16

Entwicklungspsychologie 1 (Subject) / Die Entwicklung von Sensorik und Motorik (Lesson)

Können Babys fühlen, riechen, shmecken, hören und sehen? Wie entwickelt sich die visuelle Wahrnehmung? Gibt es eine universelle Abfolge der motorischen Meilensteine? Wie lässt sich motorische Entwicklung nach dem ersten Lebensjahr beschreiben?

This lesson was created by alicekingsley.

Learn lesson

Advertisement
  • Definition Sinnesempfindung (sensation) elementarer Prozess der Reizaufnahme und -regestrierung
  • Definition Wahrnehmung (perception) höherer Prozess der Organisation und Interpretation der Reizinformation
  • Konstruktivistischer Ansatz Assoziation zwischen Sinnesempfindung und Bedeutung aus der Umwelt führt zur Wahrnehmung
  • Ökologischer Ansatz Sinnesempfindungen sind angeborenermaßen bedeutungshaltig
  • Hautsinn Empfindlichkeit für Berührungs- und Schmerzreize von Geburt an
  • Geruchssinn -Differenzierungsfähigkeit bereits bei Neugeborenen positive Gesichtsausdrücke beim Riechen von Erdbeer-, Bananen- und Vanilleduft negative Reaktion auf faule Eier und Fisch -Ausbau der Sensitivität in den ersten Lebenswochen Erkennen des mütterlichen Brustgeruchs Differenzierung des Geruchs stillender und nicht stillender Frauen Erkennen der engsten Kontaktperson am Geruch
  • Geschmackssinn -Geschmackswahrnehmung von geburt an vorhanden Unterscheidung von süß, sauer, slazig und bitter Schutz vor Einnahme lebengefährlicher Stoffe -Veränderungen der Präferenzen
  • Der auditive Sinn -pränatale Hörfähigkeit Lidschlagreaktion bei akustischen Reizen im Ultraschall ab 28. SSW beobachtbar Präferenz für mütterliche Stimme kurz nach der Geburt Wiedererkennung einer Geschichte, die die Mutter zweimal täglich während der letzten 6 SSW laut gelesen hat -Lautwahrnehmung Diskrimination einzelner sprachlicher Laute kategoriale lautwahrnehmung -Entwicklungspezifischer auditiver Fähigkeiten dauert lange höhere Hörschwelle bei Säuglingen und Kleinkindern schlechtere Unterscheidungsfähigkeit verschiedener Frequenzen und Tondauern bis in Grunschulalter auditive Raumwahrnehmung (Problem der Rekalibrierung(?))
  • Der visuelle Sinn -Entwicklung der Sehschärfe wesentliche Faktoren die die Sehschärfe junger Säuglinge herabsetzen, sind die geringe Größe des Auges und die Unreife ihrer Netzhaut Sehschärfe eines Neugeborenen ungefähr um ein Drittel schlechter als die eines Erwachsenen -Visuelle Präferenzen Präferenz von gemusterten Stimuli besonders hohe Präferenz von Gesichtern -Räumliche Wahrnehmung "Die visuelle Klippe":Versuchsaufbau von E.Gibson und Walk(1960) eines simulierten Abgrunds, um die Fähigkeit zur Tiefenwahrnehmung bei Säuglingen zu untersuchen -Objektwahrnehmung Reizdarbietung in einem Säuglingsexperiment zur Wahrnehmung eines teilweise verdeckten Gegenstands: Inder Habituierungsphase wird ein Stab hinter einem Quader hin und her bewegt; In der Testphase werden ein ganzer- und ein geteilter Stab präsentiert -> die Säuglinge erkennen, dass es der ganze Stab wahr ohne ihn vorher ganz gesehen zu haben -Formwahrnehmung Vier Monatealte Säuglinge nehmen subjektive Konturen wie die Ehrenstein-Figur wahr -Größen- und Formkonstanz unterschiedliche Netzhautbilder eines Gegenstandes in Abhängigkeit von Entfernung und Perspektive vermutlich bereits im Neugeborenenalter stabile Umweltwahrnehmung bei großen Distanzen bis zum Alter von ca. 9 Jahren Unterschätzung der Größe von Objekten
  • Intermodale Wahrnehmung -ab etwa 3-4 Mon. einheitliche Objektrepräsentation aus Seh-, Tast- und Hörsinn Synchronie von Ereignissen (passenden Ton zu Filszene zuordnen) visuelle Wiedererkennung ertasteter Gegenstände
  • Advertisement
  • Neugeborenenreflexe -feststehende motorische Reaktion auf spezifischen Reiz -überlebenswichtige Funktionen -Verschwinden innerhalb des ersten LJ Saugreflex Suchreflex (rooting reflex) Greifreflex Mororeflex Schreitreflex
  • Visumotorik: Auge-Hand-Koordination Neugeborenes -> Vorstufe zum greifen (Hand nach Dingen ausstrecken) 3-4 Monate -> Greifen mit Ulnargriff (ohne Daumen, Finger nicht gespreizt ->Phylogenese) 4-5 Monate -> Greift abwechselnd mit beiden Händen(mit Daumen, Finger gespreizt) 9 Monate -> Pinzettengriff
  • Weitere Entwicklung der Visumotorik -kontinuierliche Verbesserung im Laufe der Kindheit Geschwindigkeit der Vorbereitung und Ausführung der Zielbewegung räumliche und zeitliche Genauigkeit Konsistenz der Bewegungsausführung -Kognitive Ursachen Nachahmungsfähigkeit Umsetzung sprachlicher Anweisungen Planungs- und Entscheidungsprozesse
  • Motorische Meilensteine noch Bearbeiten (Tabelle von Frau Theis)
  • Ablauf der "normalen" motorischen Entwicklung im ersten Lebensjahr Liegen Drehen RL-BL;BL-RL Freies Sitzen Liegen - Sitzen Kriechen/Robben Krabbeln Hochziehen - Stehen Stehen mit Unterstützung Gehen mit Unterstützung Freies Gehen
  • Motorikentwicklung im Kulturvergleich (Bayley Scales of Infant and Toddler Development III) Vergleich German middle class und Cameroonian Nso Fine motor scale: bis 6 Monate gleiche Entwicklung 6-9 Monate sind die deutschen Säuglinge besser in der Feinmotorik Gross motor scale bis 9 Monate sind die Nso-Säuglinge durchweg besser mit 9 Monaten sind deutsche Säuglinge und Nso-Säuglinge gleich gut in der Grobmotorik