kritische Lebensereignisse als Entwicklungseinfluss
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- Kritische Lebensereignisse - Affektive Bedeutsamkeit Persönliche Katastrophen vs. Positive Ereignisse (Je nach Bewertung und Bewältigung) Objektive Situation vs. Subjektive Bewertung abhängig von individuellen Plänen, Zeitpunkt, Häufigkeit und wie viele andere Menschen davon betroffen sind (z.B. Geburt, Partnerverlustt) Beispielsweise kann die Geburt eines Kindes objektiv unpassend sein, da man nach Ansicht des Gesellschaft zu jung ist (Seltenheit, wenige Menschen sind betroffen). Jedoch fühlt man sich subjektiv bereit und kann es gut mit seinem Leben vereinbaren (individuelle Pläne).
- Kritische Lebenserignisse - Definition nach S.-H. Fillip Im Leben einer Person (nicht) auftretende Ereignisse, die eine mehr oder minder abrupte Veränderung in der Lebenssituation der Person mit sich bringen Stadien des relativen Ungleichgewichts im Passungsgefüge zwischen Person und Umwelt Bsp. Geburt eines Geschwisters, Scheidung der Eltern, Ortswechsel etc.
- Krise als Risiko für psych. Störungsentwicklung (emotionale Belastung, Hilflosigkeit, Verlust an Selbstwertgefühl)
- Krise als Chance für individuelle Weiterentwicklung (Selbstwirksamkeit, Problemlösestrategien)
- Arten von kritischen Lebensereignissen: normative vs. nicht-normative normativ: regelmäßig zu erwarten (biologische/soziale Normierung) Bsp. Schulwechsel, Berufswahl vorhersehbar, Vorbereitung möglich vergleichbar mit dem Begriff der Entwicklungsaufgaben! nicht-normativ unerwartet, unabhängig von kultureller und biologischer Strukturierung des Lebenslaufes, begrenzt auf kleinen Anteil in der Bevölkerung unvorhersehbar Bsp. Erkrankungen, Unfall
- Kritische Lebensereignisse, Gene und Depressionen Caspi et al. 2006 kritische Lebensereignisse erhöhen die Wahrscheinlichkeit an Depressionen zu erkranken Bezug zum Anlage-Umwelt-Modell ⇒ manche Personen reagieren stärker auf Umweltreize (Umweltsensitivität) Caspi untersuchte den Zusammenhang der Ausprägung des Serotonin-Transporter- Gens mit kritischen Lebensereignissen und das Auftreten einer Depression Das Serotonin- Transporter-Gen kann in 3 Varianten vorkommen ⇒ kurz/kurz ; kurz/lang; lang/lang Allele Die Wahrscheinlichkeit an einer Depression zu erkranken ist bei dem s/s-Allel und mehr als 4 kritische Lebensereignisse am größten
- Genetische Plastizität? Belsky: Genetische Plastizität oder Gen-Umwelt-Interaktion? These: Befunde von Caspi deuten weniger auf Vulnerabilität als auf Plastizität hin⇒ Es liegt weniger an der Verletzbarkeit des Menschen, sondern an dem veränderten Gen
- Allgemeines Modell für die Analyse kritischer Lebensereignisse 1. Antezedenzmerkmale (Vorauslaufende Bedingungen): Erfahrung mit ähnlichen Ereignissen (Qualität und Erfolgsbilanz bisheriger Bewältigung) Prävention/antizipatorische Sozialisation als Vorbereitung (z.B. Kindergarten/Schule; Geburtsvorbereitung 2. Konkurrente Bedingungen: Kontextmerkmale (familiäres Umfeld, soziales Netzwerk, materielle Ressourcen) Personenmerkmale (religiöse Überzeugungen, Handlungsziele, Gesundheitszustand, individuelle und soziale Bewältigungsstrategien) Risiko- und Schutzfaktoren → sind Bedingungen für den Eintritt, die Interpretation und die Qualität von Ressourcen für die Bewältigung von X 3. Ereignismerkmale: Beschreibung des Ereignisses nach objektiven und subjektiven Parametern (siehe affektive Bedeutsamkeit) 4. Bewältigungsstrategien: konstruktive Problemlösung/leistungsorientierte Strategien (d.h. Man ändert das Problem) → sinnvoll, wenn Probleme gemeistert werden können, ohne, dass andere Ressourcen verbraucht werden. Ist dies nicht der Fall, dann ist Möglichkeit 2 besser Reorganisation von Zielen / Anpassung / flexible Akkommodation (d.h. Man ändert sich selbst) → Manchmal sinnvoller Verluste und Einbußen hinzunehmen, um langfristig Kräfte zu sparen
- Thomae - Daseinstechniken /Reaktionsformen Anpassungsstrategien an Situationen Nicht immer Bewältigung, aber emotionsregulierend z.B. evasiv; Anpassung Strategie von Senioren, die, um mit den Verlusten von Aktivität klarzukommen, ihren Focus nicht mehr auf ihr eigenes Wohl, sondern auf das Wohl der Kinder und Enkelkinder lenken. D.h. es findet eine Reorganisation von Zielen statt.
- Fazit Entwicklungspsychologie der Lebensspanne: Bewältigung von Anforderungssituationen als entwicklungspsychologisches Paradigma Stabilität und Veränderung auf der Ebene der Organisation der Person auf Ebene von Verhalten und Erleben
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